Die Rolle der Frau als Ehefrau und Mutter von Soldaten im militärisch geprägten Sparta


Hausarbeit, 2016
15 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
2.Quellenlage ... 2
3. Die spartanische Frau ... 2
3.1 Grundzüge der Erziehung der Mädchen in Sparta ... 2
3.2 Die Rolle der Spartanischen Frau als Ehefrau und Mutter ... 4
4. Auswirkung der Rolle der Frau auf die Gesellschaft und den Staat ... 5
5. Fazit ... 12
Bibliographie ... 13

1
1. Einleitung
In der alten Geschichte gilt Sparta als Militärstaat. Mit den Gesetzen von dem
Gesetzgeber Lykurgus, wurde in Sparta ein System erstellt, um einen Raum für einen
militärischen Staat zu schaffen. Jeder, der ein Teil von der spartanischen Gesellschaft
war, war auch ein Teil dieses Systems. So spielten auch die Frauen eine Rolle bei der
Bildung und dem Ziel der langfristigen Erhaltung des Staates. Während die Männer in
den Krieg zogen, waren die Frauen für die Führung des Haushaltes und das Gebären
von Nachkommen zuständig. Aufgrund dieser Tatsache, dass sie diejenigen waren, die
zukünftige Hopliten auf die Welt brachten, hatten sie eine wichtige Stellung inne und
spielten so eine wichtige Rolle bei der Ordnung, die Lykurgus zum Ziel hatte. Durch
seine Gesetze schuf aber Lykurgus nicht nur eine Ordnung, sondern auch eine
Ideologie. Alles und jeder diente zum Wohl des Staates. Doch einigen Ansichten nach,
wie der von Aristoteles und Platon boten die Gesetze und die daraus resultierende
Ideologie einen Raum für die Gier nach Macht. Nach ihnen handelten die Frauen nicht
mit dem ideologischen Denken sondern nutzten diese aus um Macht ausüben zu
können.
Im Folgenden Soll hier als Grundlage für das Verständnis gezeigt werden, wie die Rolle
der Frau im alten Sparta aufgezeigt werden. Hierbei sollen im ersten Teil die Aufgaben
der Frau und ihre Entwicklung vom Mädchen zur Mutter veranschaulicht werden. Im
zweiten Teil der Arbeit, sollen die Ansichten von Plutarch, welche für das ideologische
Handeln der Frauen sprechen und die von Aristoteles und Platon, die von einer
negativen Auswirkung der Frauen für den Staat sprechen, gegenüber gestellt werden. Im
dritten Teil der Arbeit sollen alle Ergebnisse zusammengefasst werden und mit einem
Gesamtergebnis folgend aus den Analyseergebnissen beendet werden.

2
2.Quellenlage
Der größte Teil der Quellen, die in dieser Arbeit verwendet werden stammen aus dem
klassischen Zeitalter. Die wichtigsten Werke sind Aristoteles Politik (Aristoteles)
1
, Die
Verfassung der Spartaner (Xenophon)
2
und Gesetze (Platon)
3
. Die einzigen Werke, die
aus einer späteren Periode stammen sind Plutarch Große Griechen und Römer und
Plutarch's Moralia III (Plutarch)
4
. Alle Werke geben Informationen zum Thema Frauen
in Sparta und die Möglichkeit sich ein Bild zu machen, jedoch stammt keines dieser
genannten Werke stammen von einem Spartaner selbst oder von jemanden, der nach
dem heutigen Wissensstand dort gelebt haben soll. Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass
in diesen Werken nicht immer eine objektive Auseinandersetzung mit dem Thema folgt
und die Autoren, welche über die Frauen geschrieben haben, alle männlich sind. Aus
diesen Gründen und weil die Werke aus verschiedenen Epochen stammen ist eine
kritische Auseinandersetzung mit den Quellen und dementsprechend auch mit den
Aussagen und Ergebnissen in dieser Hauarbeit erforderlich.
3. Die spartanische Frau
Die Frauen in Sparta sollen eine besondere Stellung in der Gesellschaft gehabt haben.
Was die Gründe dafür waren und wie es zu dieser besonderen Stellung kam, soll in den
folgenden Kapiteln erläutert werden.
3.1 Grundzüge der Erziehung der Mädchen in Sparta
In den Quellen gibt es keine Hinweise, ob es ein Gymnasium für Mädchen gegeben
haben soll, jedoch ist eindeutig zu erkennen, dass auch Wert auf ihre Erziehung gelegt
wurde.
1
Frede, Dorothea: Art.: Aristoteles, Der Neue Pauly Enzyklopädie der Antike, Band 1, Stuttgart 2012,
Sp. 1133
2
Schütrumpf, Eckart: Art. : Xenophon, Der Neue Pauly Enzyklopädie der Antike, Band 12, Stuttgart
2012, Sp. 634
3
Schmitt, Tassilo: Art. : Platon, Der Neue Pauly Enzyklopädie der Antike, Band 9, Stuttgart 2012, Sp.
1095
4
Pelling, C.B.R.: Art. : Plutarch, Der Neue Pauly Enzyklopädie der Antike, Band 9, Stuttgart 2012. Sp.
1160

3
Ein wichtiger Bestandteil ihrer Erziehung soll nach Plutarch und Xenophon die
körperliche Erziehung gewesen sein. Nach Plutarch wollte Lykurg, der Gesetzgeber, die
Frauen bessern. Er ordnete an, dass Frauen ihren Körper durch belastende
Trainigseinheiten wie Rennen, Wrestling und Diskuss- und Speerwurf stärken sollten.
5
Durch Wettbewerbe wurden Körperkraft und Schnelligkeit gemessen
6
und die leichte
oder gar nicht vorhandene Bekleidung, der noch nicht heiratsfähigen Mädchen sollte ein
starker Anreiz für die Jünglinge, die zuschauten, zur Heirat sein. Die Stärkung des
weiblichen Körpers war nach Xenophon aus folgendem Grund notwendig: Nur kräftige
Elternteile seien dazu in der Lage, kräftige Nachkommen zu erzeugen.
7
Außer der körperlichen Erziehung bekamen die Mädchen auch eine städtische
Erziehung. Damit sind grammata und mousike gemeint. Grammata beinhaltet das
Lesen, Schreiben und Rechnen.
8
,,The extent of Literacy in Greece in general, and in
Sparta in particular, has been much debated. It is generally agreed that literacy at Sparta
was confined to a small elite."
9
Grammata war ein wichtiger Bestandteil der Erziehung,
da eine spartanische Mutter anständig und gut erzogen sein sollte.
10
Mousike beinhaltete das Singen, Tanzen und Spielen von Instrumenten. Es war ein
wichtiger Bestandteil von religiösen Bräuchen. Gelehrt wurde mousike von einem
choregos.
11
Nach Powell hatte mousike auch einen militärischen Nutzen, da das tanzen
Koordination und Bewegungsabläufe erforderte, die so trainiert wurden.
12
Ob von
diesem militärischen Nutzen Gebrauch gemacht wurde wird in Kapitel 4 ausführlicher
besprochen.
Die Mädchen sollten also durch körperliche und städtische Erziehung darauf vorbereitet
werden Frauen von Hopliten zu sein und starke Hopliten sowie Hoplitenmütter groß zu
1
Plutarch: Plutarch's Moralia. Vol. III, übers. Von Frank Cole Babbit, London 1968. 227 D 12
6
Plutarch Plutarch: Große Griechen und Römer. Band 1, Hrsg. Von Karl Hoenn und übers. von Konrat
Ziegler, München 1973. S. 142
7
Xenophon: Die Verfassung der Spartaner. Hrsg. und übersetzt von Stefan Rebenich, Darmstadt 1998.
1.4
8
Ducat, Jean: Spartan Education.Youth and society in the classical period, Wales 2006. S 224
9
Pomeroy, Sarah B. : Spartan Women, New York 2002. S. 4-5
10
Pomeroy, S. 52
11
Pomeroy, S. 12
12
Powell, Anton: The Women of Sparta ­ and other Greek cities ­ at war, in : Thomas J. Figuera (Hg.),
Spartan society, Wales 2004. S. 137

4
ziehen.
13
,, A mother had to be healthy, properly educated, and well versed in spartan
values"
14
, um dem Militärstaat gerecht zu werden und ihren Kindern die Werte und
Normen so gut wie möglich vermitteln zu können. Wobei noch erwähnt werden muss,
dass nach Vollendung des 7. Lebensjahres die Erziehung der Jungen in die Hände von
Lehrern Überlassen worden ist (Agoge).
15
3.2 Die Rolle der Spartanischen Frau als Ehefrau und Mutter
Durch ihre Erziehung wurden die Frauen auf ihre Rolle als Mutter und Ehefrau, wie
schon vorhin beschrieben, vorbereitet. Nach Lykurg sollte die wichtigste Aufgabe einer
freien Frau das gebären von Kindern sein.
16
Dementsprechend wurden auch die Ehen
geschlossen. Die Frauen heirateten Männer nahe ihrem Alter. Die Paare sollten sich
zuvor während des Trainings oder entkleidet auf einem Fest gesehen haben
17
und für
gesunde Nachkommen sollten die Ehen ,,auf dem Höhepunkt der körperlichen Kraft
geschlossen werden."
18
In der Ehe war die Aufgabe der Frau den Haushalt zu verwalten, Kinder zu gebären und
groß zu ziehen.
19
Die Haushaltung an sich soll nach Pomeroy nicht zeitaufwendig
gewesen sein, da Heloten erforderlich gewesen sein sollen, um landwirtschaftliche
Erzeugnisse jährlich zu liefern
20
und für die Bearbeitung von Wolle waren Sklavinnen
zuständig, wodurch die Frauen in Sparta auch von dieser Aufgabe befreit waren.
21
Den griechischen Frauen wird nachgesagt, dass sie schon damals Kontrolle über ihre
Fruchtbarkeit hatten und somit bestimmen konnten ob sie Kinder bekamen oder nicht.
Sie hatten damit nicht nur die Kontrolle über ihre Fertilität, sondern auch über ihre
eigene Gesundheit und Lebensqualität.
22
13
Pomeroy, S.4
14
Pomeroy S. 52
15
Plutarch Große Griechen und Römer, 16
16
Xenophon, 1.4
17
Pomeroy, S.44
18
Xenophon, 1.6
19
Pomeroy, S.44
20
Pomeroy, S.51
21
Xenophon, 1.4
22
Pomeroy, S. 64
Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Rolle der Frau als Ehefrau und Mutter von Soldaten im militärisch geprägten Sparta
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Sparta
Note
2,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V388286
ISBN (eBook)
9783668623583
ISBN (Buch)
9783668623590
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sparta, Griechenland, Alte Geschichte, Frauen
Arbeit zitieren
Özlem Arslan (Autor), 2016, Die Rolle der Frau als Ehefrau und Mutter von Soldaten im militärisch geprägten Sparta, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388286

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Rolle der Frau als Ehefrau und Mutter von Soldaten im militärisch geprägten Sparta


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden