Hat der Reitsport gesundheitsfördernde Auswirkungen?

Gesundheitspsychologische Theorien und empirische Ergebnisse


Bachelorarbeit, 2017

46 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Die gesundheitsfördernden Auswirkungen des Reitsports.
5
,,Das Pferd lehrt den Menschen Selbstbeherrschung, Konsequenz und Einfühlung in Denken
und Empfinden eines anderen Lebewesens - es fördert also Eigenschaften, die für unseren
Lebensweg außerordentlich wichtig sind."
(Alois Podhajsky)
Für Vinur frá Syðra-Vallholti (1991 ­ 2015)

Die gesundheitsfördernden Auswirkungen des Reitsports.
6
INHALTSVERZEICHNIS
Abbildungsverzeichnis 4
Zusammenfassung
5
1.
Einleitung
6
2.
Die
Pferd-Mensch-Beziehung
und
ihre
Wirkung
8
3. Gesundheitsförderung
durch
körperliche
Aktivität ­ theoretische Hintergründe
10
3.1.
Gesundheitssport
12
3.1.1.
Physische
Komponente
13
3.1.2.
Psychische
Komponente
13
3.2. Reiten und die sechs Kernziele des Gesundheitssports
14
3.2.1. Kernziel 1 ­ Stärkung physischer Gesundheitsressourcen
15
3.2.2. Kernziel 2 ­ Prävention von
Risikofaktoren
17
3.2.3. Kernziel 3 ­ Stärkung psychosozialer Ressourcen
18
3.2.4. Kernziel 4 ­ Bewältigung von Beschwerden und Missbefinden
18
3.2.5. Kernziel 5 ­ Bindung an gesundheitssportliches Verhalten
19
3.2.6. Kernziel 6 ­ Schaffung und Optimierung unterstützender Settings
20
4. Die gesundheitsfördernde Auswirkung des Reitsports ­ Erklärung anhand
gesundheitspsychologischer
Theorien
20
4.1. Reiten und die Theorie des geplanten Verhaltens
23
4.2. Reiten und das Transtheoretische Modell
27
4.3.
Reiten
und
die
Flow-Theorie
31
4.4.
Reiten
und
das
Sport-Kommitment-Modell
35
5. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen bezüglich der gesundheitsfördernden
Auswirkungen
des
Reitsports
39
6.
Literaturverzeichnis
42

Die gesundheitsfördernden Auswirkungen des Reitsports.
7
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Drei-Phasen-Modell: Gesundheitliche Beeinträchtigungen in Folge einer
langfristigen
Inaktivität 9
Abbildung
2:
Kernziele
von
Gesundheitssport
13
Abbildung 3: Überblick über die im Rahmen dieser Arbeit vorgestellten Theorien und
Modelle zur Erklärung der gesundheitsfördernden Auswirkungen des Reitsports
21
Abbildung 4: Hypothesenmodell zur Motivation der Sportteilnahme
22
Abbildung 5: Stadien der Verhaltensänderung und beispielhafter Entwicklungsverlauf 26
Abbildung 6: Auslösebedingungen des Flow-Erlebens
29
Abbildung 7: Komponenten des Sport-Kommitment-Modells und ihre Einflussrichtung 34

Die gesundheitsfördernden Auswirkungen des Reitsports.
8
Zusammenfassung
Im Rahmen dieser Arbeit wurden vier verschiedene Theorien der Gesundheits-und
Sportpsychologie bezüglich der Erklärung einer möglichen gesundheitsfördernden
Auswirkung des Reitsports betrachtet. Um die generelle Eignung des Reitens als
Gesundheitssport zu klären, fand zuvor eine Überprüfung dieser Aktivität anhand der sechs
Kernziele des Gesundheitssports statt. Dabei ließ sich feststellen, dass Reiten zu einer
positiven Beeinflussung der Haltung sowie des gesamten Stütz-und Bewegungsapparates,
einer Verbesserung der Koordination, Entspannungsmöglichkeiten und Stressabbau auf
psychischer Ebene und ganz allgemein zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit führen
kann. Jedoch bedarf es gerade im physischen Bereich weiteren Untersuchungen, da sich die
Forschungslage im Bezug auf das Reiten als Sport und seine Wirkungen auf den
menschlichen Körper im Sinne einer Förderung der Gesundheit bisher noch sehr
überschaubar darstellt. Mit Hilfe der verschiedenen Theorien und Modelle wurde im
Anschluss versucht, die Bildung einer Intention und Bindungsmotivation als Grundlage für
eine effektive Gesundheitsförderung zu erklären und auf den Reitsport anzuwenden.
Wichtige Determinanten dabei stellen die Selbstwirksamkeit, die individuelle
Kompetenzwahrnehmung sowie das Nichtvorhandensein möglicher Barrieren und
Hindernisse dar.

