Die Entdeckung der Legasthenie begann etwa in den 1960er Jahren. Zu dieser Zeit wurden Kinder mit erheblichen Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und Schreibens oftmals als weniger intelligent dargestellt. Erst seit den 1990er Jahren wurde intensivere Forschung auf dem Gebiet betrieben und es kam zu einer Fülle an neuen Ergebnisen. Dazu zählte zum Beispiel auch die Abgrenzung der Legasthenie von unterdurchschnittlicher Intelligenz.
Aufgrund der Fülle an Forschungsergebnissen und Neuigkeiten über Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten fehlt es bis heute immer noch an der nötigen Aufklärung sowohl an den Schulen als auch bei den Eltern.
Diese Hausarbeit soll sich mit der Lese- und Rechtschreibschwäche auseinander setzen und einen Einblick in diese Teilleistungsstörung geben. Zuerst soll der Begriff definiert werden, um in den darauf folgenden Kapiteln auf diese zurückzugreifen.
Dann sollen die Ursachen, die Symptome und die Diagnostik der LRS erläutert werden. Um zu zeigen, wie ein Betroffener die Symptome wahrnimmt, habe ich ein kurzes persönliches Beispiel miteingebracht.
Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit soll auf den negativen Auswirkungen und Folgen liegen. Die Begleiterscheinungen sollen insbesondere in Hinblick auf die Situation im Schulalltag eines betroffenen Schülers betrachtet werden. Um die Situation der Kinder zu verdeutlichen wird diese anhand von einem Fallbeispiel veranschaulicht.
Im Anschluss daran werden Therapiemöglichkeiten genannt. Begonnen wird mit der Beschreibung der Frühförderung von Risikokindern. Weiterführend wird sich dann auf die Förderungsmöglichkeiten in der Schule bezogen. Besonders eingegangen wird auf die Inklusion der Kinder mit LRS im allgemeinen Unterricht. Es soll erläutert werden, inwieweit eine gezielte Förderung mit dem Regelunterricht vereinbar ist und auf welche Weise der Schüler am meisten profitiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition der Lese- und Rechtschreibschwäche
3. Die Ursachen
3.1. Die visuelle und auditive Wahrnehmung
3.2. Die Vererbung
4. Die Erkennung von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten
4.1. Symptome
4.2. Diagnostik
5. Die Situation im Schulalltag – Auswirkungen und Folgen
6. Prävention und Förderungsmöglichkeiten
6.1. Prävention von Schwierigkeiten vor dem Schulbeginn
6.2. Förderung in der Schule
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) als Teilleistungsstörung, um ein grundlegendes Verständnis für das Störungsbild, seine Ursachen und die Auswirkungen auf den schulischen Alltag zu schaffen, wobei ein besonderer Fokus auf förderpädagogische Ansätze und die Inklusion betroffener Schüler gelegt wird.
- Definition und wissenschaftliche Einordnung der LRS
- Neurologische und genetische Ursachen der Lese-Rechtschreibschwäche
- Diagnostische Verfahren und Ausschlusskriterien
- Psychosoziale Folgen und emotionale Auswirkungen im Schulkontext
- Präventive Maßnahmen im Vorschulalter
- Förderstrategien im Regelunterricht und in speziellen Fördergruppen
Auszug aus dem Buch
4.1. Symptome
Die Teilleistungsschwäche LRS wird nach der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD), einem weltweit anerkannten Klassifizierungssystem, eingestuft. Danach liegt eine Lese und Rechtschreibschwäche vor, wenn „eine Abweichung des Entwicklungsstandes in der Lesegenauigkeit, dem Leseverständnis und dem Rechtschreiben von dem nach Alter und der allgemeinen Intelligenz erwarteten“13 zu erkennen ist. Diese Abweichungen zeigen sich bei betroffenen Kindern meistens schon im Vorschulalter oder in den ersten Monaten des ersten Jahres der Grundschule. Vereinzelt treten jedoch auch Fälle auf, in denen LRS erst in der letzten Phase der Grundschule oder zu Beginn der weiterführenden Schule festgestellt werden konnte.
Deshalb ist es wichtig zu wissen, dass Symptome einer LRS in unterschiedlicher Ausprägung auftreten können und sich bei manchen Kindern im früheren und bei anderen im späteren Alter zeigen. Die Symptome können nur durch eine intensive Beobachtung der Kinder in der Schule durch den Lehrer und Zuhause durch die Eltern erkannt werden. Wenn sich nicht intensiv mit dem Lese- und Rechtschreiberwerb des Kindes auseinander gesetzt wird und in Folge dessen Probleme des Kindes übersehen werden, kann es zu einer zu späten Feststellung der LRS kommen und das Kind leidet an den Folgen. Es treten nicht zwangsläufig alle möglichen Symptome einer Legasthenie bei einem auffälligen Kind auf. Meistens kommen bei einem Betroffenen nur einige der typischen Merkmale einer LRS vor. Hinzu kommt, dass einige Symptome stärker und einige schwächer vorzufinden sind. Wenn ein Kind von einer Lese- und Rechtschreibschwäche betroffen ist, ist diese kein Beispiel für das typische Bild der Legasthenie. Die LRS ist eine individuelle Schwäche, die auf unterschiedlichste Weise auftritt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entdeckung der Legasthenie ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die den Fokus auf die Auswirkungen der LRS im Schulalltag sowie auf entsprechende Therapiemöglichkeiten legt.
2. Definition der Lese- und Rechtschreibschwäche: Das Kapitel differenziert zwischen der genetisch bedingten Legasthenie und erworbenen Lese-Rechtschreibschwächen und ordnet das Störungsbild als Teilleistungsstörung bei ansonsten intakter Intelligenz ein.
3. Die Ursachen: Hier werden die neurologischen Hintergründe bei der Informationsverarbeitung sowie die Rolle genetischer Faktoren bei der Entstehung einer LRS analysiert.
4. Die Erkennung von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Symptome und beschreibt die notwendigen Schritte und Kriterien einer professionellen Diagnostik.
5. Die Situation im Schulalltag – Auswirkungen und Folgen: Der Fokus liegt hier auf den psychischen und sozialen Begleiterscheinungen wie Leistungsdruck, Angststörungen und mangelndem Selbstwertgefühl der betroffenen Kinder.
6. Prävention und Förderungsmöglichkeiten: Dieses Kapitel behandelt Strategien zur frühkindlichen Prävention und beschreibt verschiedene Ansätze zur schulischen Förderung und Inklusion von LRS-Kindern.
Schlüsselwörter
Legasthenie, LRS, Teilleistungsstörung, Schriftspracherwerb, Lese-Rechtschreibschwäche, Diagnostik, Förderplan, Inklusion, phonologische Bewusstheit, Graphem-Phonem-Beziehung, Schulversagen, Angststörung, Frühförderung, Leistungsdruck, Schulpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Lese- und Rechtschreibschwäche als spezifische Teilleistungsstörung, analysiert deren Ursachen und untersucht insbesondere, welche Auswirkungen dieses Störungsbild auf den Alltag und die psychische Gesundheit betroffener Schüler hat.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Die zentralen Felder umfassen die Definition des Störungsbildes, die neurobiologischen und genetischen Ursachen, diagnostische Verfahren, die psychosozialen Folgen für betroffene Kinder sowie präventive und fördernde Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Störungsbild LRS zu schaffen und aufzuzeigen, wie Lehrer und Eltern die Situation betroffener Schüler durch gezielte Förderung und Inklusion im Schulalltag verbessern können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Arbeit gewählt?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse bestehender Forschungsliteratur, psychologischer Standards und pädagogischer Konzepte basiert.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Ursachenanalyse (Genetik/Wahrnehmung), die Erkennung der Symptome, eine detaillierte Auseinandersetzung mit den emotionalen Auswirkungen sowie die Vorstellung von Förderansätzen im und außerhalb des Unterrichts.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Legasthenie, LRS, Schriftspracherwerb, Diagnostik, Förderplan, Inklusion und psychosoziale Folgen definieren.
Inwiefern spielt die familiäre Situation eine Rolle bei den Folgen der LRS?
Der Autor betont, dass eine ungünstige häusliche Umgebung, insbesondere durch übermäßigen Leistungsdruck oder falsche Reaktionen der Eltern, die psychischen Belastungen und das negative Selbstbild des Kindes massiv verstärken kann.
Warum ist die Unterscheidung zwischen genetischer LRS und einer Lernbehinderung wichtig?
Die Differenzierung ist essentiell für die richtige pädagogische Intervention, da eine LRS bei normaler oder hoher Intelligenz auftritt, während eine Lernbehinderung durch ein generelles Intelligenzdefizit gekennzeichnet ist, was jeweils andere Förderansätze erfordert.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2014, Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) als Teilleistungsstörung. Die Situation im Schulalltag. Folgen und Auswirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387530