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Korruptes Verhalten im politischen und administrativen Bereich.

Titel: Korruptes Verhalten im politischen und administrativen Bereich.

Hausarbeit , 2000 , 27 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anna Hörlein (Autor:in)

Soziologie - Recht und Kriminalität
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

1. Korruption: Gegenstand verschiedenster Wissenschaftsbereiche

Korruption ist so vielschichtig, dass sich fast alle Sozial-, Geistes- und Wirtschaftswissenschaften damit beschäftigen. Insbesondere durch die steigende globale wirtschaftliche Verflechtungen erlangt das Thema in Politik und Wissenschaft immer größere Bedeutung.
Aufgrund der vielen Facetten von Korruption, folgt zunächst ein kurzer Überblick der unterschiedlichen Forschungsansätze.
Da Bestechung und Vorteilsnahme usw. juristische Tatbestände sind, betrifft das Thema natürlich substantiell die Rechtswissenschaften. Unzählige Fachpublikationen beschäftigen sich mit der Frage, wie bestehende Gesetze wirksamer zur Korruptionsbekämpfung eingesetzt werden können oder wie durch Gesetzesänderungen Verbesserungen zu erreichen sind.
[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Korruption: Gegenstand verschiedenster Wissenschaftsbereiche

2. Begriffsdefinitionen

3. Das Prinzipal-Agent-Klient-Modell

3.1. Erläuterung des Modells und seiner Grundannahmen

3.2. Diskussion und Kritik der Grundannahmen des institutionenökonomischen Ansatzes: Organisationsethische Erkenntnisse

4. Korruption organisiert in sozialen und politischen Netzwerken

5. Korruptionswahrnehmung: Empirische Untersuchungen

5.1. Umfrage einer Forschungsgruppe des Bundeskriminalamt (BKA) 1995

5.2. Korruption in reichen und Armen Ländern: Eine internationale Umfrage von 1994

5.3. Der Corruption Perceptions Index 2000 von Trancperency International

6. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das vielschichtige Phänomen Korruption in politischen und administrativen Strukturen, wobei der Fokus auf den institutionellen, ökonomischen und organisationsethischen Rahmenbedingungen liegt. Ziel ist es, durch die Verknüpfung von theoretischen Modellen mit empirischen Umfrageergebnissen ein tieferes Verständnis für die Mechanismen und die Wahrnehmung von Korruption zu entwickeln.

  • Analyse von Korruption mittels des Prinzipal-Agent-Klient-Modells
  • Untersuchung der Rolle von Netzwerken als Organisationsmerkmal korrupter Prozesse
  • Auswertung empirischer Studien zur Korruptionswahrnehmung (BKA-Umfragen und CPI)
  • Diskussion organisationsethischer Barrieren für integres Verhalten
  • Reflektion über die sozioökonomischen Voraussetzungen von Korruption

Auszug aus dem Buch

Korruption organisiert in sozialen und politischen Netzwerken

Neben der institutionenökonomischen Analyse von Korruption und der Untersuchung von organisationsethischen Merkmalen bietet sich der Ansatz von korrupten Netzwerken an. Soziale bzw. politische Netzwerke sind insbesondere Forschungsbereiche der Soziologie und der Politikwissenschaft.

Oft wird mit Korruption eine Art krimineller geheimer Zirkel assoziiert. Unberechtigt ist dieses Bild nicht, denn tatsächlich findet Bestechung meist eingebettet in einem korrupten Netzwerk statt. Korrupter Tausch sieht sich dem Dilemma der fehlenden Rechtsgarantien gegenüber. Keine außenstehende legale Institution gewährleistet dem Bestechenden, dass er dafür vom Bestochenen die gewünschte Leistung erhält. Da es sich um einen kriminellen Akt handelt, wird sich keiner der Beteiligten auf offizielle Rechtsnormen berufen. Unter diesen Umständen steigt das Verlustrisiko für den Bestechenden. Insofern kann man davon ausgehen, dass diese Vertragsunsicherheit eine höhere Hemmschwelle für korrupte Geschäfte erzeugt. Beiden Parteien, nennen wir sie wieder Agent und Klient, entgehen so gewünschte Leistungen. Abhilfe schafft in vielen Fällen eine informelle Rahmenordnung, an die sich Agent und Klient in der Regel halten. „Depending upon how corruption networks are organised, there may be informal mechanisms through which contracts can be enforced.“ Tatsächlich kann man annehmen, dass eine anarchische, also regellose Form der Korruption die Ausnahme ist.

