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Türken in Deutschland. Eine Parallelgesellschaft?

Title: Türken in Deutschland. Eine Parallelgesellschaft?

Seminar Paper , 2005 , 26 Pages , Grade: 2.5

Autor:in: Jan Möller (Author)

Sociology - Miscellaneous
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In Deutschland leben gegenwärtig 1,9 Millionen Türken, von denen 90 % muslimischen Glaubens sind.
Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, inwieweit eine Integration dieser großen Bevölkerungsgruppe in die bundesrepublikanische Gesellschaft bereits stattgefunden hat, sowie mögliche Integrationshemmnisse in der Vergangenheit und in der Gegenwart aufzuzeigen und zu analysieren.
Des weiteren soll eine Antwort auf die Frage gegeben werden, ob der in den Medien zunehmend Verwendung findende Begriff der „Parallelgesellschaft“ eine zutreffende Bezeichnung für das Zusammenleben zwischen türkischer Minderheits- und deutscher Mehrheitsgesellschaft ist.

Zu Beginn der Arbeit wird versucht werden, den zum Schlagwort verkommenen Begriff der „Parallelgesellschaft“ zu definieren. Es soll aufgezeigt werden, wie diese Bezeichnung entstand, was sie eigentlich bezeichnen soll, und inwiefern ein Bedeutungswandel zu beobachten ist.
Im Anschluss erfolgt ein kurzer Abriss der geschichtlichen Entwicklung der türkischen Zuwanderung in die Bundesrepublik Deutschland.
In einem nächsten Schritt sollen die Lebensumwelt und Lebenserfahrungen von Türken in Deutschland sowohl auf Grundlage empirischer Ergebnisse als auch exemplarisch aufgezeigt und analysiert werden. Ein Schwerpunkt wird dabei das Traditionsverständnis und die Religion sein, da diese bei oberflächlicher Betrachtung meist als bestimmende Determinanten einer Integrationsunfähigkeit aufgeführt werden.
Da für ein friedliches, gemeinsames und freundschaftliches Zusammenleben in der Zukunft die heutige Jugend wegweisend ist, wird außerdem der Altersgruppe der 14-29 jährigen Türken besondere Beachtung geschenkt.
Um eine eindimensionale Betrachtungsweise zu verhindern, wird auch untersucht werden, inwieweit die in Deutschland lebenden Türken als homogene Gruppe wahrzunehmen sind, und inwieweit es auch innerhalb der Minorität Differenzierungen gibt.
Die Diskriminierungserfahrungen türkischer Mitbewohner werden, aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit, ebenso wie die besondere Rolle der Frau im islamischen Glauben nur am Rande angesprochen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff der Parallelgesellschaft

2.1 Definition

2.2 Ursprung

2.3 Wandlung des Begriffs

3. Türken in Deutschland

3.1 Einwanderungs- und Integrationspolitik

3.1.1 Anwerbung und Abwerbung (1961 – 82)

3.1.2 Integrationsansätze (ab 1990)

3.2 Zwischen zwei Kulturen: Türkisches Leben in Deutschland

3.2.1 Türken in Deutschland: Eine homogene Gruppe?

3.2.2 Türkische Jugendliche in Deutschland

3.2.3 Die Bedeutung von Religion, Tradition und Nationalismus

3.2.4 Türkische Parallelwelten in Deutschland?

3.2.5 Beidseitige Diskriminierung?

3.3 Exkurs: Ein europäischer Islam?

4. Fazit Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Integrationsstatus der türkischen Bevölkerungsgruppe in Deutschland und analysiert, ob der Begriff "Parallelgesellschaft" eine sachgemäße Beschreibung für das Zusammenleben darstellt oder ein problematisches Schlagwort bleibt.

  • Historische Entwicklung der türkischen Zuwanderung
  • Bedeutung von Religion und Tradition als Integrationsfaktoren
  • Lebensrealitäten und Selbstverständnis türkischer Jugendlicher
  • Diskriminierungserfahrungen und gegenseitige Vorurteilsstrukturen
  • Kritische Reflexion des Begriffs der Parallelgesellschaft

Auszug aus dem Buch

3.2.3 Die Bedeutung von Religion, Tradition und Nationalismus

Die Frage nach einer gelungenen Integrationspolitik behandelt die Integration von Muslimen in die demokratische und christlich-geprägte bundesrepublikanische Gesellschaftsordnung. Es mag zu einfach sein, daraus zu schließen, die Integration anderer Bevölkerungsgruppen wie beispielsweise der Italiener, Polen, Russen oder Griechen sei erfolgreich abgeschlossen, doch scheint keine Bevölkerungsgruppe so sehr als „Integrationsproblem“ wahrgenommen zu werden wie die in Deutschland lebenden Muslime. Die religiöse Identität scheint das Gefühl der Fremdheit zwischen Mehrheits- und Minderheitsgesellschaft zu potenzieren. Wie kann man nun dieses Gefühl der Fremdheit, die meines Erachtens nach zu einem großen Teil auf Unwissenheit und Angst vor dem Unbekannten beruht, überwinden?

