Dopingmittel und ihre Folgen im Spitzensport

"Höher, schneller, weiter!"


Hausarbeit, 2017

8 Seiten, Note: 1,7


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Inhaltsverzeichnis

1 Dopingmittel im Spitzensport - Einleitung

2 Dopingstoffe - Ein Überblick

3 Doping mit anabolen Steroiden
3.1 Chemische Beschaffenheit
3.2 Wirkung auf den Körper

4 Fazit: Ethische Bewertung

5 Literaturverzeichnis

6 Abbildungsverzeichnis

1 Dopingmittel im Spitzensport - Einleitung

„ Die positiven Werte des Sports so zu vermitteln, dass aus eigener Ü berzeu- gung unfaires Verhalten und Doping abgelehnt werden, sollte Verboten [ … ] und Sanktionen eigentlich vorgezogen werden “ (vgl. Rudhard Klaus M ü ller)

U.a. der Reiz eines Weltrekordes in Sportarten, in welchen die Leistung exakt in Sekunden, Metern oder ähnlichen Einheiten dokumentiert werden kann, verleitet noch heute viele Sportler dazu, ebenjene Leistungsfähigkeit des Körpers durch Dopingmittel zu erhöhen. Auch in der Bevölkerung herrscht ein beinahe stetiges Interesse an dieser Thematik aufgrund von ebenso stetigen Enthüllungen von Einzelfällen.

Mit den verschiedenen Arten des Dopings bis zu seinen gesundheitsgefähr- denden Folgen möchte ich mich in dieser Hausarbeit (bis zu einer ethischen Bewertung der allgemeinen Dopingbekämpfung) intensiver auseinanderset- zen.

2 Dopingstoffe - Ein Überblick

„Dopingmittel sind in aller Regel legitime Pharmazeutika, die lediglich zu Dopingzwecken1 missbraucht werden“, wobei das Wort selbst vermutlich aus dem Afrikaans stammt, von wo es aus dem Wort „Dop“ abgeleitet wird2 (vgl. Rudhard Klaus Müller). Später gelangte das Wort in unseren europäi- schen Sprachgebrauch.

Unterschieden wird unter „verbotenen Wirkstoffen“, „Wirkstoffen […] bestimmte[r] Einschränkungen“ und „unerlaubten Methoden zur Leistungssteigerungen eines Sportlers“ (vgl. INTERNET 2).

Die verbotenen Wirkstoffe, die Gegenstand dieser Arbeit sein sollen, unter- teilt man grob wiederum in fünf verschiedene Kategorien: Stimulanzien, Illegale Leistungssteigerung Bei den niederländischen Kolonialherren wurde ein Schnaps („Dop“) getrunken. Die Einheimischen übernahmen den Begriff und generalisierten ihn auf stimulierende Ge- tränke.

Narkotika, anabole Steroide, Diuretika und Peptidhormone (vgl. INTER- NET 1).

Stimulanzien (Ecstasy, Kokain etc.) sind Aufputschmittel unterschiedlicher Wirkungsweise, welche „die Aktivität des zentralen Nervensystems anregen“ , wobei die Steigerung der Risikobereitschaft und die Vertreibung von Müdigkeit Ziele der Sportler sind und diese sehr kurz vor dem Wettkampf konsumiert werden (vgl. INTERNET 1). Interessanter Weise ist auch Koffein unter die Stimulanzien einzuordnen, weshalb es zahlreiche Verbotsdiskussionen für Sportler gab (vgl. Rudhard Klaus Müller).

Narkotika sind derweil verschreibungspflichtige Schmerzmittel und werden oft auf illegalem Wege beschafft. Eingenommen werden diese, um Muskelschmerz zu betäuben und die Leistungsfähigkeit zu steigern (vgl. INTERNET 1). Hierzu zählt z.B. der Wirkstoff Morphin.

Spricht man jedoch von Doping, sind anabole Steroide meist die bekanntes- ten Dopingmittel. Selbst Arnold Schwarzenegger, so der Volksmund, soll diese konsumiert haben. Sie „entsprechen dem männlichen Geschlechts- hormon Testosteron“ und sorgen für einen schnellen (und unnatürlichen) Aufbau von Muskelmasse (vgl. INTERNET 1). Der genaueren Betrachtung möchte ich jedoch ein einzelnes Kapitel widmen (siehe Kapitel 3).

