Mediation findet zunehmend auch im Berufsfeld des Rechtsanwalts statt.
Der Verfasser zeigt auf, welche Entwicklung die Mediation genommen hat, wie sie sich zu anderen Formen der Konfliktlösung abgrenzen lässt und wie sich Mediation in den Berufsalltag des Anwalts einfügen kann.
Die juristische und die mediatorische Konfliktlösungsmethodik werden gegenüber gestellt, bevor mit einem besonderen Augenmerk auf das "Harvard-Konzept" des sachgerechten Verhandelns eingegangen wird.
Ein praktisches Beispiel dient der Veranschaulichung dieser Verhandlungsmethode, die durch den Verfasser schließlich kritisch gewürdigt wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entstehungsgeschichte der Mediation
3. Abgrenzung zu anderen Konfliktbeilegungsverfahren
3.1. Anwaltsverhandlung
3.2. Gerichts- und Schiedsverfahren
3.3. Schiedsgutachten
3.4. Schlichtung
3.5. Adjudikation
4. Einsatzmöglichkeiten von Mediation für Rechtsanwälte
5. Juristische versus mediatorische Konfliktlösungsmethodik
5.1. Juristische Konfliktlösungsmethodik
5.2. Mediatorische Konfliktlösungsmethodik
5.2.1. Allgemeines
5.2.2. Das „Harvard-Konzept“ des sachgerechten Verhandelns
5.2.2.1. Trennung von Personen und Problemen
5.2.2.2. Trennung von Positionen und Interessen
5.2.2.2.1. Fallbeispiel
5.2.2.2.2. Résumé zum Fallbeispiel
5.2.2.3. Entwicklung vieler unbewerteter Lösungsoptionen
5.2.2.4. Entscheidung anhand objektiver Kriterien
5.2.2.5. Kritische Würdigung des „Harvard-Konzepts“
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die zunehmende Bedeutung und die Einsatzmöglichkeiten der Mediation im Berufsfeld des Rechtsanwalts. Dabei wird analysiert, wie sich dieses alternative Konfliktlösungsverfahren von traditionellen juristischen Instrumenten abgrenzt und durch das „Harvard-Konzept“ des sachgerechten Verhandelns in die anwaltliche Praxis integriert werden kann, um nachhaltigere und interessengerechtere Ergebnisse zu erzielen.
- Wandel des anwaltlichen Berufsbildes durch Mediation
- Abgrenzung der Mediation zu anderen Verfahren wie Anwaltsverhandlung, Gerichtsverfahren und Schlichtung
- Anwendung des „Harvard-Konzepts“ als strukturgebende Methode
- Fallbasierte Analyse zur Trennung von Personen, Problemen, Positionen und Interessen
- Bedeutung von Nachhaltigkeit und Mandantenzufriedenheit in der Konfliktlösung
Auszug aus dem Buch
5.2.2. Das „Harvard-Konzept“ des sachgerechten Verhandelns
Während es dem Rechtsanwalt als Parteivertreter darum gehen muss, die Interessen seines Mandanten möglichst optimal zu vertreten, muss der Mediator versuchen, die Parteien methodisch in einer Weise in ihren Verhandlungen zu unterstützen, die es ihnen erlaubt, eine Lösung zu finden, die ihre jeweiligen Interessen möglichst weitgehend befriedigt.
Eine wesentliche theoretische Grundlage einer solchen Konfliktlösungsmethode und damit der Mediation bildet das in den 1980er Jahren an der Harvard-Law School entwickelte „Harvard-Konzept“. Im Mittelpunkt dieser Verhandlungsstrategie stehen die guten Beziehungen zwischen den Verhandelnden sowie der Wille der Beteiligten, in fairen Verhandlungen einen sachlichen, für alle Parteien möglichst vorteilhaften Konsens zu finden. Ziel des Konzepts ist es, Konflikte im Verhandlungsprozess so zu lösen, dass ein Ergebnis nicht auf Kosten einer oder gar mehrerer beteiligter Parteien erzielt wird. Vielmehr steht die inhaltliche Lösung des Problems und der gleichzeitige Nutzen aller Beteiligten („win-win-Situation“) im Vordergrund dieser Strategie des „sachgerechten Verhandelns“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtung des Wandels im anwaltlichen Berufsfeld durch die zunehmende Bedeutung der Mediation.
