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Die Debatte um das Denkmal für die ermordeten Juden Europas - die Diskurse in ihrem gesellschaftspolitischen Kontext

Title: Die Debatte um das Denkmal für die ermordeten Juden Europas - die Diskurse in ihrem gesellschaftspolitischen Kontext

Diploma Thesis , 2000 , 177 Pages , Grade: 1

Autor:in: Andrea Ehrig (Author)

Politics - History of Political Systems
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Bitburg 1985, Daniel Jonah Goldhagen „Hitlers willige Vollstrecker“ 1996, die Walser-Bubis-Debatte 1998, die Wehrmachtsausstellung 1995 oder auch die Entschädigungsfrage: in der 1989 von der Bürgerinitiative „Perspektive Berlin“ angestoßene und über zehn Jahre währenden Debatte über ein zentrales Denkmal für die ermordeten Juden Europas manifestierte sich das stete Ringen der Deutschen auf der Suche nach einem angemessenen Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit: wie soll der Erinnerung im Land der Täter Platz und Form gegeben werden? Zehn Jahre Diskussion, ein 20.000 qm großes Areal und fünfzehn Millionen DM (1995) sind nur einige Eckdaten dieser Debatte, die zuerst in Fachgremien, und anschließend überwiegend in den Feuilletons der Zeitungen ausgetragen wurde.
Die vorliegende Arbeit zeichnet den Verlauf der Diskussion nach, bettet diese in ihre jeweiligen thematischen Kontexte ein und zeigt die wechselseitigen Beziehungen auf, so dass der Leser „umfassend über ein brisantes Kapitel der Nachkriegsgeschichte“ aufgeklärt wird, schreibt der Gutachter der Arbeit. „Der Arbeit wäre zu wünschen, daß sie in geeigneter Form veröffentlicht wird.“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Politisches Umfeld und Voraussetzungen

