Verlagsgeschichte. Die Kinder- und Jugendliteratur als Weltbestseller des 20. und 21. Jahrhunderts


Hausarbeit, 2015

21 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

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Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung ... 2
2.
Der historische Begriff der Kinder- und Jugendliteratur ... 3
3.
Definition der modernen Kinder- und Jugendliteratur ... 4
4.
Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur ... 6
5.
Verlagswirtschaft ... 9
6.
Weltbestseller ... 10
7.
Frauenliteratur ... 12
a.
Kinder- und Jugendbuchautorinnen des 20. Jahrhunderts ... 14
b. Kinder- und Jugendbuchautorinnen des 21. Jahrhunderts ... 15
c.
Ausblick der Kinder- und Jugendbuchautorinnen ... 16
8.
Fazit ... 17
9.
Quellen ... 19

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1. Einleitung
"Die Bücher brauchen die Phantasie der Kinder, das ist wahr. Aber noch wahrer ist
es, dass die Phantasie der Kinder die Bücher braucht, um zu leben und zu wachsen."
- Astrid Lindgren
Als renommierte Kinderbuchautorin hat sich Astrid Lindgren in ihren Essays und Re-
den immer wieder mit den Fragen auseinandergesetzt, warum Kinderliteratur so
wichtig ist für die sprachliche, emotionale und ästhetische Entwicklung des Kindes
und welchen Stellenwert die Lektüre im Leben von Kindern einnimmt. Seit Lindgrens
Äußerung sind mehr als 60 Jahre vergangen, aber die Überlegungen sind aktueller
denn je. Obwohl es mittlerweile ein unüberschaubares Angebot an Medien für Kinder
und Jugendliche gibt, spielt die Begegnung mit dem Buch eine Vorreiterstellung. Die
Faszination, die Kinder- und Jugendliteratur auf ihre Leserschaft ausübt, hat nicht
nachgelassen.
Über Jahrhunderte hinweg hat sich die Kinder- und Jugendliteraturgeschichte ange-
passt. Jede politische und gesellschaftliche Veränderung einer Epoche, wirkten sich
auf die Literaturgenre, die Autoren und die Leserschaft aus. Erfolgreiche Kinder- und
Jugendbücher lassen sich nicht am Geschlecht erkennen. Dennoch wirken Empathie
und mütterliche Gefühle der weiblichen Autoren anders auf die junge Leserschaft als
männlichen Autoren. Dennoch wurden in der Vergangenheit mehr Kinder- und Ju-
gendbücher von männlichen Autoren verlegt. Erst später gelang der Durchbruch den
Autorinnen in der Kinder- und Jugendliteratur und vielen anderen Genres. Im Rah-
men meines Geschichtsstudiums habe ich das Seminar "Medienkulturgeschichte als
Verlagsgeschichte" belegt. Basierend auf den Rechercheergebnissen der Kinder-
und Jugendliteraturgeschichte, welche sich aus vielen einzelnen Teilgebieten der
Geschichtswissenschaft und Verlagswirtschaft zusammensetzt, stellt sich mir folgen-
de Frage. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Kinder- und Jugendbuchlitera-
turgeschichte und der Frauenliteraturgeschichte, welche zu diesem aktuellen welt-
weiten Erfolg von Kinder- und Jugendbüchern, von weiblichen Autoren, auf den
Bestsellerlisten führt?
In der vorliegenden Arbeit werde ich versuchen, einen gedrängten Überblick über die
Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur im 20. und 21. Jahrhundert zu präsentie-

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ren und dabei den Blick auf die historische, gegenwärtige und zukünftige Bedeutung
der Kinder- und Jugendbücher zu lenken. Eine vollständige Berücksichtigung aller
historische und gegenwärtigen Zusammenhänge und die der verschiedenen Genres
ist auf diesem beschränkten Raum kaum möglich.
2. Der historische Begriff der Kinder- und Jugendliteratur
Die wissenschaftliche Diskussion über die Bedeutung des Begriffs "Literatur" hat in
der Vergangenheit zu immer neuen Kontroversen geführt, die hier nicht im Einzelnen
wiederholt werden sollen. Ebenso wird an dieser Stelle nicht im Detail über die Be-
deutung der Begriffe "Kind", "Jugend" und "Kindheit" eingegangen. Es ist jedoch
festzuhalten, dass die Begriffe im Verlauf der Jahrhunderte unterschiedliche Bedeu-
tungen erhielten und entsprechend auch verschiedene Altersabstufungen umfassten.
Hinzu kommt noch, dass bis in die 1960er Jahre hinein diese Begriffe weitgehend
als Synonym verwendet wurden und nach den vorausgehenden Lebensphasen des
Erwachsenwerdens bezeichnet sind.
Die Bezeichnungen "Kinderliteratur" beziehungsweise "Jugendliteratur" tauchen in
älteren Wörterbüchern und Universallexika vor dem 18. Jahrhundert nicht auf. Das
von den Gebrüdern Jakob und Wilhelm Grimm veröffentlichte deutsche Wörterbuch
führte die Begriffe nicht (vgl. Grimm/ Grimm 1854). Die einzigen Schlagworte die in
den gängigen deutschsprachigen Wörterbüchern des 18. Jahrhunderts zu finden
sind, waren "Kinderbuch", "Kindergeschichte" und "Jugendschrift". Im 18. Jahrhun-
dert ist allerdings schon eine Differenzierung zwischen Kindheit und Jugend, als Al-
tersstufe zu erkennen. Der Begriff "Jugendliteratur" hat sich im Jahr 1842 eingebür-
gert und wird als Äquivalent für die ältere Version "Jugendschrift" verwendet. Der
erste Beleg für die Verwendung von "Kinderliteratur" findet sich bei Wilhelm Buchner
im Jahr 1852 (vgl. Buchner 1852, S. 201) und später bei Carl Kühner im Jahr 1862
(vgl. Schmid 1862, S. 803ff), wobei die Autoren die Neubildung nicht explizit von den
Begriff "Jugendliteratur" beziehungsweise "Jugendschrift" abgrenzen, sondern diese
zuweilen als Synonym verwendet haben. In der Literaturgeschichte des 19. und 20.
Jahrhunderts wird in der Regel nicht genau zwischen kinder- und jugendliterarischen
Werken unterschieden. Die Verfasser verwendeten die Bezeichnung "Kinderschrift",
"Kinderbuch", "Jugendroman" und "Jugendlektüre", ohne die Unterschiede und eine

