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'Mein Kampf'. Die Inszenierung des Holocausts im Film Erwin Leisers

Title: 'Mein Kampf'. Die Inszenierung des Holocausts im Film Erwin Leisers

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 33 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Kirsten Garbade (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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Wir leben heute in einer so genannten Mediengesellschaft. Massenmedien nehmen im gesellschaftlichen Leben ebenso wie im Leben des Individuums eine immer größere Rolle ein. Auf der Makroebene sind die verschiedenen Staatsformen heute ohne die mediale Präsenz nicht mehr denkbar. Auf der Mikroebene ist das Alltagsleben nicht mehr ohne Fernsehen und Radio, Zeitungen und Zeitschriften sowie in jüngster Zeit auch nicht mehr ohne das Internet vorstellbar. In der demokratischen Staatsordnung werden den Massenmedien verschiedene Funktionen zugeschrieben: für gesellschaftliche und politische Akteure bilden sie in zunehmendem Maße die Voraussetzung für die Informations- und Kommunikationspraxis. Darüber hinaus wirken diese an der Meinungsbildung mit und üben eine Kontroll- und Kritikfunktion aus. Hinsichtlich der Funktion von Massenmedien als Informationsübermittler ist die Vorstellung, dass Informationen auf objektive Weise an die Mediennutzer weitergegeben werden, eine idealistische. Einem mehr realistischen Ansatz entspricht es hingegen, von Massenmedien als nicht werturteilsfreie und somit meinungsbildende Institution zu sprechen, wobei in diesem Zusammenhang auch der persönliche Erwartungs- und lebensweltliche Erfahrungshorizont des Rezipienten für dessen Verständnis und Wahrnehmung der Informationen eine bedeutende Rolle spielt. Über die tatsächliche Wirkungsmacht der Massenmedien kann auch in der gegenwärtigen Mediengesellschaft nur spekuliert werden. Seit den 1960er Jahren sind die Entwicklungen auf diesem Gebiet immer weiter fortgeschritten und gegenwärtig wird von einer starken Medienwirkung auf die öffentliche Meinung ausgegangen. Von einer vollkommen werturteilsfreien und somit nicht meinungsbildenden Art der Informationsübermittlung kann im Falle von Massenmedien keine Rede sein. Um diese Macht wussten auch die Nationalsozialisten und hier insbesondere der Propagandaminister Joseph Goebbels, der von der indirekten und direkten Wirkung der Medien in vollem Umfang Gebrauch machte oder besser: Missbrauch damit trieb. Durch Massenmedien soll uns nicht zuletzt auch die Wirklichkeit der politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen der Welt suggeriert werden. Doch kann es sich hierbei allenfalls um eine Darstellung der Wirklichkeit, und nicht um die Wirklichkeit selbst handeln, denn kein Medium – welcher Art auch immer – kann zeigen, wie Wirklichkeit tatsächlich aussieht. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mediale Darstellung des Holocausts und kulturelles Gedächtnis

3. Analyse des Films „Mein Kampf“

3.1 Filmographische Angaben

3.2 Entstehung von Leisers Dokumentation des Naziterrors

3.3 Was geschieht im Film?

3.4 Inszenierung des Holocausts

4. Wirkung

5. Authentizität

6. Kritik und Resonanz

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Erwin Leiser in seinem Dokumentarfilm „Mein Kampf“ (1959) den Holocaust inszeniert und welche Wirkung diese mediale Darstellung auf das deutsche Publikum der 1960er Jahre hatte, wobei insbesondere die filmischen Gestaltungsmittel und der Anspruch auf Authentizität kritisch reflektiert werden.

  • Mediale Darstellung des Holocausts und kulturelles Gedächtnis
  • Analyse der filmischen Struktur und Inszenierungsmethoden von Erwin Leiser
  • Untersuchung der Wirkung von Bild, Ton und Musik im Kontext der Zeitgeschichte
  • Reflexion über den Authentizitätsanspruch von Kompilationsfilmen
  • Kritische Auseinandersetzung mit Rezeption und Resonanz des Films in der Öffentlichkeit

Auszug aus dem Buch

3.3 Was geschieht im Film?

Erwin Leisers Dokumentation des Nazi-Terrors beginnt im Berlin des Jahres 1945, als Zivilisten vor dem Bombenhagel fliehen, der auf die Reichshauptstadt niederprasselt, und Kanonenfeuer die Häuser entflammen.

Ein Rückblick auf das Jahr 1914 erfolgt. In Deutschland verkündet man den Kriegsbeginn, der außerordentlich bejubelt wird. Doch der bisher größte Krieg aller Zeiten ist brutal: Neue Vernichtungswaffen werden verwendet, erstmals wird auch in der Luft gekämpft und mit Hilfe von U-Booten führt man eine erbarmungslose Seeschlacht. Nachdem der Krieg viele Reiche zerstört hat, geht schließlich die Revolution auf Deutschland über. Der Kaiser muss im Jahre 1918 abdanken und die Republik wird ausgerufen.

Der Versailler Vertrag regelt die Pflichten, welche das besiegte Land gegenüber den Siegermächten zu erfüllen hat. Im konservativen Deutschland wird die Unterschrift in Versailles als eine Demütigung für die Republik erlebt. Es kommt zur Ermordung verhasster Politiker durch nationale Fanatiker, weil sie die Vertragsbedingungen zu erfüllen gedenken.

