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Der komische und der tragische Doppelgänger. Plautus und Robert Louis Stevenson im Vergleich

"Amphitruo" und "The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde"

Title: Der komische und der tragische Doppelgänger. Plautus und Robert Louis Stevenson im Vergleich

Research Paper (undergraduate) , 2014 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: BA Jenny Spanier (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Summary Excerpt Details

Im Zentrum dieser Hausarbeit stehen Plautus "Amphitruo" und Stevensons "The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde". Beide Texte unterscheiden sich in der Textart und im zeitlichen Kontext, jedoch behandeln beide ein zentrales literarisches Motiv: Das Doppelgänger-Motiv. Die Untersuchung verfolgt dabei zwei Leitfragen: Erstens ist es ihr Ziel, zu ermitteln, welche Art Doppelgänger der Text mit welchen Mitteln wie gestaltet. Zweitens sollen die ermittelten Ergebnisse doppelt kontextualisiert werden: Zum einen welche verschiedenen Lesarten der vorhandene Stoff möglicherweise erlaubt. Zum anderen sollen sie mit den Ergebnissen eines im thematischen und zeitlichen Kontrast stehenden Doppelgängertextes verglichen werden. Aus dieser doppelten Fragestellung ergibt sich die Gliederung der Arbeit.

In einem ersten Schritt sollen anhand einschlägiger Einführungen in das Thema die wichtigsten, als typisch geltenden Merkmale von Doppelgängertexten rekonstruiert, also kurz genannt und erläutert werden (Kapitel 2). Den Schwerpunkt der Arbeit bildet die genaue Analyse der beiden ausgewählten Texte hinsichtlich ihres Umgangs mit der Thematik (Kapitel 3 und 4): Hier sollen nacheinander möglichst genau untersucht bzw. bestimmt und beschrieben werden: der inhaltliche Aufbau des Werkes und eine genauere Betrachtungen der beschriebenen Doppelgängerkonstellation. Weiterhin wäre hier auch zu klären, in wie weit der Text eine eindeutige Lesart nahelegt bzw. wo es in welchem Grad deutungsoffen erscheint, wie sich der jeweilige Doppelgänger als komisch bzw. tragisch auszeichnet und ob diese Kategorisierung allein ausreichend für die Charakterisierung ausreicht. Den Schlusspunkt (Kapitel 5.1) bildet ein Vergleich der eigenen Untersuchungsergebnisse, dessen Ziel darin liegt, die hier vorgelegten Textanalysen kritisch ins Verhältnis zueinander zu setzen.

Im letzten Schritt der Arbeit (Kapitel 5.2) erfolgt eine Zusammenfassung aller Ergebnisse durch die kurze Wiederholung und den Vergleich der wichtigsten Ergebnisse von Kapitel 3 und Kapitel 4. Dieser Vergleich gibt eine knappe Antwort auf die Frage, in wie weit der Stoff der Doppelgängerthematik auf unterschiedliche Weise behandelt werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Doppelgänger-Prinzip

1. Der Begriff des Doppelgängers

2. Der Doppelgänger im Laufe der Zeit

3. Plautus: Amphitruo

1. Zusammenfassung der Ereignisse

2. Analyse des Doppelgängerprinzips

3. Mögliche Lesarten

4. Stevenson: The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde

1. Zusammenfassung der Ereignisse

2. Analyse des Doppelgängerprinzips

3. Mögliche Lesarten

5. Schluss

1.Vergleich der Doppelgängertexte

2. Zusammenfassung der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Motiv des Doppelgängers anhand eines kontrastiven Vergleichs von Plautus' antiker Komödie "Amphitruo" und Robert Louis Stevensons viktorianischer Erzählung "The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde". Ziel ist es zu analysieren, wie das Motiv in den beiden Werken gestaltet ist, welche Funktionen es erfüllt und inwiefern sich die Interpretation der Texte durch ihren zeitlichen und gattungsspezifischen Kontext unterscheidet.

  • Historische Entwicklung und theoretische Grundlagen des Doppelgängermotivs
  • Strukturanalyse des Motivs in antiken Verwechslungskomödien
  • Psychologische und gesellschaftskritische Deutung des Doppelgängers im 19. Jahrhundert
  • Kontrastiver Vergleich von komischen und tragischen Ausprägungen des Motivs
  • Einfluss von Gattung und Epoche auf die Identitätskonstruktion

Auszug aus dem Buch

3.2 ANALYSE DES DOPPELGÄNGERPRINZIPS

Betrachtet man das Stück und seine beiden Doppelgängerkonstellationen unter Berücksichtigung von Andrew J. Webbers Kategorien zur Charakterisierung von Doppelgängern, lassen sich folgende Aussagen über diese machen:

Beide Doppelgänger sind physisch sichtbar. Und nicht bloß Alcumena oder die Hausangestellten, sondern auch beide Originale selbst begegnen ihren Doppelgängern im Laufe der Geschichte. Visualität der Doppelgänger ist also gegeben und wird außerdem bloß aus dem Grund rückgängig gemacht, weil die Götter sie von sich aus auflösen. Allerdings geschieht die Dopplung bloß äußerlich. „Zweimal steht Amphitruo hier. Die Ähnlichkeit ist ganz perfekt“, sagt Blepharo bei ihrem gemeinsamen Auftreten. Charakterlich bleiben Juppiter und Mercur sie selbst, wobei dieser visuelle Aspekt zumindest dem Sklaven Sosia für die Glaubhaftigkeit des Doppelgängers ausreicht.

So wird auch die Identität der ursprünglichen Amphitruo und Sosia nur optisch kopiert, die Persönlichkeit außer Acht gelassen, wobei Alcumena und Amphitruo beide keine tiefe Personalität besitzen zu scheinen und Identitätsverlust bloß im Fall von Sosia überhaupt näher thematisiert wird, der sich allerdings mit sich selbst nicht genug zu identifizieren scheint, um sich dessen Bewusst zu sein. Er nimmt an, dass jemand anderes seine Identität besitzt und gibt sich ohne Gegenwehr selbst auf. Entscheidender Textverweis hierfür ist Sosias Frage: „Wer bin ich denn wohl, wenn ich nicht Sosia bin?“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Doppelgängermotiv ein, stellt die beiden zu analysierenden Autoren Plautus und Stevenson kurz vor und erläutert das methodische Vorgehen der Arbeit.

2. Das Doppelgänger-Prinzip: Dieses Kapitel definiert den Doppelgängerbegriff und zeichnet die historische Entwicklung des Motivs von der Antike bis in die Moderne nach.

3. Plautus: Amphitruo: Hier erfolgt eine inhaltliche Zusammenfassung, eine Analyse der Doppelgängerkonstellationen nach theoretischen Kategorien sowie eine Erörterung möglicher tragischer und komischer Lesarten des Stücks.

4. Stevenson: The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde: Das Kapitel bietet eine Inhaltszusammenfassung des Werkes, analysiert die Doppelgängerspaltung zwischen Jekyll und Hyde und diskutiert verschiedene Interpretationsansätze wie Sucht oder unterdrückte Homosexualität.

5. Schluss: Der letzte Abschnitt vergleicht die Ergebnisse der Textanalysen kritisch miteinander und fasst die wesentlichen Unterschiede in der Verwendung und Funktion des Doppelgängermotivs bei Plautus und Stevenson zusammen.

Schlüsselwörter

Doppelgänger, Identität, Plautus, Amphitruo, Stevenson, Dr. Jekyll und Mr. Hyde, Verwechslungskomödie, Ich-Spaltung, Motivgeschichte, Literaturanalyse, Tragikomödie, Identitätsverlust, Gender, Sozialstatus, Sucht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das literarische Motiv des Doppelgängers und analysiert dessen unterschiedliche Ausprägungen und Funktionen anhand eines Vergleichs zwischen der antiken Komödie "Amphitruo" von Plautus und der Schauergeschichte "The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde" von Stevenson.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung des Doppelgängermotivs, die Frage nach der Identitätskonstruktion, der Kontrast zwischen komischen und tragischen Elementen sowie der Einfluss von Zeitgeist und Gattung auf die literarische Gestaltung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu ermitteln, welche Art von Doppelgänger in den jeweiligen Texten mit welchen Mitteln gestaltet wird und wie sich diese Darstellungen im intertextuellen Vergleich zueinander verhalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt einen literaturwissenschaftlichen Ansatz, der auf der Analyse der Werksstrukturen, der Anwendung fachspezifischer Kategorien (nach u.a. Andrew J. Webber) und einem komparativen Vergleich basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die detaillierte Analyse der beiden Primärtexte hinsichtlich ihrer Doppelgängerkonstellationen sowie die Diskussion verschiedener Interpretationsmöglichkeiten wie Sucht, Identitätsverlust oder soziale Skandalisierung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Doppelgänger, Identität, Ich-Spaltung, Motivgeschichte, Verwechslungskomödie und literarischer Vergleich charakterisieren.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Doppelgängers bei Plautus von der bei Stevenson?

Bei Plautus dient der Doppelgänger primär komischen Zwecken und dient als "Trick", um Verwechslungen auszulösen, während er bei Stevenson als psychologisches Instrument fungiert, das die Abgründe und die Fragmentierung des modernen Ichs thematisiert.

Welche Bedeutung kommt der Götterwelt in Plautus' "Amphitruo" zu?

Die Götter fungieren als "Katalysatoren" und übergeordnete Instanzen, die das Machtverhältnis bestimmen und durch ihre Interventionen die komische Auflösung der Situation ermöglichen, wobei die Menschen als Spielbälle der göttlichen Willkür agieren.

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Details

Title
Der komische und der tragische Doppelgänger. Plautus und Robert Louis Stevenson im Vergleich
Subtitle
"Amphitruo" und "The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde"
College
Saarland University  (Germanistik)
Grade
1,3
Author
BA Jenny Spanier (Author)
Publication Year
2014
Pages
20
Catalog Number
V387434
ISBN (eBook)
9783668615656
ISBN (Book)
9783668615663
Language
German
Tags
Robert Louis Stevenson Plautus Doppelgänger Dr. Jekyll and Mr. Hyde Amphitrou The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
BA Jenny Spanier (Author), 2014, Der komische und der tragische Doppelgänger. Plautus und Robert Louis Stevenson im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387434
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