Ja! Ja! Japan. Zur Syntax von Schlagzeilen im Sportteil unterschiedlicher Printmedien


Bachelorarbeit, 2012

85 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

1. Einleitung

2. Forschungsstand

3. Schlagzeilen[14], Unterzeilen und Sonderformen

3.1 Definition und Funktion von Schlagzeilen

3.2 Definition und Funktion von Unterzeilen

3.3 Sonderformen

4. Sportberichterstattung in Hinblick auf Schlagzeilen

5. Syntax von Sätzen im Allgemeinen

5.1. Definition des Satzes

5.2. Satzarten

5.3. Syntaktische Einheiten nach Sandig

5.3.1. Verbalsätze

5.3.2. Nominalsätze

5.4. Syntaktische Einheiten nach Jürgens

5.4.1. Nominalkonstruktionen

5.4.2. Infinitiv- und Partizipialkonstruktionen

5.4.3. Konstruktionen ohne Zentralregens

5.4.4. Eingliedrige Einheiten

6. Fehler und Abweichungen in Schlagzeilen

7. Zusammenfassung der Theorien von Sandig und Jürgens

8. Textkorpus und Herangehensweise

9. Anwendung der Definitionen Schlagzeile, Unterzeile und Sonderform auf die BILD HH und die LN

10. Zur Satzdefinition in den Schlagzeilen der BILD HH und LN

11. Zu den Klassifikationen nach Sandig und Jürgens

12. Neue Konstruktion zur Bestimmung der syntaktischen Einheiten in Schlagzeilen der BILD HH und LN

13. Zu den Schlagzeilen der BILD HH und LN

14. Zu den Satzarten in Schlagzeilen

15. Schlagzeilen und Unterzeilen in der BILD HH

15.1. Syntaktische Einheiten der Schlagzeilen

15.2. Satzarten der Schlagzeilen

15.3. Unterzeilen in der BILD HH

16. Schlagzeilen und Unterzeilen in den LN

16.1. Syntaktische Einheiten der Schlagzeilen

16.2. Satzarten der Schlagzeilen

16.3. Unterzeilen in den LN

17.1. In der BILD HH

17.2. In den LN

18. Vergleich der Ergebnisse

18.1. Vergleich der syntaktischen Einheiten in Schlagzeilen

18.2. Vergleich der Satzarten in Schlagzeilen

18.3. Vergleich der syntaktischen Einheiten in Unterzeilen

19. Weitere Auffälligkeiten der Schlagzeilen in BILD HH und LN

20. Zusammenfassung, Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang


1. Einleitung

 

Ja! Ja! Japan (17.7.2011, BILD-Zeitung Hamburg[1]) – mit dieser Schlagzeile feierte die BILD HH am 17. Juli 2011 den Sieg der Japanerinnen bei der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Die Lübecker Nachrichten[2] verkündeten die Neuigkeit mit den Worten Ein Sieg fürs gebeutelte Volk (17.7.2011, LN).

 

Fraglich ist bei diesen Schlagzeileneinheiten, wie man sie syntaktisch erklären kann. Problematisch wird es bei der Bestimmung der Satzglieder, da in beiden Schlagzeilen  kein Verb vorhanden ist. Die Satzgliedbestimmung geht nach Renate Musan immer vom Verb bzw. Prädikat des Satzes aus, denn es ist das Emement, „von dem alles andere im Satz mehr oder weniger abhängt“.[3]

 

Aber wie kann man Schlagzeilen ohne Verb syntaktisch einordnen? Es stellt sich nämlich die Frage, was diese zwei unterschiedlichen Schlagzeilen syntaktisch darstellen sollen.

 

Der Ansatz dieser Arbeit sind die Wortarten, die Aufschluss für die Bestimmung der oben genannten syntaktischen Einheiten geben können. Geht man davon aus, dass eine Wortart die Schlagzeile als syntaktisches Gebilde regiert, könnte die Analyse des Gebildes seinen Ursprung in dem regierenden Wort und seiner Wortart finden.

 

Vorab muss die Frage beantwortet werden, was genau unter Syntax zu verstehen ist. Christa Dürscheid stellt fest, dass die Syntax in vielen Einführungen als die Lehre vom Bau des Satzes beschrieben wird. Sie weist aber darauf hin, dass diese Definition unvollständig ist. Ihrer Ansicht nach handelt es sich bei Syntax nicht nur um die Analyse von Sätzen, sondern sind genauso alle sprachlichen Strukturen Untersuchungsgegenstand der Syntax, „deren gemeinsames Merkmal es ist, dass es sich um Verbindungen oberhalb der Wortebene handelt.“[4] Weiterhin erläutert sie, dass Sätze die obersten Einheiten und Worte die untersten dieser Verbindungen bilden. Über den Satz hinaus gibt es hingegen keine weiteren Analysen innerhalb der Syntax. Die Analyse der Texte gehört bereits in den Bereich der Textlinguistik.[5]

 

Die Motivation diese Arbeit zu verfassen liegt in der Tatsache, dass die BILD-Zeitung häufig als Zeitung begriffen wird, die mehr Bilder als Text enthält und einfach aufgebaut ist. Es ist allerdings nicht geklärt, ob diese Einfachheit auch Einzug in die Syntax der Schlagzeile findet. Um einen Vergleich zu schaffen wurde die Regionalzeitung LN herangezogen. Die Auswahl der beiden Zeitungen ist damit zu begründen, dass ich bei beiden Zeitungen ein redaktionelles Praktikum absolviert habe. Es soll anhand der Analyse von Schlagzeilen festgestellt werden, ob die BILD-Zeitung ihrem Ruf der Einfachheit und Kürze auch in den Schlagzeilen gerecht wird und wie eine Regionalzeitung, wie die LN, im Vergleich dazu abschneidet.

