Ranger in deutschen Nationalparks. Zu Geschichte, Situation und Aufgabenfeldern von Schutzgebietsbetreuern in Deutschland


Hausarbeit, 2017

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung...2
1.1 Erläuterungen...3
2. Geschichte: der lange Weg von der Nationalparkidee der USA
bis hin zum Rangerberuf in Deutschland...3
2.1 Die USA als Vorbild und Vorreiter...3
2.2 Deutschlands langer Weg...,,......4
3. Zur Situation und zum Aufgabenfeld der Ranger in Deutschland...9
3.1 Aufgaben und Anforderungen an die Schutzgebietsbetreuer...9
4. Fazit...12
5. Literaturverzeichnis...13
1

1. Einleitung
Als zu Beginn der 1990er Jahre Zweifel am Zustand der bestehenden Schutzgebiete in
Deutschland aufkamen und die Befürchtung anwuchs, dass die im Gesetz genannten
allgemeinen Ziele nicht in zufriedenstellender Weise erfüllt werden könnten, wurde deutlich,
dass die Betreuung der bereits vorhandenen Naturschutzgebiete nicht mehr nur durch
ehrenamtlich Tätige gewährleistet werden konnte. 1988 veröffentlichten HAARMANN &
PRETSCHER eine alarmierende Studie über den qualitativen Zustand deutscher
Naturschutzgebiete. Von den 867 untersuchten Gebieten befanden sich 484 (56%) in
mäßigem, 183 (21%) in schlechtem Erhaltungszustand und 41 (5%) wiesen sogar irreparable
Schäden auf. Der Druck auf die Naturschutzgebiete durch Erholungssuchende war so stark
angestiegen, dass der vordergründige Sinn und Zweck dieser Gebiete, Rückzugsareale für
Flora und Fauna zu schaffen, die Biodiversität auf Artebene zu erhalten oder bestenfalls sogar
zu steigern, die Vielfalt von Natur, Landschaft und Wildnis zu bewahren und die
Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes auf Dauer zu gewährleisten und zu verbessern, drohte
verloren zu gehen. Rasches Handeln war gefragt, um zumindest das Problem der
Besucherlenkung schnellstmöglich zu beheben, denn die geschützten Gebiete dienen zwar
auch der Umweltbildung und sollen Erholungssuchenden offen stehen, um ein intensives
Naturerleben zu ermöglichen, jedoch dürfe der Schutzzweck dadurch nicht gefährdet werden.
Die Forderung nach hauptamtlichen Betreuern der Schutzgebiete gewann nun, da auch
wissenschaftliche Untersuchungen zum Zustand der Schutzgebiete vorzuweisen waren, an
Einfluss und Bedeutung (NNA, 1992).
Mittlerweile gibt es deutschlandweit ca. 550 Schutzgebietsbetreuer und -betreuerinnen
(Ranger), die sich hauptamtlich um Naturschutz und Gästebetreuung in den Nationalen
Naturlandschaften, in Naturschutzbehörden und in Biologischen Stationen kümmern und
durch deren Zutun sich der Zustand der meisten Gebiete erholt und größtenteils sogar
verbessert hat (EUROPARC DEUTSCHLAND, 2017).
Die folgende Arbeit gibt einen Überblick über Geschichte und Entwicklung der Nationalparke
und des Rangerberufes wieder, geht, ausgehend von den vielseitigen Aufgabenbereichen des
Berufsfeldes, auf die Notwendigkeit von gut ausgebildeten SchutzgebietsbetreuerInnen in
Deutschland ein und wirft Fragestellungen hinsichtlich verschiedener Entwicklungs- und
Forschungsmöglichkeiten des Berufsfeldes auf.
2

