x Unter Flugplätzen versteht man Flughäfen, Landeplätze und Segelfluggelände. Thema dieser Arbeit sind die zu ersteren zählenden Verkehrs- und Regionalflughäfen. In Deutschland gibt es 18 Verkehrsflughäfen.
x Die Nutzer der Flughäfen sind Fluggesellschaften, Fluggäste, Frachtkunden, Besucher, Mieter von Gewerbeflächen und Behörden. Die Kernfunktion eines Flughafens ist die Bereitstellung von Anlagen für den Luftverkehr (Wegsicherungsfunktion). Die Anlagen eines Flughafens sind folgende: Start- und Landebahn, Flugbetriebsflächen (Rollfeld und Vorfeld), Abfertigungsgebäude mit Kontrollturm, Hauptgebäude und Infrastruktur für Verkehrsanbindung.
x Als Wirtschaftsfaktor kommt dem Flughafen Bedeutung als Standortfaktor, Steuersubjekt und Arbeitgeber zu. Außerdem sind die Verkehrseinnahmen (Aviation) und die kommerziellen Einnahmen (Non-Aviation) wirtschaftlich interessant.
x Flughafen Frankfurt. 2003 durchliefen ihn fast 50 Mio. Passagiere. Es erfolgten ca. 450.000 Starts und Landungen. Rund 1,5 Mio. Tonnen (t) Fracht wurden abgefertigt. Damit hatte Frankfurt bei den Fluggästen einen Marktanteil von 34 Prozent am Gesamtaufkommen, bei den Flugzeugbewegungen 22 Prozent und bei der Fracht 65 Prozent.
x Bei den Passagierzahlen sind auf Grund ihres Marktanteils noch München (17 Prozent), Düsseldorf (zehn Prozent), Berlin Tegel (acht Prozent), Hamburg (sieben Prozent), Köln/Bonn (6 Prozent) und Stuttgart (fünf Prozent) von Bedeutung (alle Zahlen 2003). Bezüglich der Flugzeugbewegung gilt dieselbe Rangordnung.Für die Frachtabfertigung spielen neben Frankfurt noch Köln/Bonn mit einem Marktanteil von 22 Prozent und München (7 Prozent) eine Rolle (Zahlen 2003).
x Die Geschäftszahlen verhalten sich weitestgehend relativ zu den Verkehrszahlen. Es bilden sich ähnliche bzw. gleiche Ranglisten. Die Umsatzerlöse bewegen sich in einer Größenordnung von 8,5 Mio. Euro (Flughafen Erfurt) bis 1803,6 Mio. Euro (Flughafen Frankfurt) im Jahr 2002, wovon ca. 57 Prozent aus Verkehrseinnahmen entstehen. Die Mitarbeiteranzahl der Flughafenbetreibergesellschaften beläuft sich ca. zwischen 130 (Flughafen Erfurt) und 13.450 (Flughafen Frankfurt). Das Investitionsvolumen liegt zwischen 2,5 Mio. Euro (Flughafen Hannover) und 290,5 Mio. Euro (Flughafen Frankfurt) pro Jahr (Zahlen von 2002).
Inhaltsverzeichnis
III. Managementzusammenfassung
1. Einleitung
2. Grundlagen zum Thema Flughäfen
2.1 Struktur deutscher Flugplätze
2.2 Funktionen und Anlagen von Flughäfen
2.3 Flughäfen als Wirtschaftsfaktor
3. Vergleich der deutschen Verkehrsflughäfen
3.1 Entwicklung und Vergleich der Verkehrszahlen
3.2 Vergleich der Geschäftszahlen
3.3 Vergleich sonstiger Daten
4. Aktuelle Entwicklungen
4.1 Besonderheiten der Entwicklung der letzten Jahre
4.2 Klassische Verkehrsflughäfen und Billigfluggesellschaften
4.3 Regionalflughäfen und Billigfluggesellschaften
4.4 Wichtige Zukunftsprojekte deutscher Flughäfen
5. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert und vergleicht die 18 deutschen Verkehrsflughäfen hinsichtlich ihrer Anlagendaten, Verkehrs- und Geschäftszahlen, um den aktuellen Status quo der Branche sowie die Auswirkungen neuer Markttrends wie Billigfluggesellschaften zu beleuchten.
- Struktur und Funktionen deutscher Verkehrs- und Regionalflughäfen
- Vergleichende Analyse von Verkehrs- und Geschäftszahlen
- Bedeutung von Flughäfen als Wirtschaftsfaktor
- Einfluss von Billigfluggesellschaften auf den Luftverkehrsmarkt
- Zukünftige bauliche Projekte und infrastrukturelle Entwicklungen
Auszug aus dem Buch
2.3 Flughäfen als Wirtschaftsfaktor
Ein Flughafen ist keine bloße Ansammlung von Gebäuden, Anlagen und Infrastruktur. Er ist ein Wirtschaftsunternehmen. Als solches kommt ihm wirtschaftliche Bedeutung zu. Als wichtiger Standortfaktor zieht er viele Unternehmen in sein Einzugsgebiet. Als Steuersubjekt führt er zu Steueraufkommen.
