Diese Arbeit soll einen Vergleich der Werke „Der Sandmann“ von E.T.A Hoffmann und „Sarrasine“ von Honoré de Balzac darstellen. Vor diesem Hintergrund werden Aspekte der Intertextualität betrachtet, um zu sehen, ob die beiden Romane in einem intertextuellen Bezug zu einander stehen. Dafür soll nun zunächst ein Blick auf die Intertextualität als solche geworfen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Intertextualität bei Balzac
3. Vergleich zwischen „Sarrasine“ und „Der Sandmann“
3.1 Träumerei und Wahnsinn - Das Unheimliche bei Sarrasine und dem Sandmann
3.2 Sein und Schein - Die scheinbare Frauengur bei Sarrasine und dem Sandmann
3.3 Weitere Bezüge zwischen Sarrasine und Nathanael
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt auf einen komparativen Vergleich der literarischen Werke „Der Sandmann“ von E.T.A. Hoffmann und „Sarrasine“ von Honoré de Balzac ab, um intertextuelle Bezüge sowie gemeinsame Motive der phantastischen Literatur zu untersuchen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie die Protagonisten durch die Projektion eigener Sehnsüchte auf künstliche oder täuschende Frauenfiguren in den Wahn getrieben werden.
- Analyse des Phänomens der Intertextualität und Intermedialität
- Untersuchung des zentralen Motivs des „Unheimlichen“
- Gegenüberstellung der Frauenbilder und der Wahrnehmungstäuschung
- Reflektion über Künstlerschaft, Wahnsinn und Scheitern
Auszug aus dem Buch
3.1 Träumerei und Wahnsinn - Das Unheimliche bei Sarrasine und dem Sandmann
„Das in den Erzählungen mehrfach bezeichnete Gefühl des Unheimlichen tritt in unterschiedlichen Ausprägungen auf. Es dominiert einerseits die Unentscheidbarkeit zwischen Lebendem und Totem, die im Sandmann und im Öden Haus aus dem visionären Blick der Protagonisten entsteht. Die Totenlarve Hermenegildas im Gelübde spielt mit der Erinnerung daran. Andererseits ist es die Wiederholung traumatischer Urszenen oder Bilder, deren Unheimlichkeit sich als nicht zu bannender Effekt und Erzählanreiz einstellt“10
Dieses Unheimliche wird in beiden Romanen scheinbar personifiziert. Bei Hoffmann tritt das Unheimliche zunächst in der Form des Sandmanns auf. Dieser wird beschrieben als:
„ein böser Man, der kommt zu den Kindern, wenn sie nicht zu Bett gehen wollen und wirft ihnen Händevoll Sand in die Augen, dass sie blutig zum Kopf herausspringen, die wirft er dann in den Sack und trägt sie in den Halbmond zur Atzung für seine Kinderchen; die sitzen dort im Nest und haben krumme Schnäbel, wie die Eulen, damit picken Sie der unartigen Menschenkindlein Augen auf.“11
Auch bei Balzac finden wir in er Rahmenerzählung die Figur eines unheimlichen Mannes.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Vergleichsthematik der beiden Novellen und Erläuterung des Intertextualitätsbegriffs.
2. Intertextualität bei Balzac: Analyse der verschiedenen Referenzformen und medialen Verflechtungen innerhalb des Werks „Sarrasine“.
3. Vergleich zwischen „Sarrasine“ und „Der Sandmann“: Detaillierter Vergleich beider Texte anhand zentraler Motive wie Wahn, Frauenbilder, Täuschung und Künstlertum.
3.1 Träumerei und Wahnsinn - Das Unheimliche bei Sarrasine und dem Sandmann: Untersuchung der psychologischen Komponente des Unheimlichen und dessen Wirkung auf die Protagonisten.
3.2 Sein und Schein - Die scheinbare Frauengur bei Sarrasine und dem Sandmann: Vergleich der idealisierten Wahrnehmung der Protagonisten gegenüber ihren Geliebten.
3.3 Weitere Bezüge zwischen Sarrasine und Nathanael: Herausarbeitung gemeinsamer Aspekte wie Kreativität, Heimatbezug und dem Motiv des Automaten.
4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Einordnung der intertextuellen Verbindung der Werke.
Schlüsselwörter
Intertextualität, Unheimliches, E.T.A. Hoffmann, Honoré de Balzac, Wahnsinn, Sarrasine, Der Sandmann, Künstliche Figur, Wahrnehmungstäuschung, Romantik, Literaturvergleich, Motivik, Identität, Kunstwerk, Schein und Sein.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht einen literarischen Vergleich zwischen Honoré de Balzacs „Sarrasine“ und E.T.A. Hoffmanns „Der Sandmann“ unter Berücksichtigung intertextueller und motivischer Gemeinsamkeiten.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Die zentralen Themen sind das „Unheimliche“, das Verhältnis von Sein und Schein, die Rolle von Künstlertum und Kreativität sowie die fatale Faszination für eine täuschende, künstliche Frauenfigur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie beide Autoren das Phänomen der künstlichen Figur nutzen, um psychische Grenzbereiche wie Wahnsinn und die Provokation des Verstandes zu thematisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Die Arbeit verwendet eine vergleichende Literaturanalyse, die Aspekte der Intertextualität, der Motivgeschichte sowie epochentypische Merkmale der Romantik heranzieht.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung des Unheimlichen, eine Analyse des Frauenbildes und der Täuschung durch das Augenmotiv sowie eine Betrachtung der kreativen Prozesse und der Verdinglichung der Geliebten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wichtigsten Begriffe sind Intertextualität, Unheimliches, Künstlertum, Wahn, Automaten-Motiv und der Vergleich von Sarrasine und dem Sandmann.
Welche Rolle spielt das Motiv der „Augen“ in beiden Novellen?
Die Augen fungieren als Spiegel der Seele; die Protagonisten scheitern daran, dass sie das, was sie in den Augen der Geliebten zu sehen glauben, lediglich in sich selbst spiegeln und so der Täuschung erliegen.
Wie unterscheidet sich die Auflösung des Unheimlichen bei den beiden Autoren?
Während die Identität des Sandmanns bei Hoffmann durchgehend rätselhaft bleibt, bietet Balzac im Rahmen der Binnenerzählung eine faktische Aufklärung über das Schicksal der Zambinella an.
- Arbeit zitieren
- Maike E. (Autor:in), 2017, Intertextualität bei Balzacs "Sarrasine" im Bezug zu E.T.A Hoffmanns "Der Sandmann", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387766