Empirische Erhebung. Kritische Auseinandersetzung mit der Methodik bei einer Befragung


Hausarbeit, 2018

16 Seiten, Note: 1,0

Thomas Wagner (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Themenumfeld und Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise

2 TheoretischeGrundlagen
2.1 Begriffsabgrenzungen
2.2 Die Planung und Durchführung einer empirischen Erhebung im Rahmen eines Forschungsprojekts
2.3 Gütekriterien einer empirischen Befragung

3 Kritische Auseinandersetzung mit der Fallstudie
3.1 Darstellung und kritische Analyse der Fallstudie
3.2 Handlungsempfehlung zur Optimierung der Vorgehensweise in der Fallstudie

4 Schluss

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: DiefünfPhasen eines Forschungsprojektes

1 Einleitung

1.1 Themenumfeld und Problemstellung

Das häufig dem ehemaligen Premierminister Großbritanniens Sir Winston Churchill zu­geschriebene Zitat „Ich traue nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe“[1], wird seit Jahrzehnten zur Verdeutlichung der Notwendigkeit des kritischen Hinterfragens statisti­scher Sachverhalte herangezogen. Dieses Hinterfragen bezieht sich sowohl auf die Darstellung als auch auf die Herkunft von Daten. Eine Untersuchung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg ergab, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass das bekannte Zitat zu Unrecht Winston Churchill zugeschrieben werde. Es sei viel wahr­scheinlicher, dass die Aussage an sich viel früher entstand und lediglich im Rahmen der deutschen Propaganda während des Zweiten Weltkriegs zur Diskreditierung absichtlich Winston Churchill zugeschrieben wurde.[2]Auch solchen Untersuchungen sollte man grundsätzlich skeptisch gegenüberstehen, allerdings verdeutlicht der Umstand der zu­mindest strittigen Urheberschaft den eigentlichen Inhalt des Zitates umso eindrucksvol­ler. Das kritische Hinterfragen der Quelle, deren Herkunft und der Darstellung von Da­ten ist essentiell zur Unterscheidung von Fakten und falschen Informationen. Dies gilt besonders für Informationen, die als Grundlage für Überlegungen innerhalb eines wis­senschaftlichen Kontexts verwendet werden. Eine der wichtigsten Anforderungen an eine wissenschaftliche Arbeit ist es daher, stets eine kritische Haltung gegenüber ande­ren Quellen und den eigenen Ergebnissen einzunehmen.[3]

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit sollen daher die Anforderungen an die Durchfüh­rung von wissenschaftlichen Forschungsprojekten, im Speziellen an die Sammlung em­pirischer Daten durch die Betrachtung eines Fallbeispiels aufgezeigt werden. Innerhalb dieses Fallbeispiels wird eine empirische Erhebung im unmittelbaren sozialen Umfeld des Wissenschaftlers durchgeführt.

1.2 ZielsetzungundVorgehensweise

Das Hauptziel dieser Arbeit soll die kritische Analyse der in der zuvor benannten Fall­studie verwendeten Vorgehensweise und die darauf aufbauende Entwicklung von Op­timierungsmöglichkeiten sein. Dazu soll zunächst ein wissenschaftliches Fundament zu der Durchführung wissenschaftlicher Forschungsprojekte geschaffen werden, welche die Einordung der Vorgehensweise in der Fallstudie ermöglicht. Zusätzlich sollen Güte­kriterien für die Durchführung einer empirischen Befragung erarbeitet werden, auf deren Grundlage das Vorgehen der Fallstudie kritisch hinterfragt werden kann. Auf dieser Ba­sis soll letztendlich eine verbesserte Alternative der empirischen Befragung innerhalb des Fallbeispiels aufgezeigt werden.

Dies soll erreicht werden, indem in Kapitel 2 zunächst die wichtigsten Begriffe des Themenkomplexes definiert werden. Im Anschluss soll zudem ein Überblick über die wissenschaftlichen Grundlagen zur Planung und Durchführung eines Forschungsprojek­tes sowie die Gütekriterien einer empirischen Erhebung gegeben werden. Darauf auf­bauend wird in Kapitel 3 das Vorgehen des Forschungsprojekts innerhalb der Fallstudie dargestellt, kritisch analysiert und auf konkrete Optimierungspotenziale untersucht. Zu­letzt werden die Erkenntnisse der Ausführungen in Kapitel 4 zusammengefasst und nochmals kritisch hinterfragt bevor zum Schluss der Arbeit ein Ausblick auf weiterfüh­rende Überlegungen gegeben wird.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Begriffsabgrenzungen

Aus der Themen- und Problemstellung ergeben sich drei zentrale Begriffe. Forschungsprojekt Der Begriff des Forschungsprojektes setzt sich aus den Begriffen „Forschung“ und „Pro­jekt“ zusammen. Die „Forschung ist eine Tätigkeit, die darauf zielt, neues Wissen zu erarbeiten, indem der Forschungsgegenstand mit Methoden untersucht wird, die das Ergebnis sachlich begründet und intersubjektiv begründbar machen“[4]. Projekte sind einmalige und komplexe Vorhaben, die ein bestimmtes Ziel innerhalb eines begrenzten Zeitraums und mit Hilfe begrenzter Ressourcen erreichen sollen.[5]Ein Forschungspro­jekt stellt somit ein komplexes Vorhaben zur sachlich begründeten Erarbeitung neuen Wissens unter Einsatz beschränkter Ressourcen dar. Im Rahmen dieser Arbeit soll zu­dem davon ausgegangen werden, dass dies mit Hilfe einer empirischen Erhebung ge­schieht.

Empirische Erhebung

„Bei der Empirie handelt es sich [...] um eine spezifische Form von Aussagen zur Be­schreibung der Wirklichkeit.“[6]Die Empirische Erhebung ist somit die Erhebung dieser Aussagen. Es wird zwischen drei Methoden zur Erhebung von Daten unterschieden. Dazu zählen die Befragung, die Beobachtung und die Inhaltsanalyse.[7]

Befragung

Die Befragung ist eine Art der empirischen Erhebung von Daten. Bei ihr werden im Rahmen einer systematischen Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Personen gezieltAntworten zu Meinungen, Bewertungen oder Erlebnissen herbeigeführt.[8]

2.2 Die Planung und Durchführung einer empirischen Erhebung im Rahmen eines Forschungsprojekts

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie in Abbildung 1 zu sehen ist, lässt sich ein Forschungsprojekt nach Diekmann (2008) in fünf Phasen unterteilen.[9]

Die in der vorliegenden Arbeit näher zu betrachtende Fallstudie bezieht sich hauptsäch­lich auf Inhalte der zweiten und dritten Phase des Forschungsprozesses, in welchen die empirische Erhebung geplant und durchgeführt wird. Zur Einordnung der empirischen Erhebung in den Forschungsprozess und zur Darstellung der Zusammenhänge ist es aber dennoch von Bedeutung den gesamten Ablauf des idealtypischen Prozesses nä­her zu betrachten. Dazu soll ein kurzer Überblick über die Bestandteile der fünf Phasen gegeben werden.

Phase 1

Zu Beginn eines Forschungsprojektes steht die Erarbeitung des Forschungsproblems, welche die Ursache für die Durchführung der Forschung darstellt. Die Initiative zur Er­forschung des Themenbereichs kann dabei sowohl von den Forschenden selbst, aber auch von außen, im Rahmen einer Auftragsforschung, ausgehen. Beispielsweise mit Hilfe einer Literaturrecherche müssen dann zunächst Theorien zur Lösung des For­schungsproblems entwickelt werden, die im weiteren Verlauf der Forschung durch die Ableitung von Hypothesen und den Einsatz einer empirischen Erhebung überprüft wer­den können.[10]

Phase 2

In der zweiten Phase eines Forschungsprojektes wird die eigentliche Erhebung geplant. Nach einer Präzisierung der sich aus dem Forschungsproblem ergebenden Theorien und Hypothesen müssen diese in beobachtbare, auch „Indikatoren“ genannte, Sach­verhalte übersetzt werden.[11]Des Weiteren wird das exakte Vorgehen einer validen Messung dieser Indikatoren festgelegt.[12]Die Festlegung des Vorgehens resultiert in dem „Forschungsdesign“ und beinhaltet unter anderem den Zeitpunkt, den Ort und die Art der empirischen Erhebung. Im Hinblick auf die in Kapitel 3 näher betrachtete Fall­studie und die dort verwendete Befragung, fokussieren sich die folgenden Ausführun­gen auf eben solche empirische Erhebungen. Bei dieser Art der Erhebung ist in Phase 2 zusätzlich die Zielgruppe der Befragung und ein geeignetes Auswahlverfahren zur Konstruktion einer aussagekräftigen Stichprobe festzulegen, sofern keine Vollerhe­bung, also die Befragung der gesamten Zielgruppe, durchgeführt werden soll.[13]

Phase 3

In der dritten Phase des Prozesses steht die praktische Durchführung der geplanten Erhebung im Mittelpunkt. Die zuvor getroffenen Entscheidungen sollten dabei möglichst präzise eingehalten werden, wobei es durchaus nachträglich noch zu Anpassungen des Forschungsdesigns kommen kann, sofern die Durchführung Verbesserungspotenziale aufdeckt.[14]

Phase 4

In der anschließenden vierten Phase werden die erhobenen Daten aufbereitet, interpre­tiert und zur Prüfung der in Phase 2 aufgestellten Hypothesen und Theorien verwendet. Die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen führen im Idealfall zu dem durch das For­schungsprojekt beabsichtigten Erkenntnisgewinn.[15]

[...]


[1]Barke (2004), S. 50.

[2]Vgl. ebd., S. 50ff.

[3]Vgl. Schirmer (2009), S. 91ff.

[4]Endruweit (2015), S. 19.

[5]Karavul (o.J.).

[6]Häder (2015), S.15.

[7]Ebd., S. 189.

[8]Vgl. Atteslander (2006), S. 101.

[9]Vgl. Diekmann (2008), S. 187.

[10]Vgl. ebd., S. 187-191.

[11]Vgl. Schnell/Hill/Esser (2013), S. 7.

[12]Vgl. Burzan (2015), S. 25.

[13]Vgl. Schnell/Hill/Esser (2013), S. 7f.

[14]Vgl. Schirmer (2009), S. 138f.

[15]Vgl. ebd., S. 139f.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Empirische Erhebung. Kritische Auseinandersetzung mit der Methodik bei einer Befragung
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Veranstaltung
Schlüsselqualifikationen für Studium und Beruf
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
16
Katalognummer
V388841
ISBN (eBook)
9783668631083
ISBN (Buch)
9783668631090
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wissenschaftliches Arbeiten, AKAD Einführungsveranstaltung, Empirische Erhebung, Empirische Befragung, AKAD, Kritische Auseinandersetzung mit der Methodik bei einer Befragung
Arbeit zitieren
Thomas Wagner (Autor), 2018, Empirische Erhebung. Kritische Auseinandersetzung mit der Methodik bei einer Befragung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388841

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