Traditioneller Nachhilfeunterricht im Vergleich zum Online-Nachhilfeunterricht am Beispiel "Studienkreis"


Hausarbeit, 2012

18 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis
1
EINLEITUNG ... 3
2
BEGRIFFSERKLÄRUNGEN ... 4
2.1
Nachhilfeunterricht ... 4
2.2
Web 2.0 ... 4
3
TRADITIONELLER NACHHILFEUNTERRICHT ... 5
3.1
Rolle der Lehrenden ... 6
3.2
Rolle der Schüler ... 7
4
NACHHILFEUNTERRICHT ONLINE ... 7
4.1
Rolle der E-Tutoren ... 9
4.2
Rolle der Schüler ... 10
5
STUDIENKREIS ... 11
6 TRADITIONELLER NACHHILFEUNTERRICHT VERSUS NACHHILFE
ONLINE ... 13
7 FAZIT ... 16
LITERATURVERZEICHNIS ... 17

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1 Einleitung
Für viele Kinder und Jugendliche in Deutschland, ist Nachhilfeunterricht eine
Selbstverständlichkeit geworden. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung
im Jahr 2010 beanspruchen knapp 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler
jährlich Nachhilfeunterricht. Etwa jeder vierte Schüler hat bereits in seiner ge-
samten Schullaufbahn mindestens einmal Nachhilfeunterricht bekommen. Da-
bei ist besonders alarmierend, dass bereits in der Primarstufe Nachhilfeunter-
richt beansprucht wird, vor allem bevor es um die Empfehlung für die weiter-
führenden Schulen geht. Um die fehlende individuelle Förderung der Schulen
auszugleichen, bezahlen Eltern in Deutschland insgesamt bis zu 1.468 Millio-
nen Euro im Jahr für den Nachhilfeunterricht ihrer Kinder. (Klemm, K. &
Klemm, A., 2010)
Aufgrund des Durchbruchs der neuen Medien in den letzten Jahren hat sich ei-
ne neue Methode des Nachhilfeunterrichts vor allem im angelsächsischen
Sprachraum durchgesetzt: Die Online-Nachhilfe. Größere kommerzielle Nach-
hilfeanbieter wie der Studienkreis, bieten außer klassischen Nachhilfeunterricht
ebenfalls Nachhilfeunterricht über das Internet an (Studienkreis, 2012). Es
stellt sich die Frage, wie weit sich diese Art des Nachhilfeunterrichts in
Deutschland zukünftig durchsetzen wird. In der vorliegenden Arbeit werden
zunächst die Begriffe Nachhilfeunterricht und Web 2.0 erklärt, anschließend
erfolgt ein kurzer historischer Überblick des Nachhilfeunterrichts und eine Be-
schreibung des traditionellen Nachhilfeunterrichts. Nach der Erläuterung des
allgemeinen Online- Nachhilfeunterrichts und der Beschreibung der Rollen der
E-Tutoren und der Schüler wird in einem separaten Kapitel exemplarisch das
kommerzielle Nachhilfeinstitut Studienkreis untersucht. Anschließend wird die
traditionelle Form mit dem Online-Unterricht verglichen. Die Arbeit schließt
mit einem Fazit und einem möglichen Blick in die Zukunft des Nachhilfeunter-
richts.
In dieser Arbeit wird überwiegend die männliche Formulierung verwendet um
eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten. Es ist aber selbstverständlich auch
das weibliche Geschlecht gemeint.