Jean Cartier-Bresson erkennt in jedem sozioökonomischen korrupten Netzwerk drei zentrale Koordinationsmechanismen: 1.Marktwirtschaftliche Merkmale (Wettbewerb, Eigennutz, Preismechanismus), 2. Hierarchie und 3. Solidarität. Fast gegensätzliche Attribute ergänzen bzw. bedingen sich hier. Betrachtet man Korruption als eine Pervertierung eines gesellschaftlichen und ökonomischen Systems, spiegelt sich die Logik dieses Zustand in der Gestalt korrupter Netzwerke wieder. Im Extremfall werden offizielle Strukturen durch soziale Netzwerke ersetzt, die Korruption als normale geschäftliche, sozial und politische Interaktionsform etablieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Korruption: Gegenstand verschiedenster Wissenschaftsbereiche: Gibt einen Überblick über die vielfältigen wissenschaftlichen Perspektiven auf Korruption, von Rechtswissenschaften bis zu sozio-ökonomischen Ansätzen.

2. Begriffsdefinitionen: Erörtert die begriffliche Abgrenzung von Korruption und diskutiert unterschiedliche Forschungsansätze bezüglich der Folgen von Bestechung.

3. Das Prinzipal-Agent-Klient-Modell: Analysiert Korruption als Informations- und Vertrauensproblem, erweitert um die Rolle des Klienten zur besseren Identifizierung illegaler Tauschvorgänge.

4. Korruption organisiert in sozialen und politischen Netzwerken: Beleuchtet die Rolle von Netzwerken als stabilisierende Strukturen, die korrupte Transaktionen trotz fehlender Rechtsgarantien ermöglichen.

5. Korruptionswahrnehmung: Empirische Untersuchungen: Präsentiert und bewertet empirische Daten, darunter BKA-Umfragen und den Corruption Perceptions Index, um die reale Bedeutung von Korruption zu beleuchten.

6. Schlussbemerkung: Fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit differenzierten Wissens zur Bekämpfung gefestigter Korruptionsstrukturen.

Schlüsselwörter

Korruption, Prinzipal-Agent-Modell, Klient, Korruptionsnetzwerke, Bestechung, öffentliche Verwaltung, Politikwissenschaft, Sozialwissenschaften, Korruptionswahrnehmung, Institutionenökonomie, Organisationsethik, BKA-Umfrage, Corruption Perceptions Index, Rechtsstaatlichkeit, Vetternwirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der Korruption aus einer organisationssoziologischen und institutionenökonomischen Perspektive, um Mechanismen und Ursachen in Politik und Verwaltung aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Prinzipal-Agent-Klient-Modell, die Bedeutung informeller Netzwerke bei der Entstehung von Korruption sowie die empirische Erfassung von Korruptionsphänomenen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, durch theoretische Konzepte korrupte Vorgänge schematisch zu identifizieren und die Rolle von sozialen Strukturen bei der Aufrechterhaltung solcher Prozesse zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die bestehende theoretische Modelle wie das Prinzipal-Agent-Modell mit empirischen Daten aus Umfragen, wie jenen des BKA oder von Transparency International, verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung von Korruption, der Analyse korrupter Netzwerke und der Auswertung empirischer Erkenntnisse zur Korruptionswahrnehmung in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Korruption, Prinzipal-Agent-Modell, soziale Netzwerke, empirische Korruptionswahrnehmung und Institutionenökonomie charakterisiert.

Welche Bedeutung kommt der "Klientenrolle" im Modell zu?

Die Erweiterung des klassischen Prinzipal-Agent-Modells um die Rolle des Klienten ermöglicht eine realistischere Abbildung von Bestechungsszenarien, in denen ein Dritter den Agenten gezielt zur Vertragsverletzung motiviert.

Warum spielen Netzwerke eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung von Korruption?

Netzwerke bieten informelle Rahmenordnungen und Sanktionsmechanismen, die das Risiko des Verrats minimieren und somit den korrupten Tausch, der rechtlich nicht geschützt werden kann, erst dauerhaft ermöglichen.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Korruptes Verhalten im politischen und administrativen Bereich.
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Einführung in die Organisationssoziologie
Note
1,0
Autor
Anna Hörlein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
27
Katalognummer
V3919
ISBN (eBook)
9783638124300
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Korruption öffentliche Verwaltung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anna Hörlein (Autor:in), 2000, Korruptes Verhalten im politischen und administrativen Bereich., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3919
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Leseprobe aus  27  Seiten
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