Die Rolle der Frau in der athenischen Demokratie


Hausarbeit, 2016

14 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

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Inhaltsverzeichnis
Einleitung
3
Die athenische Frau
4
Die Erziehung der Mädchen
4
Die Ehe
5
Aufgaben der Frau
6
Kinder
6
Frauenräume
7
Die Rechte der Frau
8
Erbtöchter
8
Die Hetären
9
Die Entwicklung zur Hetäre
9
Die Aufgaben der Hetäre
9
Die Entlohnung
10
Vermeintliche Vorteile
10
Fazit
11
Quellen
13
Literatur
13

3
Einleitung
Die athenische Demokratie war die erste Demokratie der Weltgeschichte, Athen der
erste Staat, der dem Volk die Staatsgewalt übergab. Schon bei näherer Betrachtung des
Begriffes ,,Demokratie" ist der griechische Ursprung des Wortes erkennbar. Demokratie
bedeutet Volksherrschaft und setzt sich zusammen aus den beiden griechischen Wörtern
demos = Volk und kratía = Herrschaft.
,,Mit Namen heißt sie, weil der Staat nicht auf wenige Bürger sondern auf eine größere
Zahl gestellt ist, Volksherrschaft."
1
Fraglich ist jedoch, ob die athenischen Demokratie als wirkliche Volksherrschaft zu
sehen ist, denn es handelte sich dabei eher um eine reine Männerherrschaft. Frauen,
Sklaven, Kinder und auch Metöken (ortsansässige, ohne Bürgerrecht) verfügten über
kein Mitbestimmungsrecht. Mir stellt sich dabei insbesondere die Frage, welche Rolle
die Frauen in der athenischen Demokratie hatten.
,,Die ehrenwerte Gesellschaft ist gekennzeichnet durch die strikte Trennung der
sozialen Räume und Rollen von Männern und Frauen. Die Scheidung ihrer
Lebensbereiche folgte der Trennungslinie von öffentlichem und privatem Leben. In
Athen gehört die Polis als öffentlicher Raum den Männern, während der Oikos den
Frauen vorbehalten bleibt."
2
Dieses Zitat vermittelt den Eindruck, dass Frauen ihr Leben, abgeschottet von der
Öffentlichkeit, nur im Haus verbrachten. Doch entspricht dieser Eindruck der damaligen
Realität? Hatten Frauen überhaupt Rechte? Wie sah ihr Leben aus und welche Rolle
spielten sie in der athenischen Demokratie? Antworten hierzu möchte ich in dieser
Hausarbeit geben. Da das Leben der Frauen je nach sozialer Stellung variierte, lege
mein Augenmerk dabei auf die athenischen Bürgerinnen und den Hetären im
klassischen Athen. Priesterinnen nahmen eine Sonderstellung dieser Gesellschaft ein,
ihr Leben war nicht mit dem, der übrigen Frauen vergleichbar. Die übrigen
Nichtbürgerinnen werden in dieser Arbeit nicht thematisiert, weil ihr Leben keinesfalls
schematisierbar ist. Ihre Lebensmuster und -verhältnisse variieren untereinander so
1
Thuk 2,37. Übersetzung von G.P. Landmann, Thukydides. Geschichte des Peloponnesischen Krieges
(1960) S. 142
2
Brüggenbrock, C., Die Ehre in Zeiten der Demokratie; Das Verhältnis von athenischer polis und Ehre in
klassischer Zeit, Göttingen 2006, S 143 Z 2-7

4
stark, dass kaum einheitliche Aussagen über die athenischen Nichtbürgerinnen getroffen
werden kann.
Zu dem Thema dieser Arbeit gibt es eine Fülle an Literatur und Aufsätzen.
Hervorzuheben sind an dieser Stelle ,,Haus und Familie im antiken Griechenland" von
Winfried Schmitz, ,,Ehe, Hetärentum und Knabenliebe im antiken Griechenland" von
Carola Reinsberg und ,,Heirat, Häterentum und Konkurbinat im klassischen Athen" von
Elke Hartmann. Diese drei Werke liefern einen umfassenden Überblick über das Leben
der Frauen in der athenischen Demokratie. Die Fachliteratur bemängelt aber die
Quellenlage, da das Wissen über Frauen zumeist über beiläufige Bemerkungen in
Quellen zustande gekommen ist. Diese Quellen sind ausschließlich von Männern
verfasst, sodass diese nur die männliche Sicht zeigen.
Die athenische Frau
Die Erziehung der Mädchen
Zu der Ausbildung der Mädchen streiten sich die Positionen der Wissenschaftler.
Entweder wurde die Ausbildung der Mädchen nur auf das Private beschränkt, dass sie
zu Hause erlernten
3
oder dass die Mädchen auch an einer schulischen Ausbildung
teilhatten, jedoch weitaus weniger als die Jungen. Durch das frühe Heiratsalter wurde
ihnen jedoch der Zugang zu der höhere Bildung verwehrt.
4
Auch beim Heiratsalter der Mädchen liefern die unterschiedlichen Quellen auch
unterschiedliche Ergebnisse. Meistens ist von einem Heiratsalter von 14 Jahren bis hin
zu 16 Jahren die Rede. Diese jungen Mädchen heiraten meist einen doppelt so alten
Mann.
Darauf, dass ein Mädchen keinen vorehelichen Geschlechtsverkehr hat, achtete vor
allem der Hausvater streng. Sollte sich ein Mädchen trotzdem dabei erwischen lassen,
gab es verschiedene Bestrafungen für sie. Der Hausherr war in der Lage ihnen gewisse
Rechte zu entziehen, wie zum Beispiel das Verbot Schmuck tragen zu dürfen als auch
das Verbot die Heiligtümer zu betreten. Setzte sich die Tochter über die Verbote
hinweg, durfte sie jedermann schlagen und misshandeln, solange dies keine ernsthaften
Verletzungen oder den Tod zur Folge hatte. Der Vater konnte sie jedoch auch an einen
3
Vgl Schuller, W., Frauen in der griechischen Geschichte, Konstanz 1985, S.44f, Vgl Rheinsberg, C.,
Ehe ,Hetärentum und Knabenliebe im antiken Griechenland, München 1993, S 41 Z 6f
4
Vgl Schmitz, W., Haus und Familie im antiken Griechenland - Enzyklopädie der griechisch-römischen
Antike, München 2007, S 27 Z 4-8

5
Sklavenhändler verkaufen.
5
In einer anderen Quelle wird sogar die Möglichkeit der
Tötung dieser Mädchen genannt.
6
Wenn ein Mann ein Mädchen heiraten wollte, wandte dieser sich an den Vater oder den
nächsten männlichen Verwandten der Erwählten, da die Kinder und die Frau unter der
Hausgewalt des Hausherrn stehen. Die Einwilligung zur Hochzeit konnte ohne das
Einvernehmen oder die Anwesenheit der Tochter erfolgen.
7
Die Ehe
Die Eheschließung war einzig und allein Angelegenheit der Häuser. Die
Rechtmäßigkeit der Ehe geschah durch eine Abfolge von sozialen Handlungen. Zuerst
musste das Heiratsversprechen des Brautvaters erfolgen, welches mit einem Handschlag
symbolisch besiegelt wurde. Der Vater der Verlobten musste dem Bräutigam
versichern, dass die Frau ein legitimes Kind athenischer Bürger ist und es wurde um die
Mitgifthöhe verhandelt.
8
So wurde der Bürgerstatus für die, aus der Ehe
hervorgehenden Kindern, abgesichert. Nach einiger Zeit versammelten sich die
Familien des Brautpaares im geschmückten Haus der Braut. Dort gab es ein Opfer für
die Götter sowie ein Festmahl für die Familie. Darauf folgten die Brautübergabe und ein
Hochzeitszug bis zum neuen Haus der Braut. Die Braut musste sich zum Herd des
Hauses begeben und sich mit Nüssen beschütten lassen, was die Aufnahme in das Haus
des Bräutigams symbolisierte. Das abschließende Ritual stellte dann die Hochzeitsnacht
dar.
9
Die Hochzeit war nun rechtmäßig vollzogen, das Geleit des Hochzeitszuges stellte
die Zeugenschaft für die Eheverbindung dar. Trennung
Nach Jahren kinderloser Ehe trennte sich der Mann von der Frau und adoptierte einen
Sohn. Dieser Sohn musste nur für die eigene Mutter und den neuen Vater aufkommen,
nicht aber für die alte Frau, weswegen die Trennung erfolgte.
10
5
Vgl Rheinsberg, C., Ehe, Hetärentum und Knabenliebe im antiken Griechenland, München 1993, S41 Z
6f
6
Vgl Schmitz,W., Haus und Familie im antiken Griechenland ­ Enzyklopädie der griechisch-römischen
Antike, München 2007, S.31 Z 11-17
7
Vgl Schmitz,W., Haus und Familie im antiken Griechenland ­ Enzyklopädie der greichisch-römischen
Antike, München 2007, S 27 Z 10-35
8
Vgl. Hartmann, E., Heirat und Bürgerstatus in Athen, in: Thomas Späth u.a. (Hrsg.), Frauenwelten in
der Antike. Geschlechterordnung und weibliche Lebenspraxis, Darmstadt 2000, S. 17 Z 6f.
9
Vgl Rheinsberg, C., Ehe, Hetärentum und Knabenliebe im antiken Griechenland, München 1993, S 29 Z
14-21
10
Vgl Rheinsberg, C., Ehe, Hetärentum und Knabenliebe im antiken Griechenland, München 1993, S 30
Z 1-17
Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Rolle der Frau in der athenischen Demokratie
Hochschule
Universität zu Köln
Veranstaltung
Die athenische Demokratie
Note
3,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
14
Katalognummer
V388246
ISBN (eBook)
9783668623682
ISBN (Buch)
9783668623699
Dateigröße
487 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rolle der Frau, Antike athenische Demokratie, Hetären, Kindererziehung A, athenische Demokratie, Antike, Kindererziehung, Ehe, Frauenräume
Arbeit zitieren
Saskia Böhm (Autor), 2016, Die Rolle der Frau in der athenischen Demokratie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388246

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