Der moderne Staat, der Nationalstaat, überlebte lange aufgrund einer immer weitergehenden Expansion. Im Globalen Zeitalter jedoch erscheinen viele Aspekte dieses Nationalstaates überholt. In dieser Arbeit werden verschiedene Aspekte des Nationalstaates im Globalen Zeitalter behandelt und auf ihre Aktualität überprüft. Besonders das Spannungsverhältnis von moderner individualisierter Gesellschaft und Sozialstaat. Ein weiteres Augenmerk liegt auch in den Transformationen der britischen und deutschen Sozialdemokratie, Schlagwort Dritter Weg, welcher von verschiedenen Theoretikern gerne auch stark kritisiert wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Epochen der Geschichte
2. Die Moderne
2.1 Expansion
2.2 Rationalität
2.3 Der Nationalstaat
2.4 Der Sozialstaat und die Gesellschaft
2.5 Problem der Expansion
3. Die Globalisierung und das Globale Zeitalter
3.1 Übergangszeit und Definition
3.2 Das Globale Zeitalter
3.2.1 Auswirkungen und Probleme
3.2.2 Identität
3.3 Globalisierung und die Politik
3.3.1 Der neoliberale Staat
3.3.2 Labour Party und der dritte Weg
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht den historischen Wandel von der Ära der Moderne hin zum Globalen Zeitalter und analysiert in diesem Kontext die Transformation der sozialdemokratischen Parteien, insbesondere am Beispiel der britischen Labour Party, hin zur sogenannten Marktsozialdemokratie.
- Historische Periodisierung von der Moderne bis zur Globalisierung
- Die Rolle des Nationalstaates und das Problem der Expansion
- Einfluss ökonomischer Globalisierungsprozesse auf die nationale Politik
- Konzept und Praxis des "Dritten Weges" (New Labour)
- Kritische Analyse von Marktsozialdemokratie und Postdemokratie
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Auswirkungen und Probleme
Wie in vorigen Kapiteln bereits angesprochen, wirkt sich das globale Handeln sehr offensichtlich im Bereich der sozialen Bewegungen aus. Im Slogan von René Dubos „think globally, act locally“ (Albrow 2007: 229) erkennen wir den Grundgedanken, nämlich immer die Welt als Ganzes im Blick zu haben, aber innerhalb der eigenen lokalen Reichweite wirken. Aber auch in anderen Bereichen wie etwa Menschenrechte, Frauenrechte und Friedensbewegungen spielt dieses Denken eine wichtige Rolle. Die Stärke dieser Bewegungen gründet sich auf die Tatsache, dass sich weltweit, meist ganz gewöhnliche, Menschen in ihrer freien Zeit für eine dieser Sachen einsetzen, getrieben rein durch ihr idealistisches Denken (vgl. ebd.: 229).
Eine neue Entwicklung im Klassendenken ist am Weg zur Globalität ebenfalls entstanden. Eine neue Elite, die globale Managerklasse, gewohnt sich über den Nationalstaaten hinaus zu vernetzen und zu agieren, hat sich entwickelt. Das Besondere an dieser Klasse ist, dass sie keiner klaren Hierarchie, und keiner direkten Autorität, unterworfen ist. Durch das Fehlen klarer globaler Institutionen konnte sich diese neue Elite bilden und ist nun auch in der Lage Macht auszuüben. In Form der großen Wirtschafts- und Unternehmereliten passiert dieser Machteinfluss besonders in der Politik
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Epochen der Geschichte: Dieser Abschnitt ordnet die menschliche Geschichte in verschiedene Epochen ein, wobei der Übergang von der Moderne zum Globalen Zeitalter als zentraler Prozess hervorgehoben wird.
2. Die Moderne: Hier werden die prägenden Merkmale der Moderne wie Expansion, Rationalisierung und die Etablierung des Nationalstaates sowie deren Auswirkungen auf die Gesellschaft beleuchtet.
3. Die Globalisierung und das Globale Zeitalter: Dieses Kapitel analysiert den Übergang in ein globales Zeitalter, die veränderten politischen Rahmenbedingungen und die Anpassung sozialdemokratischer Parteien an den freien Markt.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Moderne, Nationalstaat, Marktsozialdemokratie, New Labour, Dritter Weg, Rationalisierung, Neoliberalismus, Postdemokratie, Globales Zeitalter, Identität, Sozialstaat, Wirtschaftsreformen, Gesellschaftstheorie, politische Transformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Wandel von der Moderne in ein Globales Zeitalter und wie dieser Prozess die politische Ideologie der Sozialdemokratie hin zur Marktsozialdemokratie transformiert hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Einordnung der Moderne, die Rolle von Globalisierungsprozessen für den Nationalstaat sowie die kritische Untersuchung der politischen Reformen unter "New Labour".
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie externe globalisierende Kräfte und der ökonomische Druck zur Anpassung der sozialdemokratischen Parteien führten und welche gesellschaftlichen Folgen dies hatte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Aufarbeitung soziologischer sowie politikwissenschaftlicher Konzepte, insbesondere von Autoren wie Martin Albrow, Oliver Nachtwey und Holger Rossow.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Moderne, die Charakteristika des Globalen Zeitalters und die detaillierte Fallstudie zur britischen Labour Party unter Tony Blair.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Marktsozialdemokratie", "Rationalisierung", "Dritter Weg" und "Postdemokratie" charakterisiert.
Inwiefern hat der Übergang zum Globalen Zeitalter die Labour Party beeinflusst?
Der Übergang erzwang eine inhaltliche Neuausrichtung weg vom klassischen Keynesianismus hin zur expliziten Akzeptanz des Marktes als zentralem ökonomischen Organisationsprinzip.
Was ist unter dem Begriff "Postdemokratie" im Kontext dieser Arbeit zu verstehen?
Der Begriff beschreibt eine Entwicklung, in der politische Entscheidungen zunehmend durch Expertengremien und Technokraten getroffen werden, wodurch die demokratische Mitgestaltung durch Wahlen an Bedeutung verliert.
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- René Schwung (Autor), 2016, Das Globale Zeitalter und die Marktsozialdemokratie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388105