2. Entstehungsgeschichte der Mediation: Historische Herleitung des Vermittlungsgedankens von Stammesgesellschaften bis zur Entwicklung in den USA.
3. Abgrenzung zu anderen Konfliktbeilegungsverfahren: Gegenüberstellung der Mediation zu Anwaltsverhandlung, gerichtlichen Verfahren, Schiedsgutachten, Schlichtung und Adjudikation.
4. Einsatzmöglichkeiten von Mediation für Rechtsanwälte: Analyse der Chancen und des Nutzens der Mediation als Ergänzung des anwaltlichen Beratungskanons.
5. Juristische versus mediatorische Konfliktlösungsmethodik: Vergleich der eindimensionalen juristischen Betrachtung mit der aktiv-involvierten, interessenbasierten Methode des Harvard-Konzepts.
6. Zusammenfassung: Fazit zur Notwendigkeit und Nachhaltigkeit von Mediation in der modernen anwaltlichen Praxis.
Schlüsselwörter
Mediation, Harvard-Konzept, Rechtsanwalt, Konfliktlösung, Interessenorientierung, win-win-Situation, sachgerechtes Verhandeln, ADR, außergerichtliche Streitbeilegung, Mandantenzufriedenheit, Mediationsgesetz, Konfliktmanagement, Verhandlungsstrategie, Kommunikation, Rechtsberatung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Mediation als alternatives Konfliktlösungsinstrument im Berufsalltag von Rechtsanwälten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Geschichte der Mediation, die Abgrenzung zu klassischen juristischen Verfahren und die praktische Anwendung der Harvard-Methode.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Rechtsanwälte Mediation als effektive und interessengerechte Methode nutzen können, um für ihre Mandanten nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer rechtswissenschaftlichen Analyse unter Einbeziehung von Literatur, Mediationsmodellen und einer exemplarischen Fallstudie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Methoden der Konfliktbeilegung und detailliert das vierstufige Harvard-Konzept sowie dessen praktische Umsetzung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mediation, Harvard-Konzept, Interessenorientierung, Win-Win, Rechtsanwalt und außergerichtliche Streitbeilegung.
Wie unterscheidet sich die juristische von der mediatorischen Methode?
Die juristische Methode ist oft eindimensional und auf das Recht fixiert, während die Mediation die Interessen und emotionalen Hintergründe der Parteien in den Mittelpunkt stellt.
Was wird im Fallbeispiel des Gesellschafterstreits verdeutlicht?
Das Beispiel zeigt, wie Mediation verdeckte Interessen aufdeckt und eine Lösung ermöglicht, die über eine rein rechtliche „Alles-oder-nichts“-Entscheidung hinausgeht.
Warum ist das Harvard-Konzept als „unschlagbar“ bezeichnet?
Aufgrund seiner methodischen Struktur, die darauf abzielt, durch Fairness und Objektivität eine „win-win-Situation“ zu erreichen, die für alle Beteiligten vorteilhaft ist.
Wird Mediation das gerichtliche Verfahren ersetzen?
Nein, die Arbeit stellt dar, dass Mediation als sinnvolle Ergänzung dienen kann, um Konflikte dort zu lösen, wo der Rechtsweg frustrierend oder ineffizient wäre.
- Arbeit zitieren
- Dr. Carsten Wolff (Autor:in), 2017, Mediation im Berufsfeld des Rechtsanwalts unter besonderer Berücksichtigung des "Harvard-Konzepts", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387502