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Die Mysterien der Perversion. Sadismus, Masochismus und Machtstrukturen in "Verführung – Die grausame Frau" (1985)

Titel: Die Mysterien der Perversion. Sadismus, Masochismus und Machtstrukturen in "Verführung – Die grausame Frau" (1985)

Hausarbeit , 2017 , 10 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Vivien Cahn (Autor:in)

Kunst - Fotografie und Film
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein historischer Blick auf die Geschichte der Perversionen und masochistischer Ästhetik soll als theoretische Grundlage dieser Arbeit dienen. Dabei wird anhand der Namensgeber de Sade und Sacher-Masoch sowie Ausführungen von Deleuze zunächst Klarheit über die Begriffe des Sadismus, Masochismus und Fetischismus geschaffen und deren Zusammenhänge und Unterschiede konkretisiert. Als nächstes soll der Film im gegenwärtigen feministischen Diskurs der Produktions- und Rezeptionszeit verortet werden. Das Augenmerk liegt hierbei auf den Grundzügen des Konflikts rund um Pornografie und Sadomasochismus in den verschiedenen Strömungen des Feminismus der 1980er Jahre. In der darauf aufbauenden Analyse der Darstellung von Macht, Sexualität und Begehren in Verführung – Die grausame Frau wird die Position des Filmes innerhalb dieser Debatte ausgearbeitet und in der Betrachtung einzelner Szenen und Figurenkonstellationen in den Kontext masochistischer Ästhetik gestellt. Eine genauere Betrachtung des sadomasochistischen Narrativs im Film ermöglicht über die Analyse von individuellen Beziehungsstrukturen hinaus auch eine kritische Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen auf gesellschaftlicher Ebene. Diese Arbeit wird sich diesbezüglich vor allem mit der Frage beschäftigen, auf welche Weise der Film traditionelle Bilder von Geschlecht, Sexualpraktiken und Machtstrukturen untergräbt und inwiefern dieser Gegenentwurf ein subversives Potential beinhaltet. Den Abschluss der Arbeit bildet ein Fazit mit Ausblick auf weitere Fragen die heutzutage im Zusammenhang mit Sadomasochismus, Machtstrukturen und queer-feministischem Filmschaffen interessant erscheinen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie und Analyse

3. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht den Film „Verführung – Die grausame Frau“ (1985) von Monika Treut und Elfi Mikesch hinsichtlich seiner Darstellung von Sadomasochismus, Machtstrukturen und Begehren. Dabei wird analysiert, wie der Film traditionelle, männlich kodierte Sehgewohnheiten und Geschlechterbilder dekonstruiert, um durch eine queer-feministische Perspektive subversives Potenzial in transgressiven Darstellungen weiblicher Lust aufzuzeigen.

  • Historische Einordnung von Sadismus, Masochismus und Fetischismus
  • Feministische Debatten und „Sex Wars“ der 1980er Jahre
  • Dekonstruktion des „male gaze“ und filmische Inszenierung
  • Analyse masochistischer Ästhetik und Machtverhältnisse
  • Einordnung in das „New Queer Cinema“

Auszug aus dem Buch

Die Objektivierung des Journalisten Mährsch

Dass der Akt des Zuschauens keineswegs unpolitisch ist, hat sie bereits 1974 in ihrem einflussreichen Essay Narrative Cinema and Visual Pleasure gezeigt. Ihre Forderung nach der Dekonstruktion des „male gaze“ setzen Mikesch und Treut gleich auf mehreren Ebenen um. Bereits in der Anfangsszene wird der kleinbürgerliche Journalist Mährsch auf dem Boden kriechend in einem unterirdischen, düsteren Kanal gezeigt. Er trägt weiße Damensandalen und darunter ein paar Söckchen sowie traditionell als feminin kodierte Kleidung. Verschwitzt presst er sich keuchend am Boden entlang und leckt mit seiner Zunge über dich Kacheln während die Kamera langsam von seinen Füßen ausgehend über seinen Körper schweift.

In dieser Szene bedienen sich die Filmemacherinnen derselben entmächtigenden Inszenierungstechniken wie sie von Mulvey herausgestellt wurden: Hypersexualisierung und Fragmentierung der Körperteile. Hier wird jedoch der männliche Protagonist objektiviert und in der Opferrolle gezeigt. An einem späteren Punkt wird dies erneut deutlich, wenn der Bildausschnitt in einer Konversation auf Wanda fokussiert und Gregors Kopf abtrennt, so dass lediglich der untere Teil seines Körpers zu sehen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Perversionen im Film „Verführung – Die grausame Frau“ ein, skizziert die Entstehungsgeschichte des Werks durch Monika Treut und Elfi Mikesch und formuliert die zentrale Forschungsfrage zur Untersuchung von Machtstrukturen.

2. Theorie und Analyse: Der Hauptteil verortet den Film im Kontext der „Sex Wars“ der 1980er Jahre, diskutiert theoretische Begriffe wie Sadismus und Masochismus anhand von Deleuze und Krafft-Ebing und analysiert filmästhetische Mittel der Dekonstruktion patriarchaler Sehgewohnheiten.

3. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass der Film durch die Aneignung masochistischer Themen eine kritische Hinterfragung gesellschaftlicher Normen ermöglicht und durch eine ironische, subversive Filmsprache ein Verständnis für das „Zerbrochene“ und Randständige schafft.

Schlüsselwörter

Verführung – Die grausame Frau, Monika Treut, Elfi Mikesch, Sadomasochismus, Masochismus, Sadismus, Machtstrukturen, Queer Cinema, Feminismus, male gaze, Perversion, Begehren, Fetischismus, Performativität, transgressive Darstellung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Film „Verführung – Die grausame Frau“ (1985) unter dem Aspekt der Darstellung von Sadomasochismus und dessen Bedeutung für Machtverhältnisse.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind Sexualität, die Geschichte von Perversionen, Machtstrukturen in Beziehungen, die Rolle des Feminismus in den 1980ern und die filmische Inszenierung von Lust.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, wie der Film durch die Darstellung von Sadomasochismus traditionelle Rollenbilder und Machtstrukturen untergräbt und welches subversive Potenzial darin liegt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Es erfolgt eine historische und theoretische Einordnung (basierend auf Autoren wie Deleuze, Studlar und Mulvey) sowie eine filmwissenschaftliche Analyse einzelner Szenen und Figurenkonstellationen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen zu Sadismus und Masochismus erarbeitet, der Film in den feministischen Diskurs der 1980er Jahre verortet und anschließend die Inszenierungstechniken hinsichtlich Macht und Geschlecht analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie „queer-feministisches Filmschaffen“, „Dekonstruktion des male gaze“, „sadomasochistische Ästhetik“ und „Performativität“ definiert.

Wie geht der Film mit dem journalistischen Protagonisten Mährsch um?

Der Film unterwirft den Journalisten Mährsch einer „entmächtigenden Inszenierung“, indem er ihn in der Anfangsszene objektiviert und in einer typisch weiblich kodierten Opferrolle zeigt.

Welche Bedeutung kommt der „Schlussszene“ im Hinblick auf Machtverhältnisse zu?

Die Schlussszene dient als ironische Demaskierung, in der Wanda durch Lachen die Bedrohung durch den männlichen Revolver entkräftet und somit die Machtverhältnisse zugunsten der Frau umkehrt.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Mysterien der Perversion. Sadismus, Masochismus und Machtstrukturen in "Verführung – Die grausame Frau" (1985)
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Theater, Film und Medien)
Veranstaltung
Elfi Mikeschs Kino
Note
1,0
Autor
Vivien Cahn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
10
Katalognummer
V388736
ISBN (eBook)
9783668683655
ISBN (Buch)
9783668683662
Sprache
Deutsch
Schlagworte
queer cinema new queer cinema elfi mikesch monika treut queer theory film studies cinema studies perversion machtstrukturen BDSM sadism masochism verführung - die grausame frau lesbian cinema
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Vivien Cahn (Autor:in), 2017, Die Mysterien der Perversion. Sadismus, Masochismus und Machtstrukturen in "Verführung – Die grausame Frau" (1985), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388736
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Leseprobe aus  10  Seiten
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