Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › World History - Early and Ancient History

Der Vesuvausbruch des Jahres 79 n. Chr. Die literarische Verarbeitung durch den jüngeren Plinius (6,16)

Title: Der Vesuvausbruch des Jahres 79 n. Chr. Die literarische Verarbeitung durch den jüngeren Plinius (6,16)

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Carl Christian Wahrmann (Author)

World History - Early and Ancient History
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der Vesuvausbruch des Jahres 79 n. Chr., vergleichbar mit dem Ausbruch des Krakatau 1883 oder dem des Montpeleé 1902, gehört zu den größten bekannten Katastrophen. Eine Eruption bis dahin ungekannten Ausmaßes zerstörte teils durch Lavaströme, vor allem aber durch Ascheregen, die Umgebung. Das Ausmaß der Verwüstung wird deutlich, wenn man bedenkt, dass allein die Bevölkerung Pompejis auf 12.000 bis 15.000 Menschen geschätzt wird.1 Der Vesuv liegt als einziger auf dem europäischen Festland tätige Vulkan in der Kollisionszone von eurasischer und afrikanischer Kontinentalplatte. Zwar war bereits in der Antike bekannt, dass es sich um einen Vulkan handelt2, gleichwohl rechnete man nicht mit einem größeren Ausbruch. Bereits 62 n. Chr. hatte ein Beben in Kampanien schwere Schäden angerichtet. Wie sich archäologisch nachweisen lässt, waren die Reparaturen noch nicht vollständig abgeschlossen, als der Vesuv wenige Jahre später dem Leben in den Provinzstädten Herculaneum und Pompeji ein Ende machte.3 Die einzig erhaltene Quelle, in denen ein Augenzeuge vom Hergang der Katastrophe berichtet, sind die Plinius-Briefe 6,16 und 6,20. Daneben hatte auch der Vater des Statius (48-96 n.Chr.) einen Bericht in Gedichtform geplant, da auch er als Neapolitaner das Geschehen miterlebt hatte. Dieses Vorhaben konnte allerdings nicht mehr in die Tat umgesetzt werden, da Statius’ Vater vor der Niederschrift starb.4 Plinius beschäftigt sich in seiner Darstellung weniger mit dem Ausbruch an sich, als mit dem Verhalten seines Onkels in Bezug auf die Ereignisse. Die folgende Arbeit lehnt sich an diesen Schwerpunkt an und untersucht, wie der ältere Plinius von seinem Neffen dargestellt und bewertet wird. 1 Étienne 1991, 411. 2 Strabo 5,247. 3 Étienne 1991, 19. 4 Herrlich, in: Klio 4 (1904), 220.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Brief 6,16: historische und literarische Einordnung

3. Textanalyse

4. Widersprüche im Text

5. Zum Tod des älteren Plinius

6. Schlussbetrachtung

7. Quellen und Literatur

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Verarbeitung des Vesuvausbruchs im Jahr 79 n. Chr. durch Plinius den Jüngeren in seinem berühmten Brief 6,16. Das primäre Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie der Neffe seinen Onkel, Plinius den Älteren, darstellt und bewertet, wobei insbesondere die Frage nach der historischen Faktizität im Gegensatz zur literarischen Stilisierung als stoischer Weiser im Zentrum der Analyse steht.

  • Historische Einordnung des Briefes 6,16 im Kontext der Katastrophe von 79 n. Chr.
  • Analyse der Darstellung des älteren Plinius als Idealgestalt und Naturforscher.
  • Untersuchung von Widersprüchen im Text hinsichtlich der tatsächlichen Ereignisse.
  • Diskussion über verschiedene Theorien zur Todesursache des älteren Plinius.
  • Einordnung des Werkes in das Genre der Exitusliteratur.

Auszug aus dem Buch

3. Textanalyse

Ein Großteil der einzelnen Schreiben aus Plinius’ Briefsammlung ist als wirklicher Gedankenaustausch an Adressaten verschickt worden. Da mehrfach von einem Schriftenaustausch zwischen Plinius und Tacitus berichtet wird, ist es auch bei Brief 6,16 wahrscheinlich, dass es sich ursprünglich um echte Korrespondenz gehandelt hat. Für die Veröffentlichung wurden die Texte allerdings umgearbeitet, die Grußformeln standardisiert, um keinen Adressaten zu benachteiligen und die Absendedaten getilgt, um den Texten eine gewisse Zeitlosigkeit zu verleihen. Ein zu einem konkreten Anlass verfasster Text wurde also erst nach der Bearbeitung veröffentlicht. Plinius äußert sich einem Freund gegenüber folgendermaßen:

„Tertia epistula continebat esse tibi redditam orationem pro Clario eamque visam uberiorem, quam dicente me, audiente te, fuerit. est uberior, multa enim postea inserui.“