Die gesundheitsfördernden Auswirkungen des Reitsports.
9
1 Einleitung
,,
Sich mit dem Pferd zu beschäftigen und sich auf dessen Rücken zu schwingen, sind
für die Betroffenen bald alltägliche, bald aber auch außergewöhnliche körperliche
Tätigkeiten. Mit diesen Tätigkeiten verbinden die Reiterinnen und Reiter bestimmte
Intentionen und Befindlichkeiten, das heißt, sie erleben ihr physisches Tun in
bestimmter Weise. Mit dem Pferd umzugehen und zu reiten, stellen also sowohl
körperliche Aktivitäten als auch Erlebnisse dar" (Meyer, 2012, S. 7).
In der breiten Öffentlichkeit erfolgt ein zunehmendes Umdenken der Wahrnehmung
des Pferdes ­ weg von der rein leistungsorientierten Sichtweise als Sportpferd für Turniere
hin zu einem umfassenderen Blick, welcher neben einer Erlebniskomponente mit Freude und
Spaß am Reiten auch die der Gesundheitsförderung umfasst. Gerade in der heutigen
bewegungsinaktiven Zeit spielt die Förderung der eigenen Gesundheit sowie die Prävention
von vor allem chronisch-degenerativen Krankheiten in unserem Gesundheitssystem eine
immer größere Rolle. Der Risikofaktor ,,Bewegungsmangel" stellt dabei ein zentrales
Gesundheitsproblem dar und beansprucht schon 20-25% der gegenwärtigen
Krankheitskosten für sich. Vor diesem Hintergrund wird eine Verankerung sportlicher
Tätigkeiten in den Alltag so wichtig wie nie. Eine große Anzahl epidemiologischer Studien
bestätigt außerdem eindeutig den Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität,
Gesundheit und auch ganzheitlichem Wohlbefinden (Vogt & Neumann, 200).
Aus meiner eigenen, mittlerweile über 25-jährigen Reiterfahrung heraus entstand
daher die Grundidee der vorliegenden Arbeit, welche den Fokus auf die Möglichkeit einer
sportlichen Ausübung des Reitens und daraus resultierenden Förderung der physischen
sowie psychischen Gesundheit legen soll. Dabei kam die Frage auf, wie diese
gesundheitsfördernden Auswirkungen erklärt werden könnten und unter welchen Umständen
Menschen überhaupt die Intention und Motivation entwickeln, mit dem Reiten zu beginnen
und dadurch die Chance einer Gesundheitsförderung wahrnehmen. Mit Hilfe der Anwendung
von vier verschiedenen Theorien der Gesundheits-und Sportpsychologie auf den Reitsport
wird daher versucht zu ergründen, inwiefern der Umgang mit sowie das Reiten auf dem
Pferd dazu beitragen, Menschen zu einer intensiveren körperlichen Aktivität zu motivieren.
Kapitel zwei befasst sich einleitend mit der Beziehung zwischen Mensch und Pferd.
Es wird versucht, ein Grundverständnis für die Faszination zu erhalten, welche von diesem
Tier ausgeht und sicherlich einen großen Anteil dazu beiträgt, dass der Mensch letztendlich
bereit dazu ist, durch das Reiten ein aktiveres Leben zu führen und sein Verhalten langfristig
dahingehend zu verändern. Weiterhin werden in diesem Zusammenhang das Phänomen der

Die gesundheitsfördernden Auswirkungen des Reitsports.
:
Du-Evidenz sowie die Biophilie-Hypothese erklärt. Beide Theorien erläutern die Wichtigkeit
des Aufbaus einer Bindung zum Pferd und das daraus resultierende Beziehungserleben.
Im anschließenden dritten Kapitel erfolgt eine theoretische Einordnung der
Gesundheitsförderung durch körperliche Aktivität. Vor dem Hintergrund des Risikofaktors
eines bewegungsarmen Alltags wird der Gesundheitssport mit seiner physischen und
psychischen Komponente erläutert und dessen Stellenwert hinsichtlich des Aufbaus und der
Stärkung von Gesundheitsressourcen betont. Anschließend werden die sechs Kernziele des
Gesundheitssports auf das Reiten angewendet, um die grundlegende Eignung dieses Sports
als Gesundheitsförderung im Sinne der Entstehung und des Erhalts der Gesundheit sowie
die Bedingungen einer Bindung an gesundheitssportliches Verhalten zu überprüfen.
Darauf aufbauend widmet sich Kapitel vier der Erklärung dieser möglichen
gesundheitsfördernden Auswirkungen anhand von vier verschiedenen gesundheits-und
sportpsychologischen Theorien und Modellen. Der Fokus wird dabei auf das Herausbilden
einer Intention bzw. Motivation zur regelmäßigen und kontinuierlichen Ausübung des
Reitsports gelegt, da dies als Grundlage einer Gesundheitsförderung betrachtet werden
kann. Neben der Theorie des geplanten Verhaltens als klassische Theorie der
Gesundheitspsychologie und kontinuierlich-lineares Modell einer
Gesundheitsverhaltensänderung werden weiterhin das Transtheoretische Modell, die Flow-
Theorie sowie das Sport-Kommitment-Modell betrachtet. Die Entscheidung für die
Anwendung des Transtheoretischen Modells wurde aufgrund seiner Berücksichtigung des
Durchlaufens von Stadien sowie der Möglichkeit von Rückfällen und Stagnationen im
Prozess der Verhaltensänderung getroffen, da gerade der Reitsport und das damit
verbundene Agieren mit einem Lebewesen viel Potential für derartige nicht-lineare
Entwicklungen bietet. Persönliche Erfahrungen während des Reitens begründen die
Betrachtung der Flow-Theorie und die eher verhaltene wissenschaftliche Beachtung des
Sport-Kommitment-Modells in den letzten Jahren motivierte zur Anwendung dieser Theorie
im Bezug auf den Reitsport.
Hinsichtlich einer übersichtlichen Darstellung und der Erleichterung des
Verständnisses werden in der vorliegenden Arbeit Personen unabhängig ihres wahren
Geschlechts ausschließlich in der männlichen Form benannt.

Die gesundheitsfördernden Auswirkungen des Reitsports.
;
2 Die Pferd-Mensch-Beziehung und ihre Wirkung
,,
Es ist der Stoff, aus dem die Träume sind: die Partnerschaft zwischen Mensch und
Pferd. Zwei Wesen, die doch im Laufe der Jahrtausende zueinandergefunden und
einander treu geblieben sind" (Wolframm, 2012, S. 5).
Bevor in dieser Arbeit detailliert auf das Reiten als Gesundheitssport eingegangen wird, ist
es zunächst sinnvoll, die Beziehung zwischen Mensch und Pferd sowie deren Wirksamkeit
genauer zu betrachten, um zu verstehen, warum gerade diese einen ausschlaggebenden
Punkt für eine gelingende Verhaltensänderung und Bindung an den Sport darstellt.
Der Kontakt sowie eine daraus resultierende Beziehung zu anderen Lebewesen war
für den Mensch historisch betrachtet stets eine Anregung für dessen Entwicklung und
beeinflusste sein Verhalten und Befinden. So änderte sich im Wandel der Zeit der Blickpunkt
auf die Rolle des Pferdes, welches über die Aufgabe als Nahrungsquelle und reines
Arbeitstier hinaus zu einem Partner und Freund wurde. Grundlage dieser veränderten
Sichtweise ist unter anderem die Fähigkeit des Menschen, dem Pferd eine Persönlichkeit
zuzuschreiben, es damit als ,,Du" zu erleben und zu respektieren (Vernooij & Schneider,
2010). ,,Tiere als Individuen mit menschlichen Eigenschaften zu sehen, ist eine wichtige
Grundlage für ein Gefühl der Verbundenheit [...] und wird das eigene Verhalten gegenüber
[ihnen] prägen" (Saumweber, 2009, S. 87).
Der deutsche Denk- und Sprachpsychologe Karl Bühler (1879 ­ 1963) nannte diese
beschriebene Fähigkeit 1922 erstmals Du-Evidenz. Dabei bezog er seine Überlegungen
jedoch ausschließlich auf den zwischenmenschlichen Bereich. Neun Jahre später übertrug
der Soziologe Theodor Geiger (1891 ­ 1952) den Begriff im Rahmen seines Aufsatzes ,,Das
Tier als geselliges Subjekt" erstmals auf die Tier-Mensch-Beziehung. Für die Entwicklung der
Du-Evidenz spielen hierbei ganz besonders die persönlichen Erfahrungen sowie eine
authentische Gefühlslage für das Gegenüber eine große Rolle. Geiger geht davon aus, dass
es unter diesen Voraussetzungen möglich ist, Empathie für Tiere zu empfinden. Gerade das
Pferd, welches als sozial lebendes Tier dem Menschen sehr ähnliche Grundbedürfnisse
besitzt, wird als adäquater Begleiter für emotionale und soziale Beziehungen erkannt
(Vernooij & Schneider, 2010). Seine Beziehungsfähigkeit bedarf dabei keiner verbalen
Kommunikation, allein die Körpersprache reicht aus, um zum Beispiel Dienstbereitschaft
oder auch Ablehnung auszudrücken. Johannes Vossberg (2004) teilt die vom Pferd durch
sein Verhalten vermittelten Beziehungsinhalte in Zuwendung und Abgrenzung sowie
Eindeutigkeit und Offenheit ein. Der Mensch erfährt Zuwendung durch das Pferd, indem es
ihm zum Beispiel den Kopf entgegenstreckt, ihn neugierig anstupst oder einfach nur
Blickkontakt aufbaut. Dadurch erhält das menschliche Bedürfnis der Anerkennung sowie

