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Nordkorea - Ein Vergleich zwischen Selbstdarstellung und Außenwirkung

Title: Nordkorea - Ein Vergleich zwischen Selbstdarstellung und Außenwirkung

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 30 Pages , Grade: 2

Autor:in: MA Thorsten Schankin (Author)

Politics - Region: Far East
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Ohne große Kontroversen zu entfachen, kann wohl behauptet werden, dass Nordkorea heute der geheimnisvollste und am meisten isolierte Staat der Welt ist. Auch kann ein Unterschied zwischen Selbsteinschätzung und der Wahrnehmung durch die internationale Staatengemeinschaft wohl kaum diametraler bestehen als hier. Die offizielle nordkoreanische Sichtweise berichtet von einer gerechten, kommunistischen, auf die eigene Stärke und traditionelle Werte (die sogenannte Juche-Ideologie) fokussierten Gesellschaft, für den Westen ist die KDVR (Koreanische Demokratische Volksrepublik) bestenfalls ein totalitäres Entwicklungsland, eine perfekte Umsetzung der Orwellschen Visionen oder sogar ein „Schurkenstaat“.
In dieser Hausarbeit, die im Rahmen des Interdisziplinären Kolloquiums „Kollektive Identitäten“ entstand, soll versucht werden, die Diskrepanz zwischen Wirklichkeit und Selbstverständnis im Staat Nordkorea darzustellen und zu untersuchen. Ein besonderes Augenmerk fällt dabei auch auf den ausgeprägten Führerkult rund um die Familie Kim, den Lenkern des Landes seit der Teilung der koreanischen Halbinsel.
Auch um sich der Antwort auf die drängende Frage zu nähern, wie das System Nordkoreas bis heute seine Existenz sichern konnte, ist es wichtig zu klären, inwieweit die Realität in Nordkorea dem Selbstbild des Landes entspricht.
Die zentrale Frage ist allerdings, ob eine Arbeit über Nordkorea überhaupt den Anspruch erfüllen kann, fundiert und sachlich richtig zu sein. Angesichts einer faktisch nicht vorhandenen Informationspolitik ist dieser Staat immer noch eine „black box“ für die Forscher. Während der Süden ergiebig in vielen Abhandlungen analysiert wurde und wird, man unzählige Aufsätze und Webseiten finden kann und Journalisten ungehindert vor Ort recherchieren können, ist es ungleich komplizierter, verlässliche Informationen über den Norden zu bekommen. Es existieren natürlich Bücher, aber durch die Isolationspolitik und strenge Pressezensur gibt es wenig echte Insider-Informationen. Allerdings richtet sich in letzter Zeit, vor allem bedingt durch jüngste geopolitische Entwicklungen und Ereignisse in Nordkorea (Zugkatastrophe im April 2004, mögliche Atomtests im September 2004) der Fokus der Öffentlichkeit immer stärker auf dieses „unbekannte“ Land.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeines

2.1 Die Geschichte der Teilung bis zum Ende des Koreakrieges

2.2 Die Juche–Ideologie als Grundlage

2.3 Die Isolation als Folge

3. Die beiden gegensätzlichen Bilder von Nordkorea

4. Die Realität und der Anspruch

5. Der Kim-ismus als Ersatzreligion

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen der offiziellen Selbstdarstellung Nordkoreas und der realen Wahrnehmung durch die internationale Staatengemeinschaft. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie das nordkoreanische System unter dem ausgeprägten Führerkult seine Existenz sichern konnte und inwieweit die staatliche Propaganda mit den tatsächlichen Lebensbedingungen korrespondiert.

  • Analyse der Juche-Ideologie als staatliches Fundament
  • Untersuchung der totalitären Strukturen und des Führerkults
  • Kritische Gegenüberstellung von staatlicher Propaganda und Berichten von Überläufern
  • Erörterung der Rolle der Isolation als Mittel zur Herrschaftssicherung

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Äußerungen des Systems als Informationsquelle

Interessant in diesem Zusammenhang, wenn auch mit äußerster Sorgfalt zu analysieren, sind die offiziellen Äußerungen des Systems Nordkoreas selbst. Sofern sie nicht Verheißungen von Glück, Wohlstand und Erlösung beinhalten, ist zu vermuten, dass sie auch politische Konzepte einschließen. Es ist darauf hinzuweisen, dass diese Äußerungen, also die offiziellen Verlautbarungen des Systems, hauptsächlich als Zitate des Großen Führers Kim Il Sung vorliegen. Sein Werk ist, ähnlich wie bei Mao Zedong von Kommentatoren aus Berichten, Reden und Interviews Kims zusammengesetzt.28 Dass die gezielte Beeinflussung der Menschen zum Konzept der Nordkoreanischen Führung gehört, ist aus den Äußerungen Kims sogar eindeutig herauszulesen. Die Führung gibt offen zu die Bürger nach ihrem Bild formen zu wollen. Kim Il Sung geht von folgendem aus: „Erst wenn die Menschen,[...] kommunistisch erzogen und umgeformt werden, ist es möglich, die Grundfragen beim Aufbau des Kommunismus zu lösen [...].“29 und weiter: „Bei der Revolutionierung der Bauern und ihrer Umformung nach dem Vorbild der Arbeiterklasse kommt es vor allem darauf an, alle Bauern fest mit der revolutionären Ideologie der Arbeiterklasse und dem Geist des Kollektivismus auszurüsten und ihnen die Einstellung als „Herren zur Revolution anzuerziehen.“ 30

