Das Hambacher Fest von 1832 war eine der größten Massenveranstaltungen des 19. Jahrhunderts, bei der die Bevölkerung ihren Unmut gegenüber dem Bestehenden äußerte. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Überblick zum Hambacher Fest zu geben; es werden die Genese, der Verlauf und die Folgen beleuchtet. Des weiteren soll der Zusammenhang zwischen dem Hambacher Fest und ausgewählten Aspekten des sich in Deutschland entwickelnden Nationalismus diskutiert werden. Dem entsprechend ist der Hauptteil der Arbeit in zwei Bereiche gegliedert. Während der erste die Ereignisgeschichte darlegen soll, wird im zweiten der Bezug zum Nationalismus erörtert. Literatur zum Hambacher Fest ist häufig zu runden Jubiläen desselben erschienen, wobei die neuere Forschung das Thema eher stiefmütterlich behandelt. Besonders tiefgreifend und daher auch noch heute als Darstellung obligat sind die Werke von Wilhelm Herzberg1 und Johannes Bühler2. Bei der Auswertung dieser Literatur ist jedoch zu beachten, daß Herzberg, ein klassenbewußter Sozialdemokrat, oftmals propfälzisch schreibt, während Bühler, der viele Informationen aus den Akten des bayerischen Staatsministeriums des Inneren bezieht, tendenziell eher die Taten der altbayerischen Behörden und die des Königs verteidigt. Die wichtigste Quelle zum Thema ist die Festbeschreibung von Johann Georg August Wirth3, einem der Hauptredner des Hambacher Festes, und seinem Redaktionsausschuß, dem auch Philipp Jakob Siebenpfeiffer, der Initiator des Festes, angehörte. Die Quelle berichtet sehr ausführlich über den Verlauf und die allgemeine Stimmung. Es sind viele der Reden, Gesänge etc. wiedergegeben, jedoch sind auch einige radikalere Reden nicht abgedruckt. 1 Herzberg, Wilhelm: Das Hambacher Fest. Geschichte der revolutionären Bestrebungen in Rheinbayern um das Jahr 1832, Nachdruck Köln 1982 (=Ludwigshafen 1908), neu hrsg. u. mit e. Einl. vers. von Heinrich Werner. 2 Bühler, Johannes: Das Hambacher Fest. Deutsche Sehnsucht vor hundert Jahren, Ludwigshafen a. Rh. 1932. 3 Wirth, Johann Georg August: Das Nationalfest der Deutschen zu Hambach, Nachdruck Neustadt 1981 (=1832), mit e. Einl. vers. von Claus-Peter Westrich.
Inhaltsverzeichnis
1 GRUNDLEGUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG
1.2 BEGRIFFSKENNZEICHNUNGEN
1.2.1 Das Fest
1.2.2 Nationalismus
2 DAS HAMBACHER FEST
2.1 DER ÖKONOMISCHE UND POLITISCHE HINTERGRUND DES HAMBACHER FESTES
2.2 DIE AKTEURE DES HAMBACHER FESTES
2.3 DER VERLAUF DES HAMBACHER FESTES
2.4 DIE FOLGEN DES HAMBACHER FESTES
3 DAS HAMBACHER FEST UNTER NATIONALISTISCHEN GESICHTSPUNKTEN
3.1 ZUM NATIONALEN CHARAKTER DES HAMBACHER FESTES
3.2 ZUM VERHÄLTNIS ZWISCHEN NATIONALISMUS UND LIBERALISMUS
4 SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen detaillierten Überblick über das Hambacher Fest von 1832. Dabei wird untersucht, wie sich Genese, Verlauf und politische Folgen der Massenveranstaltung darstellten und in welcher Weise das Fest als ein zentrales Ereignis zur Entwicklung des deutschen Nationalismus im 19. Jahrhundert beigetragen hat.
- Historische Einordnung des Hambacher Festes als bedeutende Massenveranstaltung.
- Analyse der ökonomischen und politischen Hintergründe in der Pfalz.
- Untersuchung der Akteure und des tatsächlichen Festverlaufs.
- Bewertung des Hambacher Festes als Ausdruck nationaler Bestrebungen.
- Erörterung der Wechselwirkung zwischen Liberalismus und Nationalismus.
Auszug aus dem Buch
2.1 Der ökonomische und politische Hintergrund des Hambacher Festes
Die Ruine des Hambacher Schlosses liegt nahe Neustadt in der Pfalz, die zwischen 1797 und 1814 zu Frankreich gehörte. Die französische Eroberung brachte anfangs zwar viel Leid in die Region, bescherte ihr dann jedoch einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. Das Territorium, das zuvor in 44 „Staaten“ gegliedert gewesen war, wurde eine Einheit. Neben den die Wirtschaft fördernden Neuerungen brachte die Einbeziehung in das französische Staatswesen auch rechtliche und politische Veränderungen mit sich.
Als die offiziell als Rheinkreis bezeichnete linksrheinische Pfalz 1816 an Bayern ging, mußte der bayerische König Max Joseph die dort bestehenden Rechtsverhältnisse ausdrücklich bestätigen. Somit gab es ein großes Konfliktpotential zwischen dem vom Ancien Régime geprägten Altbayern und dem Rheinkreis mit seinen bürgerlichen Verhältnissen und Institutionen. Ein weiterer mißlicher Zustand war die Steuerpolitik des bayerischen Königs, die die Pfalz mit z.T. wesentlich höheren Steuersätzen belastete. So belief sich beispielsweise die Gewerbesteuer auf das Vierfache, die Grundsteuer auf mehr als das Doppelte und die Familien- oder Personalsteuer auf fast das Vierfache dessen, was in Altbayern gefordert wurde. Auch die von Napoleon eingeführte Kriegssteuer wurde, 16 Friedensjahre hindurch, bis 1831 weiterhin erhoben. Durch die Ende 1829 eingeführten Zölle und die zu entrichtenden Chausseegelder wurden der Kleinhandel und die umfangreiche Tabak- und Weinausfuhr empfindlich gestört, was zu einer regelrechten Verkümmerung des Handels führte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 GRUNDLEGUNG: Definition der zentralen Begriffe wie „Fest“ und „Nationalismus“ sowie Darlegung der Problemstellung und der verwendeten Quellenlage.
2 DAS HAMBACHER FEST: Detaillierte Betrachtung der ökonomischen und politischen Ursachen, Vorstellung der Akteure, Schilderung des Festverlaufs und Analyse der direkten politischen Folgen.
3 DAS HAMBACHER FEST UNTER NATIONALISTISCHEN GESICHTSPUNKTEN: Diskussion über den nationalen Charakter der Veranstaltung und das komplexe Verhältnis zwischen liberalen Zielen und nationaler Einheitsidee.
4 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Einordnung des Festes als politisches Großereignis und dessen Bedeutung für die Erweckung des deutschen Nationalgefühls.
Schlüsselwörter
Hambacher Fest, Nationalismus, Liberalismus, 1832, Deutschland, Philipp Jakob Siebenpfeiffer, Johann Georg August Wirth, politische Versammlung, Vormärz, deutsche Geschichte, Nationalstaat, Volksfest, Protestbewegung, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Hambacher Fest von 1832 als eine der bedeutendsten politischen Massenveranstaltungen des 19. Jahrhunderts und beleuchtet dessen historische Hintergründe und Auswirkungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Ereignisgeschichte des Festes, den sozioökonomischen Bedingungen in der Pfalz und der ideengeschichtlichen Verbindung zwischen Liberalismus und Nationalismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das Hambacher Fest in seinen Kontext einzubetten und zu prüfen, inwieweit es als nationales Ereignis und Integrationspunkt der deutschen Nationalbewegung gelten kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung zeitgenössischer Quellen (Festbeschreibungen, Reden) sowie relevanter Sekundärliteratur zur Geschichtswissenschaft basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine ereignisgeschichtliche Darstellung der Hintergründe, der Akteure und des Festverlaufs sowie einen analytischen Teil zur nationalen Bedeutung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Hambacher Fest, Nationalismus, Liberalismus, deutsche Nationalbewegung, Vormärz und das Jahr 1832.
Welche Rolle spielten die Akteure Siebenpfeiffer und Wirth?
Sie waren die maßgeblichen Initiatoren und Hauptredner, die der liberalen Opposition ein Forum boten und die Bewegung ideologisch in Richtung eines nationalen Programms lenkten.
Wie bewertet die Arbeit das Verhältnis von Liberalismus und Nationalismus?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass beide Strömungen in Hambach eng verwoben waren, wobei der liberale Wunsch nach Freiheit und der nationale Wunsch nach Einheit ein gemeinsames Ziel bildeten.
Warum war das Hambacher Fest für die Zeitgenossen so bedeutsam?
Es markierte eine der ersten Gelegenheiten, bei der Menschen aus unterschiedlichen Regionen und sozialen Schichten ihren kollektiven Unmut gegenüber der staatlichen Ordnung öffentlich artikulierten.
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- Tobias Jantz (Author), 2003, Das Hambacher Fest 1832 - das Volksfest und sein Bezug zur Entwicklung des Nationalismus in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38836