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Tendenz zu benennen, die sich auch bei den Kinderliteraturgeschichten von Adelbert
Merget im Jahr 1866 (vgl. Merget 1866), Wilhelm Fricke im Jahr 1886 (vgl. Fricke
1886) und Irene Dyrenfurth-Gaebsch im Jahr 1967 beobachten lässt (vgl. Dryenfurth-
Gaebsch 1967).
Am häufigsten wird die Umschreibung "Kinder- und Jugendschriften" gewählt. Im
Verlauf des 19. Jahrhunderts wird der Begriff "Jugendliteratur" oder "Jugendschriften"
als Bezeichnung für die gesamte Literatur für Kinder und Jugendliche favorisiert. Der
Begriff "Kinder- und Jugendliteratur" setzt sich dagegen erst gegen Mitte des 20.
Jahrhunderts durch. In der deutsch- und englischsprachigen Literaturforschung tau-
chen in einigen Studien die Definition für Kinder- und Jugendliteratur als Gattung be-
ziehungsweise Genre auf.
Diese verwirrende Begriffsvielfalt verdeutlicht auf der einen Seite, dass der Gegen-
standsbereich der Kinderliteraturforschung überaus vielfältig ist, auf der anderen Sei-
te wird aber auch ersichtlich, dass es bislang noch zu keiner deutlichen Definition in
der Literaturforschung der Kinder- und Jugendliteratur gekommen ist.
3. Definition der modernen Kinder- und Jugendliteratur
Dennoch gibt es mehrere Definitionen von Kinder- und Jugendliteratur für das gesell-
schaftliche Verständnis. Es kann zum einen als Literatur für Kinder und Jugendliche,
aber auch als Literatur von Kindern und Jugendlichen verstanden werden. Ganz all-
gemein handelt es sich bei Kinder- und Jugendliteratur um eine Sammlung von litera-
rischen Werken und bei Kinder- und Jugendbüchern um eine spezielle Gruppe von
Medienprodukten. Dennoch hat von Anfang an die Bedeutung der Literatur für Kin-
der- und Jugendliche überwogen, obwohl es nachweislich auch von Kindern und Ju-
gendlichen geschaffene Literatur gibt. Der Begriff umfasst nicht nur Prosa für Kinder
und Jugendliche, sondern auch Bilderbücher, Kinderlyrik und Kindertheater. Hierzu
gehören die von Kindern erfundenen Verse und Reime, die meist mündlich weiterge-
geben wurden, aber auch umfangreiche Texte, wie das Tagebuch der Anne Frank.
Kinder- und Jugendliteratur steht in enger Verbindung mit anderen Kindermedien,
wie zum Beispiel Kinderfilme, Hörbücher, Comics und Computerspiele.

