Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Kunst - Kunstgeschichte

Militarisierte Männlichkeit in der frühen Neuzeit. Kostümierungen und Rollen des Landsknechts in der deutschen Graphik der Dürerzeit

Titel: Militarisierte Männlichkeit in der frühen Neuzeit. Kostümierungen und Rollen des Landsknechts in der deutschen Graphik der Dürerzeit

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 33 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Kunst - Kunstgeschichte
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Blütezeit der Landsknechte – zwischen den letzten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts und dem ausgehenden 16. Jahrhundert – dürfen wir uns das Kriegsvolk der Landsknechte als eine ungemein farbenfrohe und pompöse Erscheinung vorstellen. Hält man sich den Umstand vor Augen, dass es nie zuvor und niemals wieder nach der Zeit des ‚Landsknechtswesens‘ Armeen von solcher Buntheit und profilierter Selbstdarstellung des einzelnen Soldaten / Kriegers gab, ist das Phänomen des Landsknechts einzigartig in der Geschichte der Europäischen Kriegervölker. Aus dem 16. Jahrhundert ist uns eine große Zahl von bildlichen Darstellungen von Fußknechten und Kriegsvolk überliefert. Die Mehrheit dieser Zeugnisse ist in Form von Druckgrafiken anzutreffen, aber auch Feder-, Rötel und Kohlezeichnungen fanden zu Studienzwecken und Entwürfen bei den damaligen Künstlern reichlich Verwendung. Vor allem auf dem günstigen Medium der Holzschnitte ist der Kriegsknecht vermehrt in der Anfangszeit anzutreffen. Erst nach und nach eroberte das Bildthema des gemeinen, bunten Fußknechts auch die teureren Bildmedien, so etwa die Druckerplatten der alten Meister mit ihren Kupferstichen und Radierungen. Berühmte Holzschnitte und Stiche von Albrecht Dürrer z.B. aber auch von Hans Burgkmair, Hans Schäuffelein, Albrecht Altdorfer und andere berichten uns vom Erscheinungsbild der ersten Landsknechte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitendes

2. Begriffsklärung des frühneuzeitlichen „Landsknechts“

3. Halbhose und Hosenlatz, Langspieß und Luntenschlossgewehr

4. Landsknechte in der deutschen Graphik der Dürerzeit

4.1 Vom autonomen Soldatenbild zur Bilderserie

4.1.1 ‚Kriegsmann zu Fuß‘ (ca. 1490)

4.2 Erste Phase – Albrecht Dürer und sein Zirkel

4.2.1 ‚Landsknecht von rückwärts gesehen‘ (um 1500)

4.2.2 ‚Schreitender Landsknecht‘ (1502)

4.3 Fahnenspiel und Fähnrich – „ein erbar / ehrlich und ru[e]hmliches Ampt“

4.3.1 ‚Fahnenschwinger‘ (nach 1500)

4.3.2 ‚Der Fahnenschwinger‘ (um 1502/1503)

4.4 Gruppenbilder

4.4.1 ‚Drei Kriegsleute‘ (1489)

4.4.2 ‚Italienische Landsknechte‘ (1495)

5. Abschließendes

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung und Rolle des Landsknechts in der deutschen Graphik der Dürerzeit, um deren Bedeutung als Symbol für eine neue, militarisierte Männlichkeit und deren künstlerische Erfassung als "autonomes Soldatenbild" zu analysieren. Dabei wird der Wandel von der bloßen Gruppen- oder Komparsendarstellung hin zur individuellen, künstlerischen Fokussierung auf den Söldner beleuchtet.

  • Historische und begriffliche Herleitung des Landsknechtswesens.
  • Analyse der Kleidung, Bewaffnung und Ausrüstung als Ausdruck des Selbstbildnisses.
  • Untersuchung der autonomen Soldatendarstellung im Werk von Albrecht Dürer.
  • Die symbolische Überhöhung von Fahne und Fähnrich.
  • Das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Idealisierung und militärischer Realität.

