Problemlösen ist ohne Zweifel eine essentielle Eigenschaft des Menschen. Jeden Tag begegnen wir verschiedenen Problemen, deren Lösung uns unterschiedlich schwerfällt. Oftmals lösen wir sie intuitiv und ohne zu erkennen, dass sich überhaupt um solche handelt. Ein anderes Mal zerbrechen wir uns den Kopf darüber und versuchen, auf jede uns erdenkliche Arte und Weise zu einer Lösung zu kommen. Doch warum ist das so? Und was ist überhaupt der Unterschied zwischen einem Problem und einer Aufgabe?
Diese und weitere Fragen sollen in dieser Arbeit beantwortet und dadurch ein Basiswissen über das Problemlösen geschaffen werden.
Zunächst geht es um die genaue Definition des Begriffes "Problem" und die verschiedenen Merkmale, die Probleme aufweisen. Anschließend wird aufgezeigt, wie Probleme kategorisiert und unterschieden werden können und welche Arten es gibt. Dabei wird sich zeigen, dass es unmöglich ist, eine allgemeingültige Strategie zur Lösung von Problemen zu entwerfen, und warum es trotzdem Sinn macht, nach ähnlichen Methoden zu suchen. Außerdem werden einige übergeordnete Regeln genannt, nach denen man vorgehen kann.
Im Anschluss wird ein bekanntes Model der Problemlösung vorgestellt und Schritt für Schritt näher erläutert, wie der Vorgang des Problemlösens abläuft.
Zuletzt wird ein Blick auf den Zusammenhang zwischen Schule und Problemlösen geworfen und kurz thematisiert, ob und warum problemlösungsorientierter Unterricht eine sinnvolle Idee ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist ein Problem?
2.1 Definition
2.2 Charakteristika von Problemen
3. Arten von Problemen
3.1 Erste Einteilungsversuche
3.2 Analytische, Synthetische und Dialektische Probleme
4. Allgemeine Problemlösungsstrategien
5 Heuristiken der Problemlösung
5.1 Heuristik nach Aebli (Frackmann & Tärre, 2009. S. 44-48)
5.2 Ablauf des Problemlösens nach Sell
6 Problemlösendes Denken in der Schule
7. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, ein grundlegendes Verständnis für den Begriff des Problemlösens zu schaffen. Dabei wird untersucht, wie Probleme definiert, kategorisiert und systematisch angegangen werden können, um abschließend die Relevanz und Umsetzung einer problemlösungsorientierten Pädagogik im schulischen Kontext kritisch zu beleuchten.
- Definition und Charakteristika von Problemen
- Kategorisierung in analytische, synthetische und dialektische Probleme
- Übergeordnete Strategien und heuristische Verfahren
- Prozessmodelle zur strukturierten Problemlösung
- Förderung von Problemlösekompetenzen im Unterricht
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition
Ein Problem ist dadurch definiert, dass es einen Anfangszustand (Ist-Zustand) gibt und durch den Einsatz von kognitiven Fähigkeiten und Hilfsmitteln ein gewünschter Endzustand (Soll-Zustand) erreicht werden soll. Der Weg von IST zu SOLL wird als Transformation bezeichnet und soll die Lösung des Problems enthalten (Sell & Schimweg, 2002 S. 1). Erfordert diese Transformation lediglich reproduktives Wissen, also das bloße Wiedergeben von bekannten und bereits angewandten Lösungsmethoden, so handelt es sich um eine Aufgabe. Das Anforderungsniveau spielt dabei keine Rolle, da auch Aufgaben in ihrer Schwierigkeit untereinander differenzieren. Lässt sich die gewünschte Transformation aber nur durch produktives Denken erzielen, so spricht man von einem Problem (Tobinski, 2017. S. 7). Ein Problem besteht also, wenn wir ein mehr oder weniger gut definiertes Ziel haben, aber nicht unmittelbar wissen, wie es zu erreichen ist.
Dies verdeutlicht, dass es von den individuellen Vorerfahrungen abhängt, ob jemand eine Situation als Problem auffasst oder nicht. Außerdem wird klar, dass ein Problem nichts Unangenehmes ist, das es möglichst zu vermeiden gilt, sondern Probleme eine Art intellektuellen Anreiz enthalten und ihre Lösung unsere Lage verbessert kann. Probleme entstehen nicht einfach sondern sie ergeben sich aus einer gegebenen Situation und einer bestimmten Zielsetzung (Funke, 2003. S. 18).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Problemlösen ein und stellt die zentrale Fragestellung sowie den geplanten Aufbau der Arbeit vor.
2. Was ist ein Problem?: Dieses Kapitel klärt die theoretischen Grundlagen des Problembegriffs und benennt wesentliche Merkmale, anhand derer Probleme identifiziert werden können.
3. Arten von Problemen: Hier erfolgt eine Differenzierung von Problemtypen, insbesondere die Einteilung in analytische, synthetische und dialektische Probleme.
4. Allgemeine Problemlösungsstrategien: In diesem Kapitel werden grundlegende methodische Ansätze vorgestellt, wie Probleme systematisch durch Zerlegung oder Analogien angegangen werden können.
5 Heuristiken der Problemlösung: Dieses Kapitel erläutert den gesamten Prozess der Problemlösung anhand der Heuristiken von Aebli sowie des spezifischen Ablaufmodells nach Sell.
6 Problemlösendes Denken in der Schule: Hier wird der Einsatz von problemlösendem Lernen im Unterricht kritisch betrachtet und die Notwendigkeit zur Förderung entsprechender Kompetenzen hervorgehoben.
7. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und endet mit einer abschließenden Reflexion zur Bedeutung des Themas.
Schlüsselwörter
Problemlösen, Transformation, Ist-Soll-Analyse, Analytische Probleme, Synthetische Probleme, Dialektische Probleme, Problemlösungsstrategien, Heuristik, Aebli, Sell, Problemlösekompetenz, Unterricht, Kognitive Fähigkeiten, Selbstreflexion, Kreativität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen und praktischen Methoden des Problemlösens sowie dessen Bedeutung für den schulischen Unterricht.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zu den zentralen Themen gehören die Definition von Problemen, deren verschiedene Arten, diverse Lösungsstrategien und die Anwendung dieser Konzepte in pädagogischen Kontexten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Schaffung eines Basiswissens über den Problemlösungsprozess, um zu verstehen, warum problemlösungsorientierter Unterricht eine sinnvolle pädagogische Herangehensweise darstellt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse bekannter Ansätze von Autoren wie Funke, Sell, Schimweg und Aebli.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und Charakterisierung von Problemen, die Kategorisierung (analytisch, synthetisch, dialektisch), die Vorstellung von Lösungsstrategien sowie die Erläuterung konkreter heuristischer Ablaufmodelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Problemlösen, Transformation, Heuristik, kognitive Fähigkeiten, Problemlösekompetenz und pädagogische Förderung.
Wie unterscheidet die Arbeit ein "Problem" von einer bloßen "Aufgabe"?
Ein Problem erfordert im Gegensatz zu einer Aufgabe produktives Denken, da das Ziel zwar bekannt ist, der Lösungsweg jedoch nicht unmittelbar ersichtlich oder durch bloße Reproduktion erreichbar ist.
Was ist das "Einsichtproblem" laut der Arbeit?
Ein Einsichtproblem ist ein Problem, das sich nur schwer in Unterprobleme zerlegen lässt und dessen Lösung meist einen einzelnen, aber sehr anspruchsvollen Schritt erfordert, der eine neue Sichtweise erfordert.
Welche Rolle spielt die Schule beim Erlernen von Problemlösungsstrategien?
Die Schule dient als Ort, an dem durch das Erlernen problemlösender Strategien außerhalb starrer Raster Selbstbewusstsein, Kreativität und Frustrationstoleranz gefördert werden können, was Schüler auf Herausforderungen des Alltags vorbereitet.
- Arbeit zitieren
- Nico Kirsch (Autor:in), 2017, Problemlösen in der Schule. Definition, Arten und Heuristiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388139