 

Bevor mit der syntaktischen Analyse der Schlagzeilen der BILD HH und LN begonnen werden kann, wird dieser Arbeit zunächst ein theoretisches Gerüst zugrunde gelegt, welches bei der Definition und Einordnung der Schlagzeilen in syntaktische Kategorien helfen soll. Ansätze bieten Barbara Sandig mit ihrer Arbeit hinsichtlich der syntaktischen Klassifikation der Schlagzeile und Frank Jürgens bezugnehmend auf die syntaktischen Konstruktionen in der Sportberichterstattung. Begriffe wie Schlagzeile, Unterzeile, Sonderform und Satz werden definiert, um sie bei der Analyse auf die jeweiligen Zeitungen anwenden zu können. Eine nebensächliche Rolle spielen in der Analyse die Unterzeilen. Sie werden aber trotzdem grob klassifiziert. Des Weiteren werden die Satzarten der Schlagzeilen behandelt, um herauszuarbeiten welche in Schlagzeilen angewendet werden. Schließlich findet auch die Unterscheidung zwischen Fehlern und Abweichungen in Schlagzeilen nach Dittgen Beachtung.

 

Ziel dieser Arbeit ist es, herauszuarbeiten, ob und welche syntaktischen Unterschiede es in den Schlagzeilen der Sportteile der BILD HH und den LN im untersuchten Zeitraum vom 1. September 2011 bis zum 31. Oktober 2011 gibt. Geklärt werden muss, inwiefern die Wortarten hilfreich bei der Bestimmung der Schlagzeile sind und ob Unterschiede bei der Verwendung von Verben in Schlagzeilen zwischen BILD HH und LN vorhanden sind. Das Augenmerk soll dabei auf mögliche Kategorisierungen der Schlagzeilen beider Zeitungen gerichtet werden.

 

2. Forschungsstand

 

Im Forschungsbereich der Zeitungen wurden bisher in unterschiedlichen Richtungen Untersuchungen angestellt. Mit der Schlagzeile anhand unterschiedlichster Beispiele befasste sich schon Barbara Sandig, in denen sie speziell die „syntaktische Typologie der Schlagzeile“ herausarbeitete und „Möglichkeiten und Grenzen der Sprachökonomie“[6] aufzeigte. Des Weiteren bearbeitete Sabine De Knop „metaphorische Komposita in Zeitungsüberschriften“[7], Hartmut Büscher behandelte „Emotionalität in Schlagzeilen der Boulevardpresse“[8] und Andrea Maria Dittgen analysierte wiederum Fehler und Abweichungen unter anderem auch in Zeitungsüberschriften[9].

 

Die Untersuchungen zur Schlagzeile der BILD fallen hingegen spärlicher aus. Der oben genannte Büscher behandelt bei seiner Forschung zur „Emotionalität in Schlagzeilen“ ebendiese aus der BILD-Zeitung. Ekkehart Mittelberg arbeitete ebenfalls mit der BILD-Zeitung und stellte Wortschatz und Syntax[10] heraus. Allerdings untersucht er nicht ausdrücklich die Syntax der Schlagzeilen, erwähnt aber im ersten Teil der Arbeit (Wortschatz) Besonderheiten von Überschriften im Sportteil.

 

Barbara Sandig behandelt in dem Kapitel „Besonderheiten der Bildzeitungsschlagzeilen jenseits der Möglichkeiten der Sprachökonomie“[11] die Auffälligkeiten der BILD-Schlagzeilen und wiederum in einem anderen Kapitel „ein typisches Muster der Sportseite“[12], allerdings werden diese nicht miteinander in Verbindung gebracht.

 

Zu den LN waren keine Arbeiten zu finden, was wohl daher rührt, dass es sich bei dieser Zeitung um eine Regionalzeitung handelt, die sich nicht, wie beispielsweise die BILD-Zeitung, überall erhältlich und so einzigartig ist. Es gibt schließlich keine andere Zeitung, die in solch einem Maße Bilder verwendet.

 

Der Duden „Flickflack, Foul und Tsukahara“ bietet eine gute Möglichkeit Einblicke in den Sport und seine Sprache zu erhalten. Dort erläutert Frank Jürgens die „syntaktischen Formen der Fußballberichterstattung“[13], die unter anderem helfen die Schlagzeilen der BILD HH und LN in syntaktische Kategorien einzuordnen.

