Der Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné. Die Lennéschen Parkanlagen Charlottenburg, Berliner Tiergarten und Landwehrkanal


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017
39 Seiten, Note: 1,0
Anonym

Leseprobe

Gliederung
1.
Einleitendes ... 4
2.
Lennés Leben und Wirken ... 4
2.1
Jugend und Werdegang ... 5
3.
Lebenswerk und Planungen ... 9
3.1
Lennésche Parkanlagen ... 9
4.
Charlottenburg ... 10
4.1.1
»Verschoenerungs Plan von Charlottenburg.« (1819) ... 11
5.
Der Berliner Tiergarten ... 11
5.1.1
»Skizze des Thiergartens bei Berlin.« (1818) ... 14
5.1.2
»Verschönerungs-Plan vom Königl. Thiergarten bei Berlin.« (1832 / Klappe von
1834) ... 15
5.1.3
»Verschoenerungs Plan vom Koenigl: Thiergarten bei Berlin.« (1832) ... 15
5.1.4
»Verschoenerungs-Plan vom Thiergarten bei Berlin.« (1834) ... 16
5.1.5
Tiergarten. Partie Nr. 1. (1833) ... 17
5.1.6
»Plan des zwischen der Chaussée, dem Landwehrgraben und der Fasanen-Allée
belegenen Theils vom Thiergarten.« (1833) ... 17
5.1.7
»Situations Plan zur Verschönerung eines Theils im Thiergarten, begrenzt vom
Landwehrgraben, der Hofjäger und Fasanerie-Allée von 1834.« ... 18
5.1.8
»Verschoenerungs-Plan zu dem zwischen der Charlottenburger Chaussée,
Thiergarten-Strasse, Hofjäger und Bellevue-Allee belegenen Theil des Königl:
Thiergartens bei Berlin.« »No: II.« (1835) ... 18
5.1.9
»Verschönerungs Plan zu dem zwischen der Charlottenburger Chaussée,
Thiergarten-Strasse, Hofjäger und Bellevue-Allee belegenen Theil des Königl:
Thiergartens bei Berlin.« (1835) ... 19
5.1.10
»Verschönerungs Plan zu dem zwischen der Charlottenburger Chaussée, großen
Stern Allée, Thiergarten-Strasse, großer Quer und Bellevue Allée belegenen
Theils des Königlichen Thiergartens bei Berlin.« (1835) ... 19
5.1.11
»Situations Plan vom gegenwärtigen Zustande des zwischen Hofjäger Allée, große
Stern Allée und Thiergarten Strasse belegenen Theils des Königlichen
Thiergartens bei Berlin.« »Verschoenerungs Plan zu obiger Partie.« »No III.«
(1835) ... 19
5.1.12
Tiergarten. Partie Nr. 5. (1839) ... 20
5.1.13
Tiergarten. Partie Nr. 5. (Reinzeichnung) ... 21
5.1.14
Tiergarten. Partie Nr. 6. (1836.) ... 21
5.1.15
»Karte von der Königlichen Fasanerie bei Berlin« (1838) ... 22
5.1.16
»Verschoenerungs Plan des zwischen dem Landwehrgraben und projectirten
Schiffscanal belegenen Theils der ehemaligen Fasanerie bei Berlin. « (1842)22

5.1.17
»Einrichtungs Plan des zoologischen Gartens in der Königl. Fasanerie bei Berlin.«
(1841) ... 22
5.1.18
Tiergarten und Zoologischer Garten. (1841) ... 23
5.2
Lennés Bemühungen ­ Tiergarten ... 23
6.
Landwehrkanal ... 25
7.
Abschließendes ... 26
8.
Quellen und Literaturverzeichnis ... 27
8.1
Literatur ... 27
8.2
Internetquellen ... 27
8.3
Bildquellen ... 27
9.
Abbildungsverzeichnis ... 28

4
1. Einleitendes
Der berühmte preußische Gartenarchitekt, Städteplaner und spätere General-Gartendirektor
der königlich-preußischen Gärten Peter Joseph
Lenné drückte annähernd ein halbes Jahrhun-
dert lang der preußischen Gartenbaukunst buchstäblich seinen grünen Stempel auf. So entwarf
er dem Zeitgeist entsprechend großflächige, weiträumige Parkanlagen nach englischer Gar-
ten-Manier und war dabei stets auf eine sozialverträgliche Bebauung und Planung der Stadt-
und Parkanlagen bedacht indem er abwechslungsreiche und wohl durchdachte Grünflächen
für eine lokale Erholung der Stadtbevölkerung inszenierte. Schwerpunkt seiner Wirkungspha-
sen war der Berliner-Potsdamer Raum, jedoch legen bis heute in vielen anderen Teilen der
Bundesrepublik seine Arbeiten reiches Zeugnis für ihn ab.
Ein Haupt-Charakteristikum seiner Parkanlagen und Grünflächen ist der bewusst vielfältige
Einsatz von Sichtachsen, mit denen er ­ unter anderem in Potsdam und Berlin ­ die jeweili-
gen Grünflächen der Parkanlagen eindrucksvoll ineinander überleitete und damit wirkungs-
voll in Bezug zueinander setzte. Diese bewusst geschlagenen und freigelassenen Schneisen in
der landschaftlichen Architektur instrumentalisierte Lenné als direkte Verbindungspunkte für
das Ansetzen von verzweigten Wegen und Lichtungen, indem er diese mit entsprechenden
Baumreihen, Wasserläufen, Skulpturen und exotischen Gewächsen akzentuierte. Lennés
Werke sind ein Großteil der Berliner und Potsdamer Kulturlandschaft, diese reichen von der
Pfaueninsel bis nach Werder und gelten seit nunmehr 27 Jahren als wichtiges Weltkulturerbe
der europäischen Gartenkunst. Peter Joseph Lenné zählt bis zu dem heutigen Tag zu den be-
deutendsten Gartenkünstlern Deutschlands. Er entwarf hunderte von Anlagen wie Sanssouci,
die Pfaueninsel und den Berliner Tiergarten und lieferte Planzeichnungen bis nach Aachen,
Königsberg und Wien. Lenné selbst wurde bereits während seines Lebens mit vielen Aus-
zeichnungen geehrt und erfreute sich internationaler Anerkennung und Berühmtheit. Bis zum
heutigen Tag gelten seine Parkanlagen und Werke als beliebte Reiseziele und Tourismusat-
traktionen.
2. Lennés Leben und Wirken
Peter Joseph Lennés grüne Wurzeln entspringen einer ,alt-ehrwürdigen' Familiendynastie mit
langer Gärtnertradition. Der erste bekannte Gartenkünstler dieses Namens war ein gewisser
Augustin Le Neu
1
aus dem Raum Lüttich, der im Jahr 1665 als oberster Gärtner der Hofgärten
des Kölner Erzbischofs und Kurfürsten bei Bonn in Poppelsdorf eine Anstellung fand. In der
1
Die Schreibweise schwankt: Le Nen ­ Lennen ­ Le Neu ­ Lenné.

5
Folge hielt eine ganze Dynastie von Le Neus Einzug in die Hofgärten von Poppeldorf: Maxi-
milian Heinrich, Hubertus, Kunibertus und Peter Joseph Le Neu d. Ä., wandelte später den
Familiennamen in Lenné um. Peter Joseph Le Neu d. Ä. war als leiblicher Vater erster Schul-
und Lehrmeister von Peter Joseph Lenné (dem Jüngeren), welcher später aufgrund seiner
atemberaubenden Gartenarchitekturen und Planungszeichnungen im Berliner- und im Pots-
damer-Raum zu einiger Berühmtheit gelangte. Lenné erblickte am 29. September im Jahr
1789 in Bonn auf dem Alten Zoll das Licht der Welt. Sein Vater (Joseph Lenné d. Ä.) war
Zeit seines Lebens darauf bedacht, den noch jungen Lenné ­ der mehrere Geschwister hatte ­
eine gute Erziehung durch frühe Disziplinierung zu geben. Nach dem Abitur und Erreichen
des 16. Lebensjahres begann der junge Peter Joseph Lenné im Jahr 1805 eine Lehre als Gar-
tenarchitekt bei seinem Onkel Clemens Weyhe, der zu der Zeit Hofgärtner zu Brühl bei Köln
war.
2
2.1 Jugend und Werdegang
Wir wissen nur wenig über Kindheit- und Jugendtage von Peter Lenné.
3
Nach dem relativ frü-
hen Verlust der Mutter wurde der junge Sprössling des Hauses Lenné, nach Abschluss der
Lehrjahre, im Jahr 1809 auf väterlichen Wunsch auf seine erste Studienreise nach Süd-
deutschland geschickt, um erste Eindrücke und Inspirationen als angehender Landschaftsar-
chitekt und Gartenkünstler zu sammeln. Über diese erste Studienreise Lennés ist uns jedoch
nichts Genaueres bekannt. Im Jahr 1811 reiste Lenné nach Paris und sammelte dort erste prak-
tische Erfahrung im Botanischen Garten unter Herrn Desfontaines. Dort machte der junge
Lenné Bekanntschaft mit dem Gartenarchitekten Thouin, einen der fähigsten Gartenkünstlern
Frankreichs zu jener Zeit, und besuchte dort mit nicht geringem Interesse und Eifer Vorlesun-
gen über Botanik, Lennés zeitweise bevorzugte Leidenschaft.
4
U.a. besuchte Lenné Klein Tri-
anon, die Hauptwirkungsstätte von dem berühmten Gartenvirtuosen Jussieus, welcher in
Frankreich allgemein als der Vater des ,,natürlichen Gartenstils"
5
gilt. Seine Studien vervoll-
ständigte Lenné mitunter durch Studien der Architektur unter den erfahren Augen des Bau-
meisters Durwand. Bereits 1811 führte Lennés Werdegang nach Koblenz zurück, in dessen
Hofgärten sein Vater als Gartendirektor angestellt war und wurde diesem als Assistent unter-
stellt. Vermutlich wäre es übertrieben, wenn man den späteren Aufzeichnungen hier Glauben
2
Hinz, Gerhard: Peter Joseph Lenné. Landschaftsgestalter und Städteplaner, Zürich ­ Frankfurt 1977. S. 7.
3
Verhältnismäßig gut unterrichtet ­ laut Hinz Gerhard ­ Hermann Wichmann über die Jugendtage von Peter
Joseph Lenné.
4
Zur Botanik fühlte
Lenné
sich ab und an so stark hingezogen, dass
er während seiner Lehrzeit zeitweise
schwankte, ob er sich ganz der Botanik oder der Gartenkunst zuwenden sollte.
5
Vgl.: Hinz: Peter Joseph Lenné. Landschaftsgestalter und Städteplaner, S. 8.

6
schenkt, dass Lenné bereits in diesen Tagen ,,Außerordentliches"
6
zur Verschönerung der
Koblenzer Umgebung beigetragen habe.
Im gleichen Jahr begab sich Lenné nochmals auf Reisen zu Studienzwecken nach Süd-
deutschland und der Schweiz. Man vermutet, dass Lenné während dieser Reisen höchstwahr-
scheinlich den großen Gartenarchitekten Friedrich Ludwig von Sckell (1750-1823) begegnete,
welcher seit 1804 in München beschäftig wurde und u.a. den Englischen Garten entworfen
hatte. Über eine ,,angebliche Freundschaft"
7
der beiden ist nichts Weiteres bekannt. Jedoch ist
es laut Hinz Gerhard durchaus wahrscheinlich, dass der junge Lenné von dem berühmten Gar-
tenvirtuosen in gewissem Maße ,inspiriert` wurde ­ zumindest aber durch die von Sckell ent-
worfenen Parklandschaften.
Ein erster großer Meilenstein auf dem Weg nach Paris war eine fast dreijährige Station in der
prächtigen Weltstadt Wien von den Jahren 1812 bis 1815. In den ersten beiden Jahren widme-
te sich Peter Lenné vorwiegend seinen botanischen Studien, soweit es seine derzeitige prakti-
sche Anstellung beim Hofgärtner Franz Boos ermöglichte. Dieser stellte Lenné am 15. August
1814 ein hervorragendes Zeugnis, aus in dem er Lennés ,,...Treue und Geschicklichkeit in
denen ihm anvertrauten Geschäften...", als auch ,,...seinen besonders guten moralischen Cha-
rakter..." und dessen freundlichen Umgang mit seinen Kollegen lobte und ihn ,,bestens"
8
für
zukünftige Anstellungen weiter empfahl.
Besonders wichtig war für Lenné wohl das Jahr 1816, als der aufstrebende Gartenkünstler als
,,Gartengeselle"
9
in Sanssouci bei Potsdam Anstellung fand. Diese verdankte Peter Lenné
wohl in erster Linie den freundlichen Empfehlungen des preußischen Oberlandforstmeisters
von Hartig, des Oberhofmarschalls Baron von Maltzahn und des Grafen von Hake. Der Graf
war anscheinend während einer Reise ins Rheinland auf das junge Nachwuchstalent gesto-
ßen.
10
Während der Napoleonischen Kriege waren die Parkanlagen von Sanssouci, dem Neuen Pa-
lais und Charlottenburg ­ um hier nur einige aufzulisten ­ mehr oder weniger zerstört oder bis
zur Unkenntlichkeit von Strauch und Gestrüpp überwuchert worden.
6
Vgl.: Hinz: Peter Joseph Lenné. Landschaftsgestalter und Städteplaner, S. 8.
7
Vgl.: Ebd., S. 8.
8
Vgl.: Ebd., S. 9.
9
Vgl.: Ebd., S. 9.
10
Josef Zykan spricht die Vermutung aus, dass der preußische König Wilhelm III. (1797-1840) und Lenné
einander schon begegnet sein könnten, als der König der 1815 am Wiener Kongress teilnahm, Laxenburg
besuchte.

7
,,Der unter der Regie des Oberhofmarschalls von Maltzahn das Gartenwesen leitende Gar-
tendirektor, Oberhofbaurat Schulze, war ein älterer, verdienstvoller Beamter aus der Zeit
Friedrich Willhelms II. (1786-97) ein Baufachmann, der von der Kunst der Garten- und Land-
schaftsgestaltung im Vergleich zu Lenné recht wenig verstand."
11
Folgen wir dieser Einschät-
zung von Gerhard Hinz wird schnell klar, warum der noch junge Lenné relativ kurz nach sei-
nem Antritt als neuer ,Gärtnergeselle` in Potsdam zu Höherem berufen wurde. Als mögliche
Ursache nennt Hinz hier den Umstand, dass der schon greise Morsch die Verdrossenheit sei-
ner Majestät erregte, als dieser im ,Neuen Garten zu Potsdam` einiges an wertvollem Gehölz
herausreißen ließ. Zu Beginn seiner Potsdamer Zeit war Lenné noch unentschlossen, ob er
dort dauerhaft eine künftige Festanstellung als Hofgärtner anstreben sollte und in der kunst-
vollen Anlegung von Park- und Landschaftsanlagen zu Wohlstand und Ansehen gelangen
könnte oder sich doch gänzlich der geliebten Botanik zuwenden sollte. Mit einiger Sicherheit
war die freundschaftliche Zuwendung des Oberhofmarschalls von Maltzahn ­ welcher in den
folgenden Jahrzehnten nicht nur ,,direkter Vorgesetzer, sondern auch ein väterlicher Freund"
12
wurde ­ ein gewisses auschlaggebendes Moment, so dass Lenné sich letztendlich für die Gar-
tenarchitektur und nicht für die Botanik zu entscheiden wusste.
Vermutlich konnte der noch junge Peter Lenné noch nicht erahnen, wie erfolgreich er die Kar-
riereleiter eines preußischen Hofgärtners emporsteigen würde und das er fast ein halbes Jahr-
hundert im Potsdamer Raum bleiben würde. Von Beginn an wurden dem jungen Hofgärtner
Steine und Probleme in den Weg gelegt, beginnend mit den 18 preußischen Kollegen, z.T. äl-
tere Herren, welche dem jungen, aufstrebenden Gartenvirtuosen bei Weitem nicht alle wohl
gesonnen waren.
Im Jahr 1817 bot man Lenné eine Stelle als Hofgärtner an, die dieser jedoch wohlwissend um
seine eigene Person und Fähigkeiten ablehnte. Bereits 1818 wurde er ­ zu Beginn nur zur
Probe ­ für 12 Monate Teil der ,königlichen Gartenintendantur`. Seit dieser Zeit bezeichnete
sich Lenné als ,,Garten-Ingenieur"
13
. Anfänglich wurde Lenné nur mit der Verantwortung be-
dacht, das Abstecken der Wald und Wiesenwege und die Anordnung von Wäldern und Höl-
zern zu überwachen ­ jedoch durfte er keine Hauptbäume fällen lassen, ohne sich vorher mit
dem Oberhofmarschall von Maltzahn abgesprochen zu haben ­ in besonderen Fällen durfte
11
Vgl.: Hinz: Peter Joseph Lenné, Landschaftsgestalter und Städteplaner, S. 10.
12
Vgl.: Ebd. S. 10.
13
Vgl.: Ebd. S. 10.

8
Lenné allerdings selbst entscheiden und kleine Änderungen vornehmen, sollte dann aber auch
die entsprechende Verantwortung dafür tragen.
14
Im Jahr 1818 wurde Lenné mit der Obhut aller königlichen Baumschulen betraut und ein kö-
nigliches Rundschreiben ging an die Hofgärtner, in dem diese davon in Kenntnis gesetzt wur-
den, dass nun Lennés Anweisungen in gleicher Weise Folge zu leisten sei, als wären es direk-
te Anordnungen von dem Oberhofmarschall oder dem Gartendirektor.
15
Die neuen Baumschu-
len betrieben ­ neben der wichtigen Baumzucht, Versorgung der königlichen Gärten mit Höl-
zern und Erwirtschaftung von Gewinnen ­ auch Forschungs- und Bildungsstätten der Garten-
Ingenieure. Laut Wimmer eine ,,ungewöhnliche Konstruktion"
16
: Sie waren gleichzeitig ,ge-
meinnützige Organisationen` und Aktionärsgesellschaften, deren Investoren und Aktionäre
anstelle von Gewinnausschüttung Bäume und Holz erhielten. Die ,Grundausstattung` der
Baumschulen waren Gehölze aus den Hofgärtnereien und staatliche Anbaugründe.
17
Die
Baumschule in Potsdam wurde ­ nachdem Lenné im Oktober des Jahres 1823 zum Direktor
der Landesbaumschule ernannt worden war ­ eine der bedeutendsten und größten der deut-
schen Landesbaumschulen ihrer Zeit.
18
/
19
Mit einiger Sicherheit wurde Lennés Eintritt in den ausgewählten Kreis der Gartenintendantur
nicht von allen Hofgärtnern gerne gesehen. ,,Sie betrachteten ihn immer noch als landfremden
Eindringling."
20
Nach anfänglichen Meinungsverschiedenheiten wurde Schulze nach und nach
zu einem handfesten Gegenspieler und Konkurrenten Lennés vor allem in Fragen der Zustän-
digkeit; daraus resultierten diverse Rangstreitigkeiten und gegenseitige Kritiken, bis hin zu
Streitschriften bis zum Jahr 1828, als Schulze in den Ruhestand entlassen wurde. Damit wur-
de der bereits im Jahr 1824 zum Gartendirektor ernannte Gartenvirtuose endgültig unumstrit-
tener General-Gartendirektor der königlich-preußischen Gärten.
21
14
Hinz: Peter Joseph Lenné, Landschaftsgestalter und Städteplaner, S. 7-10.
15
Laut Wimmer erarbeitete Lenné bereits im Jahr 1829 ein erstes ­ nicht überliefertes ­ Projekt einer Groß
baumschule.
16
Vgl.: Wimmer, Clemens Alexander: Der Gartenkünstler Peter Joseph Lenné. Eine Karriere am preußischen
Hof. Darmstadt 2016. S. 137.
17
Siehe Ebd., S. 135f.
18
Siehe Ebd., S. 135-137.
19
Siehe dazu auch: Wimmer: Der Gartenkünstler Peter Joseph Lenné. Eine Karriere am preußischen Hof.
S. 135-139.
20
Vgl.: Hinz: Peter Joseph Lenné, Landschaftsgestalter und Städteplaner, S. 14.
21
Siehe Ebd., S. 11-14.

9
3. Lebenswerk und Planungen
Lennés frühe Jahre in Potsdam zählen zu den schaffungsreichsten Jahren seiner enormen
Laufbahn. Seine ersten größeren Planzeichnungen und Ausführungen sind mit den Jahreszah-
len 1816 signiert: für den Neuen Garten, dem Schlosspark von Sanssouci und den Berliner
Tiergarten; die ersten Planungen für die Grünanlagen für Schloss Charlottenburg entstanden
im Jahr 1819.
Sämtliche Planungszeichnungen wurden in der Anfangszeit von Lenné selbst ausgeführt und
gezeichnet. Lenné, der bereits im Jahre 1819 Friedrich Wilhelm III. seine Vision in Form sei-
nes zweiten großen Entwurfs für eine Neugestaltung des Tiergartens vorlegte, erkannte relativ
schnell das der König einen strikten Sparkurs verfolgte und umfassenden Neuerungen und
Änderungen sehr abweisend gegenüberstand. Dies erklärt vermutlich Lennés Vorgehen, im-
mer nur kleinere Partien des Gesamtplans in Form von Teilentwürfen zu präsentieren, welche
aufgrund ihrer verhältnismäßig kleinen Kostenvoranschlägen meist vom König gewährt wur-
den. Dabei behielt der neue königliche Gartendirektor natürlich immer den Gesamtentwurf
vor Augen.
22
3.1 Lennésche Parkanlagen
Besondere kunsthistorische Bedeutung wird den von Lenné umgestalteten barocken Parkanla-
gen zuteil, welche durch die Napoleonischen Kriegsjahre von 1806 ­ 1815 mehr oder weniger
in dürftigem, verwahrlostem Zustand zurückgelassen wurden. Diese hatte Lenné erfolgreich
in prächtige Landschafts- und Gartenarchitektur umgestaltet. Sein Schaffenswerk begann be-
reits mit Laxenburg bei Wien (1815), jedoch, vertraut man den jüngsten Erkenntnissen der ak-
tuelleren Forschung durch Josef Zykan, erfolgte die Neugestaltung des Schlossparks nach der
Jahrhundertwende keinesfalls durch Lenné, trotz großer Planentwürfe und Ehrerwähnung auf
seinem Sterbebett, auf einem goldenen Lorbeerkranz, sondern durch den Schlosshauptmann
Riedl von Leuenstern.
Mit Beginn des Jahres 1816 folgte eine Serie von größeren Umgestaltungen von Parkanlagen
in Potsdam, Berlin, der Mark Brandenburg, in Mecklenburg, Pommern, Ost- und Westpreu-
ßen, Schlesien, Bayern und seinem Geburtsland dem Rheinland. Zu den ersten Werken in
Potsdam zählen die Parkanlage von Klein Glienicke, der königliche Neue Garten am Heiligen
22
Hinz, Gerhard: Peter Joseph Lenné. Landschaftsgestalter und Städteplaner, S. 14.
Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Der Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné. Die Lennéschen Parkanlagen Charlottenburg, Berliner Tiergarten und Landwehrkanal
Hochschule
Universität Regensburg  (Institut für Kunstgeschichte)
Veranstaltung
Die Topographie Berlins. Stadtplanung vom Großen Kurfürsten bis heute.
Note
1,0
Jahr
2017
Seiten
39
Katalognummer
V387988
ISBN (eBook)
9783668622234
ISBN (Buch)
9783668622241
Dateigröße
3986 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Peter Joseph Lenné, Gartenkünstler, Architektur, Charlottenburg, Berliner Tiergarten, Landwehrkanal, Berlin, Potsdam
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Der Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné. Die Lennéschen Parkanlagen Charlottenburg, Berliner Tiergarten und Landwehrkanal, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387988

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