Im Gegensatz zu diesen eher gut nachweisbaren Dopingmitteln sind Diurek- tika3 schwer nachweisbar, wobei die allgemeine Entwässerung des Körpers, die diese Medikamente bewirken, zur Gewichtsabnahme (v.a. in Sportarten mit Gewichtsklassen) genutzt werden kann (vgl. INTERNET 1). Außerdem werden Diuretika häufig verwendet, um den Konsum anderer Dopingsub- stanzen mithilfe der harnverdünnenden Wirkung zu verschleiern (vgl. Rud- hard Klaus Müller).

Bzgl. des Muskelaufbaus gewinnt das Doping mit Peptidhormonen zuneh- mend an Beliebtheit. Beim damit verbundenen „Blutdoping“ wird dem Diuretika werden auch „Wassertabletten“ genannt.

Sportler Blut entnommen, welches dann konserviert, z.B. mit Erythropoetin4 versetzt und dem Athleten wieder zugeführt wird (vgl. INTERNET 1). Im Beispiel von EPO führt dies z.B. zu einer erhöhten Ausdauer (z.B. im Ski- langlauf), wobei der Nachweis einer „Zufuhr von außen“ sich hier als ex- trem schwierig darstellt, da es sich nämlich um hormonelle Stoffe handelt, die auch normalerweise im Körper vorhanden sind (vgl. Rudhard Klaus Müller).

Die nicht auszulassenden (generellen) Nebenwirkungen beeinträchtigen die Gesundheit der Athleten. Oftmals werden „irreparable gesundheitliche […] Schäden [hervorgerufen, die (…)] im schlimmsten Falle tödlich enden“ können. Neben einer möglichen Unfruchtbarkeit beider Geschlechter wird vor allem das Herz geschädigt. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Herzinfarkt kommen (vgl. INTERNET 3).

3 Doping mit anabolen Steroiden

„Neben den »klassischen« Stimulantien führen die Anabolika (Mittel für das Muskelwachstum) die Statistik [wie bereits erwähnt] an“ (vgl. Rudhard Klaus Müller). Vermutlich liegt dies daran, dass diese am bekanntesten sind und auch am häufigsten vertrieben werden. Bereits „etwa 6-8% der Jugend- lichen haben […] Erfahrungen mit dem Konsum von Anabolika“, wie einer Statistik zum Doping im Freizeit- und Breitensport aus den USA und Kana- da zu entnehmen ist (vgl. Rudhard Klaus Müller). Nach Berechnungen des Sportwissenschaftlers Prof. Alessandro Donati würden weltweit 700 Tonnen anaboler Steroide von 15 Millionen Abnehmern illegal konsumiert, wobei diese eigentlich bei Hodeninsuffizienz5 oder Wachstumsstörungen ihren medizinischen Einsatz fänden (vgl. INTERNET 4).

(Auch EPO genannt) ist mitverantwortlich für die Bildung roter Blutkörperchen (Sau- erstofftransport).

Hodeninsuffizienz beschreibt den Zustand, in dem der Hoden nicht in der Lage ist, körpereigenes Testosteron zu bilden.

3.1 Chemische Beschaffenheit

Anabole Steroide sind (meist synthetisch hergestellte) Abkömmlinge des körpereigenen männlichen Geschlechtshormons Testosteron (s. Abb. 1, vgl. INTERNET 4). Stoffe, wie z.B. Trenbolon (s. Abb. 2), deren Struktur nahe- zu identisch mit Testosteron sind, weisen auch ähnliche Wirkungsspektren auf (siehe Kapitel 3.2), wobei jedoch bereits geringe Strukturveränderungen unter den Epimeren6, wie z.B. im Vergleich mit Epitestosteron, dazu führen, dass die eigentlich angestrebte Wirkung praktisch völlig ausbleibt (vgl. Rudhard Klaus Müller).

Abb. 1: Testosteron (C19H28O2) Abb. 2: Trenbolon (C18H22O2)

3.2 Wirkung auf den Körper

Um die Nebenwirkungen von Doping nun einmal detaillierter zu betrachten, unterscheidet man zwischen zwei Wirkungsweisen der Präparate: Durch die anabole Wirkung „auf den Eiweißstoffwechsel […] wird der Aufbau von Eiweiß in der Muskulatur gesteigert und gleichzeitig der Körperfettanteil vermindert [wobei gleichzeitig Muskeltraining betrieben werden muss]“, während die androgene Wirkung neben den genannten erwünschten Effek- ten, unerwünschte Nebeneffekte hervorruft (vgl. INTERNET 4).

Während es auch zu akuten Leberschäden kommen kann, wird vor allem der Kreislauf mithin zum Herzen durch einen hohen Blutdruck geschädigt (vgl. INTERNET 4). Da es sich bei anabolen Steroiden um Hormone handelt, wird v.a. der Hormonhaushalt durcheinander gebracht: Während bei Frauen hierdurch eine zunehmende „Vermännlichung“ auftritt (tiefere Stimme etc.), Eine besondere Form der chemischen Isomere.

führen überschüssige Testosteron-Hormone bei Männern umgekehrt zu einer „Verweiblichung“, da diese bei Überschuss in das weibliche Hormon Östro- gen umgewandelt werden (vgl. INTERNET 4), was häufig damit zu verhin- dern versucht wird, sog. Antiöstrogene zu konsumieren (vgl. Rudhard Klaus Müller).

Doch neben diesen körperlichen Folgen kann der Konsum von Anabolika auch psychische Nebenwirkungen nach sich ziehen, die „verbreitet als »Aggressivitätssteigerung« pauschalisiert“ werden, wobei jedoch eher mildere Formen von Aggressivität (gesteigerte Wettbewerbsbereitschaft, Risikofreudigkeit etc.) gemeint sind (vgl. Rudhard Klaus Müller).

4 Fazit: Ethische Bewertung

Um abschließend das Zitat aus der Einleitung aufzugreifen, muss betont werden, dass die im Zitat geforderte Handlungsweise (seitens der Sportlobby) intensiver betrieben werden muss.

Da vor allem (wie angesprochen) zunehmend Jugendliche betroffen sind, sollte hier definitiv mehr Präventionsarbeit geleistet werden. Dies sollte vor allem im Namen der Gesundheit geschehen, da die beleuchteten Folgen ebenfalls genau so gut zum Tode führen können. Die Gefahr liegt meines Erachtens jedoch darin, dass die erläuterte Schädigung des Kör- pers einen langwierigen Prozess darstellt und sie womöglich deshalb von Sportlern bewusst nicht beachtet oder gar belächelt wird.

Zusammenfassend sollte ein jeder generell an den gesunden Menschen- verstand appellieren und sich vor Augen führen, dass Sport jeglicher Form eigentlich dazu getrieben wird, um seine Gesundheit und seine Le- benserwartung zu steigern. Nutzt man hingegen Dopingmittel, so wird dieser eigentliche Zweck verleugnet und der Sport wird unter Kapital- und Eigeninteresse ebenjenes Zweckes entfremdet, weshalb ein allge- meiner Appell dieser Arbeit sein soll, diese Machenschaften nicht zu ignorieren, sondern sie als die Schande zu bezeichnen, die sie darstellen: nämlich als Verrat am Sport und als Verrat am Menschenwohl.

5 Literaturverzeichnis

I. Fachbücher:

-Müller, Rudhard Klaus: Doping: Methoden, Wirkungen, Kontrolle. 1. Auflage, Verlag C.H.Beck oHG, München 2004

II. Internetadressen:

-INTERNET 1: http://www.philognosie.net/freizeit-hobby/was-heisst-doping-welche- dopingarten-gibt-es, 07.10.2017
-INTERNET 2: http://paradisi.de/Fitness_und_Sport/Bodystyling/Doping/Artikel/21973.php,
07.10.2017
-INTERNET 3: http://www.onmeda.de/sport/doping-gesundheitliche-folgen- von-doping-16968-4.html, 07.10.2017
-INTERNET 4: http://www.chemie.de/lexikon/Anabole_Steroide.html, 09.10.2017

6 Abbildungsverzeichnis

-Abb. 1: Testosteron (C19H28O2). http://felixkade.de/wp-content/uploads/ 2016/12/220px-Testosteron.svg_.png, 10.10.2017
-Abb. 2: Trenbolon (C18H22O2). https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ commons/thumb/8/8c/Trenbolon_Structural_Formula_V1.svg/440px- Trenbolon_Structural_Formula_V1.svg.png, 10.10.2017
-Titelblatt: https://www.joggen-online.de/images/magazin/Legales-Do- ping-1775.jpg, 17.10.17

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8 von 8 Seiten

Details

Titel
Dopingmittel und ihre Folgen im Spitzensport
Untertitel
"Höher, schneller, weiter!"
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
8
Katalognummer
V389097
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hausarbeit, Chemie, Doping, Naturwissenschaft, Seminarfach, Politik, Sport
Arbeit zitieren
Taddäus Sodoge (Autor), 2017, Dopingmittel und ihre Folgen im Spitzensport, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/389097

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