Im alltäglichen Leben haben Emotionen eine große Bedeutung. Emotionen, wie Freude, Wut und Trauer begleiten uns von Geburt an und beeinflussen unser Verhalten und unsere Handlungen.
Seine Emotionen so zu handhaben, dass sie angemessen sind und mit den Gefühlen anderer Menschen umgehen zu können, ist eine der zentralsten Entwicklungsaufgaben der frühen Kindheit. Emotionale Kompetenz hilft in der Interaktion mit anderen, in persönlichen Beziehungen, im Berufsleben und sie hat Einfluss auf eine positive schulische Entwicklung.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der emotionalen Entwicklung von Säuglingen und Kleinkindern und zeigt Fördermöglichkeiten auf, die sich den Eltern bieten, um die emotionale Entwicklung bei ihren Kindern bestmöglich zu begleiten.
Zu Beginn kläre ich den Terminus Emotion und erläutere den Unterschied zwischen primären und sekundären Emotionen. In diesem Zusammenhang werde ich auf die Entstehung von Emotionen eingehen, indem ich zuerst die Emotionen bei Säuglingen betrachte und dann zu den Emotionen bei Kleinkindern übergehe.
Darauffolgend werde ich die Entwicklung von Emotionsregulationsstrategien anhand von verschiedenen Phasen, die durchlaufen werden, erläutern.
Am Ende meiner Arbeit stelle ich Handlungsmöglichkeiten für Eltern vor, da diese in den ersten Lebensjahren eines Kindes den größten Einfluss auf die emotionalen Fertigkeiten der Kinder haben. Diese Möglichkeiten sollen Hilfestellungen sein, mit denen Eltern ihren Kindern zu einem emotional kompetenten Verhalten verhelfen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Emotionen: Definition
2.1 Primäre Emotionen
2.2 Sekundäre Emotionen
3. Die Entstehung von Emotionen im Entwicklungsverlauf
3.1 Emotionen bei Säuglingen
3.1.1 Wohlbehagen
3.1.2 Disstress/Unbehagen
3.1.3 Angst/Furcht
3.2 Emotionen bei Kleinkindern
3.2.1 Selbstbewusste Emotionen
3.3 Emotionsausdruck
3.3.1 Der nonverbale Emotionsausdruck
3.3.2 Der verbale Emotionsausdruck
4. Emotionsregulationsstrategien
5. Pädagogische Handlungen der Eltern
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die emotionale Entwicklung von Säuglingen und Kleinkindern sowie die maßgebliche Rolle der Eltern bei der Förderung emotionaler Kompetenz. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Eltern durch ihr erzieherisches Handeln und die Interaktion mit dem Kind die Entwicklung von Regulationsstrategien und das Verständnis für eigene sowie fremde Emotionen positiv beeinflussen können.
- Grundlagen und Definitionen von Emotionen und deren Entstehung im Entwicklungsverlauf
- Unterscheidung zwischen primären und sekundären Emotionen
- Entwicklung von Emotionsregulationsstrategien vom Säuglings- bis zum Kleinkindalter
- Bedeutung der Eltern-Kind-Bindung für die sozioemotionale Entwicklung
- Förderung emotionaler Kompetenz durch pädagogische Handlungen im Familienalltag
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Wohlbehagen
Säuglinge können schon ab der Geburt lächeln, jedoch ändert sich die Bedeutung des Lächelns während der ersten Wochen. In den ersten vier Wochen lächeln Säuglinge oftmals während sie träumen in der REM-Schlafphase (vgl. Siegler et al. 2008, S. 533). Das erste Lächeln des Säuglings ist allerdings auf biologische Prozesse und Reflexe zurückzuführen und soll dazu beitragen, den Aufbau einer Bindung zur Bezugsperson zu unterstützen (vgl. Lohaus und Vierhaus 2015, S. 151). Das soziale Lächeln, das sich an Menschen richtet, zeigt sich im Alter von sechs bis sieben Wochen. Das soziale Lächeln ist am Anfang noch an jeden Menschen gerichtet, der mit dem Säugling in Interaktion tritt. Dieses Lächeln soll die Bindung der Eltern und die Fürsorge anderer Menschen verstärken (vgl. Siegler et al. 2008, S. 534; Schneider und Lindenberger 2012, S. 177). Im Alter von circa sieben Monaten ist das Lächeln nicht mehr allgemein an alle Menschen gerichtet, sondern hauptsächlich an bekannte Menschen. Das selektive Lächeln ermuntert die Eltern, weiter mit dem Säugling in Interaktion zu bleiben und gibt den Eltern das Gefühl, etwas Besonderes für ihr Kind zu sein (Siegler et al. 2008 S. 534). Mit einem Alter von zehn bis zwölf Monaten zeigen die Kinder schon verschiedene Arten des Lachens (vgl. Cierpka 2014, S. 34).
Ab einem Alter von mindestens zwei Monaten zeigen Säuglinge Freude an Dingen, die sie kontrollieren können. Dies kann zum Beispiel eine Rassel sein, die jedes Mal ein Geräusch erzeugt, wenn der Säugling sie bewegt (vgl. Siegler et al. 2008, S. 534; Lohaus und Vierhaus, 2015, S. 152).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Bedeutung von Emotionen für die frühe Kindheit und skizziert das Ziel der Arbeit, Fördermöglichkeiten für Eltern zur Begleitung der emotionalen Entwicklung aufzuzeigen.
2. Emotionen: Definition: Dieses Kapitel erläutert den wissenschaftlichen Terminus „Emotion“, differenziert zwischen primären und sekundären Emotionen und beleuchtet deren kommunikative Funktion.
3. Die Entstehung von Emotionen im Entwicklungsverlauf: Hier wird der Prozess der emotionalen Entwicklung von der Geburt an beschrieben, unterteilt in die Phasen bei Säuglingen und Kleinkindern sowie die Analyse nonverbaler und verbaler Ausdrucksformen.
4. Emotionsregulationsstrategien: Dieses Kapitel beschreibt den Übergang von der interpsychischen zur intrapsychischen Emotionsregulation und erläutert fünf Phasen der kindlichen Entwicklung in diesem Bereich.
5. Pädagogische Handlungen der Eltern: Die Autorin zeigt auf, wie durch eine sichere Bindung, ein positives Familienklima und den offenen Umgang mit Gefühlen die emotionale Kompetenz und das Sozialverhalten von Kindern aktiv gefördert werden können.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass emotionale Kompetenz nicht „anerzogen“ werden kann, sondern durch das tägliche, feinfühlige Miteinander und die elterliche Unterstützung bei der Emotionsregulation wächst.
Schlüsselwörter
Emotionale Entwicklung, Säuglingsalter, Kleinkindalter, Emotionen, Emotionsregulation, Basisemotionen, Bindung, Eltern-Kind-Interaktion, Soziale Kompetenz, Emotionsausdruck, Feinfühligkeit, Emotionsverständnis, Verhaltensauffälligkeiten, Selbstregulation, Erziehung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der emotionalen Entwicklung von Kindern in den ersten drei Lebensjahren und der zentralen Rolle, die Eltern bei der Begleitung und Förderung dieser Entwicklung spielen.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Publikation behandelt?
Die Themen umfassen die Definition von Emotionen, die Entstehung emotionaler Ausdrucksformen, die Entwicklung der Emotionsregulation sowie die Möglichkeiten für Eltern, eine gesunde emotionale Kompetenz bei ihrem Kind zu unterstützen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu verdeutlichen, wie Eltern durch ihr Erziehungsverhalten und die Interaktion mit dem Kind die Entwicklung von Bewältigungsstrategien bei emotionalem Stress positiv beeinflussen können.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse entwicklungspsychologischer Standardwerke und aktueller Studien basiert.
Was wird im inhaltlichen Hauptteil der Arbeit konkret behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der emotionalen Entwicklung (von primären zu sekundären Emotionen), die Mechanismen der Emotionsregulation (von der inter- zur intrapsychischen Regulation) und konkrete Handlungsempfehlungen für Eltern.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Emotionale Entwicklung, Emotionsregulation, Eltern-Kind-Bindung, Basisemotionen, soziale Kompetenz und frühkindliche Förderung.
Was unterscheidet primäre von sekundären Emotionen?
Primäre Emotionen (Basisemotionen) entwickeln sich bereits früh (3.-12. Monat) und sind kulturübergreifend. Sekundäre Emotionen (wie Scham, Schuld, Stolz) treten erst ab dem zweiten Lebensjahr auf, da sie ein ausgeprägtes Ich-Bewusstsein und kognitive Fähigkeiten voraussetzen.
Warum ist das soziale Referenzieren für die Entwicklung von Bedeutung?
Durch das soziale Referenzieren (etwa ab dem 6. bis 9. Monat) nutzt das Kind den Gesichtsausdruck der Bezugsperson als Information, um eine unsichere Situation einzuschätzen und das eigene Verhalten daran anzupassen.
Welchen Einfluss hat das elterliche Erziehungsverhalten auf die Scham- oder Schuldgefühle des Kindes?
Wenn Eltern bei Fehlverhalten die Persönlichkeit des Kindes angreifen, entsteht eher Scham. Wird hingegen das Verhalten kritisiert, ohne die Person abzuwerten, fördert dies eher das Entstehen von Schuldgefühlen, die konstruktiver bewältigt werden können.
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- Janina Bd (Author), 2016, Die emotionale Entwicklung im Säuglings- und Kleinkindalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388140