Arbeitsunfähigkeitstage bei der Muster GmbH. Vergleich und Analyse mit Branchendurchschnitt und Bundesdurschnitt

Interventionsplanung


Hausarbeit, 2017

27 Seiten, Note: 1,1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Zusammenfassung Analyse
1.1 Krankenstand und Arbeitsunfälle
1.1.1 Krankenstand
1.1.2 Arbeitsunfälle
1.2 Gefährdungsbeurteilung unter Verwendung des Nohl’schen Verfahren
1.2.1 Definition der Gefährdungsbeurteilung
1.2.2 Analyse der Gefährdungsbeurteilung
1.3 Mitarbeiterbefragung

2 Ableitung von drei Handlungsschwerpunkten.
2.1 Erläuterung
2.1.1 Auf den Körper ein wirkende Gefährdungen reduzieren bei gleichzeitiger Optimierung des Arbeitsumfelds
2.1.2 Verbesserung der Führungskompetenzen
2.1.3 Minimierung der körperlichen Belastungen

3 Erstellung einer Interventionsplanung zur Vorlage bei der Geschäftsleitung
3.1 Interventionsmaßnahmen
3.1.1 Begründung Maßnahme 1: „Fit in der Logistik“
3.1.1.1 Zielgruppe
3.1.1.2 Zielsetzungen
3.1.1.3 Inhalte verhaltensbezogene Interventionen
3.1.1.4 Inhalte verhältnisbezogene Interventionen
3.1.1.5 Zeitdauer der Maßnahme
3.1.2 Begründung Maßnahme 2: Führungskräfte-Workshop „How healthy leading works“
3.1.2.1 Zielgruppe
3.1.2.2 Zielsetzungen
3.1.2.3 Inhalte verhaltensbezogene Interventionen
3.1.2.4 Inhalte verhältnisbezogene Interventionen
3.1.2.5 Zeitdauer der Maßnahme
3.2 Projekt- und Ressourcenplanung
3.2.1 Zuständigkeiten
3.2.1.1 Allgemein
3.2.1.2 Fit in der Logistik
3.2.1.3 How healthy leading works
3.2.2 Budget
3.2.2.1 Fit in der Logistik
3.2.3 Gliederung des Projektes

4 Diskussion und Probleme der Evaluation
4.1 Definition
4.2 Evaluation des BGM-Projektes
4.2.1 Mögliche Probleme

5 Literaturverzeichnis

6 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

6.1 Tabellenverzeichnis

1 Zusammenfassung Analyse

1.1 Krankenstand und Arbeitsunfälle

1.1.1 Krankenstand

Eine zentrale Kennzahl im BGM ist die Kennzahl der Arbeitsunfähigkeitstage. Anhand dieser Kennzahl können Fehlzeiten einzelner Angestellte, einer Abteilung oder des gesamten Betriebs dargestellt werden. Die Arbeitsunfähigkeitstage definieren sich über den Anteil der erkrankten Ausfallzeit an der gesamten Abteilung.

Geht es um die Ermittlung der Krankenzeit, so existiert kein einheitliches Verfahren bei der Datenerhebung, weshalb diverse Berechnungsformeln vertreten sind und jedes Unternehmen die Vorgehensweise unterschiedlich hält. (Brandenburg & Nieder, 2003, S.26).

Bei der Berechnung der Krankheitstage gehen Unternehmen in der Regel mit einem Soll-Ist-Vergleich vor. Das bedeutet, dass ein Unternehmen die Ausfallzeiten in Relation mit den Soll-Arbeitszeiten setzt und vergleicht. Betrachtet man die Vorgehensweise von Krankenkassen, so wird dort die Ausfallzeit in Relation mit der Anzahl an Tagen innerhalb eines Jahres, also 365 Tagen, gerechnet. Auf dieser Grundlage ist ein genauer Vergleich der Krankheitsausfälle nur schwer möglich und muss unbedingt berücksichtigt werden.

