Das römische Reich als Seemacht. Alfred Thayer Mahans "Elements of seapower" in der Praxis


Hausarbeit, 2016

19 Seiten, Note: 3,0

M.A. Fabian Sauer (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis
Einleitung
2
Forschungsstand
3
Mahans ,,elements of seapower"
4
Übersicht
4
,,geographical position" ­ Geographische Lage
5
,,physical conformation" ­ Physikalische Beschaffenheit
6
Extent of territory ­ Ausdehnung des Machtbereiches
6
,,number of population" - Bevölkerungszahl
7
,,national character" ­ Nationalcharakter
7
,,character and policy of governments" - Charakter der Regierung
8
Abschlussbemerkung
8
Das Römische Reich
9
Geographische Lage des Römischen Reiches
9
Physikalische Beschaffenheit des Römischen Reiches
10
Ausdehnung des Machtbereiches des Römischen Reiches
11
Bevölkerungszahl im Römischen Reich
12
Nationalcharakter des Römischen Reiches
12
Charakter der Regierung des Römischen Reichs
14
Fazit
15
Literaturverzeichnis
17

2
Einleitung
Alfred Thayer Mahan hat in seinem Werk über Seemacht einige weitreichende
Überlegungen zum Einfluss dieser auf die Geschichte angestellt. In dieser Arbeit wird
seine systematische Untersuchung von den ,,elements of seapower", die das Entstehen
einer Seemacht begünstigen, auf ein historisches Beispiel, das Römische Reich,
bezogen. Dieses ergibt sich, da Mahan mit seinen Überlegungen die frühe Neuzeit
betrachtet und die Anzahl an weiteren historischen Beispielen eher gering ist. Das
Römische Reich bietet sich als historisch gut erforschtes Beispiel an. Daneben könnten
wären Betrachtungen des antiken Griechenlands, Karthagos oder der Hanse eventuell
ebenfalls möglich, wobei diese keine so umfassende Kontrolle eines Meeres und
Gebietes besaßen, wie das Römische Reich.
Damit zielt die vorliegende Arbeit auf einen zweifachen Erkenntnisgewinn. Zum einen
soll über diese praktische Anwendung seiner Kriterien auf ein Beispiel die
Praktikabilität und Anwendbarkeit dieser untersucht werden. Zum anderen wird sich
zeigen, ob das Römische Reich gute Vorrausetzungen für das Entstehen einer
Seemacht im mahanschen Sinne besaß.
Dazu gliedert sich die Arbeit in zwei Teile. Im ersten werden die Elemente der
Seemacht, die Mahan beschreibt, dargestellt und ihre übertragbaren Aussagen
herausgearbeitet. Daraufhin werden diese in einem zweiten Teil auf das Römische
Reich bezogen. Im Fokus steht dabei der Zeitraum bis zum Ende der punischen Kriege,
wobei Bezüge zu späteren Entwicklungen nicht unterbleiben können. Ein genauer
Zeitraum kann, auf Grund des allgemeinen Charakters den Mahans Elemente
einnehmen, nicht angegeben werden. Um diesen zu folgen werden daher auch einige
Ungenauigkeiten in dieser Arbeit nicht unterbleiben können, da sich die Anwendung
der Elemente an deren Ungenauigkeit und verknappten Darstellung komplexer
Sachverhalte orientieren muss. Zwei wichtige Vereinfachungen sollen daher bereits
jetzt kurz aufgezeigt werden:
1.
Mahans Überlegungen beziehen sich auf die Kontrolle von Ozeanen als
Ausdruck von Seemacht. Es geht um eine weltumfassende Kontrolle. Für die
folgende Arbeit muss dies daher auf die ,,gedankliche" Welt in der Antike
bezogen bleiben, in der das Mittelmeer im Grunde das einzig zu
kontrollierende Meer blieb. Über die Besonderheiten die der Okeanos im