2.1. Politisches Umfeld und Voraussetzungen

2.2. Die Neue Wache

2.2.1. Prolog

2.2.2. Geschichte und Funktion der Neuen Wache

III. Geschichte des Denkmalprojektes

3.1. Initial – Die Auseinandersetzung um die Gestaltung des Prinz-Albrecht-Palais

3.2. Erster Aufruf der Perspektive Berlin e.V.

3.3. Deutsche Einheit

3.4. Künstlerischer Wettbewerb 1994/95

3.4.1. Preisgericht und Vorprüfung

3.4.2. Wettbewerbsgrundstück

3.4.3. Thema und Bezug

3.4.4. Aufgabenstellung

3.5. Preisgerichtssitzungen

3.5.1. Erster Preis: Simon Ungers

3.5.2. Erster Preis: Christine Jackob-Marks

3.6. Präsentation der Ergebnisse

3.7. Mehrstufiges Kolloquium 1997

3.8. Engeres Auswahlverfahren

3.9. Eisenman II

3.10. Eisenman III

IV. Diskussion um die Opfergruppen

4.1. Prolog

4.1.1. Geschichte des Judentums

4.1.2. Theologie

4.1.3. Aspekte des Antisemitismus

4.1.4. Geschichte der Sinti und Roma

4.2. Diskussion um die Opfergruppen

V. Diskussion über den Standort

5.1. Prolog

5.2. Prinz-Albrecht-Palais

5.3. Topographie des Terrors

5.3.1. Diskussion über den Standort Prinz-Albrecht-Gelände

5.4. Mauerfall

5.5. Potsdamer Platz und Regierungsviertel

5.6. Ministergärten

5.6.1. Sichtbare Geschichte

5.6.2. Nach dem Wettbewerb 1994/95

5.6.3. Das dreistufige Kolloquium 1997

5.6.4. Alternative Standorte

5.6.5. Auswahlverfahren

VI. Diskussion über die künstlerische Konzeption

6.1. Ideengeschichte des Denkmals

6.1.1. Ursprung und Bedeutung des Begriffes Denkmal bzw. Mahnmal

6.1.2. Krieger- und Nationaldenkmäler

6.2. Diskussion über die künstlerische Konzeption

6.2.1. Prolog

6.2.2. Erster Ideenentwürfe

6.2.3. Künstlerischer Wettbewerb 1994/95

6.2.3.1. Die Ränge drei bis acht

6.2.3.2. Die Ränge neun bis siebzehn

6.2.3.3. Zwei erste Preise

6.2.3.4. Entscheidung für den Entwurf von Christine Jackob-Marks

6.2.4. Das dreistufige Kolloquium von Januar bis April 1997

6.2.5. Das engere Auswahlverfahren 1997/98

6.2.5.1. Diskussion

6.2.5.2. Die Entwürfe des engeren Auswahlverfahrens

6.2.5.3. Auswahl und Reaktionen

6.2.5.4. Realisierungsauswahl

6.2.5.5. Reaktionen

6.2.5.6. Helmut Kohl und Peter Eisenman

6.2.5.6. Eisenman II

6.2.5.7. Eisenman III

6.2.6. Vorbereitung der Bundestagsentscheidung

6.2.6.1. Bundestagsentscheidung

VII. Fazit und Perspektive

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die vielschichtige und über ein Jahrzehnt andauernde Debatte um das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin wissenschaftlich aufzuarbeiten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie sich die verschiedenen Diskussionsstränge – von der Standortwahl bis hin zur künstlerischen Konzeption – im gesellschaftspolitischen Kontext der wiedervereinigten Bundesrepublik einordnen und welche Argumentationslinien dabei aufeinandertrafen.

  • Historische und politische Voraussetzungen der Gedenkkultur in Deutschland.
  • Die Kontroverse um die Einbeziehung verschiedener Opfergruppen.
  • Städtebauliche und historische Standortfaktoren (Prinz-Albrecht-Gelände vs. Ministergärten).
  • Künstlerische Konzeption und Wettbewerbsverfahren.
  • Die Rolle der Politik und die Einflussnahme durch Intellektuelle und Öffentlichkeit.

Auszug aus dem Buch

Die Debatte um das Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Im Protokoll der Preisgerichtssitzung des ersten künstlerischen Wettbewerbs zur Errichtung eines `Denkmals für die ermordeten Juden Europas‘ vom 20. Januar 1995 heißt es: „Der Bezug und die Ausstrahlung des Projektes auf die unmittelbare Umgebung, auf Berlin, auf Europa und die Welt sind zu beachten. Bei dem Denkmal handelt es sich um die zentrale Stätte Deutschlands, die dem Gedenken an die Ermordung der europäischen Juden gewidmet ist.“

Die Debatte um das Mahnmal für die ermordeten Juden erhitzt seit über zehn Jahren die Gemüter und entzweit die Feuilletonisten. Mit der Initiative `Perspektive Berlin e.V.´ um die Journalistin Lea Rosh und den Historiker Erich Jäckel begann 1988 ein Streit um eine angemessene Lage, Inhalte, künstlerische Konzeption und nicht zuletzt darum, welchen Opfergruppen mit der Errichtung eines derartigen Denkmals gedacht werden solle.

Seit mehr als zehn Jahren ist die Errichtung eines `Denkmals für die ermordeten Juden Europas´ strittig. Proponenten und Opponenten tauschten ihre Meinungen aus, ohne im Laufe einer Dekade zu einer für alle Beteiligten zufriedenstellenden Lösung gekommen zu sein. Zehn Jahre Diskussion, ein 20.000 qm großes Areal und fünfzehn Millionen DM (1995) sind nur einige der Eckdaten dieser Debatte, die zuerst in Fachgremien, und anschließend überwiegend in den Feuilletons der Zeitungen ausgetragen wurde. Diskutiert wurde über den Standort und die künstlerische Konzeption. Weiterhin wurden auch Fragen nach den Motiven der nationalen Erinnerung angesprochen, diese erwiesen sich als außerordentlich vielschichtig: Es wurde von Wiedergutmachung gesprochen, andere begriffen das Denkmalprojekt als Teil eines Trauerprozesses, pädagogische Motive wurden angeführt, gefordert wurde es aber auch als ein sichtbares Zeichen gegen die aktuelle Fremdenfeindlichkeit. Konsens bestand über die Tatsache, daß im Rahmen internationaler Diplomatie ein Ort benötigt werde, der gleichzeitig auch als Lernort historischer Erinnerungskultur inszeniert sein sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in die Problematik der Denkmaldebatte, Erläuterung des Forschungsinteresses und Darlegung des historischen sowie gesellschaftspolitischen Kontextes.

