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Freier Wille. Determinismus und Kompatibilismus

Titel: Freier Wille. Determinismus und Kompatibilismus

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 28 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jascha Daniló Jung (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Thema „Freier Wille" ist von fundamentaler Bedeutung für das Selbstverständnis aller Menschen. Es scheint selbstverständlich zu sein, einen freien Willen bei allen Menschen vorauszusetzen. Eine gegenteilige Behauptung hätte weitreichende Konsequenzen in allen Lebensbereichen.

Doch worauf lässt sich der freie Wille überhaupt begründen? Haben ihn – etwa von Geburt aus - alle Menschen? Hat ihn ein neugeborenes Kind genauso wie ein erwachsener Mensch, der bereits zahllose Entscheidungen treffen musste; Entscheidungen von denen man behaupten würde, er habe sie aus freiem Willen getroffen und hätte sich daher auch anders entscheiden können? Haben Tiere auch einen freien Willen? Etwa alle Lebewesen? Gibt es hier keine Grenzen? Und wenn doch, wo liegen sie? Inwiefern können psychologische und physiologische Eigenschaften eines Menschen, inwiefern Krankheiten und andere Veränderungen die Fähigkeit zum „selbst entscheiden“ beeinträchtigen?

Die Frage nach dem freien Willen ist also ganz und gar nicht so offensichtlich und einfach zu beantworten, wie man zunächst annehmen könnte. Es betrifft essenzielle Grundlagen der menschlichen Existenz und spielt eine herausragende Rolle in Politik, Religion, Moral und vielen weiteren Gebieten der menschlichen Koexistenz.

Es stellt sich daher also die Frage, inwiefern eine Kritik an dem soeben vorausgesetzten, „intuitiven“ Verständnis des freien Willens angebracht ist. Worauf lässt sie sich begründen? Welche Konsequenzen ergeben sich aus ihr, und welche Alternativen gibt es?

Auch wenn es wenig Vorstellungskraft bedarf, um zu der – zugegeben etwas intuitiven – Erkenntnis zu gelangen, dass sich diese Fragen nicht (oder vielleicht noch nicht?) abschließen klären lassen, so ist eine eingehende Auseinandersetzung mit diesem Thema durchaus attraktiv und lohnend. Sie ermöglicht interessante Blickwinkel auf das menschliche Dasein und die Gesellschaften, in denen wir leben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Freier Wille, Determinismus und Kompatibilismus

3. Sam Harris - „Free Will“

3.1 Motivation und Ziele

3.2 Die Argumentationslinie

3.3 Konsequenzen und moralische Verantwortung

3.3.1 Moralische Verantwortung

3.3.2 Schlussbemerkungen

4. Wolfgang Detel – Geist und Kompatibilismus

4.1 Repräsentationalität und Emotionen

4.2 Detels Ansatz

5. Konklusion und Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Vorstellung eines freien Willens und der deterministischen Sichtweise der modernen Neurobiologie, wobei sie insbesondere die Ansätze von Sam Harris und Wolfgang Detel vergleichend analysiert.

  • Die kritische Auseinandersetzung mit der Existenz des freien Willens vor dem Hintergrund deterministischer Prozesse.
  • Die Untersuchung der Frage nach moralischer Verantwortung in einer Welt ohne freien Willen.
  • Der Vergleich zwischen Harris' inkompatibilistischer Sichtweise und Detels kompatibilistischem Rahmenmodell.
  • Die Analyse der Bedeutung von Geist, Repräsentationalität und neuronalen Prozessen für die philosophische Debatte.

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Argumentationslinie

Harris unterstreicht zunächst anhand einer Geschichte zweier verurteilter Mörder sein Verständnis, was es bedeuten würde den Platz mit einer Person zu tauschen. Ein Tausch „Atom für Atom“ würde uns nicht nur in „die Lage, den Körper“ derjenigen Person versetzen, sondern tatsächlich würde man zu dieser Person werden. Das heißt, dass Harris davon ausgeht, dass es keinen „Extra-Part“ eines Menschen gibt, der außerhalb der physischen Gegebenheit desjenigen Individuums liegt. Gedanken, Erinnerungen, und Gefühle sind daher also nur bestimmte materielle Zustände des Gehirns. Als typisches Beispiel einer Auffassung zu Gunsten des freien Willens, nennt Harris die Vorstellung einer Seele, die tatsächlich etwas individuelles sein soll, und unabhängig vom Körper eines Menschen existiere. Harris argumentiert jedoch, dass auch hier niemand für seine Seele „verantwortlich“ wäre, eine gute oder schlechte Seele vollkommen zufällig wäre. Eine solche Vorstellung trägt nach Harris also nicht zur Lösung des Problems des freien Willens bei.