3
Gegensatz zum mare iternum einnahm kann in dieser Arbeit nicht reflektiert
werden. Raimund Schulz hat in einem Beitrag
1
dennoch deutlich gemacht, wie
vergleichbar die Expansions- und Expeditionsbewegungen Roms zu denen der
frühen Neuzeit waren. Daher soll das Mittelmeer in dieser Arbeit als zu
untersuchendes Meer im Hinblick auf Seemacht genügen.
2.
Mahan hat bei seinen Überlegungen bereits einen sehr modernen Nationalstaat
vor Augen. Das Römische Reich ist dagegen ein Imperium
2
und daher in vielen
Bereichen deutlich zu unterscheiden. Um eine Vergleichbarkeit herzustellen
soll in dieser Arbeit jedoch keine Unterscheidung von Staat, Nation oder
Imperium erfolgen.
Forschungsstand
Die weit verbreitete Auffassung, das Römische Reich sei eine Landmacht, wurde im
letzten Jahrzehnt teilweise revidiert. Dennoch ist die Seefahrt und Marinepolitik Roms
weiterhin ein wenig untersuchtes Themengebiet. Hier hat zunächst Raimund Schulz
2005 in seinem Überblickswerk zur Seefahrt in der Antike
3
viele bisherige
Standpunkte kritisch hinterfragt und auf die Bedeutung der Seefahrt für Rom
hingewiesen. Marco Ladewig hat dann 2014 eine überaus detaillierte Forschungsarbeit
zum Thema verfasst, die Rom bereits im Titel eine Seerepublik nennt.
4
Darüber hinaus
existiert eine englischsprachige Doktorarbeit von Frederick William Clark, welche die
Auswirkung der Marineoperationen auf die Entwicklung der Römischen Republik
untersucht und dabei aufgebaut ist, wie die historischen Ausführungen Mahans
5
und
daher für diese Arbeit unbedeutend bleibt.
Die Ausführungen Mahans selbst, und insbesondere eine Untersuchung der Elemente
einer Seemacht, ist in der Forschung kaum zu finden. Zu nennen bleibt hier die
1
Raimund Schulz, Aufbruch in neue Welten und neue Zeiten. Die grossen maritimen
Expansionsbewegungen der Antike und Frühen Neuzeit im Vergleich, München 2003, S. 29ff.
2
Zur Besonderheit von Imperien siehe: Herfried Münkler, Imperien. Die Logik der Weltherrschaft :
vom Alten Rom bis zu den Vereinigten Staaten, Berlin 2005.
3
Raimund Schulz, Die Antike und das Meer, Darmstadt 2005.
4
Marco Ladewig, Rom, die antike Seerepublik. Untersuchungen zur Thalassokratie der res publica
populi romani von den Anfängen bis zur Begründung des Principat, Stuttgart 2014.
5
Frederick William Clark, The Influence of sea-power on the history of the roman republic, Menasha
1915.

4
Doktorarbeit von Michael Hanke, der das Gesamtwerk Mahans untersucht hat und
dabei auch die Elemente einer Seemacht anspricht.
6
Mahans ,,elements of seapower"
Übersicht
Mahan arbeitet zu Beginn seines Werkes ,,Influence of seapower upon history 1660-
1812" Bedingungen heraus, die maßgeblichen Einfluss auf das Entstehen einer
Seemacht ausüben.
7
Bevor er nun auf die einzelnen Bedingungen eingeht, baut er
jedoch eine, der Entstehung der Seemacht vorrausgehende, und seinen Gedanken
grundlegende, Kausalitätskette. Sie beginnt mit dem Entstehen von Seehandel, da
Nationen und Völker auf den Handel angewiesen sind und Güter am leichtesten und
schnellsten über Wasser transportiert werden können. Daraus folgt das grundsätzliche
Interesse einer Nation diesen Seehandel zu schützen, daher entstehen Marinen. Diese
wiederum brauchen Stützpunkte von denen sie operieren können. So entstehen
Stationen, die sich zum Teil zu Kolonien erweiterten. Für diese kann es jedoch sowohl
militärische als auch wirtschaftliche Gründe geben.
8
Neben dieser grundlegenden Überlegung, wie Seemacht, oder zumindest das Interesse
einer Nation eine zu werden, entsteht, hebt er hervor, dass aus seiner Sicht die
natürlichen Bedingungen, die er im Folgenden ausführt, wichtiger für die Entstehung
einer Seemacht sind, als der Einfluss der wechselnden Regierungen. Wobei es für ihn
davon Ausnahmen gibt, da er feststellt, dass durchaus auch Regierungen oder einzelne
Personen wichtige Impulse setzen können.
9
6
Michael Hanke, Das Werk Alfred T. Mahan's. Darstellung und Analyse, Osnabrück 1974.
7
Im Original heißt es ,,principal conditions affecting the sea power of nations", es ist also keine
zwangsläufige Kausalität gemeint oder eine exklusive Festlegung. Dennoch bewegt sich Mahans
Analyse im Rahmen dieser, von ihm genannten, Bedingungen. Siehe dazu: A. T. Mahan, Influence of
seapower upon history, Boston 1898, S. 28.
8
Alfred Thayer Mahan / Gustav-Adolf Wolter, Der Einfluß der Seemacht auf die Geschichte, 1660-
1812 1967, S. 21f.
9
Mahan bleibt hier etwas widersprüchlich, da er zunächst den Einfluss der Regierungen als relativ
unbedeutend definiert, um ihr danach doch einen so starken Einfluss einzuräumen, dass der ,,Charakter
der Regierung" als fünfter Punkt seiner Bedingungen für Seemacht auftaucht. Mahan, Influence of
seapower upon history, S. 28f.