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Obwohl es mittlerweile ein fast unüberschaubares Angebot an Medien für Kinder und
Jugendliche gibt, spielt das Buch weiterhin und immer noch eine vorreitende Rolle.
Im Zuge der Möglichkeiten, die das Internet mit Publikationen, Blogs und Fan Fiction
bietet, nimmt die literarische Textproduktion von Kindern und Jugendlichen kontinu-
ierlich zu, so dass sich hier ein neuer Zugang zur Kinder- und Jugendliteratur eröff-
net.
Allgemein kann man Kinder- und Jugendliteratur als Oberbegriff für die gesamte, für
noch nicht erwachsenen Leser bestimmte, Produktion von literarischen Werken an-
sehen. Diese ist in der Regel von Erwachsenen verfasst und von Kindern und Ju-
gendlichen vorgetragen, vorgelesen oder selbst gelesen. So bilden Kleinkindbilder-
bücher für Kinder ab dem Alter von 10 bis 12 Monaten den Anfang und schließen mit
Romanen für junge Erwachsene im Alter von 20 Jahren ab. Das Spektrum der Litera-
tur umfasst alle Gattungen und alle Genres, die auch in der Literatur für Erwachsene
zu finden sind. Die Kinder- und Jugendliteratur ist historisch immer auf die Erwach-
senenliteratur bezogen und gehörten demnach zusammen. Die Literaturgattung
nimmt alle Strömungen auf und ist demnach in allen Genres vertreten. Neben fiktio-
nalen Werken gehören zur Kinder- und Jugendliteratur noch die Sachliteratur, sowie
Zeitschriften und Comics für Kinder und Jugendliche.
Die in Printmedien, wie Bücher und Zeitschriften, veröffentlichte Kinder- und Jugend-
literatur ist zugleich Bestandteil der Kinder- und Jugendmedien, zu denen noch die
audiovisuellen Medien, wie Hörbücher, Fernsehen und Filme, sowie die interaktiven
Medien, wie Computerspiele, E-Books und Internet, gehören. In der deutschsprachi-
gen Forschung hat man hierfür den Begriff Kinder- und Jugendliteratur vorgeschla-
gen. Über die genannten medialen Formen hinaus gibt es Werke und Medien, die
zwar von Kindern und Jugendlichen gehört, gesehen und gelesen werden, wie etwa
Erwachsenenliteratur, Zeitungen, Zeitschriften, Comics und Fachliteratur sowie Filme
und Computerspiele für Erwachsene, aber nicht für diese Zielgruppe geschaffen .
Nicht nur das Bilderbuch, sondern auch der Comic und der Manga für Kinder sowie
illustrierte Kinder- und Jugendbücher zeichnen sich durch einen hohen Bildanteil
aus. Die Interaktion von Bild und Text, sowie Ton spielen darüber hinaus im Film, in
Computerspielen und im Internet eine tragende Rolle. Die Mediengeschichtswissen-
schaft hat das Bilderbuch, Comic und den Manga bislang nur nebensächlich behan-

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delt. Erst in der letzten Zeit widmen sich einzelne Geschichtswissenschaftler und Li-
teraturforscher der geschichtlichen Entwicklung des illustrierten Buches.
Über diese Unterscheidungen hinaus hat man in der deutschen Kinderliteraturfor-
schung mehrfach den Versuch unternommen, das breite Spektrum der Kinder- und
Jugendliteratur genauer zu spezifizieren, indem man verschiedene Kategorien vor-
geschlagen hat. Die intentionale Kinder- und Jugendliteratur, welche die Gesamtheit
der für Kinder und Jugendliche als geeignet empfundene Literatur beinhaltet. Die
spezifische Kinder- und Jugendliteratur, welche die Gesamtheit der für Kinder und
Jugendlichen geschriebenen Literatur beinhaltet. Die sanktionierte Kinder- und Ju-
gendliteratur, deren Texte von einem gesellschaftlich autorisierten Gremium zur ge-
eigneten Kinder- und Jugendlektüre erklärt worden sind.
In der Kinder- und Jugendliteratur sind ferner die Schulbuchliteratur und die soge-
nannte Kindheitsliteratur zu unterscheiden. Die Schulbuchliteratur, wozu unter ande-
rem die Fibel, Lesebücher und Fachbücher für den schulischen Sach- und Sprachun-
terricht gehören, ist zwar auch für Kinder und Jugendliche geschrieben worden und
war bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts eng mit der Kinder- und Jugendliteratur ver-
bunden. Mittlerweile wird dieser Bereich als eigenständig angesehen, der von der
Schulbuchforschung und der Literaturdidaktik untersucht wird. Zur Kindheitsliteratur
dagegen rechnet man diejenigen fiktionalen Werke der Erwachsenenliteratur, in de-
nen der Werdegang von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt steht. Hierzu gehö-
ren unter anderem Kindheitsautobiographien, Entwicklungsromane und Schülerro-
mane, sofern diese für eine erwachsene Leserschaft verfasst worden sind.
4. Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur
Literarische Werke für minderjährige Leser werden oft für ein bestimmtes Lesealter
verfasst. Einige Sagen oder Romane aus früheren Jahrhunderten gelten als zeitlose
Klassiker. Sie erscheinen in für Kinder und Jugendliche bearbeiteten Neufassungen
beziehungsweise Nacherzählungen. Kinderbücher werden außerdem meist durch
Illustrationen ergänzt, wobei der Bildanteil den Wortanteil um so mehr übertreffen
kann, je jünger die anvisierte Zielgruppe ist.
Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Verlagsgeschichte. Die Kinder- und Jugendliteratur als Weltbestseller des 20. und 21. Jahrhunderts
Hochschule
Universität Potsdam
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
21
Katalognummer
V387536
ISBN (eBook)
9783668615250
ISBN (Buch)
9783668615267
Dateigröße
569 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
verlagsgeschichte, kinder-, jugendliteratur, weltbestseller, jahrhunderts
Arbeit zitieren
Jo Mark (Autor), 2015, Verlagsgeschichte. Die Kinder- und Jugendliteratur als Weltbestseller des 20. und 21. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387536

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