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Die Liberalisierung der deutschen Elektrizitätswirtschaft im Vergleich mit der Entwicklung in England/ Wales

Title: Die Liberalisierung der deutschen Elektrizitätswirtschaft im Vergleich mit der Entwicklung in England/ Wales

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nadine Bliedtner (Author)

Politics - Region: Western Europe
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Am 19. Dezember 1996 wurde nach langjährigen Verhandlungen des Energieministerrats der Europäischen Union und des Europäischen Parlaments eine Richtlinie verabschiedet, die sich mit den gemeinsamen Vorschriften für einen europäischen Elektrizitätsbinnenmarkt befasste. Angestrebt war eine kostengünstigere Stromversorgung für die europäischen Konsumenten durch die Einführung weitreichender Wettbewerbselemente.


Die Stromrichtlinie, welche in dieser Arbeit in einem Kapitel näher betrachtet werden wird, war innerhalb von zwei Jahren nach ihrem Inkrafttreten von den Mitgliedsstaaten der EU in nationales Recht umzusetzen.


Hier soll nun zunächst eine einleitende Klärung des Begriffes „natürliches Monopol“, der für das Verständnis der Entwicklungen auf dem Strommarkt von Bedeutung ist, gegeben werden. Außerdem wird eine kurze Betrachtung der Strukturen der Strommärkte in Deutschland und England/ Wales vor ihrer Liberalisierung folgen. Anschließend soll der Prozess der Umsetzung der Richtlinie in Deutschland und der Verlauf der Liberalisierung des Stromsektors genauer beleuchtet werden.


Das Elektrizitätssystem Großbritanniens besteht aus den teilintegrierten Systemen von England und Wales sowie Schottland, die durch eine Kuppelleitungskapazität miteinander verbunden sind. Dazu gehört außerdem das System Nordirlands, das mit dem der Republik Irland in Verbindung steht. Das britische und walisische System ist das bedeutendste in Großbritannien. Seine Liberalisierung soll hier mit der deutschen verglichen werden. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Großbritannien auf Grund einer schon in den 90er Jahren erfolgten Umstrukturierung seiner Strommärkte die europäische Stromrichtlinie bereits im Zeitpunkt der Verabschiedung erfüllte.


Im Anschluss soll noch versucht werden zu beantworten, ob sich, nachdem die Umsetzung der Stromrichtlinie in Deutschland schon einige Jahre zurückliegt, tatsächlich Wettbewerb auf dem Stromsektor eingestellt und somit zu günstigeren Preisen für die Stromkunden in Deutschland geführt hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Das Stromnetz als natürliches Monopol

3. Deutschland und England/ Wales vor der Liberalisierung

3.1. Die Elektrizitätswirtschaft in Deutschland vor ihrer Liberalisierung

3.2. Die Elektrizitätswirtschaft in England/ Wales vor ihrer Liberalisierung

4. Die EU-Richtlinie vom 19. Dezember 1996

5. Die Liberalisierung der Strommärkte

5.1. Verlauf der Liberalisierung in Deutschland

5.1.1. Die Neuregelung des EnWG

5.1.2. Der verhandelte Netzzugang

5.1.3. Diskriminierung und Missbrauchsverfahren

5.1.4. Die Verbändevereinbarungen

5.1.5. Eine Regulierungsbehörde anstelle der Verbändevereinbarungen

5.2. Verlauf der Liberalisierung in England/ Wales

5.2.1. Großbritannien als Vorreiter in Europa

5.2.2. Der Electricity Act von 1989

5.2.3. Der Großhandelspool

5.2.4. Die Regulierung der Stromwirtschaft

6. Vergleich der Liberalisierung in Deutschland und England/ Wales

7. Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt

8. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Prozess der Liberalisierung der Strommärkte in Deutschland im Vergleich zu der bereits früher erfolgten Entwicklung in England und Wales, um die Auswirkungen auf den Wettbewerb sowie die Preisgestaltung zu analysieren.

  • Strukturen der Strommärkte vor der Liberalisierung
  • Umsetzung der EU-Richtlinie vom 19. Dezember 1996
  • Regulierungsmechanismen und Netzzugangsmodelle
  • Vergleich der liberalisierten Marktmodelle beider Länder
  • Entwicklung von Wettbewerb und Strompreisen im Zeitverlauf

Auszug aus dem Buch

2. Das Stromnetz als natürliches Monopol

Ein natürliches Monopol ist dadurch gekennzeichnet, dass das Gesamtangebot des Marktes für homogene Güter am kostengünstigsten durch einen Anbieter, anstatt durch mehrere konkurrierende Unternehmen gedeckt werden kann.5

Ausgangspunkt für die Liberalisierung der europäischen Strommärkte war die Ansicht, dass die Elektrizitätsversorgung nicht mehr, wie es traditionell der Fall war, in ihrer Gesamtheit als natürlicher Monopolbereich zu betrachten ist.6

