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Städtische Armut und das städtische Armenwesen vom 16. bis zum 18. Jahrhundert

Title: Städtische Armut und das städtische Armenwesen vom 16. bis zum 18. Jahrhundert

Term Paper , 2003 , 15 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Tobias Jantz (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Das städtische Armenwesen hat sich im Laufe der Neuzeit grundlegend gewandelt. Während im Spätmittelalter und zu Beginn der Neuzeit Armut als geduldeter, gar erstrebenswerter Zustand gesellschaftlich anerkannt und unterstützt wurde, galt sie in späteren Jahren, als eine freiwillige und unplanmäßige Unterstützung nicht mehr genügte, als ernst zu nehmende Gefahr. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Umstrukturierung der Armenfürsorge im städtischen Bereich. Es soll die Entwicklung des städtischen Armenwesens beleuchtet werden, das sich sowohl in seiner Erscheinung, als auch in den Bereichen der Trägerschaft, der Finanzierung und der Verteilung fundamental veränderte. Einzelne Aspekte dieser Umgestaltungen sollen anhand von Fallbeispielen verdeutlicht werden, wobei der Verfasser bemüht ist, möglichst häufig auf die Entwicklung der Stadt Magdeburg einzugehen. Einleitend sollen die Erscheinungsformen und die Ursachen der städtischen Armut dargelegt werden, um zu verdeutlichen, welche Personen von der Armenfürsorge tangiert wurden. Der Bearbeitungszeitraum erstreckt sich vom 16. bis zum Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert, wobei im Zuge der Genese der Fürsorge auch spätmittelalterliche Erscheinungsformen einbezogen werden. Untersuchungsgegenstand sind deutsche Städte. Die neuere Forschung hat sich mehrfach mit dem Thema der städtischen Armenfürsorge befaßt, wobei i.d.R. punktuelle Untersuchungen veröffentlicht wurden. Für die Frühe Neuzeit sind vor allem die Werke von Thomas Fischer1 und Robert Jütte2 obligat. Quellen sind, besonders für das 17. und 18. Jahrhundert, in Form von Verordnungen, Gesetzen, Berichten etc. zahlreich vorhanden. 1 Fischer, Thomas: Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert. Sozialgeschichtliche Untersuchungen am Beispiel der Städte Basel, Freiburg i. Br. und Staßburg; Göttingen 1979. 2 Jütte, Robert: Obrigkeitliche Armenfürsorge in deutschen Reichsstädten der frühen Neuzeit. Städtisches Armenwesen in Frankfurt am Main und Köln; Köln 1984.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 PROBLEMSTELLUNG

2 ERSCHEINUNGSFORMEN UND URSACHEN DER ARMUT

2.1 MERKMALE DER STÄDTISCHEN ARMUT

2.2 SOZIALE SCHICHTUNG DER ARMEN

2.3 URSACHEN DER ARMUT

3 DAS STÄDTISCHE ARMENWESEN

3.1 DAS STÄDTISCHE ARMENWESEN BIS ZUM BEGINN DER NEUZEIT

3.2 DIE NEUORDNUNG DES ARMENWESENS IM BEGINNENDEN 16. JAHRHUNDERT

3.3 NEUE WEGE DER ARMENFÜRSORGE IM 17. UND 18. JAHRHUNDERT

4 SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Umstrukturierung der städtischen Armenfürsorge in Deutschland vom 16. bis zum Übergang des 18. ins 19. Jahrhundert, wobei insbesondere die Entwicklung der Trägerschaft, Finanzierung und Verteilungsmechanismen beleuchtet werden. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf den Wandel der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Verwaltung von Armut, veranschaulicht an Fallbeispielen der Stadt Magdeburg.

  • Erscheinungsformen und Ursachen städtischer Armut in der Frühen Neuzeit
  • Soziale Schichtung und Hierarchien innerhalb der städtischen Unterschicht
  • Die Transformation der Armenfürsorge von kirchlicher Wohltätigkeit zu städtisch-obrigkeitlicher Verwaltung
  • Die Rolle von Zucht- und Arbeitshäusern als Disziplinierungsinstrumente
  • Das Spannungsfeld zwischen freiwilliger Spendenbereitschaft und kommunaler Pflicht

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Neuordnung des Armenwesens im beginnenden 16. Jahrhundert

Der Beginn der Neuzeit ist durch eine grundlegende Umgestaltung der Fürsorge gekennzeichnet. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich. Wie unter 3.1 bereits angedeutet wurde, verurteilte die katholische Kirche kritikloses Almosengeben immer stärker. Auch Humanisten und Reformatoren forderten eine Trennung zwischen tatsächlichen Armen und Nicht-Bedürftigen. Es stand nun zunehmend die Bedürftigkeit des Empfängers im Vordergrund, nicht mehr der religiöse Aspekt des Gebens.

