Die systemische Beratung im Kontext der Wohnungslosenhilfe bei Frauen mit psychischen Beeinträchtigungen


Ausarbeitung, 2014

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

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Inhalt
1.
Abkürzungen ... 3
2.
Einleitung ... 4
3.
Theoretischer Einstieg ... 4
4.
Fallbeispiel und Beratungskontext ... 6
5.
Beratungsdialog ... 8
6.
Schluss/ Reflexion ... 15
7.
Literaturverzeichnis ... 17

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1. Abkürzungen
Bsp.
Beispiel
d.h.
das heißt
Etc.
et cetera
Fr.
Frau
usw.
und so weiter
z.B.
zum Beispiel

4
2. Einleitung
Bei der vorliegenden Hausarbeit möchte ich mich mit der systemischen Beratung im
Kontext einer Einrichtung für wohnungslose Frauen beschäftigen. Die Frauen in dieser
Einrichtung haben unterschiedliche Krankheitsbilder aufzuweisen. Überwiegend sind sie
traumatisiert, zeigen psychische Problematiken/ Krankheiten und starkes Suchtverhalten.
Ich möchte mich überwiegend mit einer Frau beschäftigen, die ich während meiner Zeit in
der caritativen Einrichtung als Klientin kennengelernt habe. Das Fallbeispiel ist auch dahin
angelegt. Zuerst möchte ich mich damit beschäftigen, was eine systemische Beratung ist
bzw. wie diese abläuft. Der weitere Punkt wird ein theoretischer Einstieg sein, wo sichtbar
werden soll, welche Grundlagen und Grundprinzipien es in der systemischen Beratung
gibt. Danach wird es um die konkrete Beratungssituation gehen. Am Ende folgt eine
Reflexion über das Beratungsgespräch und meinen eigenen Erfahrungen bzw. wie mich
die systemische Beratung angesprochen hat.
3. Theoretischer Einstieg
Zu Beginn möchte ich auf einige Grundlagen der systemischen Beratung eingehen. Der
Mensch ist nicht nur auf sich bezogen, sondern auch auf andere. Er ist ein bezogenes
Individuum und bewegt sich in verschiedenen hierarchisch geordneten Systemen. Der
Mensch ist ein systemisches Lebewesen, da er von sozialen Systemen abhängig ist und
sich dazugehörig fühlt. Es gibt eine Vielzahl von Systemen z.B. Familie, Schule Beruf,
Freundschaften etc. Das System in welchen die Person lebt besteht aus
unterschiedlichen Wechselwirkungen innerhalb. Die Familie hat aber eine sehr große
Bedeutung als System. Denn die Familie ist ein soziales System mit einer gemeinsamen
Geschichte. Sie bildet eine natürliche Hierarchie. Es besteht eine hohe Rollenflexibilität
und einer hohen Affektivität. Eine Familie kann man nicht kündigen, man bleibt immer Teil
davon, die Natürlichkeit bleibt erhalten. Ebenso gibt es in Familien natürliche
Entwicklungsprozesse wie z.B. das Herauslösen des Kindes zur Selbstständigkeit. Wenn
versucht wird diese Auflösungs- Veränderungsprozesse aufzuhalten, kann es zu
Symptombildungen kommen. (vgl. Mücke 2003, S. 205-207) Eine Veränderung des einen,
führt auch zwangsläufig zur Veränderung aller anderen Elemente im System. Die
systemische Sicht kennt keine Täter- Opferrolle. Denn jedes Verhalten macht Sinn und
steht in Beziehung zueinander. So versucht eine Person das System aufrecht zu erhalten
indem sie ein bestimmtes Symptom oder Verhalten zeigt und somit zum Symptomträger
wird.

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Sie ist dann nicht das Opfer, sondern macht die Schwierigkeiten z.B. in der Familie
sichtbar. Die Person ist dann nicht traurig, sondern sie zeigt sich in bestimmten
Momenten so. Symptome machen für die Klientin, Sinn. Dabei ist dies immer Kontext
abhängig und treffen in den Wertebereich eines Systems. Symptomträger tragen
zusätzlich das System mit sich und sind meist starke Menschen. Sobald Menschen
zusammen sind, bilden sie ein System. Dieses ist nicht objektiv für alle gleich sondern
immer subjektiv auf jedes einzelne Element bezogen. (vgl. Mücke 2003, S. 25) Systeme
sind permanent in Veränderung, sie sind nicht starr. Sie brauchen Stabilität und Flexibilität
da sie sonst ins Wanken geraten können. Systeme sind in sich geschlossen und haben
ihre eigenen Gesetze.
Systemische Beratung ist ein Beratungsweg, der aus der Familientherapie stammt und
davon ausgeht, dass jeder Mensch ein Teil eines Systems ist. Systemisch bedeutet im
Sinne der Beratung, dass das zwischenmenschliche System untersucht wird, innerhalb
dessen sich der Klient befindet. Die systemische Beratung umfasst dabei eine Reihe von
Methoden, die den Problemzustand analysieren, Potenziale und systemische
Zusammenhänge aufklären und dem Therapeuten helfen, seinen Klienten zu einer
Lösung zu führen. Während die systemische Beratung, Situation und soziales Umfeld
eines Betroffenen untersucht, besteht im Rahmen der systemischen Therapie die
Möglichkeit, anhand dieser Erkenntnisse therapeutisch einzugreifen. (Vgl. www.
systemische-professionalitaet.com) Der Mensch stellt zum einen aber selbst ein
autonomes Wesen dar, ist aber auf soziale und ökonomische Systeme angewiesen.
Durchgesetzt hat sich vor allem die ,,kompetenz- ressourcen- und lösungsorientierte Sicht-
und Vorgehensweise" (Mücke 2003, S. 26).
Im weiteren Verlauf möchte ich von Klientin sprechen, auch wenn der Begriff häufig in
manchen Themengebieten noch mit einem starken hierarchischen Gefälle verbunden ist.
Es soll aber kein Gefälle darstellen, sondern Beraterin und zu Beratenden sollen
gleichwertig sein. Dies ist mit dem Begriff der Kundin gleich zusetzen, wobei ich diesen im
Kontext der Sozialen Arbeit als nicht passend erachte. Die Beraterin orientiert sich an den
Kompetenzen und Ressourcen ihrer Klientin. Die Klientin kennt ihr Ziel und weiß bewusst-
unbewusst wo ihre Reise hingehen soll. Die Beraterin wirkt nur unterstützend. (vgl. Mücke
2003, S. 220)
Neben dem persönlichen Eindruck vom Gesprächspartner, ist das Setting, das Erste, was
das Gegenüber von der Situation wahrnimmt. Das bewusste Herstellen eines Settings hat
daher einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Verlauf eines Gesprächs. Die
Beraterin vermittelt eine gewisse Distanz, die ihm Sicherheit ermöglicht, den
Ratsuchenden jedoch auch abschrecken und verunsichern kann.

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Berater und Ratsuchender sind einander zugewandt. Dennoch hat jeder die Möglichkeit
für sich zu sein, was jedoch auch ein Ausweichen ergeben kann. Die gesamte
Aufmerksamkeit des Beraters wird auf den Ratsuchenden fokussiert. Dadurch wird ein
intensives Arbeiten ermöglicht, dass unsichere Ratsuchende eventuell auch überfordern
kann. Auch der äußere Rahmen hat Einfluss auf ein Gespräch. So macht es einen
Unterschied, ob ein Gespräch auf dem Gang, in einem kahlen Raum oder in einem
angenehmem Ambiente geführt wird. Dabei unterliegt man leider zuweilen widrigen
äußeren Gegebenheiten.
(vgl. www. Hahnzog.de) Die zeitliche Dauer eines
Beratungsgespräches umfasst im Durchschnitt ca. 80-90 Minuten. Nicht nur das die
Klientin ein greifbares Ergebnis hat, sondern dass ich als Beraterin mit Wohlergehen aus
der Sitzung kommen kann. Der Abstand der Sitzungen ist sehr unterschiedlich, jedoch ist
es in der systemischen Therapie eher typisch, dass es eher lange zeitlich Abstände gibt.
Die Klientinnen können mehr auf ihre eigenen Ressourcen und Fähigkeiten vertrauen. Sie
lernen, dass die Veränderungen nicht in der Sitzung, sondern außerhalb davon passieren.
Jedoch ist es wichtig, das Ziel von der einen Sitzung zur nächsten bewusst zu haben.
Entwicklungen und Veränderungen lassen sich durch größere zeitliche Intervalle besser
beobachten. Auch die emotionelle Abhängigkeit von Klientin zu Beraterin wird dadurch
verringert. Das steigert das Selbstbewusstsein. (vgl. Mücke 2003, S. 249-259)
4. Fallbeispiel und Beratungskontext
Mein praktisches Beispiel ist im Kontext einer Einrichtung für wohnungslose Frauen in
einer Großstadt (Olgastraße), die im Bereich Armut, Wohnungsnot und Schulden tätig ist.
Es handelt sich um eine caritative Einrichtungen. Die meisten Frauen beziehen SGB II zur
Sicherung ihres Lebensunterhaltes. Die Betreuungskosten werden durch das SGB XII der
zuständigen Sozialämter finanziert. Der Ansatz der Einrichtung ist parteilich und
niederschwellig. Jedoch gibt es die Pflicht einmal wöchentlich eine Beratung
anzunehmen. Das Ziel ist dabei die Vermittlung in eigenen Wohnraum oder ein anderes
Angebot im Hilfesystem. Die Klientinnenzielgruppe sind volljährige, alleinstehende,
wohnungslose Frauen und die zumeist von Ausgrenzung, Armut, Sucht, Krankheit und
Gewalt gekennzeichnet sind. Sie haben meist sehr komplexe Problemlagen wie Sucht,
psychische Auffälligkeiten oder psychischen Erkrankungen, Entwicklungsstörungen und
fehlende stabile Kontakte.
Dazu kommen oft Schulden, Bewährungsstrafen, Beziehungsprobleme, Erfahrung von
körperlicher und psychischer Gewalt, sexuelle Übergriffe und Vernachlässigung seitens
der Familie hinzu. Häufig kommen sie aus Hilfen, die als gescheitert empfunden werden
Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die systemische Beratung im Kontext der Wohnungslosenhilfe bei Frauen mit psychischen Beeinträchtigungen
Hochschule
Hochschule Esslingen
Veranstaltung
Beratung und Bildung
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V388566
ISBN (eBook)
9783668626164
ISBN (Buch)
9783668626171
Dateigröße
507 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
beratung, kontext, wohnungslosenhilfe, frauen, beeinträchtigungen
Arbeit zitieren
Anke Koesterke (Autor), 2014, Die systemische Beratung im Kontext der Wohnungslosenhilfe bei Frauen mit psychischen Beeinträchtigungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388566

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