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2 Begriffserklärungen
Als Einstieg in das Thema werden zunächst die Begriffe Nachhilfeunterricht
und Web 2.0 erklärt, zudem werden die Lerndimensionen erläutert, die beim
Lernen im Web 2.0 umgesetzt werden.
2.1 Nachhilfeunterricht
Unter Nachhilfeunterricht wird eine Betreuung von Schülern verstanden, die
außerhalb der regulären Unterrichtszeit, zusätzlich privat von Eltern organisiert
und finanziert wird, um die Leistung in spezifischen Schulfächern zu steigern
(Behr, 1990, S. 9). In einer Studie des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung, wird Nachhilfeunterricht als private Ergänzung bzw. Unterstützung
originär schulischer Aufgaben bzw. Anforderungen, insbesondere der Vermitt-
lung fächerspezifischen Wissens, der Prüfungsvorbereitung und der Methoden
zur Verbesserung der schulischen Leistung (Dohmen, Erbes, Fuchs, Günzel,
2008, S.20). Dabei nehmen heutzutage Schüler Nachhilfeunterricht nicht mehr
nur in Anspruch um Leistungsschwächen zu beseitigen, sondern auch um ihre
Leistungen zu verbessern (Dohmen et. al., 2008, S.33).
2.2 Web 2.0
O` Reilly bezeichnet das Web 2.0 als aktive Plattform, wodurch das Internet
selbst zur Anwendung wird und alle damit verbundenen Geräte umfasst. Je
mehr Menschen mitmachen desto besser werden die Ergebnisse (Nutzung kol-
lektiver Intelligenz). Das Web 2.0 unterscheidet sich bei einigen Punkten zum
Web 1.0. Die Notwendige Software steht als Service auf den Webseiten zur
freien Verfügung. Sie muss nicht gekauft und auf einzelne Geräte oder Compu-
ter installiert werden. Daten können aus unterschiedlichsten Quellen konsu-
miert und auch neuvermischt werden, zum Beispiel können youtube- Anwen-
dungen auf facebook verlegt werden. Ebenso ermöglichen Daten und Dienste
von individuellen Benutzern die Wiederverwendung von anderen, beispiels-
weise kann der individuelle Nutzer Textlinks im eigenen Weblog oder virtuelle
Lernkarteien im eigenen e-Portfolio bereitstellen. Die ,,Architektur der Partizi-
pation" und die Bereitstellung reichhaltiger Nutzererfahrung (Rich User Expe-
rience) zeigt sich besonders in Internetcommunities. (O'Reilly, 2005) Das Web

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2.0 ermöglicht eine synchrone Kommunikation durch Internet- Telefonie und
Chats. Mit geeigneter Soft- und Hardware und einer Web-Cam lässt sich eine
Video- Konferenz aufbauen, in der sich die Nutzer gegenseitig sehen und
gleichzeitig kommunizieren können (Baumann, 2005, S. 127).
Das Lernen im Web 2.0 eröffnet neue Lernkulturen, da das Lernen sich nicht
mehr nur auf eine bestimmte Zeit im Lebenslauf reduziert und sich die Wis-
sensräume nicht nur auf wenige begrenzte Orte beschränken. Bei Web 2.0 An-
wendungen werden Lerndimensionen wie expansives, informelles und lebens-
langes Lernen umgesetzt und die Flexibilität gesteigert. (Preußler, 2011, S.197)
Der Begriff expansives Lernen, wurde von Klaus Holzkamp entwickelt und
versteht sich als eine Form des selbstbestimmtes Lernen, wobei das Subjekt
selbstbestimmt lernt und dabei seine Handlungsfähigkeit erweitert
(Grotlüschen, 2004). Informelles Lernen ist ein Begriff, den John Dewey als
erster gebrauchte. Er beschrieb informelles Lernen als ,,natürliches" Lernen
und stellte es dem schulischen Lernen gegenüber. Das informelle Lernen um-
fasst alle Lernprozesse die im alltäglichen Leben stattfinden, das Lernen am
Arbeitsplatz, das Lernen im Rahmen von Multimediaanwendungen oder das
autodidaktische Lernen. (Stangl, 2008)
3 Traditioneller Nachhilfeunterricht
Das Phänomen ,,Nachhilfeunterricht" gibt es schon sehr lange. Es existierten
schon vor Jahrhunderten sogenannte ,,Winkelschulen" und städtische Trivial-
schulen und kirchliche Gelehrtenschulen, die Bildung und Wissen auf der
Grundlage privater Beschulung anboten. Wohlhabende Familien beschäftigten
jedoch einen privaten Hauslehrer, der die Kinder unterrichtete. (Behr, 1990,
S.2) Im 19. und 20. Jahrhundert wurde die Erteilung von privater Nachhilfe öf-
fentlich kontrolliert. Jeder Nachhilfelehrer musste einen Erlaubnisschein besit-
zen und die Eltern waren verpflichtet jede Form von Nachhilfe dem Schulleiter
anzuzeigen. (Behr, 1990, S. 3)
Heutzutage kann man traditionellen Nachhilfeunterricht grob in drei Gruppen
unterteilen: Als erste Gruppe kann der Förder- und Stützunterricht genannt
werden, der schulintern bei leistungsschwächeren Kindern stattfindet. Die
zweite Gruppe stellt der Privatunterricht dar, wobei Familienmitglieder, Ver-

