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Mittel zum Sieg? Caesars Clementia-Politik während des Bürgerkrieges

Title: Mittel zum Sieg? Caesars Clementia-Politik während des Bürgerkrieges

Seminar Paper , 2003 , 10 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Carl Christian Wahrmann (Author)

World History - Early and Ancient History
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Als 49 v. Chr. der Bürgerkrieg begann, konnte der fünfzigjährige Caesar bereits auf ein ereignisreiches Leben zurückblicken. Sein Krieg gegen die Gallier hatte das Einflussgebiet des römischen Staates enorm vergrößern können. Gerade dieser Erfolg aber gereichte Caesar zum Nachteil. Während der langen Zeit, die er nicht in Rom war, baute Pompeius seine Stellung aus, so dass dieser 52 v. Chr. zum consul sine collega ernannt wurde. In dieser Stellung erließ er Gesetze, denenzufolge Caesar nach Beendigung seiner Amtszeit in Gallien amtlos geworden wäre. Ein fließender Übergang von einem Amt zum nächsten war nicht mehr möglich, außerdem sollte er für eine ne uerliche Bewerbung persönlich in Rom erscheinen. 1 In diesem Falle hätte er als Privatmann kommen müssen. Als solchem stand ihm eine Anklage durch seine politischen Gegnern bevor, die ihn wegen seines Verhaltens während des Konsulats 59 v. Chr. belangen wo llten. 2

Für Caesar war es nun zu einer Frage des politischen Überlebens geworden, sich zu verteidigen. Als Befehlshaber über mehrere Legionen entschloss er sich zum bewaffneten Kampf gegen die factio paucorum um Cato und Pompeius. 3 Von Caesar wurde erwartet, dass er ebenso wie Sulla seine Gegner mit den ihm zu Verfügung stehenden Mitteln wie Verbannung, Plünderung und Hinrichtung, bekämpfte. 4 Stattdessen war sein Kriegsstil von Verschonung und Begnadigung gekennzeichnet. Wie begründete Caesar dieses Verha lten, das der üblichen Kriegspraxis entgegenstand und welche Auswirkungen hatte diese, im folgenden an einigen Beispielen beleuchtete, Politik der clementia auf Freund und Feind?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

3. Begründung

4. Beispiele

5. Wirkung

6. Ergebnis und Ausblick

7. Quellen und Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Funktion der „Clementia“ (Milde) als Instrument von Gaius Iulius Caesar während des Römischen Bürgerkrieges. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, warum Caesar entgegen der üblichen Praxis der damaligen Kriegsführung seine unterlegenen Gegner verschonte und welche strategischen sowie politischen Auswirkungen dieses Vorgehen auf seinen Erfolg und sein Ansehen hatte.

  • Historischer Kontext von Caesars Aufstieg und dem Ausbruch des Bürgerkrieges.
  • Theoretische Herleitung und Bedeutung des Begriffs der Clementia in der Antike.
  • Analyse der Beweggründe Caesars für eine Strategie der Milde und Verschonung.
  • Konkrete historische Fallbeispiele, insbesondere der Fall von Corfinium.
  • Untersuchung der Reaktionen von Zeitgenossen und der langfristigen Wirkung auf die römische Herrschaftspraxis.

Auszug aus dem Buch

4. Beispiele

Das wirkungsvollste Beispiel für die „nova ratio vincendi“ war der Fall von Corfinium. Die Stadt in Mittelitalien war ein Sammelpunkt der Gegner Caesars, in der sich etwa 50 Senatoren und Ritter aufhielten. Pompeius hatte verfügt, Italien zu räumen, da er sich Caesars Streitmacht nicht gewachsen fühlte. Der Befehlshaber Corfiniums, Domitius Ahenobarbus, der vom Senat zum Nachfolger Caesars in Gallien bestimmt worden war, ignorierte jedoch die Weisung. Nach einer Woche musste die Stadt kapitulieren.

