Bereits nach der deutschen Revolution 1848 war von Heinrich Wuttke (1875) ein großer Einfluss der so genannten Preßbüros auf die vielen unabhängige Zeitungen, die in dieser Zeit gegründet worden waren, erkannt worden. Trotz zahlreicher Dissertationen ab den 30er Jahren zum Thema Öffentlichkeitsarbeit, Presse- und Informationspolitik und wie PRAktivitäten sonst noch genannt werden, waren Public Relations noch nicht im Fokus der Wissenschaftsgemeinde angekommen (vgl. Bentele, 1993, 57). Bentele (a. a. O.) beschreibt weiter, dass sich die Publizistik- und Kommunikationswissenschaft zwischen 1950 und dem Ende der 80er Jahre fast ausnahmslos dem Journalisten als Kommunikator widmete. Inzwischen stellt die Frage nach dem Verhältnis zwischen Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus einen wesentlichen Kern der PR-Forschung und PR-Wissenschaft dar. Haben Public Relations Einfluss auf den Journalismus? Diese Arbeit stellt dar, zu welchen Ergebnissen bedeutende empirische Studien kommen, die den Einfluss von Public Relations auf den Journalismus untersuchen. Zu Beginn dieser Arbeit werden einige theoretische Grundlagen der Public Relations dargestellt, um dem Leser einen Einblick zu geben, von welchem Verständnis von PR der Autor ausgeht. Diese Fakten werden anschließend um die kurze Vorstellung verschiedener Instrumente der PR erweitert. Am Ende dieses Teils werden Public Relations und Journalismus gegenübergestellt und einige grundlegende Abgrenzungen dargestellt. Im folgenden Teil dieser Arbeit werden einige bedeutende Studien zum Verhältnis Öffentlichkeitsarbeit1 und Journalismus vorgestellt. Schwerpunkt wird hier jeweils die Darstellung des Untersuchungsdesigns und der Ergebnisse sein. Am Ende dieses Abschnitts wird ein Zwischenfazit stehen, das die Ergebnisse vergleicht und evtl. schon Auskunft darüber geben kann, ob und wenn ja wie stark Public Relations den Journalismus beeinflussen. Sollte sich nach Darstellung der verschiedenen Studien herausstellen, dass die Ergebnisse wesentlich voneinander abweichen, soll im letzten Teil der Arbeit untersucht werden, warum die Ergebnisse unterschiedlich sind, bzw. ob gewisse Variablen feststellbar sind, die zu einem mehr oder weniger großen Einfluss führen. Ein Fazit rundet die oben beschriebene Darstellung bzw. Untersuchung ab.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. PUBLIC RELATIONS
2.1. PR-theoretische Grundlagen
2.2. Instrumente der PR
2.3. Abgrenzung PR / Journalismus
3. EINFLUSS DER PR
3.1. Determinationshypothese von Baerns
3.2. Studie von Grossenbacher
3.3. Studie von Schweda und Opherden
3.4. Studie von Saffarnia
4. ZWISCHENBILANZ
5. ERKLÄRUNGSANSÄTZE
5.1. Studie von Barth/Donsbach
6. FAZIT
6.1. Das Verhältnis PR und Journalismus
6.2. Andere Faktoren
6.3. Hinweise zum Untersuchungsmaterial
6.4. Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das wechselseitige Verhältnis zwischen Public Relations (PR) und dem Journalismus. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, ob und wie stark die Öffentlichkeitsarbeit die journalistische Berichterstattung beeinflusst, wobei bestehende empirische Studien analysiert und theoretische Erklärungsmodelle zur Einflussnahme herangezogen werden.