II. Politisches Umfeld und Voraussetzungen: Analyse der Erinnerungskultur in der geteilten und wiedervereinigten BRD sowie Darstellung der zentralen Rolle der Neuen Wache.

III. Geschichte des Denkmalprojektes: Chronologische Aufarbeitung der Entstehung des Denkmalprojektes, von der Initiative `Perspektive Berlin´ bis zur Bundestagsentscheidung 1999.

IV. Diskussion um die Opfergruppen: Untersuchung der konfliktgeladenen Debatte darüber, welchen Opfergruppen das Denkmal gewidmet sein sollte und welche Rolle die verschiedenen Zentralverbände einnahmen.

V. Diskussion über den Standort: Betrachtung der verschiedenen Standortdiskussionen (Prinz-Albrecht-Gelände, Potsdamer Platz, Ministergärten) und der städtebaulichen Implikationen.

VI. Diskussion über die künstlerische Konzeption: Auseinandersetzung mit den Entwürfen der künstlerischen Wettbewerbe und der schwierigen Suche nach einer adäquaten Formensprache für das Mahnmal.

VII. Fazit und Perspektive: Zusammenfassende Bewertung der Debatte und Ausblick auf die Bedeutung des Denkmals im Kontext deutscher Geschichtspolitik.

Schlüsselwörter

Holocaust-Mahnmal, Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Erinnerungskultur, Gedenkstätte, Berliner Denkmaldebatte, Täter-Opfer-Verhältnis, Zeitgenössische Kunst, Wettbewerbsverfahren, Peter Eisenman, Lea Rosh, Nationalsozialismus, Historischer Kontext, Stelenfeld, NS-Opfer, Erinnerungspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit analysiert die über zehnjährige, kontroverse Debatte über die Errichtung eines zentralen Holocaust-Denkmals in Berlin.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die politische Dimension, die Standortfrage, die künstlerische Konzeption sowie die gesellschaftliche Auseinandersetzung um die angemessene Form des Gedenkens.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Darstellung des Verlaufs der Diskussion, die kontextuelle Einordnung der vielfältigen Diskussionsbeiträge und das Herausarbeiten der Argumentationslinien.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine diskursanalytische Untersuchung, die Pro- und Contra-Argumente in einen größeren gesellschaftspolitischen und ideengeschichtlichen Zusammenhang einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Geschichte des Projekts, die Diskussionen um Opfergruppen, den Standort sowie die künstlerischen Konzepte und Wettbewerbsergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Holocaust-Mahnmal, Erinnerungskultur, Gedenkstätte, Denkmaldebatte, Täter-Opfer-Verhältnis und historische Verantwortung.

Warum wurde das Denkmal gerade in den Ministergärten realisiert?

Der Standort Ministergärten wurde nach langen Diskussionen gewählt, da er eine zentrale Lage im neuen Regierungsviertel bietet und die Debatte um die Geschichte des Ortes (ehemals Machtzentrum der Nazis) als Teil der Erinnerungskultur integriert.

Inwiefern beeinflussten andere Opfergruppen (wie Sinti und Roma) die Debatte?

Die Forderungen von Sinti und Roma nach einem gleichberechtigten Gedenken führten zu intensiven Konflikten über die Einzigartigkeit des Holocaust an den Juden und die Gefahr einer Hierarchisierung der Opfer.

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Details

Title
Die Debatte um das Denkmal für die ermordeten Juden Europas - die Diskurse in ihrem gesellschaftspolitischen Kontext
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Methodologie)
Grade
1
Author
Andrea Ehrig (Author)
Publication Year
2000
Pages
177
Catalog Number
V38728
ISBN (eBook)
9783638377119
Language
German
Tags
Debatte Denkmal Juden Europas Diskurse Kontext
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Ehrig (Author), 2000, Die Debatte um das Denkmal für die ermordeten Juden Europas - die Diskurse in ihrem gesellschaftspolitischen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38728
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