Das zentrale Thema der Vorlesung vom 18.04.2017 ist die Grundfrage aller soziologischen Theorien, wie soziale Ordnung möglich ist. Der Professor stellte in der Sitzung Parsons Antwort darauf vor.
Angefangen mit einer Einordnung in die amerikanische Moderne, folgte ein biografischer Überblick und die Vorstellung einiger wichtiger Werke. Im weiteren Verlauf zeigte der Lehrende die Ziele und Ansätze auf. Nach einer Bezugnahme auf die europäische Ideengeschichte und Soziologie folgte eine Skizzierung der „Structural-Functional Theorie“. Anschließend wurde sein Hauptwerk „The Social System” besprochen und daraus folgend die “Pattern Variables“ und das „AGIL-Schema“ näher vorgestellt. Nach einer Zuwendung zur Modernisierung und dem sozialen Wandel, beendete der Lehrende die Vorlesung mit einer Zusammenfassung der Wirkungen der „grand theory“ von Parson. Im Folgenden werden die wichtigsten Erläuterungen und Ergebnsisse vorgstellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Zur Einführung: Parsons´ Theorie und die amerikanische Moderne
2. Biografisches
3. Zum Werk Parsons: Ziele/ Vorgehensweise
3.1. The social system?
3.2. Pattern variables
3.3. Agil-Schema
3.4. Modernisierung und sozialer Wandel
3.5. Grundlinien der Theorie Parsons´
Zielsetzung & Themen
Das Protokoll dokumentiert die theoretischen Grundlagen der soziologischen Arbeit von Talcott Parsons, wobei der Fokus auf der Beantwortung der zentralen Frage liegt, wie soziale Ordnung möglich ist. Die Analyse beleuchtet dabei Parsons' Systemtheorie als Versuch, eine universelle und einheitliche Handlungstheorie für die Sozialwissenschaften zu etablieren.
- Biografische Einordnung von Talcott Parsons
- Die voluntaristische Handlungstheorie und der "Unit act"
- Strukturanalyse durch die "Pattern variables"
- Das AGIL-Schema als Modell funktionaler Erfordernisse
- Kritische Reflexion von Modernisierung und Systemstabilität
Auszug aus dem Buch
3. Zum Werk Parsons: Ziele/ Vorgehensweise
Seine Ziele lagen in der Aufstellung einer allgemeinen unabhängigen soziologischen Theorie und in der Vereinheitlichung der Sozialwissenschaften in einem theoretischen Modell. Prof. X stellte im folgenden Teil die Grundgedanken Parsons´ vor. Die Basis seiner Theorie ergab sich demnach aus einer „angeblichen“ Konvergenz der unterschiedlichen utilitaristischen Handlungstheorien von Theoretikern wie Durkheim, Weber, Marshal und Pareto. Ihnen sei unabhängig voneinander eine kritische Haltung zum Utilitarismus zuzuschreiben, die Parsons in seinem 1937 erschienenen Werk „The structur of social action“ vorstellt. Seine Konvergenzthese besagt, dass seine Vorreiter gemeinsame Grundlagen geschaffen hätten, die die unrsprünglich von Hibbes gestellte Frage nach sozialer Ordnung in ähnlicher Theoriebildung beantworteten und eine gemeinsame Richtung damit einschlagen würde. Eine voluntaritische Handlungstheorie sei die Antwort auf die Frage nach der sozialen Ordnung.
Hobbsche Frage – Rückgang darauf, seine Lösung für soziale Ordnung überzeugt Parsons nicht, da der Preis des Absolutismus durch einen Leviathan zu groß...diese utilitaristische Lösung des Ordnungsproblems habe schwächen. Ebenso wie die idealistische Lösung. Sein Vorschlag ist eine voluntaristische Handlungstheorie. Laut Parsons ist eine stabile soziale Ordnung dann möglich, weil die Individuen freiwillig bestehende normative Ordnungen als Grundlage ihrer Handlungsorientierungen verwenden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zur Einführung: Parsons´ Theorie und die amerikanische Moderne: Dieses Kapitel verortet die soziologischen Ansätze von Parsons in der US-amerikanischen Moderne der 1930er Jahre.
