Die Tendenz zu Kooperationen und Allianzen wurde bis vor einiger Zeit hauptsächlich bei Großunternehmen beobachtet, jedoch führte die Dynamisierung des Wettbewerbs auch zu einer steigenden Anzahl von Kooperationen zwischen Klein- und Mittelunternehmen.
KMUs haben gegenüber ihren großen Konkurrenten einige Vorteile, wie beispielsweise die Flexibilität und die Nähe zur Kundschaft, doch gibt es keinen Vorteil ohne einen Nachteil. Daher ist es nicht besonders schwierig, die Nachteile welche sich mit KMUs verbinden, zu identifizieren:
· die ausländischen Märkte sind sehr weit weg
· geringe Möglichkeit große Aufträge zu erlangen
· geringe Möglichkeiten der Produktionsrationalisierung
Wenn KMUs auf sich allein gestellt agieren, stehen ihnen aufgrund begrenzten Sach- und Humankapitals, fehlenden technologischen Wissens und geringer politischer Einflussmöglichkeiten häufig nicht die gleichen Wettbewerbsmöglichkeiten offen wie Großunternehmen.
Daher stellen die verschiedenen Arten und Möglichkeiten der Kooperationen einen immer wichtiger werdenden Gesichtspunkt für KMUs dar. In der folgenden Arbeit möchte ich speziell das Phänomen der Kooperation zwischen KMUs mit den damit verbundenen Vor- und Nachteilen behandeln, und auf die Ziele die mittels einer Kooperation bzw. einer strategischen Allianz verfolgt werden, eingehen.
Im zweiten Teil meiner Arbeit werde ich speziell auf die Rolle von öffentlichen Institutionen bei der Bildung von Kooperationen eingehen. Da eine Kooperation auch eine finanzielle Belastung für die Unternehmen mit sich bringt, möchte ich in diesem Teil die verschiedenen Förderungsprogramme diskutieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 Kooperationen
2.1 Bedeutung von Kooperationen
2.2 Merkmale von Kooperationen
3 Typologie von Kooperationsformen
3.1 Bereich der Zusammenarbeit
3.2 Richtung
3.2.1 Horizontale Kooperationen
3.2.2 Vertikale Kooperationen
3.2.3 Diagonale Kooperationen
3.3 Raum-Aspekte
4 Voraussetzungen für erfolgreiche Kooperationen
5 Chancen und Risiken von Kooperationen
5.1 Chancen
5.2 Risiken
6 Förderprogramme für Kärntner KMU
6.1 Förderung für Kooperationen in Neuen Märkten
6.1.1 Zielsetzung
6.1.2 Rechtliche Grundlagen und Voraussetzungen
6.1.3 Art und Ausmaß der Förderung
6.2 Förderung für Gewerbe und Industrie
6.2.1 Zielsetzung
6.2.2 Art und Ausmaß der Förderung
6.3 Förderungen für Kooperationen im Tourismus
7 Förderprogramme in einem erweiterten Europa
7.1 STRAPAMO
7.1.1 Zielsetzung
7.1.2 Voraussetzungen
7.1.3 Art und Ausmaß der Förderung
7.2 CRAFT Förderprogramm
7.2.1 Zielsetzung
8 Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert das Phänomen der zwischenbetrieblichen Kooperation für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) unter Berücksichtigung von Chancen und Risiken sowie spezifischen staatlichen und europäischen Förderprogrammen zur Unterstützung bei der Netzwerkbildung.
- Bedeutung und Merkmale von Unternehmenskooperationen für KMUs
- Typologie und Ausrichtung von Kooperationsformen
- Erfolgsfaktoren für strategische Allianzen
- Überblick über regionale Förderprogramme für Kärntner KMUs
- Förderung von Forschung- und Entwicklungskooperationen im europäischen Kontext
Auszug aus dem Buch
Cluster
Unter einem Cluster kann somit eine Kooperation von geographisch konzentrierten Unternehmen einer bestimmten Branche mit Lieferanten (von bspw. Maschinen), Anbietern von Infrastruktur, Anbietern von Vertriebskanälen zu den Kunden, Herstellern komplementärer Produkte, Forschungs- und Weiterbildungsinstitutionen (wie Universitäten) und Unternehmen aus verwandten und unterstützenden Branchen verstanden werden.
Das Konzept einer clusterorientierten Wirtschafts- und Technologiepolitik wurde von Michael Porter an der Harvard University entwickelt. Die Vernetzung und Intensivierung der Beziehungen zwischen den „Clusterteilnehmern“ bewirkt eine Stärkung der regionalen Innovationskraft und damit eine nachhaltige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit sowie eine aktive Standortpolitik durch langfristige und spezifische Verbesserung der Produktionsfaktoren.
Beispielhaft können hier das Automobil-Cluster (URL: http://www.automobil-cluster.at), das Diesel-Technologie-Cluster (URL: http://www.cdt.at), das Kunststoff-Cluster (URL: http://www.kunststoff-cluster.at) und das Holz-Cluster (URL: http://www.holz-cluster.at) erwähnt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorwort: Einleitung in die zunehmende Relevanz von Kooperationen für KMUs aufgrund der Wettbewerbsdynamik und Darstellung der geplanten inhaltlichen Struktur.
2 Kooperationen: Definition von Unternehmenskooperationen und Analyse der spezifischen Wettbewerbsvorteile, die KMUs durch Kooperationen generieren können.
3 Typologie von Kooperationsformen: Systematisierung von Kooperationen nach funktionalen Bereichen, strategischer Richtung und räumlicher Ausprägung.
4 Voraussetzungen für erfolgreiche Kooperationen: Diskussion der kritischen Erfolgsfaktoren wie Vertrauen, einheitliche Spielregeln und die sorgfältige Partnerwahl.
5 Chancen und Risiken von Kooperationen: Zusammenfassende Gegenüberstellung von Potenzialen wie Ressourcenvorteilen und Risiken wie dem Verlust der Selbstständigkeit.
6 Förderprogramme für Kärntner KMU: Detaillierte Vorstellung regionaler Unterstützungsangebote für Kärntner Unternehmen zur Netzwerkbildung und Markterschließung.
7 Förderprogramme in einem erweiterten Europa: Analyse europäischer Aktionsprogramme wie STRAPAMO und CRAFT zur Förderung von Forschungs- und Entwicklungskooperationen.
8 Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Entwicklung von Kooperationen mit den MOEL-Staaten und Appell an eine bessere Informationspolitik für KMUs.
Schlüsselwörter
KMU, Kooperationen, Netzwerke, Cluster, Unternehmensführung, Förderprogramme, KWF, Wettbewerbsfähigkeit, Markterschließung, Forschung, Entwicklung, Innovationskraft, Allianzen, MOEL, Technologietransfer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Bedeutung von Unternehmenskooperationen als strategisches Instrument für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und zeigt Wege auf, wie diese durch verschiedene Förderprogramme unterstützt werden können.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Definition und Typologie von Kooperationen, die Erfolgsfaktoren für Netzwerke sowie ein detaillierter Überblick über diverse Förderlandschaften in Kärnten und auf europäischer Ebene.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, KMUs die Möglichkeiten und Vorteile von Kooperationen aufzuzeigen und gleichzeitig auf die verschiedenen finanziellen Förderinstrumente aufmerksam zu machen, die den Aufbau solcher Kooperationen erleichtern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Grundlagen der Kooperationsforschung mit praktischen Informationen zu aktuellen Förderrichtlinien kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Definitionen, Typologien) erläutert, gefolgt von einer Analyse der Chancen und Risiken und einer ausführlichen Diskussion spezifischer Förderprogramme für den Kärntner Raum und in einem erweiterten Europa.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie KMU, Kooperation, Cluster, Netzwerk, Wettbewerbsvorteile und Förderprogramme (z.B. KWF, STRAPAMO) charakterisiert.
Was unterscheidet regionale Netzwerke von strategischen Netzwerken?
Regionale Netzwerke sind laut der Arbeit meist informell strukturiert, räumlich konzentriert und spezialisiert, während strategische Netzwerke oft von Großunternehmen geführt, formaler organisiert und international ausgerichtet sind.
Warum zögern viele KMUs trotz der Vorteile bei einer Kooperation?
Laut dem Ausblick ist ein wesentlicher Grund die Angst vor dem Verlust der Unabhängigkeit sowie die Notwendigkeit, sensible Unternehmensdaten gegenüber Partnern offenlegen zu müssen.
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- Barbara Omenitsch (Author), 2003, Unternehmensfortführung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38882