Ein weiterer Differenzierungspunkt ist neben der unterschiedlichen Berechnungsweise die Unterteilung in Ausfallzeiten innerhalb und außerhalb der Lohnfortzahlung. Innerhalb der Lohnfortzahlung werden Tag 1 bis 42 betrachtet und als Grenzwerte gewählt. Bei Ausfallzeiten außerhalb der Lohnfortzahlung werden alle Tage ab dem 42. Tag betrachtet. Diese Regelung ermöglicht es dem erkrankten Arbeitnehmer, dass er eine 100%ige Lohnfortzahlung bis zum 42. Tag erhält. Fällt dieser länger aus oder führt dieselbe Krankheit zu einer erneuten Ausfallzeit, so wird diese Ausfallzeit auf den Entgeldfortzahlungsanspruch dazu addiert. (Bundesministerium der Justiz & Verbraucherschutz, 1994)

Nachfolgend werden die Ausfallzeiten der Muster GmbH genauer betrachtet, mit dem Branchendurchschnitt sowie dem Bundesdurschnitt verglichen und analysiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vergleicht man nun die evaluierten Werte miteinander, so lässt sich erkennen, dass der Krankenstand bei der Muster GmbH im Jahr 2014 bei 6,5% und im Jahr darauf bei 6,9% lag. Neben dem bundesweiten Durchschnitt muss auch der Branchenvergleich mit einbezogen werden. Dieser liegt im Jahr 2014 in der Branche der Bau-, Bauneben- und Holzberufe bei 5,83%, im Jahr 2015 bei 5,78%. (Techniker Krankenkasse, 2016). Betrachtet man in diesem Zusammenhang die Dauer der Ausfallzeiten, so lässt sich erkennen, dass 4,7% der Ausfallzeit auf innerhalb und 2,2% auf außerhalb der Lohnfortzahlung entfällt.

Im bundesweiten Vergleich beträgt der Krankenstand im Jahr 2014 auf alle Versicherten gesehen 4,06%. Das Jahr darauf liegt dieser bei 4,23%. (Techniker Krankenkasse, 2016). Ausgehend von den bundesweiten Zahlen, lässt sich ein deutlich höherer Krankenstand der Muster GmbH verzeichnen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Dauer der Arbeitsunfähigkeit und der damit verbunden weiteren Lohnfortzahlung oder des Wegfalls dieser. So liegt der Wert der Krankenstände mit Lohnfortzahlungspflicht im Jahr 2015 bei 51,4% (Techniker Krankenkasse, 2016). Dem gegenüber steht der Wert der Muster GmbH mit einer prozentualen Verteilung von 68,1% und damit höher, als der Bundesdurchschnitt. Bezieht man den Krankenstand mit ein, spricht dies zwar für einen erhöhten Krankenstand, jedoch hält sich die Dauer der Arbeitsunfähigkeit in Grenzen.

Wie bereits erörtert, ist auf Grund der unterschiedlichen Berechnungsmethoden der Unternehmen und Krankenkassen ein genauer Vergleich nur erschwert möglich.

1.1.2 Arbeitsunfälle

Definiert werden Arbeitsunfälle durch die absolute Anzahl der Arbeitsunfälle. In diesem Zusammenhang wird eine Berechnungsweise in Form einer 1.000-Mann-Quote verwendet, die ausgehend davon die meldepflichtigen Arbeitsunfälle pro 1.000 Vollzeitangestellten angibt. (Elke, 2000). Der für die Muster GmbH berechnete Wert liegt 2014 bei 34 Arbeitsunfällen.

Stellt man den betriebsinternen Arbeitsunfällen die bundesweit erfassten absoluten Arbeitsunfälle gegenüber, so ergibt sich für das Jahr 2015 ein Wert von 23,254 je 1000 Vollzeitbeschäftigte. (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, 2015). Bezogen auf die Muster GmbH liegt dieser Wert deutlich darüber. Auf den Wirtschaftszweig der Berufsgenossenschaft „Verarbeitendes Gewerbe“ liegt der eruierte Wert bei 28,7 und damit unter dem der Muster GmbH. Dies kann daran liegen, dass gerade in der Holzverarbeitung und der Möbelproduktion ein höheres Unfallrisiko gegeben ist auf Grund der Nutzung von schweren Maschinen, als in anderen produzierenden Berufszweigen, wie zum Beispiel der Uhrenproduktion (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, 2015). Somit ist ein direkter Vergleich mit der Muster GmbH nur schwer möglich und vorsichtig zu betrachten.

1.2 Gefährdungsbeurteilung unter Verwendung des Nohl’schen Verfahren

1.2.1 Definition der Gefährdungsbeurteilung

Geht es um die Beurteilung der Gefährdung am Arbeitsplatz, so hat sich das Verfahren nach Nohl, ein klassisches Verfahren der Risikomatrix, als Standardverfahren etabliert. Entscheidende Parameter zur Einschätzung des Handlungsbedarfs sind neben der Wahrscheinlichkeit des Wirksamwerdens der Gefährdung, die Schadensschwere. Dieser Wert der Schadensschwere und die Einschätzung ergibt sich aus der Schwere der Verletzung bei einem Unfall oder der Schwere der Erkrankung. Unterschieden wird dabei in vier Kategorien: neben leicht und mittelschwere Erkrankungen, wird in schwere Erkrankung oder Verletzung und Tod unterschieden. Der zweite Parameter der Wahrscheinlichkeit des Wirksamwerdens der Gefährdung lässt sich wie die Schadensschwere in vier Kategorien unterteilen. So wird neben sehr gering und gering in mittel und hoch unterschieden. Anders als die zwei Parameter zuvor erfolgt die Risikoeinschätzung in die drei Gruppen gering, signifikant und hoch. Wird das Risiko als mindestens signifikant eingeschätzt, so können Maßnahmen zur Minderung des Risikos ergriffen werden, bei hohem Risiko muss dies erfolgen. Nach Nohl und Thiemecke, (1988) ist bei einer Kombination aus sehr geringer Eintrittswahrscheinlichkeit und mittelschwere Verletzung beziehungsweise geringe Eintrittswahrscheinlichkeit und leichte Verletzung erforderlich.

Nachfolgend werden zwei Tabellen aufgezeigt, die zum einen die Risikomatrix nach Nohl und Thiemecke und eine Erläuterung der Maßzahlen und des Risikos aufzeigt.

Tabelle 1 Risikomatrix nach Nohl und Thiemecke, 1988a, (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2 Maßnahmen- und Risikoerläuterung nach Nohl und Thiemecke, 1988a (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2.2 Analyse der Gefährdungsbeurteilung

Auf die Muster GmbH angewendet bezieht sich die Gefährdungsbeurteilung bisher rein auf die Logistik des Unternehmens. Angewendet auf diesen Bereich ergeben sich folgende Nohl-Werte:

- Kommissionierung Großmöbel: 4-5
- Kommissionierung Kleinmöbel: 3
- Transport allgemein: 3-4
- Versand: 4

Zieht man nun die Tabelle 2 zur Auswertung dazu, so ergibt sich ein hohes Risikopotenzial bei der Kommissionierung Großmöbel und damit ein dringlicher Handlungsbedarf. Die anderen Arbeitsbereiche weisen nur ein signifikantes Niveau auf und ein Handlungsbedarf wäre gegeben und anzudenken.

So ergibt sich, dass für die Logistik des Unternehmens zwar angezeigter oder sogar dringender Handlungsbedarf besteht, auf Grund der Darstellungsweise ist jedoch nicht zu erkennen, welche Gefährdung gegeben ist.

1.3 Mitarbeiterbefragung

Auch die Mitarbeiterbefragung erfolgte lediglich in der Logistik des Unternehmens. Dabei ergeben sich fünf nennenswerte Ergebnisse:

- Altersverteilung: Die größte prozentuale Verteilung bei der Altersstruktur liegt im Bereich zwischen 40-49 Jahren mit 49%. Neben den 40-49-Jährigen, sind 22% der Angestellten der Muster GmbH über 50 Jahre. Ein wichtiger Faktor hierbei entfällt auf die jungen Arbeitnehmer (unter 40 Jahre). Deren prozentuale Verteilung entspricht 29%. Rechnet man die über 40-jährigen zusammen, so lässt sich erkennen, dass mit gesamt 71% der Mitarbeiter im Logistikbereich in den nächsten 25 Jahren eine Großzahl an Angestellten in den Ruhestand gehen. Generell werden 63% der gesamten Firma in oben genanntem Zeitraum die Firma Muster GmbH altersbedingt verlassen. Dies zeigt den in der Firma vorhandenen demographischen Wandel auf. Fokus gelegt werden muss auf die 40 bis 49-jährigen. Grund dafür ist das Alter der Angestellten, sowie die Dauer der Anstellung. Man kann davon ausgehen, dass die Großzahl an Mitarbeiter in dieser Altersdekade bereits über einen längeren Zeitraum diese Tätigkeit ausführen. Durch die ständig gleiche Tätigkeit treten nach der Zeit erste Verschleißerscheinungen auf, die in Kombination mit dem Alter zu einer gesundheitlichen Gefährdung führen können. Dies zeigt die Dringlichkeit von geeigneten und angepassten Maßnahmen im Bereich BGM auf, um das Humankapital weiterhin auf hohem Niveau zu halten und nicht zu verschleißen.

- Beschwerden: Hauptsächlich Beschwerden bereiten den Angestellten in der Logistik neben dem unteren Rücken (54% der Angestellten leiden darunter) vor allem Verspannungen (43% betroffene Angestellte). Neben den Muskel-Skelett-Apparat betreffende Krankheitsbilder, sind auch psychische Belastungen nicht zu vernachlässigen. Mit 58% der Angestellten der Muster GmbH leidet ein Großteil unter psychischen Störungen. Die hier zu nennenden Krankheitsbilder sind Müdigkeit/Abgeschlagenheit (31%), Nervosität/Unruhe (27%) und mit 22% Reizbarkeit. Gerade psychische Erkrankungen nehmen immer mehr zu in der heutigen Geschäftswelt. So stieg der Wert von psychischen Verhaltensstörungen von 2014 mit 42,9 AU-Tage je Fall im Jahr 2015 auf 43,1 AU-Tage je Fall. (Techniker Krankenkasse, 2016). Vergleicht man die Werte mit denen aus dem Jahr 2007 und 2008, so lässt sich die zuvor getroffene Aussage belegen. 2007 lag dieser bei 36,8 AU-Tage je Fall und 2008 bei 37,4 AU-Tage je Fall. (Techniker Krankenkasse, 2009)

Ausgehend von den eruierten Daten, ist eine Integration von gesundheitsfördernden Maßnahmen im Betrieb indiziert.

- Zufriedenheit, Entscheidungsspielraum und soziale Unterstützung

Bei der Eruierung der Mitarbeiterzufriedenheit reicht die Bewertungsspanne von 3,4 bis 6,0 Punkte mit einem Mittelwert von 4,7. Das Ergebnis der Auswertung des Fragebogens ergab einen Wert von 4,5. Definiert wird dieser Wert der Muster GmbH mit einer geringen Zufriedenheit. Die gleiche Vorgehensweise wurde auch für den Entscheidungsspielraum, sowie die soziale Unterstützung angewendet. Bei dem Entscheidungsspielraum wurden die Grenzen bei 2 Punkten als untersten, negativen und 4,6 als obersten, positiven Wert definiert. Der Mittelwert liegt dabei bei theoretisch bei 3,3. Der ermittelte Durchschnittswert der Muster GmbH liegt mit 2,9 unter dem Durchschnitt und somit in der negativen Bewertung. Bei der sozialen Unterstützung sind die Grenzwerte auf der negativen Seite bei 1,8 Punkten und auf der positiven Seite bei 4,0 Punkten gewählt. Mittelwert ist dabei dann 2,9 Punkte. Gefragt wurde dabei, wie sehr man sich zum einen auf seine Vorgesetzten, zum anderen auf seine Kollegen verlassen kann. Das Ergebnis zeigt, dass der Durchschnitt mit 2,9 Punkten in Bezug auf die Vorgesetzten nicht mit deren Unterstützung zufrieden ist. Mit der Hilfsbereitschaft der Kollegen dagegen ist der Durchschnitt der Befragten mit 3,1 Punkten eher zufrieden.

Stellt man nun einen Zusammenhang zwischen den drei Items her, so lässt sich erkennen, dass die Zufriedenheit der Mitarbeiter stark von der Unterstützung seitens der Unternehmensführung, sowie des Entscheidungsspielraums abhängig ist. Eine negative Zufriedenheit führt zudem eher zu Krankheitstagen, da der Wille auch kränklich zur Arbeit zu gehen eher gebremst ist. Zudem können psychische Erkrankungen eher entstehen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Arbeitsunfähigkeitstage bei der Muster GmbH. Vergleich und Analyse mit Branchendurchschnitt und Bundesdurschnitt
Untertitel
Interventionsplanung
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,1
Autor
Jahr
2017
Seiten
27
Katalognummer
V388182
ISBN (eBook)
9783668627390
ISBN (Buch)
9783668627406
Dateigröße
639 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
arbeitsunfähigkeitstage, muster, gmbh, vergleich, analyse, branchendurchschnitt, bundesdurschnitt, interventionsplanung
Arbeit zitieren
Dennis Staiger (Autor), 2017, Arbeitsunfähigkeitstage bei der Muster GmbH. Vergleich und Analyse mit Branchendurchschnitt und Bundesdurschnitt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388182

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