Die Partei 'Alternative für Deutschland' (AfD) sorgt seit ihrer Gründung 2013 für großes mediales Aufsehen in der Gesellschaft. Innerhalb kürzester Zeit konnte sie in das Europaparlament, sowie in mehrere Landtage einziehen. Den Einzug in den Bundestag verfehlte sie nur knapp. Die vorliegende Hausarbeit versucht eine Einordnung der AfD in das deutsche Parteienspektrum bzw. die Zuordnung zu einer Parteienfamilie. Da die AfD oftmals mit dem Rechtspopulismus in Verbindung gebracht wird, ist die Frage nach der Zugehörigkeit der AfD zu diesem der thematische Schwerpunkt der Einordnung. Ausgangspunkt ist die Darstellung der rechtspopulistischen Parteienfamilie nach Decker.
Hierzu wird zunächst eine Definition des Rechtspopulismus angeführt. Im weiteren werden die Grundzüge Deckers Darstellung der rechtspopulistischen Parteienfamilie dargelegt und Kriterien aufgestellt, die die Zugehörigkeit zu einer solchen bedingen.
Im Weiteren wird die AfD mit diesen Kriterien verglichen. Hierzu werden sowohl die Programmatik der AfD, als auch Wählerstruktur und die Aussagen einiger Parteifunktionäre betrachtet.
Zusätzlich erfolgt ein Vergleich der AfD mit einer anderen, in der Politikwissenschaft als klar rechtspopulistisch definierten Partei, dem Front National. Abschließend wird anhand der Kriterien eine Zuordnung der AfD zu der Parteifamilie des Rechtspopulismus oder ggf. einer anderen Parteifamilie vorgenommen. Relevant ist dies vor allem, um im Falle einer Zuordnung zur rechtspopulistischen Parteienfamilie oder eines anderen rechten Milieus angemessene Prävention leisten zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rechtspopulismus
3. Parteienfamilien
3.1. Die rechtspopulistische Parteienfamilie
3.1.1. Organisatorische Merkmale
3.1.2. Wählerstruktur und Entstehungshintergrund
3.1.3. Ideologische Merkmale
4. Die 'Alternative für Deutschland'
4.1. Entstehungshintergrund der 'Alternative für Deutschland'
4.2. Chronik der AfD
4.3. Analyse der 'Alternative für Deutschland' im Bezug auf rechtspopulistische Merkmale
4.3.1. Programmatik und politische Leitlinien
4.3.2. Entstehungshintergrund
4.3.3. Mitglieder
4.3.3.1. Mitglieder aus rechten Vereinigungen
4.3.3.2. Mitgliederaussagen
4.3.4. Wählerschaft
5. Vergleich mit anderen rechtspopulistischen Parteien Europas am gewählten Beispiel des Front National
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Partei 'Alternative für Deutschland' (AfD) politikwissenschaftlich in das deutsche Parteienspektrum einzuordnen, wobei insbesondere die Forschungsfrage untersucht wird, ob die Partei der rechtspopulistischen Parteienfamilie zuzurechnen ist.
- Definition und theoretische Grundlagen des Rechtspopulismus
- Strukturmerkmale der rechtspopulistischen Parteienfamilie nach Frank Decker
- Analyse der AfD hinsichtlich Programmatik, Entstehungshintergrund und Wählerschaft
- Vergleichende Betrachtung der AfD mit dem Front National als Referenzpartei
- Diskussion über präventive Maßnahmen gegenüber rechtspopulistischen Tendenzen
Auszug aus dem Buch
4.2. Chronik der AfD
Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte die AfD am 11. März 2013. Am 14. April 2013 folgte dann der Gründungsparteitag, auf welchem Bernd Lucke, Konrad Adam und Frauke Petry zum Parteivorstand gewählt wurden. Stellvertreter wurden Alexander Gauland, Patricia Casale und Roland Klaus.
Der AfD gelang es äußerst schnell, eine landesweite, funktionierende Organisationsstruktur aufzubauen. „Schon vor dem Gründungsparteitag konnten in fünf Bundesländern Landesverbände gegründet werden, die übrigen elf folgten bis Mitte Mai“ (Niedermayer 2015: 184). Des Weiteren konnte die Partei sehr schnell Mitglieder gewinnen, nach eigenen Angaben 10.000 Mitglieder in sieben Wochen (Niedermayer 2015: 184).
Die AfD schaffte es, bis zum Stichtag, dem 17. Juni 2013, alle rechtlichen Normen zu erfüllen und ihren Wunsch nach Partizipation in den anstehenden Wahlen somit fristgerecht anzumelden. Im Vorfeld der Wahl prognostizierten Wahlinstitute der AfD Ergebnisse zwischen 2-3% , vereinzelt Ergebnisse von bis zu 5%.
Bei der Wahl selbst scheiterte die AfD knapp mit 4,7%, , was aufgrund ihrer erst kurz vorausgegangenen Gründung dennoch als „Erfolgreiches Scheitern“ gesehen werden kann (Niedermayer 2015: 175-185).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, die AfD in das Parteienspektrum einzuordnen und die Zugehörigkeit zur rechtspopulistischen Parteienfamilie zu prüfen.
2. Rechtspopulismus: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Rechtspopulismus und erläutert dessen ideologische sowie soziale Grundzüge.
3. Parteienfamilien: Hier werden die theoretischen Grundlagen von Parteienfamilien dargelegt und die rechtspopulistische Variante nach Frank Decker spezifiziert.
4. Die 'Alternative für Deutschland': Dieses Kernkapitel untersucht Entstehung, Chronik und die spezifischen Merkmale der AfD im Abgleich mit rechtspopulistischen Kriterien.
5. Vergleich mit anderen rechtspopulistischen Parteien Europas am gewählten Beispiel des Front National: Das Kapitel vergleicht die AfD mit dem französischen Front National, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Ideologie und Rhetorik aufzuzeigen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bewertet die Plausibilität der Zuordnung der AfD zur rechtspopulistischen Parteienfamilie.
Schlüsselwörter
Alternative für Deutschland, AfD, Rechtspopulismus, Parteienfamilie, Parteienspektrum, Frank Decker, Eurokritik, Anti-Establishment, Wohlstandschauvinismus, Front National, Wahlverhalten, Parteistruktur, politische Radikalisierung, Prävention, Demokratiedefizit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die politische Einordnung der AfD und prüft, ob die Partei der rechtspopulistischen Parteienfamilie zugeordnet werden kann.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Neben der theoretischen Definition von Rechtspopulismus stehen die Programmatik, die Wählerstruktur sowie der Entstehungshintergrund der AfD im Mittelpunkt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine wissenschaftlich fundierte Einordnung der AfD, um Potenziale für gesellschaftspolitische Prävention bei einer etwaigen Einordnung in das rechte Milieu zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine qualitative Analyse durchgeführt, die die AfD an den von Frank Decker definierten Kriterien für rechtspopulistische Parteien misst und durch einen Vergleich mit dem Front National ergänzt.
Was behandelt der umfangreiche Hauptteil?
Der Hauptteil analysiert die interne Organisation, die Mitgliederzusammensetzung, die öffentlichen Aussagen von Funktionären sowie die Programmatik der Partei.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Rechtspopulismus, Parteienfamilie, AfD, Eurokritik, Wohlstandschauvinismus und politische Radikalisierung.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Front National für diese Analyse?
Der Front National dient als Referenzpartei, da er in der Politikwissenschaft als klar rechtspopulistisch definiert ist und somit als Vergleichsmaßstab für die Ausrichtung der AfD fungiert.
Welche Rolle spielt die Abspaltung des liberalen Flügels um Bernd Lucke?
Der Autor interpretiert diesen Vorgang als einen entscheidenden Moment, in dem die parteiinterne Auseinandersetzung zugunsten des rechtsorientierten Flügels entschieden wurde.
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- Jonas Bickmann (Author), 2015, Die "Alternative für Deutschland". Einordnung der Partei ins Parteienspektrum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/389016