1.
1 Erläuterungen
Um Unklarheiten hinsichtlich verwendeter Begrifflichkeiten entgegenzuwirken, sei an dieser
Stelle erwähnt, dass "Ranger" nicht die offizielle Bezeichnung für die
SchutzgebietsbetreuerInnen in Deutschland darstellt. In der Gesamtheit der deutschen
Schutzgebiete gibt es keine offizielle und einheitliche Berufsbezeichnung. Synonym werden
die Begriffe Natur-, Nationalpark-, oder Naturschutzwächter, Ranger, Schutzgebietsbetreuer,
Naturführer und auch noch andere verwendet. Die offizielle Bezeichnung des
Ausbildungsberufes lautet "geprüfte/r Natur- und Landschaftspfleger/in", bzw. ,,Fachagrarwirt
für Naturschutz und Landschaftspflege"(veraltet). Laut einer Umfrage von GENATH
bevorzugen jedoch die meisten Außendienstmitarbeiter des Nationalparks Hochharz den
Begriff Ranger, da er aufgrund des hohen Ansehens der US-amerikanischen Ranger mit
Prestige konnotiert und zudem unkompliziert sei.
Ist im Folgenden von Schutzgebieten die Rede, so sind damit alle möglichen Arbeitsplätze für
Ranger gemeint. Hauptsächlich sind dies Biosphärenreservate, National- und Naturparke. Da
sich diese Arbeit vor allem mit Rangern in deutschen Nationalparken auseinandersetzt, wird
hier lediglich auf deren Entstehungsgeschichte und Funktionen eingegangen und auf eine
genauere Definition der anderen Schutzgebietstypen verzichtet.
2. Geschichte: Der lange Weg von der Nationalparkidee der USA bis
hin zum Rangerberuf in Deutschland
2.1 Die USA als Vorbild und Vorreiter
Die Einführung des Berufsfeldes der Ranger ist eng verbunden mit der Entstehung von
Nationalparken und Naturschutzgebieten, deshalb wird im Folgenden zunächst ein Einblick in
die Geschichte der Nationalparkidee gegeben, bevor die Entstehung des Rangerberufes in
Deutschland im Fokus steht.
Nachdem der Geologe Ferdinand Vandeveer Hayden dem US-Kongress über die
beeindruckenden Quellen und Geysire des Yellowstone berichtete, wurde dieses Gebiet 1872
zum ersten großen Nationalpark der USA und der Welt durch den Präsidenten Ulysses
Simpson Grant ausgerufen. Er unterstand der direkten Verantwortung der US-Regierung.
Zunächst galten Nationalparke als Ausdruck kultureller Einzigartigkeit, die sich auch in der
Natur spiegeln würde und deshalb schützenswert erschien. So stellten die ersten
3

Nationalparke eher eine Art riesiger "Freizeitpark" dar. Auch die Verwendung des Begriffes
"Park" deutet darauf hin, dass sich der Grundgedanke weniger mit dem Schutz der Naturnähe
und natürlicher Prozesse befasste, als vielmehr mit der kulturell geprägten Landschaft und der
Erholungsfunktion der Gebiete. Historisch beruht der Nationalparkgedanke auf einer
anthropozentrischen Sicht der Natur und einem starken Eigeninteresse: der Schutz der Natur
solle dem Menschen dienen, da der Verlust der Natur als Bedrohung der menschlichen
Existenz angesehen wird. Die ersten Nationalparke wurden eher als Touristenattraktionen mit
entsprechender Infrastruktur und Freizeitmöglichkeiten für reiche Bürger gegründet. Da es
noch keine Aufseher oder Ranger gab, nahmen die Auswirkungen der Freizeitattraktivitäten
aus heutiger Sicht zum Teil groteske Züge an. Beispielsweise schufen Kahlschläge Platz für
Luxushotels, Straßen wurden ausgebaut, zahme, angefütterte Bären zur touristischen
Attraktion, heiße Quellen eingemauert und zu Heilbädern umfunktioniert, heimische
Raubtiere wurden zugunsten der Hirsche bejagt. Als weitere Nationalparke gegründet wurden,
kam man zu der Erkenntnis, dass Aufsichtspersonal zum Schutz der Natur unabdingbar war.
So nahm 1880 Harry Yount, der erste Ranger weltweit, seine Tätigkeit im Yellowstone
Nationalpark auf. Weitere folgten 1898, als der US-Kongress einen Fonds für den Schutz von
National Forest Reserves einrichtete, der dazu diente, in diesen Gebieten einen Supervisor
und eine geringe Anzahl von Männern anzustellen, die hauptsächlich aus zivilen
Fährtenlesern mit jagdlichen und forstlichen Kenntnissen bestanden, denn hauptsächlich
hatten sie Wilderer zu bekämpfen, Weidetiere zu entfernen und Waldbrände zu verhindern
(LÖTSCH 1995). Doch auch steigender Besucherandrang, Naturausbeutung und Überfälle
stellten eine Gefahr für Mensch und Natur dar, weshalb der US-Kongress zusätzlich
übergangsweise Soldaten zur Sicherung der Gebiete einsetzte. 1916 erhielten die US National
Parks mit der Einrichtung des National Park Services (NPS) als eigenständige Behörde des
Innenministeriums eine professionelle Verwaltung, die bis heute für die Sicherung der US
National Parks und für die Einstellung von Rangern zuständig ist. Mit seinen
charakteristischen Rangern zur Besucherbetreuung wurde der NPS Vorbild für fast alle
Schutzgebiete in der Welt.
4