Insgesamt wurden nun drei Differenzierungen vorgenommen, bevor Maßnahmen der Unterstützung eingeleitet wurden: 1. Die „fürsorgerische“ Differenzierung unterschied nach der Dimension der Arbeitsfähigkeit zwischen arbeitsfähigen und invaliden Armen. Sie war notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung, um als arm anerkannt zu werden. 2. Die „psychologisch-moralische“ Differenzierung unterschied zwischen arbeitswilligen und arbeitsunwilligen Armen. 3. „Rechtlich-politisch“ wurde zwischen ansässigen und fremden Armen differenziert. Diese Unterscheidung bewirkte gleichzeitig eine Verringerung der Anzahl der zu Unterstützenden und stellte in Aussicht, das Vagieren von Armen zu unterbinden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 PROBLEMSTELLUNG: Einführung in den Wandel des Armenwesens von der spätmittelalterlichen Duldung zur frühneuzeitlichen Problemwahrnehmung inklusive der Zielsetzung und regionalen Fallbeispiele.

2 ERSCHEINUNGSFORMEN UND URSACHEN DER ARMUT: Analyse der Klassifizierung von Armut in primäre und sekundäre Formen sowie eine Untersuchung der sozioökonomischen Faktoren und persönlichen Gründe für das Abrutschen in die Bedürftigkeit.

3 DAS STÄDTISCHE ARMENWESEN: Untersuchung der historischen Entwicklung der Armenpflege, angefangen bei den mittelalterlichen Spitalstrukturen bis hin zur systematischen Neuordnung im 16. Jahrhundert und der Etablierung von Arbeitshäusern.

4 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Analyse der institutionellen Professionalisierung der Armenfürsorge und der Verlagerung der Verantwortung hin zur städtischen Obrigkeit.

Schlüsselwörter

Städtische Armut, Armenfürsorge, Frühe Neuzeit, Armenwesen, Sozialgeschichte, Magdeburg, Kastenordnung, Spital, Bettelverbot, Bedürftigkeitsprüfung, Zuchthaus, Arbeitshaus, Almosen, Obdachlosigkeit, Armutspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den historischen Wandel der städtischen Armenfürsorge in Deutschland zwischen dem 16. und dem Ende des 18. Jahrhunderts.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Das Spektrum reicht von der Definition von Armut über die Ursachen für Bedürftigkeit bis hin zu den administrativen Reformen der Fürsorge, wie der Einführung von Armenordnungen und Arbeitshäusern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Umstrukturierung der Armenfürsorge in Bezug auf Trägerschaft, Finanzierung und Verteilungsmechanismen aufzuzeigen und dabei die Entwicklung in Magdeburg exemplarisch zu untersuchen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich auf eine sozialgeschichtliche Analyse unter Verwendung historischer Quellen wie Verordnungen, Gesetzestexte und Berichte, ergänzt um einschlägige Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erscheinungsformen der Armut (inklusive sozialer Schichtung), deren Ursachen und die institutionellen Veränderungen in der Organisation der Armenfürsorge.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den zentralen Begriffen zählen Begriffe wie Frühe Neuzeit, städtisches Armenwesen, Bedürftigkeitsprüfung, obrigkeitliche Armenfürsorge und soziale Disziplinierung.

Welche Bedeutung hatte das Betteln vor der Einführung der Armenordnungen?

Im Mittelalter galt Betteln teilweise als legitime Form des Einkommenserwerbs, bevor es im Zuge der frühneuzeitlichen Reformen stigmatisiert und schließlich strikt verboten wurde.

Warum spielt die Stadt Magdeburg in dieser Arbeit eine besondere Rolle?

Der Autor nutzt die Stadt Magdeburg konsequent als Fallbeispiel, um die theoretischen Entwicklungen der allgemeinen Armenfürsorge an konkreten lokalen Gegebenheiten, wie der Kastenordnung von 1524, zu verdeutlichen.

Was unterscheidet primäre von sekundärer Armut?

Primäre Armut bezeichnet das Fehlen der existenziellen Grundbedürfnisse, während sekundäre Armut den Mangel an einem standesgemäßen Leben beschreibt.

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Details

Title
Städtische Armut und das städtische Armenwesen vom 16. bis zum 18. Jahrhundert
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg
Grade
sehr gut
Author
Tobias Jantz (Author)
Publication Year
2003
Pages
15
Catalog Number
V38833
ISBN (eBook)
9783638377867
Language
German
Tags
Städtische Armut Armenwesen Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Jantz (Author), 2003, Städtische Armut und das städtische Armenwesen vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38833
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