Die Äußerungen dieser Art sind im Grunde austauschbar. Sie werden mit gleichem Inhalt über alle gesellschaftlichen Gruppe in Nordkorea verbreitet, außer die, die schon die Parteilinie vollständig unterstützen. Die Schriften Kims sind hauptsächlich durch die ständigen Wiederholungen des immer gleichen Inhalts gekennzeichnet. Dieser bezieht sich im Wesentlichen auf die Notwendigkeit und Umsetzung der Revolution, der herausragenden Stellung der Juche-Ideologie, der Genialität des Führers und die geschichtliche Begründung all dessen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Isolation Nordkoreas und stellt die Forschungsfrage nach der Diskrepanz zwischen dem staatlichen Selbstbild und der internationalen Wahrnehmung.

2. Allgemeines: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die demografischen und historischen Grundlagen sowie die Entstehung der Juche-Ideologie und die daraus resultierende politische Isolation.

3. Die beiden gegensätzlichen Bilder von Nordkorea: Es werden die diametral entgegenstehenden Sichtweisen – die offizielle Propaganda des Staates einerseits und kritische Berichte über Menschenrechtsverletzungen andererseits – gegenübergestellt.

4. Die Realität und der Anspruch: Das Kapitel analysiert die Diskrepanz zwischen dem propagierten sozialen Ideal und der repressiven Realität, inklusive der Rolle von Konzentrationslagern und systematischer Überwachung.

5. Der Kim-ismus als Ersatzreligion: Hier wird der Führerkult um die Kim-Familie als quasi-religiöses System untersucht, das den ideologischen Zusammenhalt erzwingen soll.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Selbstdarstellung des Regimes primär der Machtlegitimation und dem Täuschungsapparat dient.

Schlüsselwörter

Nordkorea, Juche-Ideologie, Führerkult, Kim Il Sung, Kim Jong Il, Totalitarismus, Propaganda, Isolation, Menschenrechte, Herrschaftssystem, Ideologie, politische Unterdrückung, Planwirtschaft, Kollektive Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Diskrepanz zwischen der offiziellen Selbstdarstellung Nordkoreas und der tatsächlichen politischen sowie gesellschaftlichen Realität im Land.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Zentrale Themen sind die Juche-Ideologie, der Personenkult um die Kim-Familie, die Auswirkungen der staatlichen Isolation sowie die totalitären Strukturen des nordkoreanischen Staates.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen Selbstbild und Außenwirkung darzustellen und zu klären, wie das System Nordkorea seine Existenz trotz der extremen Isolation sichern kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Literatur- und Quellenanalyse, bei der staatliche Verlautbarungen sowie Berichte von Beobachtern und Überläufern kritisch gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Genese des Staates, der theoretischen Grundlage der Juche-Ideologie, der Analyse totalitärer Kontrollmechanismen und der Rolle des Kim-ismus als Ersatzreligion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Juche, Totalitarismus, Führerkult, politische Repression und Isolation.

Welche Bedeutung hat die Juche-Ideologie für das nordkoreanische Regime?

Sie dient als formale ideologische Grundlage, die alle politischen Prozesse bestimmt und dazu genutzt wird, die absolute Unabhängigkeit des Staates zu proklamieren sowie die Bevölkerung auf den "eigenen Weg" einzuschwören.

Wie bewertet der Autor die Informationslage zu Nordkorea?

Aufgrund der extremen Abschottung und staatlichen Pressezensur beschreibt der Autor den Staat als "Black Box" für Forscher, was eine kritische Prüfung aller verfügbaren Quellen zur Glaubwürdigkeit unerlässlich macht.

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Details

Title
Nordkorea - Ein Vergleich zwischen Selbstdarstellung und Außenwirkung
College
University of Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Course
Interdisziplinäres Forschungskolloquium: Kollektive Identitäten
Grade
2
Author
MA Thorsten Schankin (Author)
Publication Year
2004
Pages
30
Catalog Number
V39109
ISBN (eBook)
9783638379885
ISBN (Book)
9783638654838
Language
German
Tags
Nordkorea Vergleich Selbstdarstellung Außenwirkung Interdisziplinäres Forschungskolloquium Kollektive Identitäten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
MA Thorsten Schankin (Author), 2004, Nordkorea - Ein Vergleich zwischen Selbstdarstellung und Außenwirkung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39109
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