- Theoretische Grundlagen und Rollenverständnis von PR
- Abgrenzung der Berufsfelder PR und Journalismus
- Analyse der Determinationshypothese und empirische Studienergebnisse
- Faktoren der Einflussnahme (Verständlichkeit, Gestaltung, Vertrautheit)
- Reflexion über das Intereffikationsmodell und die wechselseitige Abhängigkeit
Auszug aus dem Buch
3.1. Determinationshypothese von Baerns
Als vorrangige Motive, Journalist zu sein, wurden im Rahmen einer Repräsentativbefragung 1969 und 1973 solche angegeben, „die (…) das Bild des Journalisten als eines überwiegend kreativ Tätigen, eines Schreibers und Initiators von Themen sowie eines kritischen Meinungsbildners spiegeln“ (Baerns, 1979, 303). Im Vergleich dieser Aussagen mit Daten des Instituts für Demoskopie Allensbach von 1973 zeigt Baerns (1979, 304) bereits „Diskrepanzen zwischen Berufsbild und Berufswirklichkeit“ auf und verweist „auf ein Übergewicht der weniger schöpferischen reinen Vermittlungsdienstleistungen des Auswählens und Redigierens im Redaktionsalltag.“
Als Einflussgrößen erläutert Baerns: Organisations- und Entscheidungsstrukturen in den Medien, Selektion durch Gatekeeping, Nachrichtenfaktoren, ökonomische Faktoren und Öffentlichkeitsarbeit. Nach einer Fallstudie zur Öffentlichkeitsarbeit eines „bekannten deutschen Industrieunternehmens mit Sitz in Essen“ (Baerns, 1979, 310) kommt Baerns (1979, 312) zu dem Resümee, „daß es sich lohnt, der These weiter nachzugehen, daß Öffentlichkeitsarbeit publizistische Aussagen tagesaktueller Medien determiniert.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in das Thema, Vorstellung der wissenschaftlichen Relevanz und Umriss der Fragestellung bezüglich des Einflusses von PR auf den Journalismus.
2. PUBLIC RELATIONS: Definition der theoretischen Grundlagen von PR, Vorstellung der Instrumente sowie eine Gegenüberstellung der Rollenbilder von PR und Journalismus.
3. EINFLUSS DER PR: Darstellung zentraler empirischer Studien, insbesondere der Determinationshypothese von Baerns sowie weiteren Analysen von Grossenbacher, Schweda/Opherden und Saffarnia.
4. ZWISCHENBILANZ: Synthese der bisherigen Erkenntnisse, die eine Einflussnahme der PR bestätigen, jedoch das Ausmaß und die gegenseitigen Abhängigkeiten betonen.
5. ERKLÄRUNGSANSÄTZE: Untersuchung der Faktoren, die eine Einflussnahme begünstigen, unter besonderer Berücksichtigung der Studie von Barth und Donsbach zu Einstellungen und Nachrichtenwerten.
6. FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung des Intereffikationsmodells und Identifikation weiterer Faktoren wie Verständlichkeit und Gestaltung, die den PR-Einfluss beeinflussen könnten.
Schlüsselwörter
Public Relations, Journalismus, Determinationshypothese, Intereffikationsmodell, Medienresonanz, Pressearbeit, Kommunikationsmanagement, Gatekeeping, Nachrichtenwerte, Medieninhalte, Öffentlichkeitsarbeit, empirische Studien, Berichterstattung, Medienlandschaft, Kommunikationsprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen Public Relations und Journalismus und analysiert, inwieweit PR-Maßnahmen die journalistische Berichterstattung in Printmedien beeinflussen oder steuern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind PR-theoretische Grundlagen, die Abgrenzung der beiden Berufsfelder, die Determinationshypothese sowie verschiedene Faktoren der Einflussnahme wie Verständlichkeit und Gestaltung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Einfluss von Public Relations auf den Journalismus anhand empirischer Studien darzustellen und zu bewerten, wie stark dieser Einfluss in der Praxis tatsächlich ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung und dem Vergleich bedeutender empirischer Studien, um die theoretischen Hypothesen zur Medienbeeinflussung zu prüfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die detaillierte Präsentation und Diskussion verschiedener empirischer Studien sowie die Untersuchung von Faktoren, die den Erfolg von PR-Arbeit begünstigen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Public Relations, Journalismus, Determinationshypothese, Intereffikationsmodell und Medienresonanz charakterisiert.
Warum wird das Intereffikationsmodell in der Arbeit diskutiert?
Das Modell wird herangezogen, um das komplexe Verhältnis zwischen PR-System und Mediensystem als wechselseitige Abhängigkeit zu beschreiben, anstatt von einer einseitigen Determination auszugehen.
Welche Rolle spielt die Verständlichkeit von Pressemitteilungen?
Die Arbeit identifiziert die mangelnde Verständlichkeit vieler PR-Texte als einen kritischen Faktor, der die Chance auf eine erfolgreiche Aufnahme und Platzierung in den Medien verringert.
- Quote paper
- Patrick Hacker (Author), 2005, Der Einfluss von Public Relations auf die journalistische Berichterstattung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38824