Das Bilderbuch "Das Mädchen von weit weg" von Annika Thor und Maria Jönsson aus dem Jahr 2016 wird in dieser Arbeit unter dem Aspekt der Interkulturalität analysiert und bewertet. Die Analyse wird dabei, nach einer kurzen Inhaltsangabe, in eine Untersuchung der narrativen, bildlichen und verbalen Dimension unterteilt. Abschließend wird das didaktische Potential des Bilderbuchs bewertet und mögliche Lernziele und Kompetenzen werden aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Narrative Dimension
1.a) Die zentralen Motive
1.b) verbalsprachliche Erzählinstanz
1.b.a) Stellung
1.b.b) Fokalisierung
1.c) bildliche Erzählinstanz
1.c.a) Stellung
2. Bildliche Dimension
3. Verbale Dimension
4. Intermodale Dimension s. Bildliche/Verbale Dimension
5. Beurteilung des didaktischen Potenzials
5.1 Literarische und Bildqualität/ Vermittlung von Interkulturalität
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Analyse untersucht das Bilderbuch „Das Mädchen von weit weg“ hinsichtlich seiner narrativen, bildlichen und verbalen Gestaltungselemente sowie seines didaktischen Potenzials im Kontext von Schule und Erziehung.
- Analyse der narrativen Struktur und der zentralen Motive wie Einsamkeit und Gastfreundschaft.
- Untersuchung der Interaktion zwischen Bild und Text zur Konstruktion von Bedeutung.
- Reflexion über die Eignung des Werkes zur Vermittlung von Sozialkompetenz und Empathie.
- Didaktische Einordnung des Bilderbuchs in die Gattung der Parabel und Anwendung auf das Thema Märchen.
- Ableitung von Lernzielen für die Primar- und Sekundarstufe.
Auszug aus dem Buch
Bildliche Dimension
Bild und Text ergänzen sich somit. Die Graue, die verbalsprachlich die größte Aufmerksamkeit bekommt, wird im Bild nur schemenhaft dargestellt. Ihrer Mimik und Gestik kann man nur andeutungsweise entnehmen, wie sie sich fühlt. Sie ist grau und farblos. Ihr Gesicht wie eine Maske. Die Schraffur in ihrem Gesicht unterstreicht ihre Anonymität. Sie kann als Individuum nicht identifiziert werden. Sie steht da, stereotyp für einsame, auch alte Menschen, die sich an ihre Isolation gewöhnt haben. Das Gesicht des Mädchens dagegen ist deutlich zu erkennen. Man kann seine emotionale Befindlichkeit ablesen. Warme Farben in ihrer Umgebung durchbrechen das Grau. Das Mädchen trägt ein rotes Kleid. Diese Farbe transportiert wie auch andere Farbflecken und Farbabstufungen von Gelb bis Rot, eine positive Botschaft und können mit den Erscheinungen von Licht und Wärme, sowie Gefühle wie Zuneigung und Dankbarkeit in Verbindung gebracht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Narrative Dimension: Dieses Kapitel analysiert die Motive, die Erzählinstanz und die Fokalisierung des Werkes, wobei der Fokus auf dem sozialen Kontext der Geschichte liegt.
2. Bildliche Dimension: Hier wird die visuelle Gestaltung der Figuren, insbesondere der Kontrast zwischen der schemenhaften „Grauen“ und dem farbenfrohen Mädchen, hinsichtlich ihrer emotionalen Wirkung interpretiert.
3. Verbale Dimension: Diese Sektion untersucht den Schreibstil des Werkes, geprägt durch parataktischen Satzbau und einen hohen Anteil an Dialogen, die zur Kommunikation zwischen den Charakteren beitragen.
4. Intermodale Dimension s. Bildliche/Verbale Dimension: Ein Verweis auf die enge Verzahnung und gegenseitige Ergänzung von Text- und Bildebene im Bilderbuch.
5. Beurteilung des didaktischen Potenzials: Abschließend wird der Einsatz des Buches im Unterricht reflektiert, wobei das Werk als Parabel für Veränderungsprozesse und soziale Öffnung eingeordnet wird.
Schlüsselwörter
Bilderbuchanalyse, Interkulturalität, Einsamkeit, Didaktik, Parabel, Märchen, Gastfreundschaft, Generationenkonflikt, Bildliche Dimension, Narrative Dimension, Empathie, Sozialkompetenz, Schullektüre, Bruno Bettelheim, Lebensformen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert das Bilderbuch „Das Mädchen von weit weg“ (2016) und untersucht, wie narrative und bildliche Gestaltungsmittel zusammenwirken, um soziale Themen zu vermitteln.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind Einsamkeit, Gastfreundschaft, die Überwindung von starren Gewohnheiten sowie der generationsübergreifende soziale Austausch.
Was ist das Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die literarische Qualität zu bewerten und konkrete didaktische Anknüpfungspunkte für den Einsatz im Schulunterricht zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die narrative und bildliche Aspekte des Werkes strukturell untersucht.
Was wird im Hauptteil analysiert?
Der Hauptteil gliedert sich in eine narrative, bildliche und verbale Analyse, gefolgt von einer didaktischen Bewertung des Potenzials des Buches.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den Schlüsselbegriffen gehören Interkulturalität, Parabel, Empathie, Bild-Text-Beziehung und didaktische Lernziele.
Warum wird das Buch als Parabel bezeichnet?
Die Geschichte weist eine symbolhafte, lehrhafte Struktur auf, in der die Figuren stellvertretend für Verhaltensweisen stehen, die den Leser zum Nachdenken über Veränderung anregen.
Welche Rolle spielt die Farbe in der Analyse?
Die Farbe dient als visuelles Ausdrucksmittel: Das Grau der alten Frau symbolisiert Isolation und Anonymität, während das Rot des Mädchens Hoffnung, Wärme und zwischenmenschliche Verbundenheit transportiert.
- Arbeit zitieren
- Christiane Oswald (Autor:in), 2017, Die Vermittlung von Interkulturalität in Bilderbüchern. "Das Mädchen von weit weg" von Annika Thor und Maria Jönsson, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387476