2.2 Deutschlands langer Weg
In Deutschland wurden die ersten Überlegungen zur Gründung von Nationalparken bereits
Ende des 19. Jahrhunderts angestellt und immer wieder aufgegriffen. So wurde die Schaffung
eines Nationalparks im Bayerischen Wald vom Beginn des 20. Jahrhunderts an immer wieder
diskutiert. Allerdings brachte erst Mitte der 1960er-Jahre eine Initiative aus Kommunen,
Umweltverbänden, Politikern und Naturschützern eine erneute Diskussion um den
Nationalpark Bayerischer Wald in Gang, die letztlich dazu führte, dass 1970, nach Beschluss
des Bayerischen Landtags, der Nationalpark Bayerischer Wald als erster deutscher
Nationalpark ausgewiesen wurde. Dies war der Startpunkt für eine Entwicklung, die bis heute
anhält. Weitere folgten und nach der deutschen Wiedervereinigung wurden auch in der
ehemaligen DDR Nationalparke gegründet. Sowohl in den neuen als auch in den alten
Bundesländern wurden in den 1990er-Jahren weitere Nationalparks ausgewiesen, sowie
bestehende Gebiete zum Teil erweitert. So sind bis heute 16 herausragende Naturlandschaften
als Nationalparke in Deutschland unter Schutz gestellt (WEINZIERL, 2017). Diese 16
Nationalparke umfassen eine Gesamtfläche von 1.047.859 ha. Bezogen auf die terrestrische
Fläche Deutschlands, bei der die marinen Gebiete unberücksichtigt bleiben, beträgt die
Gesamtfläche der Nationalparke 214.588 ha, dies entspricht einem Flächenanteil von 0,6%
des Bundesgebietes (Stand Juli 2016). Nationalparke repräsentieren in Deutschland ein
nationales Naturerbe. Sie sind gemäß § 24 Abs. 1 BNatSchG "einheitlich zu schützende
Gebiete, die
1. großräumig, weitgehend unzerschnitten und von besonderer Eigenart sind,
2. in einem überwiegenden Teil ihres Gebiets die Voraussetzungen eines
Naturschutzgebiets erfüllen und
3. sich in einem überwiegenden Teil ihres Gebiets in einem vom Menschen nicht oder
wenig beeinflussten Zustand befinden oder geeignet sind, sich in einen Zustand zu
entwickeln oder in einen Zustand entwickelt zu werden, der einen möglichst
ungestörten Ablauf der Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik gewährleistet."
Soweit es der Schutzzweck erlaubt, sollen Nationalparke auch der wissenschaftlichen
Umweltbeobachtung, der naturkundlichen Bildung und dem Naturerlebnis der Bevölkerung
dienen. Wirtschaftliche Nutzungen der natürlichen Ressourcen durch Land-, Forst-,
Wasserwirtschaft, Jagd oder Fischerei sind weitgehend auszuschließen bzw. nur unter strikten
5
Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Ranger in deutschen Nationalparks. Zu Geschichte, Situation und Aufgabenfeldern von Schutzgebietsbetreuern in Deutschland
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Forstwissenschaften)
Veranstaltung
Naturschutzstrategien
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
15
Katalognummer
V387185
ISBN (eBook)
9783668613133
ISBN (Buch)
9783668613140
Dateigröße
542 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Naturschutz, Nationalparke, Ranger, Geschichte
Arbeit zitieren
Juliane Kreutzberger (Autor), 2017, Ranger in deutschen Nationalparks. Zu Geschichte, Situation und Aufgabenfeldern von Schutzgebietsbetreuern in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387185

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Ranger in deutschen Nationalparks. Zu Geschichte, Situation und Aufgabenfeldern von Schutzgebietsbetreuern in Deutschland



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden