Die Menschheit unterliegt einem stetigen Wandel und andauerndem Fortschreiten. Immanuel Kant nannte dies den Weg hin zur Erfüllung des Endzwecks der menschlichen Gattung, welcher in einem Zusammenschluss aller Menschen unter einer republikanischen Verfassung zur Erreichung der vollkommenen Moral und Ausbildung aller menschlichen Anlagen besteht. Ein notwendiges und unausweichliches Instrument dieser Entwicklung scheint die Globalisierung zu sein. Besonders technologische Entwicklungen schaffen neue Möglichkeiten für die moderne Gesellschaft und dies speziell im Wirtschaftssektor. Daten, Informationen, Waren und Menschen legten nie schneller große Distanzen zurück als heute. Dadurch nähern sich Länder und Kulturen immer mehr aneinander an und beeinflussen sich gegenseitig. Der Unternehmenshorizont erweitert sich und Unternehmen agieren und kooperieren weltweit.
In der folgenden Arbeit soll untersucht werden, welche Implikationen und Konsequenzen die fortschreitende Globalisierung für die Moral und Ethik der Gesellschaft hat. Dazu werden die Positionen der Wirtschaftsethiker Prof. em. Dr. rer. pol. Peter Ulrich und Prof. em. Dr. Dr. Karl Homann zum Thema verglichen. Die beiden Wissenschaftler vertreten oft unterschiedliche Ansichten. Das Ziel der Arbeit ist es daher, zu verdeutlichen, welche Möglichkeiten, Gefahren oder Regulationsmaßnahmen Homann und Ulrich erkennen und ob dies im Gegensatz zur Position des jeweils anderen steht oder ob sie einander übereinstimmen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. PROBLEMSTELLUNG
3. AKTUELLE DIMENSIONEN DER GLOBALISIERUNG
4. GLOBALISIERUNG UND GESELLSCHAFT
4.1 Moralische Qualität der Globalisierung für die Gesellschaft
4.2 Die Globalisierung erschafft das Weltbürgertum
5. GLOBALISIERUNG UND POLITIK
5.1 Die Entmachtung der Politik
5.2 Politische Maßnahmen zur Globalisierung
6. ZUSAMMENFASSUNG
7. EIGENE POSITION UND FAZIT
7.1 Kritische Stellungnahme zu Peter Ulrich
7.2 Kritische Stellungnahme zu Karl Homann
7.3 Fazit
8. LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der fortschreitenden Globalisierung auf Ethik und Gesellschaft und vergleicht dazu die wirtschaftsethischen Positionen von Peter Ulrich und Karl Homann. Ziel ist es zu untersuchen, welche Gefahren und Möglichkeiten die Autoren identifizieren, wie sie die Rolle der Politik bewerten und ob ihre Ansätze zur Lösung globaler Probleme vereinbar sind.
- Vergleich der ethischen Grundpositionen von Peter Ulrich und Karl Homann
- Analyse der moralischen Implikationen globaler Marktprozesse
- Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen ökonomischer Effizienz und politischer Gestaltung
- Die Rolle der Bürgergesellschaft und die Idee des Weltbürgertums
- Diskussion über supranationale Rahmenordnungen und Institutionen
Auszug aus dem Buch
4.1 Moralische Qualität der Globalisierung für die Gesellschaft
Durch die unmittelbare Betroffenheit der Gesellschaft von der Globalisierung, findet vorrangig eine Betrachtung dieser aus der Eigenperspektive statt. Die größte Auswirkung auf die Gesellschaft ist die Ausbreitung der modernen Marktwirtschaft auf supranationaler Ebene. Durch den internationalen freien Austausch wird den Unternehmen eine starke Spezialisierung ermöglicht und für die Kunden weltweit qualitativ hochwertige Produkte zu günstigen Preisen geschaffen. Damit verbunden ist der sich entfaltende internationale Standortwettbewerb. Karl Homann und Christoph Lütge nennen als zentralen Kritikpunkt an der Globalisierung, in ihren Ausführungen zur „Einführung in die Wirtschaftsethik“, die Angst der Gesellschaft vor der Abwanderung von Unternehmen an Standorte mit niedrigen sozialen Standards. Denn das könnte die Absenkung des weltweiten Niveaus moralischer Standards zur Folge haben.
