Die athenische Demokratie war die erste Demokratie der Weltgeschichte, Athen der erste Staat, der dem Volk die Staatsgewalt übergab. Fraglich ist jedoch, ob die athenischen Demokratie als wirkliche Volksherrschaft zu sehen ist, denn es handelte sich dabei eher um eine reine Männerherrschaft. Frauen, Sklaven, Kinder und auch Metöken (ortsansässige, ohne Bürgerrecht) verfügten über kein Mitbestimmungsrecht. Mir stellt sich dabei insbesondere die Frage, welche Rolle die Frauen in der athenischen Demokratie hatten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Die athenische Frau
Die Erziehung der Mädchen
Die Ehe
Aufgaben der Frau
Kinder
Frauenräume
Die Rechte der Frau
Erbtöchter
Die Hetären
Die Entwicklung zur Hetäre
Die Aufgaben der Hetäre
Die Entlohnung
Vermeintliche Vorteile
Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die gesellschaftliche Rolle und die rechtliche Stellung von Frauen in der athenischen Demokratie. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich das Leben zwischen den geschlechtergetrennten sozialen Räumen – dem privaten Oikos und dem öffentlichen Raum der Polis – gestaltete und inwieweit die Frauen von politischer Teilhabe ausgeschlossen waren.
- Lebensrealität und Erziehung athenischer Bürgerinnen
- Strukturen der Eheschließung und familiäre Aufgaben
- Die räumliche und rechtliche Isolierung der Frau
- Sonderstellung und Einflussmöglichkeiten von Hetären
- Vergleich der Abhängigkeitsverhältnisse
Auszug aus dem Buch
Die Erziehung der Mädchen
Zu der Ausbildung der Mädchen streiten sich die Positionen der Wissenschaftler. Entweder wurde die Ausbildung der Mädchen nur auf das Private beschränkt, dass sie zu Hause erlernten oder dass die Mädchen auch an einer schulischen Ausbildung teilhatten, jedoch weitaus weniger als die Jungen. Durch das frühe Heiratsalter wurde ihnen jedoch der Zugang zu der höhere Bildung verwehrt.
Auch beim Heiratsalter der Mädchen liefern die unterschiedlichen Quellen auch unterschiedliche Ergebnisse. Meistens ist von einem Heiratsalter von 14 Jahren bis hin zu 16 Jahren die Rede. Diese jungen Mädchen heiraten meist einen doppelt so alten Mann.
Darauf, dass ein Mädchen keinen vorehelichen Geschlechtsverkehr hat, achtete vor allem der Hausvater streng. Sollte sich ein Mädchen trotzdem dabei erwischen lassen, gab es verschiedene Bestrafungen für sie. Der Hausherr war in der Lage ihnen gewisse Rechte zu entziehen, wie zum Beispiel das Verbot Schmuck tragen zu dürfen als auch das Verbot die Heiligtümer zu betreten. Setzte sich die Tochter über die Verbote hinweg, durfte sie jedermann schlagen und misshandeln, solange dies keine ernsthaften Verletzungen oder den Tod zur Folge hatte. Der Vater konnte sie jedoch auch an einen Sklavenhändler verkaufen. In einer anderen Quelle wird sogar die Möglichkeit der Tötung dieser Mädchen genannt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob die athenische Demokratie als Männerherrschaft zu betrachten ist und skizziert die soziale Abgeschiedenheit von Frauen.
Die athenische Frau: Dieses Kapitel behandelt die Erziehung, das Heiratsalter, die Ehe als soziale Institution, die häuslichen Aufgaben, die räumliche Isolation sowie die rechtliche Unmündigkeit und Sonderfälle wie Erbtöchter.
Die Hetären: Dieser Abschnitt definiert das Hetärentum als Gegenentwurf zur Bürgerin, beleuchtet deren Entwicklung, ihre Rolle als Unterhalterinnen sowie ihre ökonomischen und sozialen Freiheiten bei gleichzeitiger Abhängigkeit.
Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass athenische Frauen kaum politischen Einfluss hatten, während Hetären durch ihre Bildung und soziale Freiheit eine differenziertere, wenngleich abhängige Rolle in der Gesellschaft einnahmen.
Schlüsselwörter
Athenische Demokratie, Oikos, Polis, Bürgerin, Hetäre, Frauenrolle, Ehe, Bürgerrecht, Geschlechtertrennung, Vormundschaft, soziale Abhängigkeit, Antike, soziale Räume, politische Teilhabe, griechische Geschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die gesellschaftliche Stellung der Frau in der klassischen athenischen Demokratie und betrachtet dabei die Unterschiede zwischen Bürgerinnen und Hetären.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die häusliche Sphäre, die Erziehung, rechtliche Bestimmungen, die Institution der Ehe sowie die Rolle der Hetären.
Welches Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der demokratischen Staatsform Athens und der tatsächlichen Marginalisierung bzw. dem Ausschluss der Frauen vom gesellschaftlichen und politischen Leben aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse auf Basis der Auswertung von Fachliteratur und antiken Quellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung der athenischen Bürgerin, ihrer rechtlichen und räumlichen Grenzen sowie eine Gegenüberstellung mit der Lebenswelt der Hetären.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie athenische Demokratie, Oikos, soziale Abhängigkeit, Bürgerrechte und Hetärentum sind für das Verständnis der Arbeit essentiell.
Wie unterschied sich die Ehefrau von der Hetäre in ihrer Mobilität?
Während die athenische Bürgerin weitgehend im Oikos isoliert lebte, genossen Hetären mehr Freiheiten, durften sich an öffentlichen Plätzen aufhalten und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.
Welche Rolle spielte die Mitgift bei einer Scheidung?
Die Mitgift fungierte als finanzieller Schutz für die Frau; bei einer Trennung musste sie an den Vormund zurückgegeben werden, wodurch die Frau finanziell abgesichert blieb.
Inwiefern beeinflussten Hetären die Politik?
Da sie Zeit mit einflussreichen Männern verbrachten und über Bildung sowie rhetorische Fähigkeiten verfügten, konnten sie informellen Einfluss auf politische Akteure ausüben.
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- Saskia Böhm (Author), 2016, Die Rolle der Frau in der athenischen Demokratie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388246