Nach der deterministischen Sicht folgen daraus für Harris zwei mögliche Szenarien: 1) eine erste unbekannte Ursache führt deterministisch zu den Gedanken und Handlungen der Menschen; niemand trägt die direkte Verantwortung für seinen Willen. 2) Zufällige Ereignisse führen zu den Gedanken und Handlungen der Menschen; niemand trägt die Verantwortung für seinen Willen.

Es wird deutlich, dass aus beiden Annahmen schwerwiegende Konsequenzen für die Autonomie und die moralische Verantwortlichkeit der Menschen folgen. Wie genau soll der Mensch nun mit dieser ersten Erkenntnis umgehen?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das fundamentale Thema des freien Willens ein und stellt die Relevanz der Untersuchung im Kontext von Politik, Moral und Religion dar, während sie den Text von Sam Harris als Diskussionsgrundlage einführt.

2. Freier Wille, Determinismus und Kompatibilismus: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Determinismus und Kompatibilismus sowie die verschiedenen philosophischen Strömungen, die das Verhältnis von Willensfreiheit und Kausalität beschreiben.

3. Sam Harris - „Free Will“: Das Kapitel bietet eine ausführliche Analyse der Argumentation von Sam Harris, der den freien Willen als Illusion betrachtet und die Bedeutung unbewusster neurobiologischer Ursachen für menschliche Handlungen betont.

4. Wolfgang Detel – Geist und Kompatibilismus: Hier wird der Ansatz von Wolfgang Detel vorgestellt, der versucht, einen kompatibilistischen Rahmen zu schaffen, indem er den Geist als spezifische Eigenschaft betrachtet, die in neuronalen Strukturen verankert ist.

5. Konklusion und Schluss: Der abschließende Teil fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass beide Autoren trotz unterschiedlicher Methodik – Introspektion bei Harris versus philosophische Systematik bei Detel – weitgehend von ähnlichen neurobiologischen Prämissen ausgehen.

Schlüsselwörter

Freier Wille, Determinismus, Kompatibilismus, Neurobiologie, Moralische Verantwortung, Geist, Repräsentationalität, Inkompatibilismus, Kausalität, Philosophie, Existenzialismus, Bewusstsein, Hirnforschung, Ethik, Post hoc description

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen und neurobiologischen Frage, ob der Mensch über einen freien Willen verfügt oder ob menschliche Entscheidungen deterministisch durch neuronale Prozesse vorgegeben sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen Determinismus und Freiheit, die Frage der moralischen Verantwortung bei fehlender Willensfreiheit sowie die Abgrenzung von kompatibilistischen und inkompatibilistischen Positionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Positionen von Sam Harris und Wolfgang Detel gegenüberzustellen, um zu beleuchten, wie moderne naturwissenschaftliche Erkenntnisse unser Verständnis von Freiheit, Verantwortung und dem menschlichen Geist beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die durch Textanalyse, philosophische Argumentation und den Abgleich mit neurobiologischen Forschungsergebnissen methodisch vorgeht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit Sam Harris’ These der Willensfreiheit als Illusion sowie eine Analyse von Wolfgang Detels Versuch, einen kompatibilistischen Rahmen für eine Theorie des Geistes zu entwerfen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Determinismus, Kompatibilismus, neuronale Korrelate, mentale Verursachung, moralische Verantwortung und die Unterscheidung von psychologischen und physikalischen Ebenen charakterisiert.

Inwiefern unterscheidet sich Detels Ansatz von dem von Harris bezüglich des Determinismus?

Während beide den Determinismus als Faktum anerkennen, versucht Detel – im Gegensatz zu Harris – diesen mit der menschlichen Intuition von Autonomie zu versöhnen, indem er den Geist als spezifische Eigenschaft und nicht als einfache Materie definiert.

Wie bewerten die Autoren die Rolle der moralischen Verantwortung?

Harris schlägt eine graduelle moralische Verantwortung vor, die nicht auf einem freien Willen, sondern auf dem Charakter basiert. Detel hingegen sucht nach einem theoretischen Rahmen, der die Möglichkeit mentaler Verursachung und damit autonome Handlungen stützt.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Freier Wille. Determinismus und Kompatibilismus
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Recherche und Reflexion: Theoretische Philosophie
Note
1,3
Autor
Jascha Daniló Jung (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
28
Katalognummer
V387555
ISBN (eBook)
9783668617490
ISBN (Buch)
9783668617506
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Freier Wille Determinisus Kompatibilismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jascha Daniló Jung (Autor:in), 2015, Freier Wille. Determinismus und Kompatibilismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387555
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Leseprobe aus  28  Seiten
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