Dieser Kritik wiedersprechen sie aber sogleich und sehen dies sogar als Chance zur weltweiten Steigerung der moralischen Standards. Die Begründung besteht darin, dass Unternehmen erkennen werden, dass die Selbstverpflichtung zu gewissen moralischen Standards einen Wettbewerbsvorteil darstellt. Denn die steigende Reputation dient dem Schutz von Investitionen und so steigt die Kooperationsattraktiviät für seine Stakeholder. Da Unternehmen keine gespaltene Unternehmenskultur und damit Wertvorstellung ertragen können, lautet die logische Konklusion eine überregionale Anpassung des moralischen Verständnisses ausgerichtet an dem höchsten Niveau. Homann und Lütge nennen diesen Prozess eine umgekehrte Moralarbitrage.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Globalisierung und Vorstellung der Forschungsfrage sowie des Vergleichs der Positionen von Ulrich und Homann.
2. PROBLEMSTELLUNG: Darstellung der wirtschaftspolitischen Konflikte der Globalisierung und die daraus resultierende moralisch-ethische Fragestellung.
3. AKTUELLE DIMENSIONEN DER GLOBALISIERUNG: Definition der Globalisierung als fortwährenden Prozess und Einordnung in den technischen sowie gesellschaftlichen Wandel.
4. GLOBALISIERUNG UND GESELLSCHAFT: Untersuchung der Auswirkungen auf die Gesellschaft, insbesondere moralische Standards und die Rolle der Bürger.
5. GLOBALISIERUNG UND POLITIK: Analyse des Machtverhältnisses zwischen global agierenden Unternehmen und nationalen Regierungen sowie Lösungsansätze.
6. ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Gegenüberstellung der Kernargumente beider Wissenschaftler und der Vision einer globalen Ordnung.
7. EIGENE POSITION UND FAZIT: Persönliche Bewertung der Ansätze von Ulrich und Homann sowie abschließende Einschätzung des Globalisierungsprozesses.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Wirtschaftsethik, Peter Ulrich, Karl Homann, Standortwettbewerb, Rahmenordnung, Weltbürgertum, Moral, Marktwirtschaft, Kapitalismus, Sozialstandards, Weltgesellschaft, Politik, Supranationalität, Verantwortung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die moralischen Herausforderungen und gesellschaftlichen Folgen der fortschreitenden Globalisierung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf den Auswirkungen der Globalisierung für die Gesellschaft, dem Standortwettbewerb, der Rolle der Politik und dem Vergleich wirtschaftsethischer Konzepte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es zu klären, welche Möglichkeiten und Gefahren Homann und Ulrich in der Globalisierung sehen und ob ihre Positionen zur Regulierung des Marktes übereinstimmen oder im Widerspruch stehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine vergleichende Literatur- und Theorieanalyse der Positionen der Wirtschaftsethiker Peter Ulrich und Karl Homann.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die moralische Qualität der Globalisierung, das Konzept des Weltbürgertums, die Entmachtung der Politik sowie politische Maßnahmen zur globalen Gestaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Globalisierung, Wirtschaftsethik, Standortwettbewerb, Rahmenordnung, Sozialstandards und Weltbürgertum.
Was versteht Karl Homann unter der "umgekehrten Moralarbitrage"?
Er beschreibt damit den Prozess, bei dem Unternehmen durch eine Selbstverpflichtung zu hohen moralischen Standards einen Wettbewerbsvorteil erzielen, was zu einer weltweiten Steigerung des moralischen Niveaus führen kann.
Warum hält Peter Ulrich eine supranationale Rahmenordnung für notwendig?
Er argumentiert, dass ohne eine solche Ordnung Sozial- und Umweltstandards unter den Druck des Standortwettbewerbs geraten und Staaten zu einer Politik gezwungen werden, die auf Kosten der Bürgerinteressen geht.
Wie unterscheidet sich das Rollenbild der Bürger bei Ulrich und Homann?
Ulrich fordert ein aktives, kritisch denkendes Weltbürgertum, während Homann und Lütge den Bürgern eine passive Rolle zuweisen und eher auf die Wirksamkeit der ökonomischen Funktionszusammenhänge vertrauen.
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- Bachelor of Arts Juliane Koch (Author), 2015, Möglichkeiten und Probleme der fortschreitenden Globalisierung aus der Sicht von Karl Homann und Peter Ulrich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387158