Die folgende Masterarbeit widmet sich dem Singen in der Schule und betrachtet seine Möglichkeiten und Voraussetzungen im schulischen Umfeld. Ein besonderer Fokus wird hiernach im zweiten Kapitel auf die positiven Effekte des Singens gelegt und zunächst der generelle Einfluss auf die Gesundheit, das Individuum und die Gruppe vorgestellt. Um die Relevanz des Singens zu verdeutlichen, werden im Anschluss daran zwei Studien mit außerschulischem Schwerpunkt beschrieben, die bestimmte Wirkweisen des Singens nachweisen konnten.
Im dritten Kapitel steht die Betrachtung des schulischen Kontextes im Mittelpunkt, wobei mit einer Spezifizierung der positiven Effekte des Singens für die Schule und der schulischen Einsatzgebiete begonnen wird. Anschließend ermöglicht die Betrachtung der Voraussetzungen, Vorgaben und schulischen Umsetzungen, die das Singen in der Schule strukturieren, einen Einblick in die momentane Schulsituation. Für diese Arbeit wurde diesbezüglich eine exemplarische Auswahl getroffen und die Datenerhebung regional beschränkt. Ausgewählt wurden für die Darstellung der politischen Vorgaben zwei niedersächsische Kerncurricula und für die Betrachtung der Lehrerausbildung die Studienordnungen der Universität Oldenburg sowie der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Der Analyse, die sich auf die gesangspezifischen Aussagen konzentriert, folgt eine tabellarische Auflistung und Besprechung der Gesangsangebote der Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen in Hannover.
Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt auf der aktuellen schulischen Situation, die sich jedoch in einigen Aspekten einer genauen Untersuchung entzieht. Aus diesem Grund strebt das vierte Kapitel die Bereitstellung eines Einblicks in den Berufsalltag von Lehrkräften an. Hierfür wurde eine qualitative Studie konzipiert, deren Durchführung und Ergebnisse in diesem Kapitel präsentiert werden. Die in diesem Zusammenhang durchgeführten Experteninterviews ermöglichen eine Darstellung der schulischen Gegebenheiten, die sich einer bloßen Faktenanalyse entziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die positiven Effekte des Singens
2.1. Positive Beeinflussung der Gesundheit
2.2. Persönlichkeitsförderung
2.3. Gefühl sozialer Verbundenheit
2.4. Präsentation zweier Studien
2.4.1. „Warum Singen glücklich macht“ von Gunther Kreutz
2.4.2. „Singen als Lebenshilfe“ von Karl Adamek
2.5. Zusammenfassung und Überleitung
3. Kontext Schule
3.1. Singen im schulischen Kontext
3.1.1. Positive Effekte
3.1.2. Herausforderungen
3.1.3. Formen des Singens in der Schule
3.2. Voraussetzungen und Vorgaben
3.2.1. Betrachtung der Kerncurricula für die Integrierte Gesamtschule und das Gymnasium für die Sekundarstufe I und II
3.2.2. Betrachtung der Lehrerausbildung am Beispiel der Hochschule für Musik Theater und Medien Hannover und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
3.3. Betrachtung der schulischen Umsetzung in Hannover
3.4. Zusammenfassung der Ergebnisse
4. Singen in der Schule aus Sicht der Lehrkräfte
4.1. Planung und Vorgehensweise der qualitativen Studie
4.2. Auswahl der teilnehmenden Lehrkräfte
4.3. Methode und Formulierung des Interviewleitfadens
4.4. Erwartungen
4.5. Durchführung der Interviews
4.6. Auswertung der Interviews
4.6.1. Zusammenfassung der Interviews
4.6.2. Darstellung der Ergebnisse für die Kategorien
4.7. Deutung der Ergebnisse
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die positiven gesundheitlichen, psychischen und sozialen Effekte des Singens sowie deren Relevanz und Umsetzungsmöglichkeiten im schulischen Kontext. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Singen als Lehrmethode trotz schulischer Herausforderungen zur Persönlichkeitsentwicklung und zum Wohlbefinden beitragen kann.
- Theoretische Grundlagen der positiven Wirkweisen des Singens
- Analyse schulischer Rahmenbedingungen und Vorgaben (Kerncurricula)
- Untersuchung der gesangspädagogischen Vorbereitung in der universitären Lehrerausbildung
- Empirische qualitative Studie zur Sichtweise von Lehrkräften auf den Gesang im Unterricht
- Status-quo-Analyse der Chorangebote an Gymnasien und Gesamtschulen in Hannover
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Singen ist gleichermaßen populär wie traditionsbehaftet und verbindet Menschen seit Generationen. Selbst die Sprache ist geprägt von Melodien und greift auf musikalische Mittel zurück, um den Worten eine bestimmte Bedeutung zu verleihen. So verwandelt ein leichter Tonanstieg am Satzende einen Aussagesatz in eine Frage und eine Betonung hebt die Relevanz einzelner Worte hervor. Des Weiteren lässt sich ein kulturübergreifendes Phänomen beschreiben, das die besondere Bedeutung des Gesangs veranschaulicht. Intuitiv werden Säuglinge und Kleinkinder mit sanfter und angehobener Stimme angesprochen und der Sprache ein melodiöser Klang verliehen. Dieser emphatische Singsang, auch Ammensprache genannt, ist somit nicht nur der erste Kontakt mit der Sprache, sondern auch der erste Kontakt mit der Stimme als Instrument.