Lange Zeit war die Elektrizitätswirtschaft ein wettbewerblicher Ausnahmebereich, da eine sehr hohe Fixkostenbelastung bestand und das Speichern7 von Strom so gut wie unmöglich ist. Die Unternehmen wurden durch die Billigung eines Monopolstatus in ihren abgegrenzten Versorgungsgebieten geschützt.8 Mittlerweile gilt die Eigenschaft des natürlichen Monopolbereiches nur noch für Teilgebiete der Elektrizitätswirtschaft, da die Erzeugung und der Handel mit Strom keine für ein natürliches Monopol charakteristischen Merkmale aufweisen.9 Anerkannt wird nur noch die Alleinanbieterschaft in den Transportfunktionen Übertragung und Verteilung, wohingegen eine wettbewerbliche Organisation von Stromerzeugung und Stromhandel zu gestalten ist.10

Stromleitungen und komplette Netze können nicht beliebig durch die Landschaft verlegt werden. Der Bau von konkurrierenden Stromleitungen ist praktisch unmöglich, denn die starke Umweltbelastung sowie die dabei entstehenden hohen Kosten, wenn jeder Energie-Anbieter sein eigenes Leitungsnetz bis zum Kunden verlegen würde, sind nicht zu rechtfertigen. Deshalb verfügen die Netzbetreiber über ein natürliches Monopol.11

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einleitung in die Thematik der Strommarktliberalisierung und Zielsetzung der Arbeit.

2. Das Stromnetz als natürliches Monopol: Erläuterung der ökonomischen Definition des natürlichen Monopols im Kontext der Elektrizitätsversorgung.

3. Deutschland und England/ Wales vor der Liberalisierung: Analyse der vorliberalen Marktstrukturen in beiden Vergleichsregionen.

4. Die EU-Richtlinie vom 19. Dezember 1996: Darlegung der regulatorischen Vorgaben der Europäischen Union für den Elektrizitätsbinnenmarkt.

5. Die Liberalisierung der Strommärkte: Detaillierte Betrachtung des Liberalisierungsprozesses, der Netzzugangsmodelle und der Regulierungsinstanzen in Deutschland und England/Wales.

6. Vergleich der Liberalisierung in Deutschland und England/ Wales: Gegenüberstellung der unterschiedlichen Marktmodelle und regulatorischen Ansätze.

7. Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt: Untersuchung der tatsächlichen Wettbewerbsentwicklung und Preisdynamik in Deutschland nach dem EnWG.

8. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die weitere Entwicklung.

Schlüsselwörter

Liberalisierung, Strommarkt, Deutschland, England, Wales, natürliches Monopol, Netzzugang, Wettbewerb, Energiepolitik, Strompreis, Regulierung, EnWG, EU-Richtlinie, Unbundling, Marktöffnung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Liberalisierung der Strommärkte in Deutschland und stellt diese der Entwicklung in England und Wales gegenüber.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Marktstrukturen, die regulatorischen Rahmenbedingungen durch EU-Richtlinien sowie die Entwicklung des Wettbewerbs und der Strompreise.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit zielt darauf ab, zu bewerten, ob die Umsetzung der Liberalisierung tatsächlich zu mehr Wettbewerb und günstigeren Strompreisen geführt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen vergleichenden Ländervergleich, der auf Basis von Fachliteratur, Gesetzen und Marktberichten erarbeitet wurde.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis des Stromnetzes, die rechtlichen Vorgaben, die detaillierte Darstellung des Liberalisierungsprozesses beider Länder sowie den direkten Vergleich der Marktmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Strommarktliberalisierung, natürliches Monopol, Netzzugang und Wettbewerbsregulierung definiert.

Warum spielt das Konzept des natürlichen Monopols für die Argumentation des Autors eine zentrale Rolle?

Da Stromnetze aufgrund hoher Kosten und technischer Gegebenheiten nicht dupliziert werden können, bleibt das Netz ein natürliches Monopol, was die Regulierung des Netzzugangs zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor macht.

Was unterscheidet das deutsche Modell vom Modell in England/Wales laut der Untersuchung?

Deutschland setzte primär auf einen verhandelbaren Netzzugang und eine ex-post Regulierung, während in England und Wales frühzeitig eine eigenständige, sektorspezifische Regulierungsbehörde mit ex-ante Regulierungsbefugnissen geschaffen wurde.

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Details

Title
Die Liberalisierung der deutschen Elektrizitätswirtschaft im Vergleich mit der Entwicklung in England/ Wales
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Course
Der regulative Staat und seine Verwaltung
Grade
1,7
Author
Nadine Bliedtner (Author)
Publication Year
2005
Pages
27
Catalog Number
V38807
ISBN (eBook)
9783638377713
ISBN (Book)
9783638654609
Language
German
Tags
Liberalisierung Elektrizitätswirtschaft Vergleich Entwicklung England/ Wales Staat Verwaltung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Bliedtner (Author), 2005, Die Liberalisierung der deutschen Elektrizitätswirtschaft im Vergleich mit der Entwicklung in England/ Wales, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38807
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