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Vulgärlatein

Title: Vulgärlatein

Seminar Paper , 2003 , 11 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Susann Karstädt (Author)

Romance Studies - Italian and Sardinian Studies
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Die lateinische Sprache kann sich auf eine jahrtausendelange Tradition berufen. Kaum eine andere historische Sprache zeigt eine vergleichbare Kontinuität in ihrer Entwicklung und hat sich derart prägend auf die heutigen Sprachen ausgewirkt. Das Latein hat dabei – bedingt durch politische und kulturelle Einflüsse - die unterschiedlichsten lexikalischen Entwicklungsphasen durchlaufen. Darüber hinaus muss zwischen zwei Ausprägungen, dem klassischen und dem Vulgärlatein, unterschieden werden.
Das klassische Latein, wie es heutzutage in den Schulen unterrichtet wird, wurde vor allen Dingen in der Schriftsprache verwendet und war damit hauptsächlich die Sprache der Philosophen, Dichter und Politiker, also der gebildeten Oberschicht. Im Gegensatz zu diesem geschriebenen, literarischen Latein steht die gesprochene Form, das Vulgärlatein. Dieses wurde im Alltag gebraucht und von allen Bevölkerungsschichten gesprochen. Der Begriff ‚Vulgärlatein’ kann von den klassisch-lateinischen Wörtern ‚vulgare’ bzw. ‚vulgaris’ abgeleitet werden, die beide mit der deutschen Bedeutung „gemein, öffentlich, gewöhnlich alltäglich“ übersetzt werden können. Das Vulgärlatein war also die Sprache der Mehrheit des Volkes, die Umgangssprache.
Vor diesem Hintergrund wird klar, dass sich langfristig die häufiger verwendete Form, das Sprechlatein, durchsetzte. Auch die heutigen romanischen Sprachen lassen sich deshalb auf das Vulgärlatein und nicht auf das klassische Latein zurückführen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Neuerungen

2.1 Der Artikel

2.2 Entlehnung

2.3 Bedeutungswandel

2.4 Vereinfachung des Wortschatzes

2.5 Intensivbildungen

3. Variationen des Vulgärlatein

3.1 Chronologische Faktoren

3.2 Regionale Faktoren

3.3 Soziokulturelle Faktoren

4. Appendix Probi

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und den prägenden Merkmalen des Vulgärlateins und untersucht dessen zentrale Rolle als Ausgangspunkt für die modernen romanischen Sprachen im Gegensatz zum klassischen Latein.

  • Lexikalische Veränderungen und grammatikalische Neuerungen des Vulgärlateins
  • Chronologische, regionale und soziokulturelle Einflussfaktoren auf die Sprachentwicklung
  • Die Bedeutung des Vulgärlateins als gesprochene Umgangssprache
  • Analyse der Appendix Probi als wichtiges Zeugnis des Sprachwandels
  • Die Ableitung heutiger romanischer Sprachen aus dem Vulgärlatein

Auszug aus dem Buch

2.1 Der Artikel

Als wichtigste Neuerung des Vulgärlateins kann der Artikel bezeichnet werden. Er bildet eine neue Wortart, die im klassischen Latein nicht zu finden ist, die sich aber trotzdem in fast allen romanischen Sprachen durchgesetzt hat. Der Artikel ist ein eindeutiges Indiz für die Entwicklung der romanischen Sprachen aus dem Vulgärlatein.

Es muss an dieser Stelle aber hinzugefügt werden, dass diese ihre Artikel, ähnlich den heutigen, erst im Mittelalter entwickelten. Es ist also ein Jahrhunderte andauernder Wandel zu beobachten. Einige lateinische Texte zeigen nach RENZI (1980), dass lateinisch ille in der Funktion, etwas Bekanntes zu bezeichnen, verwendet wurde. So schreibt er: „Man versteht deshalb, dass das lat. ille für die meisten romanischen Sprachen die materielle Basis für den Artikel geliefert hat.“ (Renzi, 1980, S. 77) Es führten jedoch nicht alle romanischen Sprachen als Vorstufe des heutigen Artikels ille weiter. Das Sardische und Katalanische orientierten sich an lat. ipse, das an die Stelle von idem getreten war und „das bereits Genannte“ (Renzi, 1980, S.77) bezeichnete.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den Unterschied zwischen klassischem Latein und Vulgärlatein und definiert letzteres als die gesprochene Sprache der Mehrheit.

2. Neuerungen: Hier werden prägnante lexikalische und grammatikalische Veränderungen des Vulgärlateins, wie die Entstehung des Artikels und Bedeutungswandel, dargestellt.

3. Variationen des Vulgärlatein: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Faktoren – chronologisch, regional und soziokulturell –, die zur Ausdifferenzierung des Vulgärlateins führten.

4. Appendix Probi: Der Anhang wird als frühes Zeugnis für den Sprachwandel und die Korrektur von Vulgarismen zur Verteidigung des korrekten Lateins vorgestellt.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass sich die heutigen romanischen Sprachen direkt aus dem Vulgärlatein entwickelt haben.

Schlüsselwörter

Vulgärlatein, klassisches Latein, romanische Sprachen, Sprachwandel, Artikel, Entlehnung, Bedeutungswandel, Appendix Probi, Substratbildung, Umgangssprache, Sprechlatein, Gräzismen, Sprachgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Vulgärlatein als gesprochene Sprache des Volkes und dessen Entwicklung im Gegensatz zum klassischen Latein der Oberschicht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die lexikalischen Neuerungen, der Einfluss anderer Sprachen, die zeitlichen und regionalen Variationen sowie die Bedeutung des Vulgärlateins für die Entstehung romanischer Sprachen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, nachzuweisen, dass moderne romanische Sprachen aus dem Vulgärlatein hervorgegangen sind und nicht aus dem klassischen Latein.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer philologischen Analyse historischer Sprachquellen und der Auswertung linguistischer Sekundärliteratur zum Sprachwandel.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Neuerungen (Grammatik/Wortschatz), die verschiedenen Variationsfaktoren der Sprache und eine Untersuchung des Appendix Probi.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Vulgärlatein, Sprachwandel, romanische Sprachen, Appendix Probi und Bedeutungswandel.

Was ist die Appendix Probi?

Die Appendix Probi ist ein historischer, handschriftlicher Anhang eines unbekannten Grammatikers, der als Sprachregelwerk Vulgarismen korrigieren wollte und somit den Sprachwandel dokumentiert.

Warum spielt das Griechische eine so große Rolle im Vulgärlatein?

Durch die griechische Hochkultur und die Besiedlung von Regionen wie Süditalien und Sizilien flossen zahlreiche griechische Lehnwörter (Gräzismen) in den lateinischen Wortschatz ein.

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Details

Title
Vulgärlatein
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Romanisches Seminar)
Course
Proseminar: EInführung in die Italienische Linguistik
Grade
1,0
Author
Susann Karstädt (Author)
Publication Year
2003
Pages
11
Catalog Number
V39047
ISBN (eBook)
9783638379397
Language
German
Tags
Vulgärlatein Proseminar EInführung Italienische Linguistik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susann Karstädt (Author), 2003, Vulgärlatein, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39047
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