Die folgende Hausarbeit soll einen Überblick über die Tracht der Kelten im 3. bis
1. Jh. v. Chr. geben. Ziel ist es, Handwerk und Mode der Kelten aufgrund von
Funden und Überlieferungen, sowohl aus dem eigentlichen Kulturkreis wie auch
aus der Sicht anderer Völker zu beleuchten. Hauptaugenmerk wird auf die
eigentlichen Textilien und weniger auf weitere Trachtbestandteile gelegt. Eine
Ausnahme bilden die Fibeln, die ein wichtiger Bestandteil der Tracht und schon
mehr ein Kleidungsstück als ein reines Accessoires waren. Als erstes wird das
Handwerk betrachtet. Wie und mit welchen Mitteln werden die Stoffe für die
Textilherstellung gewonnen und verarbeitet? Dann werden anhand von Funden,
die in der Latènezeit vorherrschenden Stoffe und Muster im Kontext zu früheren
Perioden dargestellt. Da diese Funde nur Bruchstücke der eigentlichen Kleidung
sind und keine Auskunft über die Trageweise geben, werden abschließend
künstlerische Darstellungen aus dieser Zeit betrachtet. Dabei werden
Darstellungen aus dem eigenen Kulturraum und von benachbarten Völkern
herangezogen. Damit ergibt sich ein Überblick von der Gewinnung der Stoffe
über Verarbeitung hin zu der handwerklichen Herstellung und der Trageweise. [...]
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Grundlagen der Textilherstellung
1.1 Das Rohmaterial
1.2 Die Verarbeitung
1.3 Das Weben
2. Funde
2.1 Latènezeitliche Gewebefunde
2.2 Grabfunde
2.3 Latènezeitliche Fibeln
3. Bildzeugnisse
3.1 Beispiele aus dem Osthallstattkreis
3.2 Der Gundestrup-Kessel
4. Die Kelten in der Kunst der Griechen und Römer
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht Handwerk und Mode der Kelten im 3. bis 1. Jahrhundert v. Chr., indem sie archäologische Funde, künstlerische Darstellungen und historische Überlieferungen analysiert, um einen umfassenden Einblick in die Herstellung von Textilien und die Trageweise der Tracht zu gewinnen.
- Handwerkliche Grundlagen der Textilherstellung und Webtechniken
- Analyse von Gewebefunden und deren Bedeutung für den kulturellen Kontext
- Entwicklung und Wandel der Fibeltypen als wesentliches Trachtelement
- Darstellung keltischer Kleidung in der Kunst des eigenen und benachbarter Kulturräume
- Vergleich der keltischen Tracht aus Sicht fremder Kulturen wie der Griechen und Römer
Auszug aus dem Buch
1.1 Das Rohmaterial
Im Laufe der Zeit wurden immer mehr Rohmaterialien zur Textilherstellung verwendet. Während des Neolithikums wurden für die Herstellung gröberer Geflechte und Gewebe zwei pflanzliche Faserstoffe, Bast und Nesseln, verwendet.
Als pflanzlicher Bast wird Material aus der Rinde von Bäumen bezeichnet, entweder nur vom Stamm abgeschält oder auch aufbereitet, d.h. vom Begleitgewebe befreit. Nach der Aufbereitung erhält man 1-5 cm lange, sehr feste, geschmeidige Stränge, die sich unter Umständen sogar verspinnen lassen.
Um aus Nesseln Fasern zu gewinnen muss die Pflanze erst gebrochen und dann einer so genannten Röste ausgesetzt werden. Dabei wird sie durch Mikroorganismen zersetzt sodass man hinterher die Fasern leicht von dem unerwünschten Zellgewebe trennen kann. Später verarbeitete man zusätzlich noch Flachs. Nachdem im mitteleuropäischen Raum Schafe heimisch wurden, die ein sehr langes Fell hatten, begann man mit der daraus gewonnenen Wolle weitaus feinere Gewebe zu produzieren.
In der späten Urnenfelderzeit und Hallstattzeit kommt es auch zur Verwendung von Hanf.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über die Tracht der Kelten im 3. bis 1. Jahrhundert v. Chr. unter Berücksichtigung von Funden und Überlieferungen.
1. Grundlagen der Textilherstellung: In diesem Kapitel werden die verwendeten Rohmaterialien sowie die technischen Prozesse des Spinnens und Webens erläutert.
2. Funde: Hier erfolgt eine Analyse von Geweberesten aus Bergwerken und Gräbern sowie eine detaillierte Betrachtung der unterschiedlichen Fibeltypen der Latènezeit.
3. Bildzeugnisse: Dieses Kapitel untersucht die Darstellung der keltischen Tracht auf archäologischen Artefakten wie Schwertscheiden und dem Gundestrup-Kessel.
4. Die Kelten in der Kunst der Griechen und Römer: Die Analyse konzentriert sich auf die Fremdwahrnehmung keltischer Kleidung in der antiken Kunst und deren Bedeutung als Identitätsmerkmal.
Fazit: Das Kapitel fasst zusammen, dass die keltische Tracht durch regionale Unterschiede geprägt war und primär aus Wolle oder Flachs bestand, wobei soziale Hierarchien eine Rolle bei der Kleiderwahl spielten.
Schlüsselwörter
Kelten, Latènezeit, Textilherstellung, Webstuhl, Fibeln, Gewebefunde, Tracht, Bildzeugnisse, Handwerk, Wolle, Flachs, Dürrnberg, Hallstatt, Archäologie, Kleidung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit bietet einen Überblick über die keltische Tracht und das Handwerk zur Textilherstellung im Zeitraum vom 3. bis 1. Jahrhundert v. Chr.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Rohstoffgewinnung, die Webtechnik, die Typologie der Fibeln und die kunsthistorische Betrachtung keltischer Trachtendarstellungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beleuchtung von Handwerk und Mode der Kelten auf Basis von archäologischen Funden und Überlieferungen, sowohl aus keltischer Sicht als auch aus der Perspektive anderer Völker.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Auswertung von archäologischen Gewebe- und Fundstücken, ikonographischen Bildquellen und schriftlichen bzw. künstlerischen Zeugnissen.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die technologischen Grundlagen der Textilherstellung, die Analyse realer Funde und die Untersuchung zeitgenössischer künstlerischer Bildzeugnisse.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Latènezeit, Textilherstellung, archäologische Funde, Fibeltypologie und keltische Tracht bestimmt.
Warum sind Fibeln für die Forschung so wichtig?
Fibeln waren nicht nur notwendige Bestandteile der Kleidung, sondern unterlagen auch einem schnellen modischen Wandel, wodurch sie als wichtige Indikatoren für eine zeitliche Einordnung dienen.
Wie nahmen Griechen und Römer die keltische Kleidung wahr?
In der antiken Kunst galten Hosen häufig als Zeichen für „Barbaren“, wobei Kelten und Germanen oft mit eng anliegenden, karierten Hosen dargestellt wurden.
- Citation du texte
- Lars Steffes (Auteur), 2005, Tracht der Kelten im 3. bis 1. Jh. v. Chr., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39331