Auch wenn sich Plinius der Wahrheit verpflichtet fühlt und versichert, alles „cum maxime vera“ (§22) aufgeschrieben zu haben, muss doch bewusst bleiben, dass die Antike andere Ansprüche an Objektivität und Wahrheit stellte als unsere „moderne“ Zeit. Neben dem reinen Informationswert sollte ein Text zugleich schön sein. Klio, die Muse der Geschichtsschreibung, unterhält den Menschen nicht nur, sondern belehrt ihn auch. Die Form eines Textes wird dabei der jeweiligen Intention angepasst. Brief 6,16 ist also sowohl eine Quelle über den Ablauf des Vesuvausbruchs und Plinius’ Tod als auch eine literarische Verarbeitung und Deutung der Ereignisse.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Katastrophe des Vesuvausbruchs ein und definiert den Fokus der Arbeit auf der Darstellung des älteren Plinius durch seinen Neffen.

2. Brief 6,16: historische und literarische Einordnung: Hier werden die biografischen Hintergründe des Plinius der Ältere beleuchtet und der Brief in das Genre der Exitusliteratur eingeordnet.

3. Textanalyse: Dieses Kapitel untersucht die Entstehung und stilistische Bearbeitung des Briefes für die spätere Veröffentlichung sowie den Anspruch an Wahrheit und literarische Form.

4. Widersprüche im Text: Hier werden logische und zeitliche Unstimmigkeiten in der Erzählung des Neffen aufgezeigt, die auf eine Dramatisierung der Ereignisse hindeuten.

5. Zum Tod des älteren Plinius: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene medizinische und historische Theorien zur Todesursache, von der Erstickung bis hin zu organischen Vorerkrankungen.

6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Darstellung primär der Würdigung der Persönlichkeit und der Sicherung des Ruhms dient, statt eine rein objektive Dokumentation zu sein.

7. Quellen und Literatur: Dieses Kapitel listet alle verwendeten antiken Quellen sowie die sekundäre Fachliteratur auf.

Schlüsselwörter

Plinius der Jüngere, Plinius der Ältere, Vesuvausbruch, 79 n. Chr., Pompeji, Brief 6,16, Tacitus, Exitusliteratur, Stoa, Historische Quelle, Literarische Darstellung, Antike, Katastrophenforschung, Antike Naturwissenschaften

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der literarischen Aufarbeitung des Ausbruchs des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. durch Plinius den Jüngeren, insbesondere in seinem Brief 6,16 an den Historiker Tacitus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die historische Person des älteren Plinius, die Gattung der römischen Exitusliteratur, die Analyse der Briefe als Quelle sowie die Frage nach der subjektiven Gestaltung von historischen Ereignissen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie Plinius der Jüngere seinen Onkel darstellt und ob dabei eher historische Fakten oder eine stilisierte moralische Idealfigur im Vordergrund stehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die philologische Textanalyse und den Vergleich mit anderen antiken Quellen (wie Sueton oder Tacitus), um die Stilisierung des Verstorbenen zu identifizieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Schauplätze des Briefes, identifiziert Widersprüche in der Erzählung des Neffen und diskutiert verschiedene Theorien über die medizinischen Umstände des Todes von Plinius dem Älteren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Plinius, Vesuvausbruch, Exitusliteratur, Tacitus, Stoischer Weise und historische Einordnung.

Warum wird im Text die "Exitusliteratur" als Gattung hervorgehoben?

Weil das Genre der Exitusliteratur genau die literarische Form beschreibt, in der die letzten Lebensstunden bedeutender Männer dargestellt werden, um moralische Ideale zu vermitteln.

Welche Rolle spielen die Widersprüche bei der Bewertung des Textes?

Die Widersprüche, wie etwa die Rolle der Schiffe oder der zeitliche Ablauf, deuten darauf hin, dass der Brief kein rein dokumentarisches Protokoll ist, sondern eine bewusste literarische Konstruktion zur Verherrlichung des Onkels.

Welche Todesursache hält der Autor für am wahrscheinlichsten?

Der Autor argumentiert nach einer Abwägung verschiedener Theorien, dass ein Herzinfarkt aufgrund der enormen Belastung und der Umstände als wahrscheinlichste Ursache für das Ableben des älteren Plinius gilt.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
Der Vesuvausbruch des Jahres 79 n. Chr. Die literarische Verarbeitung durch den jüngeren Plinius (6,16)
College
University of Rostock
Grade
1,0
Author
M.A. Carl Christian Wahrmann (Author)
Publication Year
2004
Pages
14
Catalog Number
V39235
ISBN (eBook)
9783638380645
Language
German
Tags
Vesuvausbruch Jahres Verarbeitung Plinius
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Carl Christian Wahrmann (Author), 2004, Der Vesuvausbruch des Jahres 79 n. Chr. Die literarische Verarbeitung durch den jüngeren Plinius (6,16), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39235
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint