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Die Frage nach der Schuld in "Das Urteil" von Franz Kafka

Titel: Die Frage nach der Schuld in "Das Urteil" von Franz Kafka

Hausarbeit , 2017 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Julika Frontzeck (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit soll das Schuldmotiv in "Das Urteil" untersuchen und erörtern wie es zu der Verurteilung durch den Vater, aber auch zu einer Hinnahme und Vollstreckung Georg Bendemanns kommen konnte. Denn das Prinzip einer Verurteilung im herkömmlichen Sinne, hat zur Grundlage, dass ein Gesetzesverstoß vorliegt. Demzufolge muss dem Schuldbegriff Kafkas eine Mehrdeutigkeit zu Grunde liegen die hier nicht klar definiert, sondern nur durch Handlungen lesbar ist.

Franz Kafka gilt als großer Erzähler des 20. Jahrhunderts und viel mehr noch als Autor von Weltliteratur. Dementsprechend wurden seine literarischen Werke vielzähligen Analysen und Interpretationen unterzogen. "Das Urteil" entstand in der Nacht zwischen dem 22. und 23. September 1912 und Kafka erklärt in einem späteren Brief an seine Verlobte Felice Bauer er wollte "nach einem zum Schreien unglücklichen Sonntag [...] einen Krieg beschreiben". Eine solche Gemütslage begründet wohl die eskalierende und kriegsähnliche Auseinandersetzung zwischen dem Protagonisten Georg Bendemann und seinem Vater.

Die Erzählungen ist eines seiner frühsten Werke und wird zugleich als "literarischer Durchbruch" getitelt. Die zugesprochene Bedeutung dieses Werkes begründet sich darin, dass "Das Urteil" als Schlüsselwerk der Gesamtdeutung zu werten und gleichermaßen ein Paradebeispiel für die Fiktionalisierung autobiographischer Gegebenheiten ist. Durch die immer wiederkehrende Auseinandersetzung in den kafkaschen Werken mit Schlüsselbegriffen wie Gesetz, Urteil, Verhör, Schuld, Strafe und Vollzug wird in seinem Schreiben ein deutliches Paradigma erkennbar.

Beginnend mit dem zweiten Kapitel, das einen Einblick in Kafkas Biografie und seinen daraus erkennbaren Schuldbegriff gibt. Das dritte Kapitel untersucht die Spannung zwischen Schuld und Unschuld, Gesetz und Wunsch in Kafkas Werk und gliedert sich in drei Unterkapitel Verhandlung, Verurteilung und Vollzug. Abschließend gibt das vierte Kapitel, ein zusammenfassendes Fazit über den kafkaschen Schuldbegriff, sowie das Schuldmotiv der hier zu untersuchenden Erzählung und soll darlegen ob die Schuld tatsächlich "immer zweifellos" ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Eine Einführung

2.1 Biografischer Hintergrund

2. 2 Das Schuldmotiv

3. Schuld und Unschuld in Das Urteil

3.1 Die Verhandlung

3.2. Die Verurteilung

3.3 Die Vollstreckung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das zentrale Schuldmotiv in Franz Kafkas Erzählung „Das Urteil“ und analysiert, wie es zu der Verurteilung des Protagonisten Georg Bendemann durch seinen Vater sowie zu dessen anschließender Selbsttötung kommen konnte. Dabei wird die Mehrdeutigkeit des kafkaschen Schuldbegriffs beleuchtet, die sich jenseits juristischer Normen bewegt und eng mit dem biografischen Hintergrund des Autors sowie psychoanalytischen Aspekten verknüpft ist.

  • Biografische Bezüge zwischen Franz Kafka und seinem Protagonisten
  • Die psychoanalytische Deutung des Vater-Sohn-Konflikts
  • Das Schuldmotiv als zentraler Dreh- und Angelpunkt der Erzählung
  • Die Analyse der eskalierenden Auseinandersetzung (Verhandlung, Verurteilung, Vollstreckung)
  • Die Auflösung der Identität des Sohnes durch die väterliche Autorität

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Verhandlung

Bevor der Textinhalt genauer betrachtet wird, ist es wichtig festzuhalten, dass die Exposition sowie die darauffolgende Introspektive zwar den Eindruck einer auktorialen Erzählperspektive erwecken, jedoch einer latenten Wahrnehmungsperspektive unterstehen. So wird der Anschein von Objektivität erzeugt und für den Leser bietet sich ein zeichenhaft komprimiertes Bild einer Wirklichkeit, welche jedoch lediglich die individuelle Wahrnehmung des Protagonisten Georg Bendemann veranschaulicht. Zu Beginn der Erzählung sitzt der Hauptprotagonist Georg Bendemann „an einem Sonntagvormittag im schönsten Frühjahr“ (7) in seinem Privatzimmer . Frisch verlobt mit Frida Brandenfeld und auch beruflich am Höhepunkt seiner Karriere, beendet er just den Brief an seinen nach Petersburg geflüchteten Freund. Krank, erfolglos und vereinsamt verkörpert er die Antithese zu Georgs Person. Lange Zeit reflektiert Georg ob er seinen Freund über die bevorstehende Hochzeit informieren oder es „Aus Rücksichtnahme, aus keinem anderen Grund sonst“ (13) verschweigen soll. Diese Exposition gibt nicht nur Auskunft über die Beziehung zwischen dem Protagonisten und seinem Freund, vielmehr erleuchtet sie den Hintergrund für das später eskalierende Streitgespräch zwischen Vater und Sohn.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Schuld bei Kafka ein, umreißt die literarische Bedeutung von „Das Urteil“ und definiert die Forschungsfrage der Arbeit.

2. Eine Einführung: Dieses Kapitel behandelt den biografischen Kontext der Erzählung sowie das allgemeine Schuldmotiv im Werk Kafkas und führt psychoanalytische Grundlagen ein.

3. Schuld und Unschuld in Das Urteil: Dieser Hauptteil analysiert die Eskalationsstufen des Konflikts zwischen Georg Bendemann und seinem Vater in den Unterpunkten Verhandlung, Verurteilung und Vollstreckung.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bewertet die Ambivalenz des Schuldbegriffs in Kafkas Erzählung abschließend.

Schlüsselwörter

Franz Kafka, Das Urteil, Schuld, Schuldgefühl, Vater-Sohn-Verhältnis, Psychoanalyse, Georg Bendemann, Verurteilung, Gesetz, Literaturwissenschaft, Selbsttäuschung, Identität, Kindheitsrolle, Autorität, Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das vielschichtige Schuldmotiv in Franz Kafkas Erzählung „Das Urteil“ und beleuchtet die psychologischen sowie zwischenmenschlichen Dynamiken, die zum Untergang des Protagonisten führen.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Vater-Sohn-Konflikt, der Rolle der Biografie Kafkas für das Werk, psychoanalytischen Instanzenmodellen und dem spezifischen Verständnis von Schuld bei Kafka.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu erörtern, wie es zu der Verurteilung Georg Bendemanns durch seinen Vater kommen konnte und ob diese Schuld im Kontext von Kafkas Werk als objektiv oder individuell-psychologisch zu bewerten ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine textanalytische Vorgehensweise unter Einbeziehung biografischer, psychoanalytischer und literaturtheoretischer Perspektiven.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Verhandlung, der expliziten Verurteilung des Sohnes durch den Vater und die darauffolgende Vollstreckung des Urteils durch den Freitod.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Schuld, Kafka, Vater-Sohn-Konflikt, Verurteilung, Identität und Psychoanalyse.

Warum spielt der „Brief an den Vater“ eine so große Rolle für die Interpretation?

Der Brief dient als zentraler biografischer Referenzpunkt, um das ambivalente Verhältnis Kafkas zu seinem eigenen Vater und die daraus resultierende Schuldthematik in seinen fiktionalen Texten besser zu verstehen.

Wie lässt sich die „Unschuld“ des Protagonisten trotz seiner Verurteilung erklären?

Die Arbeit argumentiert, dass die Schuld bei Kafka oft nicht auf einem Gesetzesbruch basiert, sondern ein innerpsychisches Konstrukt ist, das aus der bedingungslosen Unterwerfung des Sohnes unter die väterliche Autorität resultiert.

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Details

Titel
Die Frage nach der Schuld in "Das Urteil" von Franz Kafka
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Veranstaltung
Franz Kafka
Note
1,3
Autor
Julika Frontzeck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
15
Katalognummer
V388026
ISBN (eBook)
9783668619371
ISBN (Buch)
9783668619388
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Franz Kafka Schuld Frage Das Urteil
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julika Frontzeck (Autor:in), 2017, Die Frage nach der Schuld in "Das Urteil" von Franz Kafka, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388026
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Leseprobe aus  15  Seiten
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