 

Insgesamt wurden zu den Einzelnen Themenfeldern dieser Arbeit (Schlagzeilen, BILD-Zeitung, Sportberichterstattung und Syntax) schon Untersuchungen angestellt. Diese wurden jedoch nicht in einen Zusammenhang gestellt, sodass der Bereich Sportschlagzeilen weitestgehend unbehandelt ist.

 

3. Schlagzeilen[14], Unterzeilen und Sonderformen

 

Im Folgenden sollen Schlagzeilen, Unterzeilen und  Sonderformen unterschieden werden, um die syntaktische Analyse der einzelnen Einheiten zu erleichtern.

 

3.1 Definition und Funktion von Schlagzeilen

 

Zunächst sollte der Begriff der Schlagzeile definiert werden, um mit ihm arbeiten zu können. Laut Duden Wörterbuch der deutschen Sprache und Duden Universalwörterbuch handelt es sich bei einer Schlagzeile um „durch große Buchstaben hervorgehobene, besonders auffällige Überschrift eines Beitrags auf der ersten Seite einer Zeitung, einer Zeitungsrubrik“.[15] [16]

 

Durch große Schrift wird also der Blick auf die Seite zuerst auf die Überschriften der einzelnen Artikel gelenkt, welche bei der Selektion, nach für den Leser interessanten und uninteressanten Beiträgen helfen. Büscher stellt ebenfalls fest, „daß Schlagzeilen sehr oft als einziger Teil einer Meldung gelesen werden.“[17]

 

In den häufigsten Fällen ist davon auszugehen, dass die Schlagzeile die Quintessenz des Artikeltextes darstellt. In Ausnahmefällen kommt es vor, dass Gegenteile oder Widersprüche als Überschrift angeführt werden.[18]

 

Reni Ernst stellt fest, dass die Schlagzeile unterschiedliche Funktionen erfüllen kann. „Diese können eine Zusammenfassung des gesamten Textes, die Beschreibung des Wesentlichen, aber auch ein Ergebnis oder die wichtigste Information darstellen.“ Sie kommt auch zu dem Ergebnis, dass die Schlagzeile nicht nur durch ihre Größe vom restlichen Text getrennt wird, sondern auch durch den größeren Zeilenabstand. Aus diesen Merkmalen ergibt sich die Funktion des Aufsehenerregens,[19] denn eine Schlagzeile, die keine Neuigkeit oder ein interessantes Thema hervorbringt, vermittelt auch keinen spannenden Artikel.

 

Folglich ist festzustellen, dass sich eine Schlagzeile durch Größe und Position definieren lässt und die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich ziehen soll. Anhand der kurzen Information soll er erkennen können, welcher Artikel für ihn möglicherweise von Interesse sein kann und welcher nicht.

 

Die Relevanz einer Meldung kann also auch mit der Größe der Schlagzeile zusammenhängen. So ist beispielsweise der Sieg der deutschen Herren-Fußballnationalmannschaft gegen Österreich[20] von größerem Interesse als die Tennisspiele der US Open[21], da wahrscheinlich mehr Leser die Spiele der deutschen Fußballer verfolgen und folglich mehr an deren Ergebnissen interessiert sind, als an einem Turnier der deutschen Tennisspieler. Dies gilt es aber in dieser Arbeit nicht zu untersuchen.

 

Zusammenfassend ist die Schlagzeilen also das, was den Leser beim Aufschlagen der Zeitung als erstes aufmerksam auf den folgenden Artikel machen soll. Sie ist deutlich größer als der restliche Text und von ihm auch durch größeren Zeilenabstand getrennt. Die Schlagzeile unterscheidet sich von der Unterzeile, da sie größer geschrieben wird.

 

3.2 Definition und Funktion von Unterzeilen

 

Die Unterzeile wird in der Zeitungssprache auch Teaser oder Subheadline genannt, so zum Beispiel auch intern bei den LN.[22] Laut Duden Universalwörterbuch handelt es sich bei den Begriff Teaser „um etwas, das zu Werbezwecken ein gesetzt wird und durch seine ungewöhnliche, originelle Aufmachung o. Ä. Neugier erweckt.“[23] Der Duden der Fremdwörter nennt eine etwas kürzere Definition. Hier handelt es sich bei einem Teaser um ein „Neugier erregendes Werbeelement“.[24]

 

Wie schon bereits erwähnt, sollen Schlagzeilen den ersten Leseanreiz und Aufmerksamkeit für den gesamten Artikel schaffen. Die folgende Unterzeile kann daraufhin mit mehr und detaillierteren Informationen dienen.

 

Als Unterzeile werden demzufolge in dieser Arbeit syntaktische Einheiten bezeichnet, die weitere Informationen zur Schlagzeile geben. Sie heben sich somit durch den Informationsgehalt und der engen Verbindung zur Schlagzeile von den im Folgenden erläuterten Sonderformen ab.

 

3.3 Sonderformen

 

Als Sonderformen werden die Textsorten angesehen, die nicht eindeutig zu den Gruppen Schlagzeilen und Unterzeilen gezählt werden können. Diese Sonderformen werden aus Funktionen gebildet, die sie erfüllen. Sie treten bei meiner Untersuchung, im Zeitraum vom 1. September bis zum 31. Oktober 2011, in der BILD HH und den LN in verschiedener Weise auf. Sie unterscheiden sich in drei Arten: Zusatzinformationen, Zuweisung einer Rubrik und Zuweisung einer Person.

 

Die Sonderformen stellen nur eine Ergänzung zur Schlagzeile und Unterzeile dar. Sie können Informationen enthalten, die nicht in die Schlagzeile oder Unterzeile gelangen sollten, damit diese möglich kurz und prägnant bleiben. Allerdings enthält sie meist wichtige Informationen, sodass sie, zum Verständnis der Schlagzeile (und Unterzeile) beitragen.

 

Wie der Begriff Zusatzinformation schon vermuten lässt, handelt es sich um einen Zusatz, ohne den die Schlagzeile gewiss auch verstanden werden kann.

 

4. Sportberichterstattung in Hinblick auf Schlagzeilen

 

Sportberichterstattung kann über die unterschiedlichsten Medien geschehen. Zum einen gibt es die Zeitung, die als klassisches Informationsmedium fungiert. Ein Nachteil hierbei ist allerdings, dass sie erst deutlich zeitverzögert, das heißt mindestens eine Nacht nach beispielsweise einem Fußballspiel, Ergebnisse und dergleichen veröffentlicht. Dem gegenüber stehen Fernseh- und Hörfunkübertragungen. Diese werden entweder „live“ übertragen oder im Anschluss als Zusammenschnitt präsentiert. Die wohl neuesten Medien der Sportberichterstattung sind die Online-Live-Ticker oder auch Sport-Applikationen für internetfähige Mobiltelefone.

 

Die Aufmerksamkeitswirkung von Schlagzeilen kommt hingegen nur den Zeitungen zugute, denn im Online-Ticker steht die Information selbst im Vordergrund. Derjenige, der sich auf einer solchen Internetseite befindet, sucht gezielt nach der gewünschten Information und muss nicht erst durch besonders herausragende Sprache oder Optik von Schlagzeilen angelockt werden. Die Käufer einer Zeitung allerdings interessieren sich für vielerlei Nachrichten und es ist die Aufgabe der Schlagzeile den Weg zum richtigen Artikel im Zeitungsjungle zu bahnen.

 

Frank Jürgens untersuchte immerhin schon die Sportberichterstattung mit Spielberichten, Hörfunk- und Fernsehreportagen hinsichtlich ihrer syntaktischen Formen, dabei blieb die Schlagzeile aber noch unbeleuchtet. Zwar erwähnt Ekkehart Mittelberg in „Wortschatz und Syntax der BILD-Zeitung“ den Sport und seine Überschriften, aber nur im Wortschatzteil der Arbeit und er widmete diesem gerade einmal Thema 1 ½ Seiten seines 318 Seiten starken Buches.

 

Die Schlagzeile scheint also bei den bisherigen Untersuchungen zur Sportberichterstattung zu kurz gekommen zu sein.

 

5. Syntax von Sätzen im Allgemeinen

 

Um den Satz syntaktisch erklären zu können, ist vorerst eine Definition des Satzes unter syntaktischen Gesichtspunkten vonnöten. Des Weiteren werden verschiedene Satzarten bestimmt und schließlich verkürzte syntaktische Einheiten nach Barbara Sandig und Frank Jürgens vorgestellt. Diese Kategorisierung der syntaktischen Einheiten nach Sandig und Jürgens soll helfen die Schlagzeilen der BILD HH und LN einordnen zu können.

 

5.1. Definition des Satzes

 

Es hat schon viele Versuche gegeben eine allgemeingültige Definition des Satzes zu finden, aber alle unterscheiden sich und richten sich nach den verschiedensten Kriterien. Das Universalwörterbuch definiert den Satz als eine „im Allgemeinen aus mehreren Wörtern bestehende, in sich geschlossene, eine Aussage, Frage oder Aufforderung enthaltende sprachliche Einheit.“[25]

 

Die Schlagzeile wird in dieser Arbeit hinsichtlich ihrer syntaktischen Funktion beleuchtet und deshalb muss auch der Satz syntaktisch definiert werden.

 

Christa Dürscheid stellt fest, dass der Satz die „größte geschlossene syntaktische Einheit in einem Text“[26] ist. Ebenfalls weist sie darauf hin, unter welchen Gesichtspunkten der Satz definiert werden soll, beispielsweise aus Sicht der Syntax oder im Gegensatz dazu aus Sicht der Orthographie. Wenn der Satz unter syntaktischen Gesichtspunkten als „eine Verbindung aus mehreren Wörtern“[27] definiert wird, problematisiert sie, dass offen bleibt, was aus Einwortsätzen wird.[28] Zur Lösung dieses Problems und Erstellung einer eigenen Definition greift sie auf eine Bedeutung einer älteren Auflage der Dudengrammatik zurück.[29] Daraus ergibt sich für Dürscheid: „Sätze sind sprachliche Einheiten, die relativ selbstständig und abgeschlossen sind. Sie bauen sich aus Phrasen auf; und sie erscheinen normalerweise in größeren selbstständigen und abgeschlossenen, sprachlichen Einheiten, in Texten.“[30]

 

Ulrich Engel weist dem Satz „vielfältigere Ausgestaltungmöglichkeiten“[31] als jedem anderen Konstrukt zu, bezieht sich aber währenddessen auf Sätze mit Verb. [32] In der neueren Ausgabe definiert er den Satz folgendermaßen: „Ein Satz ist eine Verbalphrase im weiteren Sinne, die ein finites Verb als Kopf hat und potentiell autonom ist.“[33]

 

Nach Jürgens‘ Auffassung ist eine Definition des Satzes nach syntaktischen Gesichtspunkten nötig, denn er lässt sich als eine „grammatische, inhaltliche, funktionale, kommunikative, intonatorische oder als psychische Einheit erfassen.“[34] Er definiert den Satz syntaktisch als „relativ grammatisch-strukturelle Einheit, die nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten gebaut ist.“[35] Der Satz „verfügt über Prädikativität, die realisiert wird durch die Satzglieder Subjekt und Prädikat.[36] Dies impliziert eine Vorstellung von Satz als wohlgeformter grammatischer Struktur. Auch der intuitive Satzbegriff ist von einem Vollständigkeitsideal getragen, was in der Schulpraxis wohl täglich in der Aufforderung gipfelt, im ganzen Satz zu sprechen.“[37]

 

Barbara Sandig berücksichtigt bei ihrer Definition den „kommunikativen Wert“ des Satzes und stellt fest, dass in Schlagzeilen die Informationsdichte der „‘konkreten‘ syntaktischen Form vorgezogen wird“.[38] Erweitert wird dies durch: „Die Kombination der Lexeme die miteinander in syntaktisch-inhaltliche Relation treten, muß in der gegebenen Kommunikationssituation (an dem Tag, an dem die Zeitung erscheint,) „neu“ sein, um kommunikativen Satzwert zu haben.“[39] Das heißt also, nur die neue Information kann als syntaktisches Gebilde kommunikativen Satzwert haben. Folglich hat dann schon Bekanntes, ohne Informationsgehalt (wie bei Sandig: Wir Deutschen) keinen Satzwert.

 

Fraglich ist hingegen, ob diese Theorie ohne weiteres auch auf Schlagzeilen aus dem Sportteil von Zeitungen angewendet werden kann. Eine Lösung dieses Problems wird unter 10. geliefert.

 

Demnach hat der deutsche Satz eine gewisse grammatisch-strukturelle Form. Sätze sind sprachliche Einheiten, die relativ selbstständig und abgeschlossen sind, sowie über Prädikativität verfügen. Nach Sandig hingegen muss die Schlagzeile auch über kommunikativen neuen Wert verfügen, um als Satz zu gelten.

 

5.2. Satzarten

 

Es gibt viele verschiedene Satzarten die in der gesprochenen sowie in der geschriebenen Sprache verwendet werden. Beginnend beim Aussagesatz, über den Fragesatz, den Ausrufesatz, bis zum Befehlssatz. In Schlagzeilen wendet sich der Produzent, also entweder der Sprecher oder der Schreiber, mit seinem Satz an den Rezipienten – den Hörer oder den Leser. Allerdings gibt es Sätze, die keinen bestimmten Adressaten haben, zu denen zählt der Aussagesatz, denn in ihm wird lediglich eine Information mitgeteilt.[40]

 

Barbara Sandig hat herausgearbeitet, welche Satzarten für die Schlagzeile in Frage kommen und angewendet werden können.

 

5.3. Syntaktische Einheiten nach Sandig

 

Barbara Sandig erstellte ihre Arbeit „Syntaktische Typologie der Schlagzeile“ als Dissertation. Sie zeigte „Möglichkeiten und Grenzen der Sprachökonomie im Zeitungsdeutsch“ auf. Laut der Definition handelt es sich bei Ökonomie um Wirtschaftlichkeit. Es soll „sparsames Umgehen mit etwas, rationelle Verwendung oder Einsatz von etwas“ [41] ausgedrückt werden. Folglich entsteht daraus ein möglich sparsamer Umgang mit Worten innerhalb eines Satzes, im engeren Sinne der Schlagzeile.

 

Sandig erstellte Klassifikationen für die Schlagzeile und behandelte diese hinsichtlich ihrer Sprachökonomie und deren Ersparungsmöglichkeiten. Es wurden die syntaktischen Einheiten Nominalsatz und Verbalsatz erstellt.

