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Diversity. Eine konzeptionelle Stilblüte oder ein Steigbügel für eine gelingende Integration von Migranten?

Die Möglichkeiten der Umsetzung des Diversity-Ansatzes durch die Einbeziehung von Migrantenorganisationen

Titel: Diversity. Eine konzeptionelle Stilblüte oder ein Steigbügel für eine gelingende Integration von Migranten?

Hausarbeit , 2015 , 12 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Master of Arts Alexander Dörnbrack (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Integration einer steigenden Anzahl von Flüchtlingen und Migranten ist für Deutschland zu einer gesellschaftspolitischen Aufgabe geworden, welche sowohl für die wirtschaftliche Zukunft als auch das gesellschaftliche Zusammenleben Deutschlands einen hohen Stellenwert einnehmen wird und muss. Wie sich dieser Integrationsprozess erfolgreich vollziehen kann, ist aktuell nicht abschließend zu beantworten. Im Rahmen dieses Artikels werden die vorhandenen Potenziale, welche die konsequente Umsetzung des Diversity-Ansatzes für die Gesellschaft bietet behandelt. Gleichzeitig wird aufgezeigt, wie es durch die verstärkte Kooperation mit Migrantenorganisationen möglich ist, den Grundgedanken des Diversity-Ansatzes im Rahmen des Integrationsprozesses umzusetzen und auf diese Weise einen gesellschaftlichen Nutzen zu erzielen. Die Zeiten ändern sich aber die Schlagzeilen bleiben scheinbar die Gleichen. Im Zuge der Migrationsbewegungen in Europa vertreten deutsche Politiker widerkehrend auf medienwirksame Weise die Position, dass die Migranten aus Rumänien und Bulgarien das deutsche Sozialsystem ausnutzen wollen. In jüngster Vergangenheit kündigte der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer an, durch rigorose Maßnahmen gegen den massenhaften Asylmissbrauch der Flüchtlinge aus den Balkan-Ländern vorzugehen. Die Blüten, welche solche Aussagen aus der obersten politischen Ebene treiben, kann man an den wieder zunehmenden Anschlägen auf Asylbewerberheime in Deutschland sehen. Im Zuge der medialen wie politischen Diskussionen scheinen sich die Überlegungen der politischen Akteure trotzdem verstärkt damit zu beschäftigen, wie man die Asylanten & Migranten wieder aus Deutschland herausbekommen kann. Dies geschieht, obwohl allen Fachleuten bekannt seien müsste, dass die ausländische Bevölkerung in Deutschland mehr Steuern zahlt, als dass sie staatliche Leistungen in Anspruch nimmt. Hinzu kommt der demographische Wandel, welcher durch die Zuwanderer auf dem Arbeitsmarkt zumindest abgemildert werden kann. Diese und andere Prozesse sind allerdings darauf angewiesen, dass die gegenwärtige Qualifikationsstruktur der Zuwanderer aufrechterhalten bzw. noch gesteigert werden kann. Vor diesem Hintergrund ist es für den Verfasser nur bedingt nachvollziehbar, dass sich die gesellschaftlichen und politischen Überlegungen nicht darauf fokussieren, wie die vorhandenen Potenziale dieser Menschen für unsere Gesellschaft genutzt, bzw. wie sie in diese integriert werden können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Abstract

2. Einleitung: Diversity – Eine konzeptionelle Stilblüte oder ein Steigbügel für eine gelingende Integration von Migranten?

3. Kölner Migranten ohne Lobby

4. Diversity: Begrifflichkeit und konzeptionelle Ansätze

5. Diversity-Management im Kontext der Sozialen Arbeit

6. Umsetzung des Diversity-Ansatzes durch Migrantenorganisationen

7. Migrantenorganisationen als Brückenbauer in der Integrationsarbeit

8. Herausforderungen in der Kooperation mit Migrantenorganisationen

9. Fazit und Ausblick: Stärkung der Einbeziehung von Migrantenorganisationen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Diversity-Ansatzes für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit die Kooperation mit Migrantenorganisationen (MOs) als strategisches Instrument genutzt werden kann, um eine nachhaltige gesellschaftliche Teilhabe zu fördern und institutionelle Barrieren abzubauen.

  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Diversity-Begriff und dessen ökonomischer Instrumentalisierung.
  • Analyse der Rolle von Migrantenorganisationen als Akteure der Sozialen Arbeit.
  • Bewertung der Brückenfunktion von MOs beim Zugang zu schwer erreichbaren Zielgruppen.
  • Identifikation von strukturellen Hürden in der Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Migrantenorganisationen.
  • Entwicklung von Perspektiven für eine gleichberechtigte Partnerschaft im Integrationsprozess.

Auszug aus dem Buch

Die Möglichkeiten der Umsetzung des Diversity-Ansatzes durch die Einbeziehung von Migrantenorganisationen

Dass diese Vorgehensweise für eine gelingende Umsetzung und damit eine gelingende Integrationspolitik notwendig ist, zeigt sich an dem zu Beginn erwähnten Kölner Beispiel. Hier wurde im Rahmen des 2006 angekündigten und 2011 vorgelegten Konzeptes zur Stärkung einer integrativen Stadtgesellschaft der Diversity-Ansatz zu einem Eckpfeiler der Kölner Integrationsarbeit erklärt, welcher im Konzept durchgängig berücksichtigt wird (vgl. Fohlmeister/Connemann 2011, S.8). Zusätzlich verpflichtete sich die Stadt Köln 2008 medienwirksam im Rahmen der „Charta der Vielfalt“ (Ein Verbund großer deutscher & internationaler Unternehmen unter Beteiligung der Bundesregierung, welche sich durch das Unterzeichnen der „Charta der Vielfalt“ dazu verpflichten, die Chancengleichheit ihrer Mitarbeiter orientiert an den Diversity Grundsätzen herstellen bzw. fördern zu wollen.), für sich das Diversity-Konzept als Leitbild implementieren und eigene Leitlinien entwickeln zu wollen (vgl. Knopf 2008, S.151). In Anbetracht solcher Formulierungen überrascht es dann doch, wenn der Kölner Bürgermeister Jürgen Roters im November 2014 die Teilnehmer der Fachtagung „Diversity – Köln ist Vielfalt“ mit den Worten begrüßt, dass er froh darüber sei, dass der Diversity-Prozess in Köln an Fahrt gewinne und sich alle Anwesenden an der Entwicklung eines gemeinsamen Diversity-Leitbildes beteiligen werden (vgl. Rehberg, 2015, S.4). In diesem Kontext fügt sich das Urteil einer zuständigen Dezernentin zur Kölner Integrationspolitik passend ein. Diese äußerte, dass man in Köln immer meine, dass komme von selbst. Das hätte zwar einen gewissen Charme, aber leider funktioniere es nicht immer so (vgl. Frangenberg 2013).

Es zeigt sich, dass sich eine praktische Umsetzung des Diversity-Ansatzes nicht von selbst vollziehen kann. Vielmehr bedarf es hier einer langfristigen Personalentwicklung, welche darauf abzielt, die Mitarbeiter in ihrer interkulturellen Kompetenz nachhaltig zu fördern und diese personalen Lernprozesse organisatorisch einzubinden. Auf diese Weise ließe sich die Überlegungen des Diversity Managements umsetzen. Gleichzeitig stellt die verstärkte Berücksichtigung der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte eine wichtige Ressource dar, weil diese über die benötigten interkulturellen Kompetenzen bereits verfügen und eine hohe Akzeptanz bei der Zielgruppe haben.

Zusammenfassung der Kapitel

Abstract: Der Abschnitt umreißt die gesellschaftspolitische Relevanz der Integration von Migranten und formuliert die zentrale Fragestellung zur Rolle von Diversity-Ansätzen und Migrantenorganisationen.

Einleitung: Diversity – Eine konzeptionelle Stilblüte oder ein Steigbügel für eine gelingende Integration von Migranten?: Die Einleitung führt in die aktuelle Debatte um Migrationspolitik ein und hinterfragt die Diskrepanz zwischen politischer Rhetorik und praktischer Umsetzung.

Kölner Migranten ohne Lobby: Das Kapitel thematisiert anhand des Kölner Beispiels die Problematik mangelnder politischer Unterstützung und realer Umsetzung von Integrationskonzepten.

Diversity: Begrifflichkeit und konzeptionelle Ansätze: Hier werden verschiedene Definitionen des Diversity-Begriffs analysiert und dessen Herkunft aus der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung beleuchtet.

Diversity-Management im Kontext der Sozialen Arbeit: Dieser Teil warnt vor einer rein ökonomischen Instrumentalisierung von Diversity und betont das ethische Selbstverständnis der Sozialen Arbeit.

Umsetzung des Diversity-Ansatzes durch Migrantenorganisationen: Das Kapitel untersucht die Voraussetzungen für eine nachhaltige organisatorische Veränderung in sozialen Einrichtungen.

Migrantenorganisationen als Brückenbauer in der Integrationsarbeit: Es wird dargelegt, wie MOs durch ihre interkulturellen Kompetenzen als Mittler zu schwer erreichbaren Zielgruppen fungieren können.

Herausforderungen in der Kooperation mit Migrantenorganisationen: Hier werden strukturelle Probleme wie Ressourcenknappheit, Hierarchien und das Gefühl der Instrumentalisierung durch etablierte Träger beleuchtet.

Fazit und Ausblick: Stärkung der Einbeziehung von Migrantenorganisationen: Der Abschlussteil resümiert, dass die Einbeziehung von MOs eine essenzielle Ressource für die Gesellschaft darstellt und fordert eine Abkehr von rein publicitywirksamen Maßnahmen.

Schlüsselwörter

Diversity, Diversity-Management, Integration, Migrantenorganisationen, Soziale Arbeit, Interkulturelle Kompetenz, Ressourcen, Partizipation, Stadtgesellschaft, Chancengleichheit, Empowerment, Migrationshintergrund, Kooperation, Organisationsentwicklung, Selbsthilfepotenziale.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Integration von Migranten in Deutschland unter dem Aspekt, wie der Diversity-Ansatz und die Kooperation mit Migrantenorganisationen diese Prozesse positiv beeinflussen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Diversity-Konzepten, der institutionellen Öffnung der Sozialen Arbeit sowie den spezifischen Rollen und Herausforderungen von Migrantenorganisationen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Migrantenorganisationen als gleichberechtigte Partner in die Integrationsarbeit eingebunden werden können, statt sie nur als temporäre Instrumente zu nutzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine theoretische Diskursanalyse durch, die aktuelle Fachliteratur, Studien sowie Fallbeispiele (insbesondere Köln) miteinander verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definition von Diversity, die Kritik an ökonomischen Interpretationen und die spezifischen Potenziale sowie strukturellen Hürden von Migrantenorganisationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Diversity-Management, Migrantenorganisationen, interkulturelle Kompetenz, Partizipation und Ressourcenorientierung bestimmt.

Welche spezifische Kritik äußert der Autor an der Umsetzung in Köln?

Der Autor kritisiert, dass trotz eines vorbildlichen Integrationskonzepts die reale Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen durch Kürzungen und mangelnden politischen Willen konterkariert wird.

Was versteht man unter der "Brückenfunktion" von Migrantenorganisationen?

Dies beschreibt die Fähigkeit von Migrantenorganisationen, den Kontakt zu schwer erreichbaren Migrantenfamilien herzustellen und deren Hemmschwellen gegenüber öffentlichen Einrichtungen abzubauen.

Warum warnt der Autor vor einer ökonomischen Sichtweise?

Eine rein ökonomische Interpretation (Human-Resources-Perspektive) drohe den ursprünglichen gerechtigkeitsorientierten Ansatz von Diversity zu untergraben und die Soziale Arbeit von ihren ethischen Werten zu entfremden.

Welche strukturelle Gefahr beschreibt der Autor für Migrantenorganisationen bei einer stärkeren Einbindung?

Es besteht das Risiko, dass MOs durch zunehmende Spezialisierung und staatliche Förderung ihre Legitimation verlieren, für ihre ursprüngliche Gruppe in ihrer Gesamtheit zu sprechen.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Diversity. Eine konzeptionelle Stilblüte oder ein Steigbügel für eine gelingende Integration von Migranten?
Untertitel
Die Möglichkeiten der Umsetzung des Diversity-Ansatzes durch die Einbeziehung von Migrantenorganisationen
Hochschule
Fachhochschule Koblenz - Standort RheinAhrCampus Remagen
Note
1,7
Autor
Master of Arts Alexander Dörnbrack (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
12
Katalognummer
V388207
ISBN (eBook)
9783668632165
ISBN (Buch)
9783668632172
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diversity Soziale Arbeit Migranten Migrantenorganisationen Köln Integration Flüchtlinge
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Master of Arts Alexander Dörnbrack (Autor:in), 2015, Diversity. Eine konzeptionelle Stilblüte oder ein Steigbügel für eine gelingende Integration von Migranten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388207
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  12  Seiten
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