Niemandem ist damit geholfen, dass beispielsweise in deutschen Schwimmbädern extra muslimische Schwimmnachmittage für Frauen eingeführt werden, bei denen diesen die Gelegenheit geboten wird, geschützt vor Männerblicken zu schwimmen. Eine falsch verstandene Toleranz der Minderheit gegenüber verstärkt nur bestehende Berührungsschwierigkeiten. Es erscheint wie blanker Hohn, wenn auf der einen Seite eine Studie des Familienministeriums davon spricht, starke familiäre Bande , die enge Bindung an die Familie und die positive Generationenbindung müsse vielmehr als Ressource und nicht als Integrationshindernis gesehen werden, aber zugleich eine repräsentative Studie unter türkischen Frauen in Berlin nachweist, das jede vierte türkische Frau von Zwangsverheiratungen betroffen ist und 30 % der Klientinnen in Frauenhäusern türkisch-muslimische Frauen sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die demografische Ausgangslage dar und definiert das Ziel, die Integrationssituation sowie die Berechtigung des Begriffs "Parallelgesellschaft" zu hinterfragen.

2. Der Begriff der Parallelgesellschaft: Dieses Kapitel definiert den Begriff, erläutert dessen Ursprung und analysiert den Bedeutungswandel im soziologischen und medialen Diskurs.

3. Türken in Deutschland: Das Kapitel beleuchtet detailliert die politische Geschichte, das Leben zwischen den Kulturen, die Jugendperspektive, religiöse Einflüsse, Parallelstrukturen und Diskriminierungsphänomene.

4. Fazit Ausblick: Das Fazit bewertet den Begriff der Parallelgesellschaft als ungeeignet für das beschriebene Integrationsproblem und plädiert für eine werteorientierte Integrationspolitik.

Schlüsselwörter

Parallelgesellschaft, Integration, Migration, Islam, Diskriminierung, Identität, Religionsfreiheit, Kultur, Jugendliche, Traditionsverständnis, Bundesrepublik Deutschland, Wertekonsens, Segregation, Zuwanderung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Integration der in Deutschland lebenden türkischen Bevölkerungsgruppe und hinterfragt kritisch die Verwendung des Begriffs "Parallelgesellschaft" als Beschreibung für das Zusammenleben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Einwanderungsgeschichte, die Rolle von Religion und Tradition, die Lebensumwelt türkischer Jugendlicher sowie die gegenseitigen Diskriminierungserfahrungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Integrationshemmnisse zu identifizieren und zu klären, ob die Bezeichnung "Parallelgesellschaft" für die beobachteten sozialen Phänomene eine zutreffende Analyse darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Sekundärliteratur, empirischen Studien und aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten, um die Thematik multiperspektivisch aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsklärung, einen Abriss der Integrationspolitik, eine Untersuchung der Lebenswelt türkischer Mitbürger und eine Auseinandersetzung mit religiösen sowie soziokulturellen Konfliktfeldern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Integration, Parallelgesellschaft, Islam, Identität, Diskriminierung und kulturelle Segregation sind die prägenden Begriffe der Arbeit.

Wie bewertet der Autor die Rolle von Religion bei der Integration?

Der Autor sieht im religiösen Hintergrund eine Ursache für Integrationsschwierigkeiten und fordert eine Reform des Islamverständnisses, um Religion vom Politischen zum Privaten zu transformieren.

Welches Fazit zieht der Autor zur "Parallelgesellschaft"?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass "Parallelgesellschaft" eine falsche Bezeichnung für das Problem der Segregation ist, da die Betroffenen in Deutschland sozialisiert sind und Probleme primär in der Interaktion zwischen Minderheit und Mehrheitsgesellschaft entstehen.

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Details

Title
Türken in Deutschland. Eine Parallelgesellschaft?
College
University of Göttingen
Course
Die Anderen und die Fremden
Grade
2.5
Author
Jan Möller (Author)
Publication Year
2005
Pages
26
Catalog Number
V39227
ISBN (eBook)
9783638380584
ISBN (Book)
9783640366835
Language
German
Tags
Türken Deutschland Eine Parallelgesellschaft Anderen Fremden moslems muslime terror ghetto ghettoisierung berlin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Möller (Author), 2005, Türken in Deutschland. Eine Parallelgesellschaft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39227
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