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Kulturindustrie und Cultural Studies. Passiver oder aktiver Zuschauer in der heutigen Medienkonsumlandschaft?

Titel: Kulturindustrie und Cultural Studies. Passiver oder aktiver Zuschauer in der heutigen Medienkonsumlandschaft?

Hausarbeit , 2017 , 15 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Mandy Büttner (Autor:in)

Soziologie - Medien, Kunst, Musik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wir leben in einer Zeit, in der sich die Medienlandschaft zu einer bisher nie dagewesenen Vielfalt entwickelt hat. Sei es nun die Erfindung des Buchdrucks oder Facebook: Mediale Veränderung brachte immer auch „eine Reihe von tief greifenden [gesellschaftlichen] Veränderungen mit sich“ (Merten 2005). So bestimmten sie beispielsweise das Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit (z.B. Habermas 1962), spielten sie aber auch politisch eine Rolle (z.B. Behrens 2004).

Inzwischen gibt es unzählige Ansätze, die sowohl die Medienformate an sich, die Intension ihrer Macher sowie die Rezipienten dieser Medien behandeln. Dabei sind es insbesondere zwei theoretische Ansätze, die sich intensiver mit der Rolle des Rezipienten auseinandersetzen: Die Kulturindustrie und die Cultural Studies. Wie diese Arbeit zeigen wird, gehen beide Theorieschulen von ähnlichen medialen Intensionen aus, gestehen dem Rezipienten jedoch zwei vollkommen unterschiedliche Bedeutungen zu.

Entsprechend wird diese Arbeit zunächst die Kulturindustrie nach Adornos und Horkheimers Dialektik der Aufklärung (1972) und den darin als passiv entlarvten Rezipienten näher erläutern und sich infolge dem als aktiv geltenden Rezipienten der Cultural Studies widmen. Aufgrund der Tatsache, dass heutige Medienformate kaum unterschiedlicher sein könnten, demnach keine generelle Aussage möglich erscheint, wird am Ende dieser Arbeit anhand eines Beispiels des Mediums YouTube aufgezeigt werden, inwiefern die Kulturindustrie bzw. die Cultural Studies in der heutigen Medienlandschaft zum Tragen kommen. Ziel wird es sein, aufzuzeigen, dass ein interaktives Medium wie YouTube überwiegend aktive Rezipienten anzieht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der passive Rezipient im Sinne der Kulturindustrie

3. Der aktive Rezipient im Sinne der Cultural Studies

4. Aktualität anhand eines Beispiels

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Kontraste zwischen der "Kulturindustrie" der Frankfurter Schule und den "Cultural Studies" hinsichtlich der Rolle des Medienrezipienten und prüft diese im Kontext moderner, interaktiver Medien wie YouTube.

  • Vergleich der Konzepte von passivem und aktivem Rezipienten
  • Darstellung der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule
  • Analyse des "Encoding/Decoding"-Modells von Stuart Hall
  • Untersuchung von Machtstrukturen und Medienkompetenz
  • Fallbeispiel: Das Interview von LeFloid mit Angela Merkel
  • Diskussion über Selbstbestimmung in der heutigen Medienlandschaft

Auszug aus dem Buch

3. Der aktive Rezipient im Sinne der Cultural Studies

Die theoretische Klarheit, die die Kulturindustrietheorie Adornos und Horkheimers ausmacht, gibt es in den Cultural Studies nicht (Winter 2001a: 287). Vielmehr besteht die Forschung im Rahmen der Cultural Studies aus unzähligen Studien und Ansätzen, sodass sich hier auf die Arbeiten im Umfeld von Stuart Hall und John Fiske konzentriert werden soll. Generell bezögen sich die Cultural Studies auf den Zusammenhang von Macht, Medien und Kultur, so Jörg-Steffen Class. Hier sei außerdem „der ‚aktive Rezipient‘ nötig, um die ‚medialen Texte‘ zu verstehen“ (Class 2006: 183–184).

Wie die Kulturindustrie entwickelten sich auch die Cultural Studies entlang des historischen Kontextes ihrer Entstehungszeit (Marchart 2008: 59). Oliver Marchart unterteilt die Cultural Studies grob in drei Stadien: „[E]ine explorative Phase, die von der Mitte der 50er bis zum Anfang der 60er Jahre reichte,“ eine formative Phase in den 70er Jahren, „die mit der Gründung des Centre for Contemporary Cultural Studies [(CCCS)] an der University of Birmingham eingeleitet wurde“ und „schließlich eine Phase der Konsolidierung der institutionellen Basis und der theoretisch-analytischen Ressourcen der Cultural Studies“ in den 80er und 90er Jahren (Marchart 2008: 49).

„Als vielleicht bedeutendste Figur“ der frühen Cultural Studies gilt für Marchart Richard Hoggart, für den die „in der Nachkriegszeit aus den USA nach Britannien vordringende standardisierte Massenkultur [- wie sie auch seitens Adorno und Horkheimer artikuliert wurde -] einen manipulierenden und letztlich zerstörerischen Einfluss auf die homogene Arbeiterkultur“ ausübte (Marchart 2008: 50).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung nach der Rolle des Medienrezipienten vor und vergleicht das Konzept der Kulturindustrie mit den Cultural Studies anhand der Medienlandschaft.

2. Der passive Rezipient im Sinne der Kulturindustrie: Dieses Kapitel erläutert die Kritische Theorie und das Konzept der Kulturindustrie, in dem der Zuschauer als passiv und durch Massenbetrug gesteuert wahrgenommen wird.

3. Der aktive Rezipient im Sinne der Cultural Studies: Hier wird der Fokus auf die Cultural Studies gelegt, die dem Rezipienten im Gegensatz zur Frankfurter Schule eine aktive, sinnstiftende Rolle zuschreiben.

4. Aktualität anhand eines Beispiels: Anhand des YouTube-Kanals "LeFloid" wird untersucht, inwieweit moderne digitale Formate die theoretischen Annahmen von Aktivität und Partizipation stützen.

5. Resümee: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass während alte Medienstrukturen fortbestehen, neue Formate dem Rezipienten heute deutlich mehr Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung bieten.

Schlüsselwörter

Kulturindustrie, Cultural Studies, Frankfurter Schule, aktiver Rezipient, Medienkonsum, Adorno, Horkheimer, Stuart Hall, Encoding/Decoding, Massenkultur, YouTube, Medienkompetenz, Ideologie, Populärkultur, Partizipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit vergleicht zwei gegensätzliche mediensoziologische Theorieansätze hinsichtlich der Rolle und Handlungsfähigkeit des Medienrezipienten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Kritische Theorie der Frankfurter Schule, der Cultural-Studies-Ansatz nach Stuart Hall sowie die empirische Anwendung auf moderne Online-Medien.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit fragt, ob der heutige Medienrezipient im Sinne der Kulturindustrie eher als passives Opfer oder im Sinne der Cultural Studies als aktiver, mitgestaltender Akteur zu betrachten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die durch ein konkretes Fallbeispiel (YouTube-Kanal LeFloid) ergänzt und geprüft wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der passiven Rezeption durch die Kulturindustrie, die Analyse der aktiven Rezeption durch die Cultural Studies und die exemplarische Untersuchung der aktuellen Medienlandschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Kulturindustrie, Cultural Studies, aktive Rezeption, Hegemonie und Medienkompetenz.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise der Cultural Studies von der Frankfurter Schule?

Während die Frankfurter Schule von einer Gleichschaltung und Passivität der Massen durch ökonomische Interessen ausgeht, betonen die Cultural Studies die Fähigkeit der Rezipienten, mediale Texte aktiv zu kodieren, zu deuten und zu hinterfragen.

Warum wird YouTube als Beispiel für die aktuelle Medienlandschaft gewählt?

YouTube dient als Beispiel, da es als interaktives Medium Möglichkeiten zur Kommentierung und Partizipation bietet, die über das klassische, einseitige Fernsehen hinausgehen.

Was bedeutet das "Encoding/Decoding"-Modell für den Zuschauer?

Das Modell besagt, dass Zuschauer Nachrichten nicht einheitlich aufnehmen, sondern je nach sozialem Hintergrund unterschiedlich interpretieren, wodurch sie zu aktiven Teilnehmenden am Diskurs werden.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich heutiger Medien?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass moderne Medien dem Nutzer deutlich mehr Spielraum für aktive Mitwirkung bieten, auch wenn gesellschaftliche Strukturen der Beeinflussung weiterhin bestehen.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kulturindustrie und Cultural Studies. Passiver oder aktiver Zuschauer in der heutigen Medienkonsumlandschaft?
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Institut für Politikwissenschaft und Soziologie)
Veranstaltung
Einführung in die Mediensoziologie
Note
2,0
Autor
Mandy Büttner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
15
Katalognummer
V388110
ISBN (eBook)
9783668620339
ISBN (Buch)
9783668620346
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien Cultural Studies Kulturindustrie Soziologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mandy Büttner (Autor:in), 2017, Kulturindustrie und Cultural Studies. Passiver oder aktiver Zuschauer in der heutigen Medienkonsumlandschaft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388110
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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