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Sein und Nichts in der Wissenschaft der Logik Hegels

Titre: Sein und Nichts in der Wissenschaft der Logik Hegels

Dossier / Travail de Séminaire , 2005 , 14 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Frank Lachmann (Auteur)

Philosophie - Philosophie du XIXe siècle
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[...] Dabei sollen, im Anschluss an die folgenden allgemeine Bemerkungen zu bestimmten Schwierigkeiten der Aufgabenstellung, drei Aspekte näher in Augenschein genommen werden: erstens wird in groben Zügen rekonstruiert, wie Hegel, unter Zugrundelegung der Ergebnisse der „Phänomenologie des Geistes“, dazu kommt, den Anfang der Logik überhaupt und, konkret, mit dem reinen Sein zu machen. Zweitens soll der Zusammenhang von Sein und Nichts, der im „Umschlag“ des einen in das andere gipfelt, analysiert werden. Abschließend soll die besondere Form des Widerspruchs, die dabei am Werke ist, verdeutlicht werden. Aufgrund der dialektischen Natur des Hegelschen Systems der Philosophie kann allerdings jetzt schon gesagt werden, dass eine genuine „Theorie des Nichts“ oder „Nichtseins“ innerhalb dieses Systems nicht wird bestehen können. Dies ist zum einen dem Umstand geschuldet, dass ein jeglicher, auch nicht-dialektischer Entwurf einer solchen Theorie es zwangsläufig erforderlich macht, eine ebensolche Theorie über das Sein zu entwerfen oder zumindest Profundes über das Sein aussagen zu können; unter dialektischer Hinsicht käme für einen solchen Theorieentwurf noch fatalerweise hinzu, dass das Nichts eine abhängige Kategorie ist, die nur innerhalb ihrer vielfältigen Verflechtungen mit anderen Kategorien angemessen darzustellen ist. Das heißt dann aber, dass das Ziel, eine originäre Theorie des Nichts zu formulieren, nicht zu realisie ren ist.2 Damit ist bereits auf eine grundsätzliche Schwierigkeit hingewiesen, die sich ergibt, wenn versucht wird, Aspekte oder Momente des Hegelschen Systems zu isolieren und gewissermaßen in vitro zu untersuchen; denn aufgrund der besonderen (absoluten) Systemstruktur der Hegelschen Philosophie, in der nur das Ganze das Wahre bzw. das Wahre das Ganze sein kann, haben solche Versuche notwendig einen behelfsmäßigen und vorläufigen Charakter und sind eigentlich, will man Hegel wirklich gerecht werden, nicht gestattet – dies aber nicht bloß aufgrund einer eitlen Forderung des Denkers selbst, sondern bestimmter logischer und semantischer Strukturen innerhalb der jeweils in Frage stehenden Kategorie wegen, die auf dem Weg bis zur für die Logik abschließenden Kategorie der absoluten Idee stets über sich selbst hinausweist und das Denken zum Fortgang, zu ihrer Aufhebung nötigt. 2 Dasselbe gilt natürlich vice versa auch für eine Theorie des Seins.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Anfang der Logik und die Entwicklung des reinen Seins

a) Status und Aufgaben der Logik

b) Methode, Anfang der Logik und Entwicklung des reinen Seins

2) Sein und Nichts als unbestimmt Bestimmte

a) Sein

b) Nichts

c) Der „Umschlag“ von Sein zu Nichts

d) Werden und Dasein

3) Die Struktur des immanenten Widerspruchs: Semantik vs. Pragmatik

Schluss

Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Status der Kategorie des „Nichts“ innerhalb von Hegels „Wissenschaft der Logik“. Ziel ist es, die dialektische Verflechtung von Sein und Nichts sowie die besondere Struktur des immanenten Widerspruchs zu ergründen, wobei aufgezeigt wird, dass eine isolierte Theorie des Nichts innerhalb des Hegelschen Systems nicht realisierbar ist.

  • Die dialektische Rekonstruktion des Anfangs der Logik mit dem reinen Sein.
  • Die Analyse des „Umschlags“ von Sein in Nichts als konstitutives Element.
  • Die Untersuchung der logischen Notwendigkeit des Übergangs zum Werden und Dasein.
  • Die Differenzierung zwischen semantischem Anspruch und pragmatischer Bedeutung von Kategorien.
  • Die Kritik an einer verstandesmäßigen, isolierten Betrachtung spekulativer Begriffe.

Auszug aus dem Buch

b) Nichts

Das reine Sein entpuppt sich unversehens als das Gegenteil seiner selbst: indem die Kategorie den Anspruch erhebt, rein, d.h. absolut zu sein, wird sie selbst jeglicher immanenter Bestimmung gegenüber indifferent. Da vor ihr alles andere gleich gültig ist, ist sie dessen Negation, dessen absolutes „non“, die Negation von allem Bestimmten, kurz: Nichts, reines Nichts. „Es ist nichts in ihm [dem reinen Sein] anzuschauen (...); oder es ist nur dies reine, leere Anschauen selbst. Es ist ebensowenig etwas in ihm zu denken, oder es ist ebenso nur dies leere Denken. Das Sein, das unbestimmte Unmittelbare ist in der Tat Nichts und nicht mehr noch weniger als Nichts.“ (L.82f.)

Gerade die Kategorie, die am ausdrücklichsten beansprucht, nicht Nichts zu sein, die jegliche Negativität absolut von sich weist, ja sich gänzlich außerhalb einer Sphäre, in der ein Behaftetsein mit Nichts möglich wäre, zu stellen beansprucht, handelt sich gerade dadurch (und nur dadurch) selbiges ein. Denn jede Negativität zurückzuweisen heißt, jede Bestimmtheit zurückzuweisen und dadurch zu ihrem Gegenteil zu werden. Die Kategorien Sein und Nichts weisen völlige semantische Übereinstimmung miteinander auf, und es gibt keine Möglichkeit, sie in irgendeiner Weise voneinander zu unterscheiden – und dies gilt sowohl unter logischen als auch unter (natürlich hypothetischen) ontologischen Gesichtspunkten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die Aufgabenstellung ein, den Status des Nichts in Hegels Logik zu bestimmen und begründet die methodische Schwierigkeit, eine solche Kategorie innerhalb des dialektischen Systems zu isolieren.

1. Der Anfang der Logik und die Entwicklung des reinen Seins: Das Kapitel erläutert Hegels Anspruch auf voraussetzungsloses Philosophieren und definiert das reine Sein als den notwendigen, unbestimmten Anfang des logischen Prozesses.

2) Sein und Nichts als unbestimmt Bestimmte: Hier wird der dialektische Umschlag vom reinen Sein in das Nichts analysiert, der zwingend zum Begriff des Werdens und Daseins führt.

3) Die Struktur des immanenten Widerspruchs: Semantik vs. Pragmatik: Dieses Kapitel untersucht die spezifische Form des Widerspruchs bei Hegel, wobei zwischen dem semantischen Anspruch einer Kategorie und ihrer pragmatischen Bedeutung im System differenziert wird.

Schluss: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass eine eigenständige Theorie des Nichts nach Hegel ein Missverständnis der dialektischen Struktur darstellt und verweist auf die Auflösung von Scheinproblemen durch Hegels Logik.

Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet die verwendeten Werke von Hegel sowie die interpretatorische Literatur von Horstmann und Hösle auf.

Schlüsselwörter

Hegel, Wissenschaft der Logik, Sein, Nichts, Werden, Dialektik, Immanenter Widerspruch, Dasein, Voraussetzungslosigkeit, Absolute, Spekulatives Denken, Semantik, Pragmatik, Identitätsbeziehung, Aufhebung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Untersuchung der Kategorie des „Nichts“ im ersten Band der „Wissenschaft der Logik“ von G.W.F. Hegel.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen den Anfang der Logik, das Verhältnis von Sein zu Nichts, den dialektischen Prozess des Werdens sowie die Struktur des immanenten Widerspruchs.

Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Analyse?

Das Ziel ist die Ermittlung des Status der Kategorie des Nichts und der Nachweis, dass innerhalb des Hegelschen Systems keine isolierte „Theorie des Nichts“ existieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit folgt einer rekonstruktiven und dialektischen Methode, die Hegels systemische Anforderungen an das voraussetzungslose Philosophieren expliziert und auf die behandelten Kategorien anwendet.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begründung des Anfangs mit dem reinen Sein, die Analyse der wechselseitigen Bedingtheit von Sein und Nichts und die Untersuchung der pragmatischen Natur von Widersprüchen in spekulativen Sätzen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Dialektik, immanenter Widerspruch, absolute Identität und spekulative Logik maßgeblich geprägt.

Warum kann Hegel zufolge keine eigenständige Theorie des Nichts existieren?

Weil das Nichts nach Hegel eine abhängige Kategorie ist, die nur in ständiger Vermittlung und Verflechtung mit anderen Kategorien – primär dem Sein – existieren kann.

Wie unterscheidet der Autor zwischen semantischem Anspruch und pragmatischer Bedeutung?

Er stützt sich dabei auf die von Vittorio Hösle entwickelte Unterscheidung, bei der die Diskrepanz zwischen dem, was eine logische Kategorie behauptet zu sein, und ihrer tatsächlichen systemischen Funktion betrachtet wird.

Was versteht man unter dem „Umschlag“ von Sein zu Nichts?

Dies bezeichnet den dialektischen Prozess, in dem das reine, unbestimmte Sein aufgrund seiner eigenen Unbestimmtheit in sein Gegenteil, das Nichts, übergeht, was wiederum das Werden begründet.

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Résumé des informations

Titre
Sein und Nichts in der Wissenschaft der Logik Hegels
Université
Free University of Berlin  (Institut für Philosophie)
Cours
Theorien des Nichtseins
Note
2,0
Auteur
Frank Lachmann (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
14
N° de catalogue
V39284
ISBN (ebook)
9783638380966
Langue
allemand
mots-clé
Sein Nichts Wissenschaft Logik Hegels Theorien Nichtseins
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Frank Lachmann (Auteur), 2005, Sein und Nichts in der Wissenschaft der Logik Hegels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39284
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Extrait de  14  pages
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