Extreme nationale Gruppen kommen auf. Adolf Hitler, ein arbeitsloser Maler aus Braunau am Inn in Österreich, wird zunächst Mitglied und schließlich Führer der kleinen Deutschen Arbeiterpartei, aus der später die Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei wird. Ende 1923 beteiligt er sich maßgeblich an dem Versuch der antirepublikanischen Gruppen, die Reichsregierung in Berlin zu stürzen. Der Putsch misslingt. Hitler wird, wie einige andere Beteiligte, verhaftet und verurteilt. Bei seinem Aufenthalt auf der Festung Landsberg, wo er mehrere Monate Strafe zu verbüßen hat, diktiert er seinem Freund Rudolf Hess sein Buch „Mein Kampf“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Massenmedien in der Gesellschaft und führt in die Thematik der filmischen Geschichtsdarstellung am Beispiel von Leisers Dokumentation ein.

2. Mediale Darstellung des Holocausts und kulturelles Gedächtnis: Dieses Kapitel erläutert den gedächtnistheoretischen Ansatz von Aleida und Jan Assmann und verortet den Holocaust im kulturellen Gedächtnis.

3. Analyse des Films „Mein Kampf“: Hier werden die filmischen Eckdaten, die Entstehungsgeschichte, der Inhalt sowie die filmische Inszenierung des Holocausts im Detail analysiert.

4. Wirkung: Das Kapitel untersucht die öffentliche Rezeption des Films und die Debatten um seine beabsichtigte oder befürchtete Wirkung auf die Zuschauer.

5. Authentizität: Dieser Abschnitt reflektiert den Anspruch des Films auf Authentizität und die Problematik der filmischen Darstellung von Wirklichkeit.

6. Kritik und Resonanz: Hier wird die zeitgenössische Presseberichterstattung und die internationale Resonanz auf das Werk zusammengefasst.

7. Schlussbetrachtung: Das Fazit würdigt die Bedeutung des Films für die Erinnerungsarbeit und stellt die anhaltende Relevanz für den Geschichtsunterricht heraus.

Schlüsselwörter

Erwin Leiser, Mein Kampf, Holocaust, Dokumentarfilm, Kompilationsfilm, kulturelles Gedächtnis, Nationalsozialismus, mediale Inszenierung, Filmische Geschichtsdarstellung, Zeitgeschichte, Rezeption, Authentizität, Vergangenheitsbewältigung, 1960er Jahre, Bildmontage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert den Dokumentarfilm „Mein Kampf“ von Erwin Leiser aus dem Jahr 1959 und untersucht insbesondere, wie der Holocaust innerhalb dieses Films filmisch und erzählerisch inszeniert wurde.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Neben der filmischen Analyse stehen die mediale Aufarbeitung der NS-Vergangenheit, die Theorie des kulturellen Gedächtnisses und die Wirkung von Dokumentarfilmen auf das Publikum der Nachkriegszeit im Fokus.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es, aufzuzeigen, mit welchen filmischen Mitteln Erwin Leiser den Holocaust in einem Kompilationsfilm darstellt und inwiefern dies zur Bewältigung der nationalsozialistischen Vergangenheit beigetragen hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit nutzt eine filmwissenschaftliche Analyse der Gestaltungsmittel sowie einen kulturwissenschaftlichen Ansatz zur Einordnung des Holocausts in das kollektive und kulturelle Gedächtnis.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die filmographische Einordnung, die Entstehungsgeschichte, eine Inhaltsbeschreibung, die Untersuchung der Inszenierung des Holocausts, die Analyse der Wirkung auf das Publikum sowie die kritische Reflexion des Authentizitätsanspruchs.

Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Erwin Leiser, Holocaust-Inszenierung, Kompilationsfilm, Erinnerungskultur, mediale Darstellung und zeitgenössische Rezeption.

Warum spielt die Wahl der Musik im Film eine so wichtige Rolle für den Autor?

Der Autor betont, dass Leiser die Musik „asketisch“ und „kontrapunktisch“ einsetzt, um eine emotionale Distanz zu wahren und den Zuschauer nicht durch aufdringliche Untermalung in seiner Urteilsbildung zu beeinflussen.

Wie bewertet die Arbeit Leisers Umgang mit dem Authentizitätsanspruch?

Die Arbeit erkennt den dokumentarischen Wert des Films an, weist jedoch darauf hin, dass die Auswahl und Montage von authentischem Bildmaterial immer auch eine spezifische Sichtweise suggeriert und daher kritisch hinterfragt werden muss.

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Details

Title
'Mein Kampf'. Die Inszenierung des Holocausts im Film Erwin Leisers
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Course
Die Inszenierung der Vergangenheit: Musik und Film als Medien von Erinnerung am Beispiel des Holocaust
Grade
1,0
Author
Kirsten Garbade (Author)
Publication Year
2005
Pages
33
Catalog Number
V39053
ISBN (eBook)
9783638379441
ISBN (Book)
9783668300859
Language
German
Tags
Mein Kampf Inszenierung Holocausts Film Erwin Leisers Inszenierung Vergangenheit Musik Film Medien Erinnerung Beispiel Holocaust
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kirsten Garbade (Author), 2005, 'Mein Kampf'. Die Inszenierung des Holocausts im Film Erwin Leisers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39053
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