Qualitätsentwicklung und Qualitätskonzepte im pädagogischen Bereich. Qualitätsmanagementsysteme in Kindertagesstätten


Studienarbeit, 2017

20 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

2
Inhaltsverzeichnis
Themenaufriss: Qualitätsmanagement in Kindertagesstätten ... 3
Definition von Qualität und Qualitätsentwicklung ... 4
Begriffsbestimmung Qualität ... 4
Definition Qualitätsentwicklung ... 5
Definition Qualitätsmanagement und Qualitätsmanagementsystem ... 5
Entwicklung des Qualitätsmanagement ... 6
Diverse Qualitätskonzepte ... 8
Kronberger Kreis ... 8
KES (R) - Kindergarten-Einschätz-Skala (-R) ... 9
DIN EN ISO 9000: 2000... 10
Der Nationale Kriterienkatalog ... 11
QuiK - Qualität in Kindertageseinrichtungen ... 13
Kritischer Vergleich der Konzepte ... 14
Das Qualitätshandbuch ... 17
Evaluation ... 17
Interne Evaluation ... 17
Externe Evaluation ... 17
Fazit... 18
Literatur... 20

3
Themenaufriss: Qualitätsmanagement in Kindertagesstätten
Ursprünglich
aus
der
Industrie
und
Wirtschaft
stammend,
haben
Qualitätsmanagementsysteme (QMS) in den letzten Jahren auch im pädagogischen Bereich
einen hohen Stellenwert eingenommen. Durch das neue Bundeskinderschutzgesetz vom
01.01.2012 , § 45 SGB VIII Abs. 3 Nr. 1, müssen Konzeptionen Auskunft über Maßnahmen
der Qualitätsentwicklung und -sicherung geben. Zudem werden in den Paragrafen 78a ff.
SGB VIII ,,Vereinbarungen über Leistungsgebote, Entgelte und Qualtitäsentwicklung",
Regelung von Qualität und der Weiterentwicklung dieser, verbindlich vertraglich geregelt.
Somit fordern örtliche Träger der Jugendhilfe von den Kindertagesstättenträgern, ein
Qualitätsmanagement-System vorzulegen.
Doch auch die Bildungsdiskussionen in den letzten Jahren zeigten, dass die Qualität in der
Betreuungseinrichtung erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder hat,
insbesondere der kognitiv-sprachlichen und sozio-emotionalen Entwicklung.
1
Die
Konsequenz daraus ist, dass Kindertagesstätten eine hohe Verantwortung für die Qualität
ihrer Arbeitsprozesse und ihrer Weiterentwicklung tragen müssen.
Qualitätsmanagementsysteme sollen diese Verantwortung stützen und tragen. Doch sie leiten
pädagogische Fachkräfte auch dazu an, die eigenen Haltungen im Bezug zum
Qualitätsmanagement bis hin zum Bild vom Kind zu reflektieren. Einrichtungen haben die
Wahl, ein für sie passendes Konzept auszuwählen, anzupassen und zu begründen. Dies ergibt
auch das Herausarbeiten von Kompetenzen, Ressourcen, aber auch Schwächen und leistet
somit einen großen Beitrag zur Professionalisierung der Arbeit in der Einrichtung.
Typische
Qualitätsmanagement-Ziele
sind
Gewinnsteigerung,
Rentatibilitä
und
Wachstumssteigerung, doch auch Kostensenkung und Kundenorientierung
2
. Hier stellt sich
die Frage: Warum sollten sich pädagogische Einrichtungen solchen Denkmustern
unterwerfen? Eignen sich diese für eine pädagogische Institution? Wichtig ist
dementsprechend, dass die Ziele fachlich, spezifisch angepasst werden.
Zentral soll diese Arbeit einen Einblick in Qualiätsmangagementsystem im pädagogischen
Bereich bieten, sowie wie gängigsten vorstellen und vergleichen. Die Ausarbeitung soll
demnach der Frage nachgehen, wieso ein QMS in Kindertageseinrichtungen wichtig ist und
1
vgl. Anders, Y.
2
vgl. Engelhard, S. 124

4
nach welchen Kriterien pädagogische Fachkräfte gehen können, um ein passendes Konzept
für die Einrichtung auszuwählen. Hierfür werden zunächst die Begriffe Qualität,
Qualitätsentwicklung und Qualitätsmanagement bestimmt, anschließend die Entwicklung des
QM
kurz
dargestellt.
Im
nächsten
Abschnitt
werden
verschiedene
Qualitätsmanagementsysteme genauer betrachtet und verglichen. Weiterhin soll die Arbeit
einen Einblick in das Qualitätshandbuch, sowie in die Evaluation bieten. Die Ausarbeitung
endet mit einem resümierenden Fazit.
Definition von Qualität und Qualitätsentwicklung
Begriffsbestimmung Qualität
Nach §22a des Kinder- und Jugendhilfegesetz sollen ,,die Träger der öffentlichen Jugendhilfe
[...] die Qualität der Förderung in ihren Einrichtungen durch geeignete Maßnahmen
sicherstellen und weiterentwickeln.". Um dies zu gewährleisten, muss zunächst der Begriff
der Qualität genauer definiert werden. Dieser kann in mehrere Qualitätsdimensionen
unterteilt werden: Die Strukturqualität sowie in die Prozessqualität. Zur Strukturqualität
lassen sich Rahmenbedingungen wie die Fachkraft-Kind-Relation oder die Qualifikation des
Personals zählen, während unter Prozessqualität die konkrete Gestaltung der pädagogischen
Umwelt und Interaktionen fällt.
3
Gemessen wird die pädagogische Qualität an Bildungs- und
Entwicklungsergebnissen. Hier finden verschiedene Entwicklungsbereiche, wie z.B. die
kognitive, sprachliche, motorische und soziale/ emotionale Kompetenz Beachtung. Obgleich
sich pädagogische Qualität auch in der Beziehungsgestaltung zwischen Fachkraft und Kind
widerspiegelt, wird dieses Kriterium wenig beachtet.
4
Tietze
5
hingegen nennt neben Struktur- und Prozessqualität einen weiteren Aspekt für
pädagogische Qualität: Die pädagogische Orientierungsqualität. Hierunter fallen die
grundlegenden Einstellungen und Haltungen der pädagogischen Fachkräfte, z.B. das Bild
vom Kind. Seine Definition
6
ist wie folgt: ,,Pädagogische Qualität ist in Kindergärten dann
gegeben, wenn diese die Kinder körperlich, emotional, sozial und intellektuell fördern, ihrem
Wohlbefinden sowie ihren gegenwärtigen und zukünftigen Bildung dienen und damit auch
3
vgl. Stamer-Brandt P., Tofern, F., S. 50
4
vgl. Stamer-Brandt P., Tofern, F., S. 51
5
vgl. Tietze W. (2005), S. 6f., zit. n. Neuß, N. (2014), S. 253)
6
vgl. Tietze W. (2005), S. 6, zit. n. Neuß, N. 2014, S. 254

5
die Familien in ihrer Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsverantwortung unterstützen.".
Diese Definition lässt auf eine Orientierung am Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII)
schließen. So besagt dieses im §22 Grundsätze der Förderung, Abschnitt zwei, dass
,,Tageseinrichtungen für Kinder [...] die Entwicklung des Kindes zu einer
eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit fördern", ,,die Erziehung und
Bildung in der Familie unterstützen und ergänzen", sowie ,,den Eltern dabei helfen [sollen],
Erwerbstätigkeit und Kindererziehung besser miteinander vereinbaren zu können". Abschnitt
drei besagt, dass dieser Förderungsauftrag ,,Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes
[umfasst] und [...] sich auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des
Kindes [bezieht]". Somit lässt sich Pädagogische Qualität dadurch definieren, dass sie den
Vorgaben aus dem achten Gesetzbuch (§22) nachkommt und darüber hinaus dem
gegenwärtigen Wohlbefinden dienen. Doch nicht nur die Betreuung ist im Fokus, sonder vor
allem die Bildung. Der Dreiklang Familie- soziales Umfeld- Kindertageseinrichtung steht
hier im Vordergrund.
Definition Qualitätsentwicklung
Obgleich Qualitätsmangement, Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung häuft als
Synonyme verwendet werden, sollen sie im Folgenden differenziert betrachtet werden, um
ihre unterschiedlichen Zielsetzungen zu verdeutlichen. Methoden und Konzepte der
Qualitätssicherung sollen Qualität nach bestimmten Kriterien messbar und somit überprüfbar
machen. Dadurch können Standards entwickelt und gehalten werden. Es leitet sich jedoch
auch ab, dass dieses Instrument sich auch statische und messbare Prozesse und Produkte
eignet.
Qualitätsentwicklung hingegen beschreibt die eigenen, aber auch externe Reflexion der
Arbeitsschritte und Prozesse um somit die pädagogische Arbeit im nächsten Zug zu
verbessern. Dadurch wird eine Dynamik und der weiterführende Prozess von Qualität in
elementarpädagogischen Einrichtungen gesichert.
7
Definition Qualitätsmanagement und Qualitätsmanagementsystem
Qualitätsmanagement (QM) bezeichnet die ,,Gesamtheit aller Leitungstätigkeiten einer
Organisation, die der gezielten Planung, Steuerung und Kontrolle aller Qualitätsaspekte und -
dimensionen der Unternehmung dienen"
8
, im pädagogischen Bereich, der pädagogischen
7
vgl. Schelle, R., S. 365
8
vgl. Schelle, R., S. 365, Z. 4- 7

6
Einrichtung. Darunter fallen alle qualitätsrelevanten Tätigkeiten, welche die Planung,
Lenkung, Prüfung und Dokumentation von Qualität betreffen. Somit ist ein
Qualitätsmanagementsystem einer Einrichtung der Ordnungsrahmen, welcher die Richtlinien,
Handlungsweisen und Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung umfasst. Dies hat eine klare
Strukturierung aller Aufgaben und Abläufe zur Folge, welche notwendig sind, um die
Qualität in der Einrichtung zu gewährleisten.
9
Grundlage des Qualitätsmanagements sind
vereinbarte Qualitätsziele. Diese sollten in ihrer Umsetzbarkeit überprüft und
weiterentwickelt werden können. Planung bedeutet, dass regelmäßige Bedarfs- und
Bestandsanalysen getätigt werden, während vereinbarte Verfahren der Ziel- und
Leistungsüberprüfung der Kontrolle dienen. Durch transparente Kommunikationsstrukturen
können Stärken und Schwächen des Systems, wie auch der Arbeitsabläufe aufgedeckt und
somit überarbeitet werden.
10
Entwicklung des Qualitätsmanagement
Als Grundlage alles aktuellen Qualitätsmanagementsysteme kann der PDCA- Zyklus nach
Deming (auch Deming- Cycle) genannt werden.
11
Dieser findet sich nicht nur in Konzepten
für pädagogische Arbeit wieder, sondern auch in anderen Bereichen wie in der Industrie, da
er ohne Probleme auf jede Situation übertragen werden kann. In den 1950 Jahren wurde
dieser von W. Deming erarbeitet und ist bis heute relevant für prozessorientiertes Denken
und Handeln, sowie des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP).
12
9
vgl. Schelle, R., S. 365
10
vgl. Bayerisches Staatsministerium für Arbeit, Sozialordnung, Familie und Frauen, S. 456
11
vgl. Bombosch, J., S. 199
12
vgl. Bombosch, J., S. 199

7
Abb. 1: PDCA- Zyklus nach Deming
Plan - Do - Check Act bedeutet, dass ein Ziel gesetzt wird mit dem Ziel der Verbesserung,
die nötigen Maßnahmen oder Veränderungen getroffen werden, das Getätigte anschließende
überprüft wird auf seine Relevanz und Praktikabilität und und zum Schluss
Verbesserungspotentiale gesucht werden. Ab 1980 wurde dieser Zyklus schließlich weiter
ausgedehnt. Doch erst durch die diskussionsreichen Ergebnisse der PISA-Studie im Jahr
2000 gewann das Qualitätsmanagement auch im elementarpädagogischen Kontext an hoher
Bedeutung. So das Bundesrahmenhandbuch ,,Leitfaden für den Aufbau eines
Qualitätsmanagementsystems in Tageseinrichtungen für Kinder: Diakonie- Siegel KiTa/
Evangelisches Gütesiegel BETA" entwickelt.
Heute
gilt
Qualitätsmanagement
als
umfassenden
Führungs-
bzw.
Organisationsentwicklungsansatz verstanden, welcher die gesamte Organisation/ Einrichtung
umfasst, sowie ihre Qualitätsprozesse. Als Basis dient ein verbindliches und mit allen
Beteiligten
erarbeitetes
Leitbild
und
eine
entsprechende
Konzeption.
Das
Qualitätsmanagement betrachtet vor allem das gesamte System und die damit
Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Qualitätsentwicklung und Qualitätskonzepte im pädagogischen Bereich. Qualitätsmanagementsysteme in Kindertagesstätten
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
20
Katalognummer
V388248
ISBN (eBook)
9783668625129
ISBN (Buch)
9783668625136
Dateigröße
881 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
qualitätsentwicklung, qualitätskonzepte, bereich, qualitätsmanagementsysteme, kindertagesstätten
Arbeit zitieren
Anna Burghart (Autor), 2017, Qualitätsentwicklung und Qualitätskonzepte im pädagogischen Bereich. Qualitätsmanagementsysteme in Kindertagesstätten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388248

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