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wandte oder Bekannte unentgeltlich Unterstützung bieten und andere bekannte
oder unbekannte Personen, die entgeltliche Unterstützung anbieten. Die dritte
Gruppe stellen kommerzielle Nachhilfeinstitute dar. Diese sind wirtschaftlich
orientiert, haben ihre eigenen Räume, stellen Lehrkräfte ein und schließen mit
ihren Nachhilfeschülern Verträge ab. Unterrichtet wird meist in Kleingruppen
mit Schülern unterschiedlichen Alters. (Mayr, 2010, S. 13)
Im traditionellen Nachhilfeunterricht wird unter individueller Bezugsnorm un-
terrichtet. Im Gegensatz zu staatlichen Schulen wo oft soziale Vergleichspro-
zesse stattfinden und dadurch Leistungsunterschiede zwischen den Schüler be-
günstigt werden (soziale Bezugsnorm), was sich auf längere Sicht negativ auf
die Motivation und die Leistung der Schüler auswirkt, wird bei der individuel-
len Bezugsnorm auf jeden einzelnen Schüler eingegangen. Vor allem intra-
individuelle Veränderungen, die aus unterschiedlichen Ursachen resultieren,
wie geänderte Lernstrategien und Anstrengungen, fallen hier auf. Durch die in-
dividuelle Bezugsnorm lernen die Schüler, dass ihre Leistung von ihrer eigenen
Anstrengung abhängig ist. Somit wird die Motivation und die damit auch ver-
bundene leistungsspezifische Selbstbewertung besonders bei lernschwächeren
Schülern verstärkt. (Van Kessel, 2004, S. 76)
3.1 Rolle der Lehrenden
In einer Studie von Streber, Haag und Götz, wurde untersucht ob der Erfolg des
Nachhilfeunterrichts abhängig von der Qualifikation der Nachhilfelehrer ist.
Das Ergebnis der Studie zeigte, dass kein signifikanter Unterschied zwischen
dem Lernerfolg und der Qualifikation des Nachhilfelehrers besteht. (Streber,
Haag, Götz, 2011, S. 355) Ein Nachhilfelehrer muss nicht über denselben Grad
an Fachkompetenzen verfügen, wie ein Fachlehrer um Schüler erfolgreich zu
fördern. Ebenso wenig muss er über eine Klassenkompetenz verfügen wie die-
ser. Es geht hier vielmehr um Individualisierungsmaßnahmen für jeden einzel-
nen Schüler, wie Verbesserung des Vorwissens, das Einsetzen gezielter Lern-
strategien, das Berücksichtigen der individuellen Bezugsnorm und hoher Anteil
der Instruktionsquantität über ,,Learning by doing" . Ein Nachhilfelehrer sollte
sich vor allem auf seine Nachhilfeschüler individuell einlassen können. (Stre-
Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Traditioneller Nachhilfeunterricht im Vergleich zum Online-Nachhilfeunterricht am Beispiel "Studienkreis"
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V387363
ISBN (eBook)
9783668614857
ISBN (Buch)
9783668614864
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pädagogik, Erziehungswissenschaft, Medienpädagogik
Arbeit zitieren
Konstantina Roussi (Autor), 2012, Traditioneller Nachhilfeunterricht im Vergleich zum Online-Nachhilfeunterricht am Beispiel "Studienkreis", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387363

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