Die gesundheitsfördernden Auswirkungen des Reitsports.
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Akzeptanz eine Befriedigung, der Mensch fühlt sich wahrgenommen. Weiterhin entsteht
durch ein Streicheln des Pferdes und dem damit verbundenen Erleben der Körperwärme
eine bereits sehr intensive Nähe. Im Gegensatz dazu steht die Abgrenzung, welche ebenso
bedeutsam für den Beziehungsaufbau zwischen Mensch und Pferd ist. Durch Abgrenzung
wird eine gewisse Eigenständigkeit vermittelt, kein Individuum ist vom jeweils anderen
abhängig. Das Pferd demonstriert diese Abgrenzung schon allein durch seine Größe und
Körpermasse. Aber auch ein bewusstes Abwenden vom Mensch, zum Beispiel bei nicht
angemessenen Verhalten dem Pferd gegenüber, zeigt Grenzen auf. Weiterhin besteht durch
die ausschließliche Kommunikation auf der Ebene der Körpersprache eine Eindeutigkeit, die
sich direkt in den Bewegungen oder dem Verhalten des Pferdes äußert. Diese Signale
vermitteln Ehrlichkeit, Authentizität sowie Offenheit und wirken sich positiv auf das
Beziehungserleben aus (Vossberg, 2004). Ist der Mensch bereit, sich auf diese Ebene der
Kommunikation einzulassen und mit einer gewissen Feinfühligkeit darauf zu reagieren, kann
eine Du-Evidenz aufgebaut werden. Das Pferd bietet dem Mensch dabei vollkommen neutral
und ohne spezielle Bedingungen eine Beziehung an, was die menschliche Motivation der
Kontaktaufnahme positiv beeinflusst. Pferde streben, bedingt durch ihr soziales Wesen, stets
nach Gesellschaft. Sie ,,[...] akzeptier[en] den Menschen als soziales Wesen und [lassen]
sich von ihm führen, wenn er als ranghöher angesehen wird" (Kilian, 2014, S. 22).
Die menschliche Affinität zu Tieren beschreiben auch Kellert und Wilson (1993) in der
auf der Evolutionslehre begründeten Biophilie-Hypothese. Im Gegensatz zur Du-Evidenz,
welche auf psychischen Wirkmechanismen beruht, strebt der Mensch hier genetisch bedingt
nach einer Verbindung mit der unbelebten sowie auch der belebten Natur, da er ,,[...] aus
dem Verhalten der Tiere Informationen über seine Umwelt erhalten [kann], die er wiederum
für sein eigenes Leben und Überleben verwertet" (Frömming 2006, S. 18). Durch die
kognitive, physische und auch emotionale Hinwendung des Menschen zur Natur und zum
Leben kann nach Kellert (1993) eine gesunde Entwicklung resultieren. Einen Schritt weiter
geht der Entwicklungspsychologe Erhard Olbrich: für ihn können sich ,,[...] Menschen, die in
einer nur urban und technologisch geprägten Umwelt aufwachsen, nicht vollständig
emotional und kognitiv entwickeln [...]" (Schöll, 2015, S. 7).
All diese, im Rahmen der vorliegenden Arbeit und ihrem Hauptthema der
gesundheitsfördernden Auswirkungen des Reitsports nur kurz beleuchteten, Ansätze einer
Mensch ­ Tier ­ Beziehung können als eine nicht zu unterschätzende Grundlage für eine
Verhaltensänderung und damit einhergehenden Bindung an das Reiten als Sport zur
Verbesserung und Erhaltung der eigenen Gesundheit gesehen werden. Das Pferd als
Lebewesen und der Umgang mit diesem stellt den Mensch vor eine emotionale
Herausforderung. Inga Wolframm (2012) tituliert sogar: ,,Ein Pferd ist kein Fahrrad! Man kann
zwar auf beiden reiten, aber ein Fahrrad kann man nach einem gelungenen Ausflug in die

Die gesundheitsfördernden Auswirkungen des Reitsports.
43
Garage, den Keller oder Schuppen stellen. Dort wartet es dann geduldig, bis man es wieder
einmal braucht" (ebd., 2012, S. 12). Reiten ist für Meyer (2012) ,,[...] etwas anderes als nur
Sport" (ebd., 2012, S. 63), man ist kein Einzelkämpfer sondern agiert zusammen mit dem
Pferd als Team. Dies kann den Selbstwert des Reiters deutlich steigern, gute Leistungen des
Pferdes werten die eigene Person auf. Aber auch die Tatsache, dass das Reiten ganz
spezielle Anforderungen an den menschlichen Körper stellt, vor allem im Bezug auf die Kraft
und Ausdauer seiner Muskulatur sowie die allgemeine Bewegungskoordination, sprechen
deutlich für das Ausüben dieses Sports zur Förderung der eigenen Gesundheit (Lötzerich &
Bojer, 1995). Bevor nun versucht wird, die Frage nach den gesundheitsfördernden
Auswirkungen des Reitsports und der Erklärung dieser anhand verschiedener gesundheits-
und sportpsychologischer Theorien zu begründen, widmet sich das folgende Kapitel
bestimmten Grundlagen der Gesundheitsförderung durch körperliche Aktivität um ein
besseres Verständnis für den theoretischen Hintergrund zu schaffen.
3 Gesundheitsförderung durch körperliche Aktivität ­ theoretische
Hintergründe
,,Orandum est, ut sit mens sana in corpore sano" ­ schon Juvenal, ein römischer
Satirendichter, erkannte im ersten Jahrhundert nach Christi, dass ein gesunder Geist in
einem gesunden Körper wohnt. Nahezu jeder Mensch strebt elementar nach Gesundheit und
dieses Bedürfnis begründet spätestens seit der Definition von Gesundheit als Zustand
vollkommenen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens im Rahmen der Ottawa-
Charta der Weltgesundheitsorganisation (1986) das Wohlbefinden als ,,zentrale[n] Indikator
für den Gesundheitszustand der Person [...] (Mayring, 2003, S. 1). Die explizite Förderung
der Gesundheit durch eine Stärkung der Gesundheitsressourcen ist zu einer zentralen
Aufgabe der gesamten Gesellschaft geworden. Gesundheitsförderung meint dabei
insbesondere einen Aufbau von gesunden Verhaltensweisen sowie gleichzeitig die
Vermeidung von Erkrankungen durch die Entwicklung individuell subjektiv und objektiv
wahrgenommener Potenziale zur Bewältigung von Konflikten, Belastungen und
Anforderungen und daraus hervorgehend die Herstellung eines physischen und psychischen
Wohlbefindens (Bös & Brehm, 2006). Gesundheit ist daher nicht nur ein Zustand der
Abwesenheit von Krankheit sondern ein vom Einzelnen aktiv beeinfluss-und steuerbarer
Prozess (Bürklein, 2007). Gerade die körperliche Inaktivität ist laut des 2002 veröffentlichten
Berichtes der Weltgesundheitsorganisation in den Industrieländern eines der am meist
verbreiteten Gesundheitsrisiken (Schlicht & Brand, 2007). Bewegungsmangel unterfordert
das gesamte Körpersystem, es kommt zu einer Degeneration der Muskeln und Organe. Die
Ende der Leseprobe aus 46 Seiten

Details

Titel
Hat der Reitsport gesundheitsfördernde Auswirkungen?
Untertitel
Gesundheitspsychologische Theorien und empirische Ergebnisse
Hochschule
Private Fachhochschule Göttingen  (Psychologie)
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
46
Katalognummer
V387611
ISBN (eBook)
9783668622272
ISBN (Buch)
9783668622289
Dateigröße
905 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
reitsport, auswirkungen, gesundheitspsychologische, theorien, ergebnisse
Arbeit zitieren
Julia Frisch (Autor), 2017, Hat der Reitsport gesundheitsfördernde Auswirkungen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387611

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