 

Weiterhin arbeitete sie heraus, dass die oben genannten Satzarten nicht alle in Schlagzeilen vorkommen können. Da es sich beim Produzenten eines Artikels oder einer Schlagzeile um einen Journalisten handelt, der nur namentlich erwähnt ist und keinerlei Informationen zur Person zur Verfügung stehen, ist er im gewissen Maße anonymisiert. Der Leser hingegen kann nur als Abstraktes gelten, denn er ist als breite Masse Adressat des verfassten Textes. Sandig schließt aus dem nur indirekten Kontakt von Produzent und Rezipient eine Kommunikationssituation, die selbstverständlich auch Auswirkungen auf die Verwendung der Person hat. Dem Produzenten würde aus der ich-Perspektive die erste Person zugutekommen, dem Rezipienten, als Angesprochenem, die zweite Person. „Da ein Kontakt zwischen „Sprecher“ und „Hörer“ in der Zeitung nicht zustande kommt, besteht kein Grund, ich/wir oder du bzw. Sie/ihr zu schreiben: in der Zeitung  als dem Vermittlungsorgan für Nachrichten an einen anonymen Leser gibt es deshalb in der Regel nur die dritte Person.“[42] [43]

 

Durch diesen Umstand können einige Satzarten schon ausgeschlossen werden, da diese die 1. und 2. Person fordern. Im Befehlssatz fordert ein konkreter Produzent den Rezipienten zu etwas auf und spricht ihn somit direkt an. Fragesätze hingegen können nur bedingt auftreten, denn ein bestimmter Rezipient kann auch hier nicht angesprochen werden.

 

Zu klären ist, ob sich die BILD HH und die LN gleichermaßen den verschiedenen Satzarten bedienen oder klassisch auf den Aussagesatz, als Informationssatz, zurückgreifen. Dazu aber genaueres in 15.2 und 16.2.

 

Barbara Sandig benennt neben den im vorangegangenen beschriebenen Gruppen ein weiteres Kollektiv: die Themaüberschrift. Hierbei handelt es sich um Sätze, die keine (neue) Information enthalten. Sie sind syntaktisch nicht von den Nominalsätzen zu unterscheiden und heben sich nur durch Informationsvermittlung von ihnen ab.[44]

 

Der Numerus muss nicht explizit im Schlagzeilentext auftauchen, sondern es reicht aus, wenn er impliziert wird.[45] Singular und Plural können sich z.B. auch aus dem Substantiv ergeben, wie an ihrem Beispiel deutlich wird:

 

Gaullisten in Führung[46]

 

Des Weiteren arbeitete Sandig heraus welcher Modus und welches Tempus in Schlagzeilen zu finden sind. In Schlagzeilen kommt nur der Indikativ in Frage. Sandig erklärt, dass die direkte Rede „stilistisch wirksamer“ ist als die indirekte Rede. Der Imperativ kann ausgeschlossen werden. Weiterhin lässt die Kommunikationssituation den Konjunktiv als „Voluntatives“ nicht zu.[47]

 

Nunmehr wird behandelt welches Tempus für Schlagzeilen relevant ist. Sandig erwähnt Weinrichs[48] Unterteilung in zwei Tempussysteme[49], stellt aber fest, dass diese Aufteilung nicht genau auf die Schlagzeilen angewendet werden kann. Sie folgt viel eher dem Ansatz von Gelhaus[50], den sie als dreistufiges System[51] versteht. Hierbei handelt es sich um ein flexibles System. In der Kommunikationssituation ist das Präsens beispielsweise nicht nur für die Gegenwart zu verwenden. Die verschiedenen Tempusbedeutungen vergangen, gegenwärtig und zukünftig haben demnach keine starren Formen zur Beschreibung, sodass in der Kommunikationssituation das Präsens nicht nur für die Gegenwart verwendet werden kann. Folgend die Tempusbedeutungen und ihre Formen:

 

- Gegenwärtig: Präsens

 

- Vergangen: Perfekt, Präteritum, Präsens

 

- Zukünftig: Futur und Präsens[52]

 

Um zu den Verbal- und Nominalsätzen zurückzukehren, muss nun noch die Frage beantwortet werden, ob diese gleichwertig sind. Kann man also Verbalsätze ganz einfach in Nominalsätze transformieren und umgekehrt?

 

Bei manchen Schlagzeilen ist dies möglich (Sandigs Beispiel hier):

 

Verbalsatz: „Erneut ‚Starfighter‘ abgestürzt[53]

 

Nominalsatz: „Neuer ‚Starfighter‘-Absturz[54]

 

 

Allerdings lassen sich nicht alle Nominalsätze zu Verbalsätzen formen. Beispiel von Sandig:

 

Nominalsatz: „Unruhen in Shanghai[55]

 

Sandig führt die Möglichkeit der nominalen Satzformen neben den Verbalsätzen auf die Situationsgebundenheit der Schlagzeilen zurück.[56]

 

5.3.1. Verbalsätze

 

Bei Verbalsätzen handelt es sich um Sätze, die von einem Verb regiert werden. Eine Definition des Verbalsatzes von Burkhard Kienast lautet: „Der Verbalsatz wird durch eine finite Verbalform konstruiert und dient der Darstellung von Vorgängen und Handlungen.“[57]

 

Barbara Sandig hat in Verbalsätzen viele Ersparungsmöglichkeiten[58] aufgetan. Zum einen gibt es die Redundanz[59] des finiten Verbs. Sandig nennt als Beispiel:

 

Moro und Fanfani heute bei Erhard[60]

 

Bei diesem Satz fällt auf, dass das finite Verb fehlt, obwohl es einen Verbalsatz darstellt. Die Äußerung, die das Verb geliefert hätte, wird allerdings nicht durch andere Satzteile getragen und somit entfällt die Implikation. Es hätte also vollständig heißen müssen: Moro und Fanfani sind heute bei Erhard.