In der Nacht vor der Übergabe erklärte er dem Senator Lentulus Spinther, dass er „non maleficii causa“ nach Italien gekommen sei, sondern um das römische Volk zu befreien. Anstatt jedoch, wie erwartet, die Stadt zu plündern und die gefangenen Gegner hinrichten zu lassen, verzichtete Caesar auf beides. Im Gegenteil, er schützte die Besiegten sogar vor Übergriffen seiner Truppe, gab die Kriegskasse zurück, entließ die Anführer und vereidigte die Soldaten, die er als cives, nicht als Feinde ansah, auf sich. Diese Strategie der nachsichtigen Behandlung seiner Gegner setzte er auch im weiteren Kriegsverlauf fort. Erst bei einer erneuten Festnahme und damit dem deutlichen Beweis der Gegnerschaft, ließ Caesar hinrichten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der historischen Ausgangslage Caesars zu Beginn des Bürgerkrieges 49 v. Chr. und die Einführung der Forschungsfrage nach der politischen Absicht hinter seinem milden Kriegsstil.

2. Begriffsbestimmung: Untersuchung des Begriffs der Clementia als traditionell römische Tugend und ihrer spezifischen Einordnung in Caesars politisches Programm.

3. Begründung: Analyse der strategischen Motive Caesars, der durch Milde und Großmut versuchen wollte, allgemeine Zuneigung zu gewinnen und eine dauerhafte Stabilisierung seiner Herrschaft zu erreichen.

4. Beispiele: Aufzeigen der praktischen Umsetzung der „neuen Art zu siegen“ am Beispiel des Falls von Corfinium und dem Umgang mit erbeuteter Korrespondenz seiner Gegner.

5. Wirkung: Reflexion über die unterschiedlichen Reaktionen auf Caesars Milde, von der Akzeptanz in italienischen Städten bis hin zur ablehnenden Haltung der republikanischen Elite, die den Gnadenakt als Demütigung empfand.

6. Ergebnis und Ausblick: Fazit über den Erfolg der Clementia als politisches Instrument und ihre Fortführung in der späteren kaiserlichen Ideologie unter Augustus.

7. Quellen und Literatur: Auflistung der für die Arbeit herangezogenen antiken Quellen und wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Clementia, Gaius Iulius Caesar, Bürgerkrieg, Rom, Nova ratio vincendi, Pompeius, Milde, Herrschaft, Politik, Republik, Corfinium, Historie, Strategie, Tugend, Antike

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die „Clementia-Politik“ (Politik der Milde) von Gaius Iulius Caesar während des Bürgerkrieges gegen Pompeius und die Optimaten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Themen sind die theoretische Herleitung von Gnade in der römischen Welt, Caesars strategische Überlegungen zur Stabilisierung seiner Herrschaft und die Rezeption dieses Verhaltens durch Zeitgenossen.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, warum Caesar von der üblichen Praxis der militärischen Vergeltung abwich und ob diese Milde ein gezieltes politisches Kalkül zum Sieg und zur Machtfestigung darstellte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse historischer antiker Texte wie Caesar selbst, Cicero, Seneca und Cassius Dio unter Einbeziehung moderner altertumswissenschaftlicher Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil des Textes primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die Untersuchung der Motive für das Milde-Verhalten, die Darstellung konkreter historischer Beispiele (insbesondere Corfinium) sowie die Bewertung der Wirkung auf Freund und Feind.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Analyse?

Wichtige Begriffe sind Clementia, Nova ratio vincendi (neue Art zu siegen), Bürgerkrieg, politische Strategie, Machtausübung und das Verhältnis von Siegern zu Besiegten.

Warum lehnte Caesar laut Autor die Sullasche Methode der Abschreckung ab?

Caesar betrachtete die traditionelle Abschreckung und Hinrichtung als kontraproduktiv für die angestrebte dauerhafte Stabilisierung Italiens und das Ziel, die öffentliche Meinung für seine Sache zu gewinnen.

Welche Rolle spielte die Clementia für die späteren römischen Kaiser?

Die Clementia wurde als idealisierte Herrschertugend in die kaiserliche Ideologie übernommen, wobei Augustus sie prominent als eine der vier Haupttugenden auf seinem Ehrenschild führen ließ.

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Details

Title
Mittel zum Sieg? Caesars Clementia-Politik während des Bürgerkrieges
College
University of Rostock
Course
Proseminar
Grade
1,0
Author
M.A. Carl Christian Wahrmann (Author)
Publication Year
2003
Pages
10
Catalog Number
V39234
ISBN (eBook)
9783638380638
Language
German
Tags
Mittel Sieg Caesars Clementia-Politik Bürgerkrieges Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Carl Christian Wahrmann (Author), 2003, Mittel zum Sieg? Caesars Clementia-Politik während des Bürgerkrieges, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39234
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