Als Arbeitgeber zieht er Beschäftigungseffekte nach sich. Die Flughafenbetreibergesellschaft schafft ebenso Arbeitsplätze wie die anderen am Luftverkehr beteiligten Unternehmen. Dies nennt man die direkten Arbeitsplätze. Indirekte Arbeitsplätze entstehen durch Dienstleistungen für Passagiere und Frachtgüter, wie zum Beispiel der Ticketverkauf in Reisebüros oder Hoteldienstleistungen. Induzierte Arbeitsplätze ergeben sich durch direkt oder indirekt luftverkehrsbedingte Ausgaben. Dadurch, dass der Flughafen eine Region für Unternehmen interessanter macht, kommen noch die sogenannten katalysierten Arbeitsplätze hinzu. So schafft jeder Job am Flughafen ca. 2,1 Jobs im Umland. Dieser Effekt wird Multiplikatoreffekt genannt.
Wirtschaftliche Bedeutung haben außerdem die Einnahmen der Flughäfen. Diese können in Verkehrseinnahmen (Aviation) und kommerzielle Einnahmen (Non-Aviation) unterteilt werden. Zu ersteren gehören alle Einnahmen, „die sich direkt aus der Abfertigung von Flugzeugen, Passagieren, Luftfracht und Luftpost ergeben.“ Einen Teil hiervon bilden die Lande- und Abstellgebühren. Die Landegebühr wird nach dem Höchstabfluggewicht berechnet. Abstellgebühren entstehen dann, wenn eine bestimmte Standzeit am Boden überschritten wird. Zu den Verkehrseinnahmen zählen außerdem eine variable Gebühr pro Fluggast und die Abfertigungsgebühren für die Flugzeuge. Zu den kommerziellen Gebühren ist alles zu zählen, was nicht direkt mit dem Flughafenbetrieb zu tun hat. Darunter fallen Mieten, Konzessionen, Pachten, Parkgebühren und Verkaufsaktivitäten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hinführung zum Thema unter Berücksichtigung der infrastrukturellen Notwendigkeit von Flughäfen und Definition der Zielsetzung der Arbeit.
2. Grundlagen zum Thema Flughäfen: Definition und Struktur der verschiedenen Flugplatztypen sowie Darstellung der Kernfunktionen und der Rolle als Wirtschaftsfaktor.
3. Vergleich der deutschen Verkehrsflughäfen: Detaillierte Gegenüberstellung von Verkehrs-, Geschäfts- und Anlagendaten zur Analyse des Ist-Zustandes der 18 deutschen Standorte.
4. Aktuelle Entwicklungen: Untersuchung des Wandels durch Billigfluggesellschaften und Vorstellung wichtiger baulicher Zukunftsprojekte an bedeutenden Flughäfen.
5. Schlussbemerkung: Resümee über die turbulenten Entwicklungen der vergangenen Jahre und Ausblick auf die weitere Marktbeobachtung.
Schlüsselwörter
Deutsche Flughäfen, Verkehrsflughäfen, Regionalflughäfen, Fluggesellschaften, Billigfluggesellschaften, Luftverkehr, Wirtschaftsfaktor, Passagieraufkommen, Frachtaufkommen, Umsatzerlöse, Infrastruktur, Standortfaktor, Low Cost Carrier, Flughafenbetreibergesellschaft, Kapazitätsausbau.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem systematischen Vergleich der 18 Verkehrsflughäfen in Deutschland basierend auf Daten aus dem Zeitraum 1999 bis 2003.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die infrastrukturellen Rahmenbedingungen, betriebswirtschaftliche Kenngrößen wie Umsätze und Mitarbeiterzahlen sowie der Einfluss neuer Marktteilnehmer wie Billigfluggesellschaften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Analyse des Status quo der deutschen Flughäfen und die Aufzeigung von Entwicklungen und Trends im Luftverkehrssektor.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine vergleichende Analyse von Verkehrs- und Geschäftszahlen sowie eine Auswertung von Branchenstatistiken, Geschäftsberichten und Experteninterviews.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen zum Flughafenwesen, eine detaillierte Datenanalyse der Verkehrsflughäfen sowie die Betrachtung aktueller Trends und Zukunftsprojekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen: Deutsche Flughäfen, Wirtschaftsfaktor, Billigfluggesellschaften, Passagieraufkommen und Infrastrukturausbau.
Wie haben sich Billigfluggesellschaften auf die Ranglisten ausgewirkt?
Sie haben zu einer Dynamisierung beigetragen, wodurch Standorte wie Hahn und Lübeck signifikante Zuwachsraten verzeichneten und in die Ranglisten aufstiegen.
Warum spielt der Multiplikatoreffekt bei Flughäfen eine wichtige Rolle?
Er illustriert die Bedeutung eines Flughafens als regionalen Wirtschaftsmotor, da ein Arbeitsplatz am Flughafen rechnerisch ca. 2,1 weitere Jobs im Umland generiert.
Was ist der Grund für den Kapazitätsausbau in Frankfurt?
Frankfurt stößt als größter deutscher Flughafen an seine Kapazitätsgrenzen, weshalb zur Vermeidung von abwandernder Nachfrage der Bau der Nordwestlandebahn forciert wird.
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- Karin Höß (Author), 2004, Deutsche Flughäfen im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39150