2. Biografisches: Der Abschnitt bietet einen Überblick über den Lebensweg von Parsons, seine Ausbildung und seine prägenden beruflichen Stationen.
3. Zum Werk Parsons: Ziele/ Vorgehensweise: Hier werden das Ziel einer einheitlichen soziologischen Theorie sowie das Kernkonzept der voluntaristischen Handlungstheorie erläutert.
3.1. The social system?: Dieses Kapitel behandelt den Strukturfunktionalismus und die Frage nach den notwendigen Bedingungen für den Erhalt sozialer Strukturen.
3.2. Pattern variables: Hier werden die dichotomen Entscheidungsalternativen beschrieben, die für die Analyse sozialen Handelns in Rollen zentral sind.
3.3. Agil-Schema: Die Erläuterung der vier Grundfunktionen eines stabilen Handlungssystems (Adaption, Goal attainment, Integration, Latente Strukturhaltung) steht hier im Vordergrund.
3.4. Modernisierung und sozialer Wandel: Dieses Kapitel diskutiert die universelle Anwendbarkeit des AGIL-Schemas auf Modernisierungsprozesse und die Kritik an der Modellhaftigkeit der US-Gesellschaft.
3.5. Grundlinien der Theorie Parsons´: Eine abschließende Synthese der theoretischen Ambitionen von Parsons als Ausgangspunkt der soziologischen Systemtheorie.
Schlüsselwörter
Talcott Parsons, Soziologische Theorie, Strukturfunktionalismus, Handlungstheorie, AGIL-Schema, Pattern variables, Soziale Ordnung, Systemtheorie, Moderne, Normative Ordnung, Normen, Werte, Sozialer Wandel, Integration, Funktionalismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Vorlesungsprotokoll grundlegend?
Das Protokoll fasst die Inhalte einer Vorlesung zusammen, die sich intensiv mit der "grand theory" des Soziologen Talcott Parsons beschäftigt und deren Kernkonzepte für die Soziologie aufbereitet.
Welche zentralen Themenfelder behandelt der Text?
Die zentralen Themen sind die Möglichkeiten sozialer Ordnung, die Entwicklung einer einheitlichen Handlungstheorie und die Modellierung von Gesellschaftssystemen durch funktionale Erfordernisse.
Was ist das primäre Ziel der Theorie von Parsons laut Dokument?
Das Ziel ist die Aufstellung einer allgemeinen, unabhängigen soziologischen Theorie, welche die Sozialwissenschaften in einem einheitlichen Modell vereint.
Welche wissenschaftliche Methode nutzt Parsons zur Analyse?
Parsons nutzt eine strukturfunktionalistische Methode, die soziale Phänomene in Bezug auf ihre funktionalen Beiträge zur Erhaltung und Stabilität des sozialen Gesamtsystems analysiert.
Was wird im Hauptteil des Dokuments näher erläutert?
Im Hauptteil werden zentrale Instrumente wie die "Pattern variables" zur Analyse von Entscheidungsalternativen und das AGIL-Schema zur Beschreibung gesellschaftlicher Funktionssysteme detailliert vorgestellt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird besonders durch Begriffe wie "Strukturfunktionalismus", "voluntaristische Handlungstheorie", "Soziale Ordnung" und "AGIL-Schema" geprägt.
In welchem Kontext steht Parsons' "Konvergenzthese"?
Die Konvergenzthese besagt, dass Theoretiker wie Durkheim, Weber und Pareto trotz unterschiedlicher Ansätze in ihrer kritischen Haltung zum Utilitarismus übereinstimmen und damit eine voluntaristische Handlungstheorie als Antwort auf das Ordnungsproblem vorbereiteten.
Wie unterscheidet sich das AGIL-Schema in der gesellschaftlichen Anwendung?
Das AGIL-Schema unterteilt die Gesellschaft in vier Funktionssysteme (Adaption/Wirtschaft, Goal attainment/Politik, Integration/Religion, Latente Strukturhaltung/Kultur), um zu erklären, wie Bestandssicherung und Stabilität in modernen Gesellschaften funktionieren.
- Citation du texte
- Lysann Prescher (Auteur), 2017, Vorlesungsprotokoll zur Sitzung "Parsons: soziologische Theorie als grand theory", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387504