Des Weiteren werden dem Singen zahlreiche positive Effekte zugeschrieben, die diese besondere Verbindung von Mensch und Gesang zusätzlich kennzeichnen. Bereits in der Kindheit spielt das Singen eine große Rolle. Lieder werden zum Teil im Elternhaus, oder später in pädagogischen Einrichtungen, wie dem Kindergarten, für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche genutzt. Musikalisch wird in den Schlaf begleitet, getröstet, ein Geburtstagskind geehrt und Weihnachtsstimmung verbreitet. Jedoch beschränkt sich die Wirkung des Gesangs nicht auf das Kindesalter, sondern zieht auch Jugendliche sowie Erwachsene in seinen Bann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung des Singens und definiert das Forschungsinteresse an dessen Rolle im schulischen Umfeld.
2. Die positiven Effekte des Singens: Dieses Kapitel erörtert die gesundheitlichen und psychologischen Vorteile des Singens, untermauert durch die wissenschaftlichen Studien von Gunter Kreutz und Karl Adamek.
3. Kontext Schule: Hier wird der Einsatz von Singen in Schulen analysiert, inklusive der Analyse von Kerncurricula, der Lehrerausbildung und einer Bestandsaufnahme schulischer Chorangebote in Hannover.
4. Singen in der Schule aus Sicht der Lehrkräfte: Dieser Teil präsentiert eine qualitative Interviewstudie mit fünf Lehrkräften, um deren Perspektive auf die schulische Praxis, Hürden und ihre eigene gesangliche Ausbildung zu untersuchen.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, bestätigt die Bedeutung des Singens als Lehrmethode und identifiziert Optimierungspotenziale in der Lehrerausbildung.
Schlüsselwörter
Singen, Schule, Musikunterricht, Gesundheit, Persönlichkeitsförderung, Soziale Verbundenheit, Chorklassen, Musikpraxis, Lehrerausbildung, Qualitative Studie, Pädagogik, Wohlbefinden, Kompetenzerwerb, Schulpraxis, Musikdidaktik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Masterarbeit befasst sich mit den vielfältigen positiven Wirkungen des Singens auf den Menschen und analysiert, wie diese im schulischen Alltag genutzt und gefördert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die physiologischen und psychischen Effekte des Singens, die strukturellen Vorgaben in niedersächsischen Kerncurricula sowie die praktische Umsetzung und Herausforderungen für Lehrkräfte in Schulen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Stellenwert des Singens im schulischen Umfeld zu bewerten und aufzuzeigen, inwieweit die Lehrerausbildung angehende Lehrkräfte auf die Praxis der chorischen Arbeit vorbereitet.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Neben einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung offizieller Curricula wurde eine qualitative Studie durchgeführt, die auf Experteninterviews mit fünf Lehrkräften unterschiedlicher Schulformen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Singeffekte, eine Analyse der schulischen Rahmenbedingungen und eine Expertenbefragung zur aktuellen Unterrichtspraxis sowie der eigenen gesanglichen Ausbildung der Lehrkräfte.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Singen, Schule, Musikpraxis, Lehrerausbildung, qualitative Studie und soziale Kompetenz charakterisieren.
Wie unterscheidet sich die Situation zwischen Gymnasien und Gesamtschulen in Hannover?
Die Studie stellt fest, dass Gymnasien in Hannover ein deutlich breiteres Angebot an Chören und Chorklassen vorweisen können, während an vielen Gesamtschulen entsprechende Angebote seltener oder weniger strukturiert vorhanden sind.
Warum kritisieren die befragten Lehrkräfte ihre Ausbildung?
Die Lehrkräfte bemängeln mehrheitlich, dass im Studium zwar eine fundierte künstlerische Ausbildung stattfand, die spezifische pädagogische Vorbereitung auf die Arbeit mit Schulchören und die Handhabung der Kinderstimme im Stimmbruch jedoch zu kurz kam.
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- Anonym (Autor:in), 2017, Singen macht Schule. Betrachtung der positiven Effekte des Singens und ihr Einsatz im schulischen Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387623