 

Gründe für die Redundanz nach Sandig, wie die alleinige Verwendung der dritten Person, das Schreiben im Indikativ, die Implikation des Numerus und die Wahl des Tempus wurden bereits in 5.3 erläutert. Diese Gründe können allerdings auch auf die Schlagzeilen im Allgemeinen angewendet werden, da unter anderem die Verwendung des Indikativs oder die Implikation des Numerus nicht nur in Verbalsätzen auftreten.

 

Andere Ersparungsmöglichkeiten sind die des Prädikats, der Ergänzung im Nominativ und des vollen Prädikats, des Verbum finitum und der Ergänzung im Nominativ, sowie Ersparungen der übrigen Ergänzungen.

 

Zu den Verbalsätzen, die kein volles Prädikat besitzen ist allerdings in Hinblick auf die Nominalsätze eine Anmerkung zu machen. Hier muss eine Unterscheidung zum Nominalsatz getroffen werden. Am besten gelingt dies an einem Beispiel von Barbara Sandig selbst:

 

1.Aufgelockerte Fronten nach Kossygins Botschaft[61]

 

2.Brandt nach Abidjan[62]

 

Die Präposition nach wird in beiden Sätzen verwandt, aber nicht in gleicher Funktion. In 1. wird sie in einen zeitlichen Zusammenhang gesetzt, wobei sie hingegen in 2. in einen lokalen Zusammenhang gebracht wird. Durch Zuweisung der Lokalität impliziert die Präposition nach eine Bewegung. Der Satz könnte also genauso gut heißen: Brandt fliegt/fährt/reist nach Abidjan.

 

Da Schlagzeilen aber um Kürze bemüht sind, reicht es in diesem Fall vollkommen aus das Gesagte in die womöglich kürzeste Form zu bringen und trotzdem verständlich zu bleiben.

 

Sandig stellt fest, dass in der Kombination Substantiv + Präposition + Substantiv, die Substantiv-Klasseme mit der Präposition über die syntaktische Form entscheiden.[63] Somit können syntaktische Einheiten ohne Verb bei Sandig auch Verbalsätze sein.

 

5.3.2. Nominalsätze

 

Sandig definiert Nominalsätze nach John Ries folgendermaßen: „Unter ‚Nominalsatz‘ wird hier ein Gefüge mit einem Substantiv als syntaktischem Kern verstanden, das die Funktionsweise eines Satzes hat, […], deren prädikatives Adjektiv ohne ‚Kopula‘ angeschlossen ist.“[64] Das Substantiv des Satzes steht im Nominativ, woran „sich ohne verbale Fügung weitere Elemente anlagern.“[65]Ein Beispiel nach Sandig wäre hier:

 

Anhaltende Differenzen zwischen Bonn und Washington[66]

 

 

In Nominalsätzen gibt es im Gegensatz zu den Verbalsätzen kaum Ersparungsmöglichkeiten. Nominalsätze werden in syntaktisch eingliedrige und syntaktisch zweigliedrige unterschieden. Syntaktisch eingliedrige Nominalsätze sind solche, „die aus einem Kernsubstantiv und einem oder mehreren von diesem abhängigen Attributen gebildet sind.“[67]

 

Unter syntaktisch zweigliedrigen Nominalsätzen versteht Sandig Gebilde, deren Elemente nicht ausschließlich im Attributverhältnis zum Substantiv stehen. Sie weist allerdings darauf hin, dass sie sich von Porzigs[68] Unterscheidung eingliedriger und zweigliedriger Nominalsätze differenziert. Dieser weist eingliedrigen Nominalsätzen attributive Fügungen und zweigliedrigen Nominalsätzen Fügungen mit Prädikat gegenüber dem Substantiv zu.[69]

 

5.4. Syntaktische Einheiten nach Jürgens

 

Anhand seiner Untersuchung von Spielberichten[70], Hörfunk- und Fernsehreportagen hat Frank Jürgens verkürzte Äußerungen aufgetan und diese in einer Klassifizierung untergebracht. Er stellte fest, dass die herkömmlichen Kategorien für die geschriebene Sprache nicht für die gesprochene Sprache ausreichen, um das Gesagte zu beschreiben. Sie generell unter den Oberbegriff Satz einzuordnen sei zu ungenau. Er wählt das Beschreibungsinstrumentarium der pragmagmatischen Syntax.[71]

 

Für Jürgens zeigte sich schnell, dass der Begriff der Ellipse nicht das beschrieb was diese verkürzten Äußerungen eigentlich waren.[72] Laut Definition sind Ellipsen „Ersparungen, Auslassungen von Redeteilen, die für das Verständnis entbehrlich sind“.[73] Ellipsen bedeuten also, im Gegensatz zur wohlgeformten Struktur des Satzes, eine Unvollständigkeit.

 

Jürgens sieht die verkürzten Äußerungen keinesfalls als unvollständig an, denn sie funktionieren nach seiner Auffassung satzwertig – als Satzäquivalent. Satzwertige Äußerungen sind dementsprechend keine Sätze, treten aber in Satzfunktion auf und haben „relativ selbständige grammatisch-strukturelle Einheiten“[74], ihnen fehlt es lediglich an der Prädikativität.[75] Jürgens erklärt ebenfalls, dass solche satzwertigen Äußerungen „unter bestimmten Bedingungen sogar angemessener sein können als der Satz“.[76] Er greift hier den Begriff der „kompakten Struktur“ [77]  solcher satzwertigen Äußerungen von Wernerauf.

 

Ausgangspunkt der Kategorisierung von Satzäquivalenten ist das Zentralregens.[78] Hierunter wird der Kern der Konstruktion verstanden. Bei der Nominalkonstruktion ist es dementsprechend das Nomen. Zu den Satzäquivalenten gehören nach Jürgens die Nominal-, Partizipial- und Infinitivkonstruktionen, sowie Konstruktionen ohne Zentralregens und eingliedrige Einheiten.

 

5.4.1. Nominalkonstruktionen

 

„Nominalkonstruktionen sind satzäquivalente Strukturen, die aus einem substantivistischen Kernwort und einem oder mehreren Attributen bestehen. Sie sind in ihrer inneren Struktur der substantivistischen Wortgruppe vergleichbar, sind aber im Unterschied zu dieser mittels verknüpfender Elemente als Satzglied oder Satzgliedteil in eine übergeordnete Struktur eingebunden.“[79]

 

Beispiel nach Jürgens:

 

9. Minute: Cleverer Heber von Pflipsen auf Effenberg[80] oder „Schuss aus 8 m[81]

 

5.4.2. Infinitiv- und Partizipialkonstruktionen

 

„Infinitiv- bzw. Partizipialkonstruktionen unterscheiden sich von infinitivischen bzw. partizipalen Wortgruppen ebenso wie die Nominalkonstruktion von der Substantivgruppe.[82] Zentralregens und Valenzträger ist die infinite Verbform.“[83]

 

Hier liefert Jürgens leider kein Beispiel für die Infinitivkonstruktion, deshalb folgt an dieser Stelle ein Beispiel aus dem Textkorpus der BILD HH und LN:

 

Infinitivkonstruktion: (252) Besser sein als Klinsmann, Kuntz & Co. (5.10.2011, LN)

 

Partizipialkonstruktion: „11 Minuten gespielt[84]

 

5.4.3. Konstruktionen ohne Zentralregens

 

Konstruktionen ohne Zentralregens sind „kompakte Strukturen, in denen zwei Ergänzungen bzw. Angaben zu einem implizit gegebenen semantischen Prädikat direkt zueinander in Relation stehen, ohne daß diese Relation durch ein regierendes Element vermittelt wird. Solche Konstruktionen verfügen demnach nicht über einen Ausdruck für das semantische Prädikat.“[85]

 

Beispiel nach Jürgens:

 

Scholl aus 14 m[86]

 

5.4.4. Eingliedrige Einheiten

 

Bei einer eingliedrigen Einheit handelt es sich um ein isoliertes Element, das die gesamte Struktur des Satzäquivalents ausmacht. Diese isolierten Elemente lassen sich nicht mit einem anderen Element in Verbindung setzen.[87] Jürgens erkennt zwar, dass die Syntax die Lehre der Verknüpfung einzelner Wörter ist, aber auch eingliedrige Einheiten als Satzäquivalente gelten können, da „sie funktional und inhaltlich relativ abgeschlossen und eigenständig sind.“[88] In der Regel handelt es sich hierbei um Einzelwörter.[89]

 

Beispiel nach Jürgens:

 

Häßler[90] (Diese Art von Satzäquivalent bezieht sich bei Jürgens speziell auf die Fernsehfußballberichterstattung, bei der die Namen der Spieler genannt werden, wenn diese am Ball sind.)

 

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Details

Titel
Ja! Ja! Japan. Zur Syntax von Schlagzeilen im Sportteil unterschiedlicher Printmedien
Hochschule
Universität Rostock  (Germanistik)
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
85
Katalognummer
V387614
ISBN (eBook)
9783668617810
ISBN (Buch)
9783668617827
Dateigröße
1312 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Linguistik, Germanistik, Syntax, Schlagzeilen, Sport, Berichterstattung, Print, Medien, Sandig, Jürgens, Printmedien, Sportberichterstattung, Satzarten, Satz, Sätze, Konstruktionen, Nominalkonstruktion, Verbalkonstruktion, Infinitivkonstruktion, Partizipalkonstruktion, Textkorpus, BILD Zeitung, BILD, Vergleich, Analyse, Korpus
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MA Judith Rieck (Autor), 2012, Ja! Ja! Japan. Zur Syntax von Schlagzeilen im Sportteil unterschiedlicher Printmedien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387614

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