5
Im Folgenden sollen nun die Bedingungen, die Mahan für das Entstehen von Seemacht
anführt, dargestellt werden. Dabei sollen die universell
10
geltenden Aspekte
herausgearbeitet werden.
,,geographical position" ­ Geographische Lage
Der erste Punkte den Mahan anführt ist die geographische Lage der potenziellen
Seemacht. Ihm geht es dabei allerdings nicht in erster Linie um die Lage des Landes
an sich, sondern um die relative Lage in Bezug auf bestimmte andere Umstände.
Zunächst sind die vorhandenen oder nicht vorhandenen Land- und Seegrenzen von
Bedeutung. Sobald sich ein Land nicht ausschließlich auf einer Insel befindet
11
, besitzt
es normalerweise gemeinsame Landgrenzen mit weiteren Ländern. Daher kann dieses
Land nicht ausschließlich (sicherheitspolitische) Interessen auf dem Meer verfolgen.
Eine, zumindest teilweise, Fokussierung auf seine Landesgrenzen ist, für Mahan,
daher unabdingbar.
12
Damit verbunden ist Mahans Feststellung, dass es von Bedeutung ist, ob die Zugänge
zum Meer getrennt voneinander sind. Das Land also seine Flotte aufteilen muss, oder
sie stets als gesamte Flotte agieren kann.
13
Dabei kann der Zugang zu
unterschiedlichen Meeren für Mahan auch durchaus von Vorteil sein, wie er am
Beispiel der Kreuzerkriegsführung deutlich macht. Für koordinierte militärische
Aktionen ist es allerdings eher ein Hindernis.
14
Zuletzt ist die Lage des Landes im Hinblick auf wichtige Handelsrouten von
Bedeutung. Wie bereits in der Kapiteleinleitung beschrieben, ist die Entstehung einer
Marine, und damit von Seemacht, eng mit dem Seehandel verflochten. Daher ist
sowohl der Zugang zu diesem Seehandel, als auch die eventuelle Kontrolle von
10
Gemeint sind hier Aspekte, die sich unabhängig von Zeit und Ort anwenden und sich daher im zweiten
Teil der Arbeit auf das Römische Reich beziehen lassen.
11
Mahan hat hier insbesondere England im Blick, welches für ihn der Inbegriff einer Seemacht ist.
12
Mahan / Wolter, Der Einfluß der Seemacht auf die Geschichte, 1660-1812, S. 23.
13
Exemplarisch beschreibt Mahan hier Frankreich, welches sowohl eine Mittelmeer- als auch eine
Atlantikküste aufweist. Siehe dazu: Hanke, Das Werk Alfred T. Mahan's, S. 102f.
14
Mahan / Wolter, Der Einfluß der Seemacht auf die Geschichte, 1660-1812, S. 24.
Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Das römische Reich als Seemacht. Alfred Thayer Mahans "Elements of seapower" in der Praxis
Note
3,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
19
Katalognummer
V387489
ISBN (eBook)
9783668616899
ISBN (Buch)
9783668616905
Dateigröße
884 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
reich, seemacht, alfred, thayer, mahans, elements, praxis
Arbeit zitieren
M.A. Fabian Sauer (Autor), 2016, Das römische Reich als Seemacht. Alfred Thayer Mahans "Elements of seapower" in der Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387489

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Das römische Reich als Seemacht. Alfred Thayer Mahans "Elements of seapower" in der Praxis



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden