Facebook, Instagram, Twitter, Youtube, das Fernsehen - egal welches Medium man öffnet, man wird mit Bildern überflutet. Viele der beliebtesten Bilder sind Fotos, in denen wir Stars in räkelnden Posen mit möglichst wenig bis gar keiner Bekleidung sehen. Wir Konsumenten haben uns mittlerweile an diese Anblicke gewöhnt und es ist zur Normalität geworden. Uns wird vermittelt, wie ein idealer Körper auszusehen hat und wenn er dies nicht tut, dann folgt sogleich eine öffentliche Reaktion, die sich gewaschen hat.
Inhaltsverzeichnis
2 Essay über die Genderinszenierung in freizügigen Selfies von Frauen.
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Ziel dieses Essays ist die Untersuchung der Genderinszenierung in freizügigen Selfies von Frauen unter Einbeziehung medienkritischer und gesellschaftstheoretischer Perspektiven, um zu hinterfragen, ob diese Praxis als Emanzipation oder als Reproduktion patriarchaler Strukturen zu werten ist.
- Die soziale Konstruktion des weiblichen Idealkörpers
- Die Rolle der Selbstinszenierung durch Selfies
- Analyse der Gender Performance nach Judith Butler
- Kritik an patriarchalen Idealbildern und deren Verinnerlichung
- Die Problematik der Autonomie und Entscheidungsfreiheit
Auszug aus dem Buch
Essay über die Genderinszenierung in freizügigen Selfies von Frauen.
Facebook, Instagram, Twitter, Youtube, das Fernsehen - egal welches Medium man öffnet, man wird mit Bildern überflutet. Viele der beliebtesten Bilder sind Fotos, in denen wir Stars in räkelnden Posen mit möglichst wenig bis gar keiner Bekleidung sehen. Wir Konsumenten haben uns mittlerweile an diese Anblicke gewöhnt und es ist zur Normalität geworden. Uns wird vermittelt, wie ein idealer Körper auszusehen hat und wenn er dies nicht tut, dann folgt sogleich eine öffentliche Reaktion, die sich gewaschen hat. Es ist sogar so normal geworden, dass zahlreiche junge Menschen ohne jeglichen Bekanntheitsgrad die Hüllen vor ihren Handys fallen lassen, ohne sich jeglicher Konsequenzen bewusst zu sein. Das brave Mädchen von nebenan und fitnessfanatische Jungs posen lasziv, wenig bekleidet und voller stolz vor ihren Kameras.
Doch es wird schwer, Menschen mit Speckröllchen, mit Narben, mit Akne oder gar Körperbehaarung zu finden. Die einzigen Bilder, die wir zu sehen bekommen, sind die von makellosen, idealisierten, sexualisierten Körpern. Und das Verheerende daran ist, dass diese Menschen unsere Freunde sind oder die Nachbarin oder der Kassierer aus dem Supermarkt oder die Kommilitonin oder der Barkeeper der Kneipe um die Ecke. All diese sind Menschen aus unserem alltäglichen Leben und sie sehen so „perfekt“ aus. Damit entsteht das Bild, dass es eben schon normal ist, so einen Körper zu besitzen und dass es erstrebenswert ist, so wie das Model XY auszusehen. Ziel dieser Bilder ist es, nur durch ein Bild sich bestmöglich zu präsentieren und ein bestimmtes Image von sich an andere weiterzugeben.
Niemand liest heutzutage noch etwas über andere Menschen, wir schauen uns Bilder an und bilden uns dadurch ein Bild von einer Person. Und die interessanteste Inszenierung beeindruckt uns. Der Körper verrät im medialen Zeitalter mehr über den Charakter einer Person als ein persönliches Gespräch. Durch unsere Profilbilder konstruieren wir in den Köpfen der anderen unseren Charakter, ohne zu wissen, wie die anderen unsere Konstruktion entschlüsseln.
Zusammenfassung der Kapitel
Essay über die Genderinszenierung in freizügigen Selfies von Frauen.: Dieses Kapitel analysiert die mediale Überflutung mit idealisierten Körperbildern und untersucht, wie Selfies als Werkzeug zur Selbstinszenierung dienen, die den weiblichen Körper oft auf ein Objekt reduziert und patriarchale Normen reproduziert.
Schlüsselwörter
Gender, Selfie, Genderinszenierung, Judith Butler, patriarchale Strukturen, Körperbild, Normalisierung, Performanz, soziale Konstruktion, Medienkritik, Autonomie, Selbstpräsentation, Weiblichkeit, Hyperfeminität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Art und Weise, wie Frauen ihren Körper in den sozialen Medien, speziell durch freizügige Selfies, inszenieren und welche gesellschaftlichen Auswirkungen dies hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die mediale Konstruktion von Weiblichkeit, die Macht sozialer Normen, die Problematik der Selbstobjektifizierung und die Frage nach echter Autonomie in einer patriarchalen Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu hinterfragen, ob freizügige Selfies als Ausdruck weiblicher Emanzipation und Autonomie verstanden werden können oder ob sie lediglich die Rückständigkeit traditioneller Frauenbilder und patriarchaler Vorstellungen bestätigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich primär auf kulturwissenschaftliche und feministische Theorien, insbesondere auf die Konzepte von Judith Butler zur "Gender Performance" und Paula-Irene Villas Thesen zur Körperarbeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Mechanismen der sozialen Konstruktion eines Idealkörpers, die Rolle von "Normen" als Standard der Normalisierung und die psychologischen Aspekte der Selbstinszenierung im medialen Zeitalter.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Genderinszenierung, soziale Konstruktion, Performanz, patriarchale Strukturen, Körperideale und mediale Selbstpräsentation.
Wie bewertet die Autorin den Begriff der Autonomie bei Selfies?
Die Autorin betrachtet die vermeintliche Autonomie bei der Anfertigung freizügiger Selfies kritisch als eine "gesellschaftlich konstruierte Utopie", da die Individuen stark durch äußere, medial vermittelte Normen fremdgesteuert werden.
Warum spielt das Thema der "sozialen Intelligibilität" eine wichtige Rolle?
Die soziale Intelligibilität wird genutzt, um zu erklären, warum bestimmte Verhaltensweisen, wie die Optimierung des eigenen Körpers nach medialen Idealen, als "normal" und erstrebenswert erkannt und somit von der Gesellschaft reproduziert werden.
Welches Fazit zieht die Arbeit bezüglich des Einflusses auf junge Menschen?
Die Arbeit warnt davor, dass besonders jüngere Generationen die medial vermittelten Konstruktionen unreflektiert übernehmen, was die Verbreitung diskriminierender Normen weiter verstärkt und verfestigt.
Was fordert die Autorin als Ausweg aus der beschriebenen Problematik?
Die Autorin plädiert für die Entwicklung wissenschaftlicher sowie medialer Gegenentwürfe, um die binären Geschlechtsbilder und patriarchalen Konstrukte aktiv herauszufordern und zu verändern.
- Arbeit zitieren
- Laura Knieling (Autor:in), 2017, Über die Genderinszenierung in freizügigen Selfies von Frauen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388899