Auszug aus dem Buch

4.1 Vom autonomen Soldatenbild zur Bilderserie

In der europäischen Kunstlandschaft des Mittelalters gibt es eine lange Bildtradition mit kriegerischen Darstellungen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk häufig auf vielfigürlichen Schlachten, Kampfszenen und speziellen Einzeldarstellungen.

Gewöhnlich wurde nur der Obrigkeit des Militärs, Angehörigen von ständischen Eliten oder beglaubigten Helden die Ehre von persönlicher Darstellung zu Teil. Einzelne Darstellungen vom einfachen Kriegsmann gab es so noch nicht. Das Bildthema des einfachen Kriegsvolks war meist auf Massendarstellungen beschränkt, bei denen das Individuum in der Menge seiner Kriegsgefährten verschwindet. Allgemein ist festzumachen, dass man bis zum ausgehenden Mittelalter den gemeinen Kriegsknecht nicht als abbildungswürdig ansah. Am Ende des Mittelalters ist ein grundlegender Wandel festzustellen: Es beginnt einer regelrechter Triumphzug von Darstellungen kriegerischer Personen, die zuvor nur „als Komparsen einer übergeordneten Bildaussage“ Verwendung fanden. Dieses neue künstlerische Interesse für den gemeinen Kriegsknecht wird laut Matthias Rogg am deutlichsten im „autonomen Soldatenbild“ fassbar. Es ist charakteristisch für eine aus einem Kontext enthobene, teilweise auch isolierte Darstellungsweise von einzelnen Männern, die weder heilsgeschichtlich, symbolisch, moralisch, politisch oder allegorisch aufgeladen sind. Zum ersten Mal kommt hierbei ein zum Tragen, bei dem das künstlerische Interesse rein den gemeinen Soldaten gilt. Zu diesem neuartigen Typus stehen Gruppenbilder oder paarweise Darstellung dennoch nach wie vor in enger Konnotation zueinander – mit einer gewissen Abhängigkeit in Bildtradition und Darstellungsweise. So weisen beide Bildgattungen frequentiert – wenn auch differenzierter – einen erzählerischen Charakter auf. Dies macht es notwendig, Bilder von Gruppen vom „autonomen Soldatenbild“ separiert zu erfassen und zu interpretieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitendes: Einführung in die militärische Umbruchphase am Ende des Spätmittelalters und die Entstehung der Landsknechte als neue Fußstreitmacht.

2. Begriffsklärung des frühneuzeitlichen „Landsknechts“: Analyse der etymologischen Herkunft und der vagen, zeitgenössischen Verwendung des Begriffs Landsknecht.

3. Halbhose und Hosenlatz, Langspieß und Luntenschlossgewehr: Untersuchung der materiellen Kultur, insbesondere der charakteristischen Tracht und Bewaffnung als Ausdruck von Individualität.

4. Landsknechte in der deutschen Graphik der Dürerzeit: Untersuchung der künstlerischen Entwicklung des autonomen Soldatenbilds und spezifischer Darstellungen bei Albrecht Dürer.

4.1 Vom autonomen Soldatenbild zur Bilderserie: Theoretische Abgrenzung der neuen Bildgattung des einzelnen, vom Kontext gelösten Soldaten.

4.1.1 ‚Kriegsmann zu Fuß‘ (ca. 1490): Besprechung eines der frühesten datierten Beispiele für autonome Soldatendarstellungen.

4.2 Erste Phase – Albrecht Dürer und sein Zirkel: Beleuchtung von Dürers Rolle bei der Etablierung des neuen Bildthemas um das Jahr 1500.

4.2.1 ‚Landsknecht von rückwärts gesehen‘ (um 1500): Analyse einer anatomischen Studie Dürers als Idealdarstellung des Kriegsknechts.

4.2.2 ‚Schreitender Landsknecht‘ (1502): Untersuchung der formalästhetischen Darstellung eines elegant auftretenden Landsknechts.

4.3 Fahnenspiel und Fähnrich – „ein erbar / ehrlich und ru[e]hmliches Ampt“: Analyse der zentralen Bedeutung des Fähnrichs und der Fahne als Identifikationsmerkmal.

4.3.1 ‚Fahnenschwinger‘ (nach 1500): Detaillierte Betrachtung einer Dürer-Zeichnung hinsichtlich ihrer kriegerischen Tracht.

4.3.2 ‚Der Fahnenschwinger‘ (um 1502/1503): Interpretation der Federzeichnung im Kontext anatomischer Studien und politischer Allegorien.

4.4 Gruppenbilder: Analyse der Kompositionsweise von Gruppen, die dennoch auf den einzelnen Krieger fokussiert bleiben.

4.4.1 ‚Drei Kriegsleute‘ (1489): Besprechung einer der ältesten bekannten Gruppen-Vorstudien Dürers für Soldatendarstellungen.

4.4.2 ‚Italienische Landsknechte‘ (1495): Untersuchung der komplexen allegorischen Ebenen dieses Kupferstichs vor dem Hintergrund aktueller politischer Bedrohungen.

5. Abschließendes: Fazit zur Bedeutung des Wandels des Kriegerbildes in der Kunst und zum Status des Landsknechts als Symbol gesellschaftlicher Veränderung.

Schlüsselwörter

Landsknecht, Albrecht Dürer, Deutsche Graphik, Militarisierte Männlichkeit, Autonomes Soldatenbild, Renaissance, Kriegsführung, Söldnerwesen, Kostümgeschichte, Fähnrich, Langspieß, Schlitzmode, Kriegsgeschichte, Kunstgeschichte, Spätmittelalter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Darstellung von Landsknechten in der deutschen Grafik zur Zeit Albrecht Dürers und analysiert, wie diese Söldner in der Kunst als Ausdruck einer neuen, militarisierten Männlichkeit inszeniert wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der historischen Einordnung der Landsknechte, ihrer spezifischen Kleidung und Ausrüstung sowie der kunstgeschichtlichen Analyse ihrer Darstellung als Individuen oder in Gruppen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu verstehen, warum und wie der Landsknecht am Ende des Mittelalters zum darstellungswürdigen, autonomen Bildthema wurde und welche gesellschaftlichen oder symbolischen Bedeutungen hinter diesen Darstellungen stecken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kultur- und kunsthistorische Analyse, die primär auf der Auswertung von zeitgenössischen Grafik- und Literaturquellen basiert, um kunsttheoretische Konzepte wie das "autonome Soldatenbild" zu begründen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der materiellen Kultur (Tracht und Bewaffnung) und eine detaillierte kunstgeschichtliche Analyse von Dürers Werken, insbesondere seiner Soldaten- und Fähnrichdarstellungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Landsknecht, autonomes Soldatenbild, Albrecht Dürer, militarisierte Männlichkeit, Kunstgeschichte des 16. Jahrhunderts und Söldnerwesen.

Welche Bedeutung kommt der Kleidung des Landsknechts in den Grafiken zu?

Die Kleidung, insbesondere die Schlitzmode, wird als Ausdruck von Individualität und bewusster Selbstdarstellung interpretiert, die sich von den strengen Kleiderordnungen der Zeit abgrenzte.

Wie bewertet die Arbeit Dürers Kupferstich der „Italienischen Landsknechte“ von 1495?

Die Arbeit betrachtet das Blatt als ein komplexes, rätselhaftes Werk, das möglicherweise allegorisch auf die politische Bedrohung durch das Osmanische Reich anspielt und gleichzeitig ein hohes Maß an künstlerischer Individualstudie aufweist.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Militarisierte Männlichkeit in der frühen Neuzeit. Kostümierungen und Rollen des Landsknechts in der deutschen Graphik der Dürerzeit
Hochschule
Universität Regensburg  (Institut für Kunstgeschichte)
Veranstaltung
31529 Hexen, Huren, Haudegen. Geschlechterdiskurs und – Differenz in der deutschen Kunst des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
33
Katalognummer
V387981
ISBN (eBook)
9783668619333
ISBN (Buch)
9783668619340
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Albrecht Dürer Landsknechte Neuzeit Kostümierung Oberdeutsche Landsknechte Eidgenossen Haudegen Kriegsknechte Spätgotik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2017, Militarisierte Männlichkeit in der frühen Neuzeit. Kostümierungen und Rollen des Landsknechts in der deutschen Graphik der Dürerzeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387981
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  33  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum